2800-PS-Schneeschieber: Chevrolet Chevelle "Doughboy"

Die US-Tuningschmiede Blazin Rodz bläst einen einst harmlosen Chevrolet Chevelle auf 2800 PS auf und lässt auch sonst keine Schraube des Coupés unangetastet.

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Der Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy statisch von schräg vorne fotografiert.
Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy Foto: Blazin Rodz

Alles ist extravagant am Doughboy ("Teigklops"): die Leistung, der Frontspoiler, die Tiefbettfelgen. Nur die Basis, ein Chevrolet Chevelle, war ein kreuzbraves Mittelklasse-Coupé der 1960er- und Siebzigerjahre.

Der Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy statisch von schräg hinten fotografiert.
Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy Foto: Blazin Rodz

Obwohl extrem ausgestellt, bedecken die Radhäuser nur notdürftig die 345 mm breiten Walzen.

Der Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy statisch von vorne fotografiert, die Motorhaube fehlt.
Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy Foto: Blazin Rodz

Fußgängerschutz, nein danke. So ganz ohne Motorhaube besteht die reelle Gefahr, dass der von Blazin Rodz präparierte Chevelle dann und wann Fußgänger:innen oder Radfahrende verschluckt.

Zwei Turbolader in der Detailaufnahme.
Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy Foto: Blazin Rodz

Zwei Turbolader im Großformat versorgen den 8,8 l großen V8 mit reichlich Frischluft.

Der Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy statisch von der Seite fotografiert.
Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy Foto: Blazin Rodz

Die verdeckten Türgriffe sind eine der wenigen Konzessionen an die Moderne.

Der Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy statisch von schräg hinten fotografiert.
Chevrolet Chevelle Blazin Rodz Doughboy Foto: Blazin Rodz

Der Stil des getunten US-Coupés ließe sich am ehesten als Brutalo-Minimalismus bezeichnen. Sogar auf Außenspiegel hat der Tuner verzichtet.

Es gibt Restomods, die ganz behutsam fortentwickelt wurden, sozusagen gereift wie ein guter Wein, unter strenger Beachtung ihrer ursprünglichen Philosophie. Und es gibt Blazin Rodz. Die jungen Tuningspezialist:innen aus Kalifornien (USA) haben sich einen Chevrolet Chevelle vorgeknöpft und komplett von rechts auf links gedreht. Der eigentlich als Alltagscoupé der Mittelklasse geborene Chevelle wirkt nach der Mutation wie ein durchtrainierter Saurier, der aus seinem Mesozoikum gefallen ist. Die nachtblaue Karosserie ist enorm in die Breite gegangen. Die Tiefbettfelgen sind so tiefbettig, wie Tiefbettfelgen maximal sein können. Der Frontspoiler könnte auch einem Schneeräumfahrzeug in Garmisch-Partenkirchen zur Ehre gereichen. Dumm nur, dass es in Kalifornien so selten schneit.
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Blazin Rodz versorgt den V8 des Chevrolet Chevelle mit viel Frischluft

Das Prunkstück sitzt, nein, nicht unter der Haube, denn eine Motorhaube haben die PS-Päpste konsequent eingespart. Bringt ja auch nur Gewicht und versperrt den Blick auf einen der potentesten Achtzylinder, den man kaufen kann. Zwei der vier Scheinwerfer wurden zu Luftkanälen umfunktioniert, um die Bestie mit Frischluft zu versorgen. Auch die schiere Größe der Carbon-Airbox und der Durchmesser der Beatmungsschläuche lassen erahnen: Hier wird Wahnsinn neu definiert. Und so ist es auch. Zwei Turbos (So funktioniert ein Turbolader) stopfen den 540 cubic-inch V8, in europäischer Währung sage und schreibe 8849 ccm messend, mit Luft, der daraufhin 2800 PS ausspuckt, also 2059 kW. Ein Ereignis, das sich in etwa so anfühlen muss wie der Meteoriteneinschlag, der einst die Dinosaurier ausgelöscht hat.

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Die Aufhängungen stammen von einer Corvette

Um das Gerät überhaupt fahrbar zu machen, wurde der Big Block um 38 cm nach hinten verpflanzt und an ein vergleichsweise zierliches, sequentielles Getriebe geflanscht, das in 30 ms seine sechs Gänge sortieren soll. Die Radaufhängungen wurden einer Corvette C7 entliehen, die extravaganten Felgen mit 345 mm breiten Gummis bezogen. Im Ergebnis soll der Chevelle "fahren wie ein Supercar und zuschlagen wie ein Güterzug". Als reiner Hecktriebler dürfte er Traktionsprobleme haben. So ganz ohne Motorhaube leidet wahrscheinlich auch der cW-Wert. Leider liefert die Tuningschmiede außer des Leistungswertes keine Beschleunigungsdaten oder Vmax. Dafür wirkt der Doughboy ("Teigklops") schon im Stand ungeheuer schnell.

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Obwohl extrem ausgestellt, bedecken die Radhäuser nur notdürftig die gigantischen Reifen. Vorne quellen zudem die offenen Auspuffrohre hinter den Walzen hervor. Für ein signifikantes Dezibel-Niveau sollte so gesorgt sein. Moderne Details, wie die einklappbaren Türgriffe und der Diffusor im XXL-Format, kontrastieren mit zeitgenössischen Rückleuchten und dem integrierten Heckspoiler, der dem Luftstrom als Absprungschanze dient. Und eigentlich ist es ja gar nicht wichtig, sollte ein Großteil der Leistung in Schlupf und Rauch aufgehen, und ein viel schwächerer Bugatti Chiron dem Chevelle um die Ohren fahren. Allein die visuelle Wucht, die der Blazin Rodz-Chevelle entwickelt, kommt der eines kalifornischen Güterzugs gleich. Und das können nur ganz wenige Restomods von sich behaupten.