Tracktest

BMW M2 CS im Tracktest: Der beste seiner Art?

Mitten in den aktuellen Diskussionen um Kraftstoffpreise und sonstige Krisen startet BMW mit dem M2 CS eine brutale Fahrspaßrakete, die nur eines will: mit ihren herausragenden längs- und querdynamischen Fähigkeiten ihrem Piloten ein unvergessliches Erlebnis schenken. Bei unserem Tracktest hat der bayerische Spitzensportler das eindrucksvoll bewiesen.

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Blick von schräg vorne auf den fahrenden BMW M2 CS.
Selten hat uns ein Testaspirant so beeindruckt: Wir bewegen den BMW M2 CS zum Tracktest auf dem Nürburgring. Foto: Frank Ratering
Blick von hinten auf den fahrenden BMW M2 CS.
Der M2 CS gehört definitiv zu den besten Fahrspaß-Maschinen unserer Zeit und ist einer der großartigsten BMW überhaupt. Foto: Frank Ratering
Blick von der Seite auf den fahrenden BMW M2 CS.
Selten haben wir einen Testwagen wehmütiger wieder ziehen lassen als den M2 CS. Er bleibt immer in Erinnerung. Foto: Frank Ratering
Blick von vorne auf den fahrenden BMW M2 CS.
Die Vorderachse wirkt wie auf dem Asphalt festgetackert. Der M2 CS folgt Richtungswechseln mit brachialer Ansatzlosigkeit. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Armaturen im Innenraum des BMW M2 CS.
Der CS serviert viele Fahrdynamik-Spielereien wie Laptimer oder Drift-Analyser sowie zahllose Einstellmöglichkeiten für Fahrwerk, Traktionskontrolle, Motor, Lenkung und Schaltzeiten gleich mit. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des BMW M2 CS.
Supertiefe, perfekt ins Auto integrierende Sitzposition. Die Carbon-Schalensitze schrauben den Körper nicht nur seitlich fest, sie sind sogar auf langen Strecken gemütlich. Foto: Frank Ratering
Blick in den Motorraum des BMW M2 CS.
Der Biturbo-Reichensechser betört mit Klang, Kraftentfaltung und feinster Dosierbarkeit. Foto: Frank Ratering
Detailansicht auf den Entenbürzel-Heckspoiler des BMW M2 CS.
Der ausgeprägte Ducktail am Heck gehört zu den CS-exklusiven Aero-Hilfen. Foto: Frank Ratering
Die Felgen des BMW M2 CS.
Die optionale Carbon-Keramik-Bremsanlage ist ein unverzichtbares Feature für den Rennstreckeneinsatz. Foto: Frank Ratering

Der BMW M2 CS im Tracktest

Nicht immer ist aller Anfang schwer. Manchmal ist es auch das Ende, das fast unerträglich schwer auf der Seele lastet. So wie beim Schluss der zweiwöchigen Testphase des BMW M2 CS. Voller Wehmut blicken wir dem bayerischen Kompakt-Kracher ein letztes Mal hinterher, als der Hersteller sein Goldstück wieder in die Heimat überführen lässt. Doch um unsere überschwängliche Begeisterung zu verstehen, müssen wir zurück an den Anfang springen.

Tatort Mendig in der Vulkaneifel: Auf dem dortigen Testgelände durchlaufen all unsere Testaspiranten zunächst das Standard-Prozedere mit längs- und querdynamischen Messungen. Sebastian Koch, Gralshüter unserer Messwerte, steigt mit einem vielsagenden Grinsen aus dem kompakten Spitzensportler. Sein knapper Kommentar: „Das hat Potenzial nachher!“ Was er meinte: der anschließende Tracktest auf der Nürburgring-Sprintstrecke.

Der BMW M2 CS (2025) im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Die tiefe Sitzposition gefällt

Bereits die Standard-Messwerte katapultieren den M2 CS in die erste Sportwagen-Liga: null auf zweihundert in 10,8 s, Verzögerung mit kalter Bremsanlage aus Tempo 100 bis zum Stand in wahnwitzigen 31,3 m. Mit heißer Anlage steht der BMW sogar nach schwindelerregenden 30,2 m. Allerdings: Der Testwagen hat die optionalen Carbon-Keramik-Bremsen an Bord. Dass sie eine unverzichtbare Bereicherung für häufige Rennstreckenbesuche darstellen, wird sich im späteren Tracktest-Verlauf noch zeigen.

Den Weg zum unweit gelegenen Nürburgring nutzen wir, um uns den Innenraum des limitierten M2 CS genauer anzusehen. Seine Mitfahrenden im Cockpit bettet der CS auf hervorragend konturierten Carbon-Schalensitzen, die nicht nur einen schraubstockartigen Seitenhalt bereitstellen, sondern auch auf langer Strecke saugemütlich sind. Gefühlt sitzt man im BMW M2 CS zwei Etagen tiefer als in einem herkömmlichen 2er Coupé und somit perfekt ins Auto integriert. Dazu serviert der CS viele Fahrdynamik-Spielereien wie Laptimer oder Drift-Analyser sowie zahllose Einstellmöglichkeiten für Fahrwerk, Traktionskontrolle, Motor, Lenkung und Schaltzeiten. Weitere CS-Beigaben sind die hochwertige Carbon-Mittelkonsole und ein feist-fettes Lenkrad mit griffigem Alcantara-Bezug und Mittenmarkierung.

Was auf dem Weg zum Ring auffällt: Bei aller sportlichen Ernsthaftigkeit, die der breitbeinige Top-M2 schon im Stand ausstrahlt, nervt er bei profanen Alltagsfahrten keineswegs mit übertriebener Härte. Im Gegenteil: Der Restkomfort fällt trotz des naturgemäß eher geringen Federwegs und der straff abgestimmten adaptiven Dämpfer durchaus brauchbar aus. Doch dies nur als Randnotiz. Denn wozu der CS wirklich gebaut wurde, offenbart sich erst beim Ausflug auf die Rennstrecke. In unserem speziellen Fall: die Sprint-Variante des legendären Nürburgrings.

Der M2 CS liebt die Rennstrecke

Die Eifelpiste präsentiert sich am Testtag nicht unbedingt von ihrer besten Seite. In der AMG-Arena liegt noch etwas Dreck von einer vergangenen Großveranstaltung auf dem Asphalt, doch sei’s drum. Bereits bei den ersten Eingewöhnungsrunden kommen wir aus dem Schwärmen kaum heraus. Vor allem Karosseriesteifigkeit und Fahrwerksabstimmung sowie die kompromisslos feste Anbindung aller Komponenten begeistern bereits vor dem Erreichen des absoluten Limits. Diese Eigenschaften stellen wichtige Zahnräder für die gesamte Performance dar, die ein Sportwagen zu bieten hat – erst recht auf einem derart anspruchsvollen Rundkurs.

Mit seiner verbindlichen Art schafft es der BMW M2 CS außerdem im Handumdrehen, großes Selbstbewusstsein beim Piloten zu wecken. Der Zweitürer bleibt während des Tracktests jederzeit konziliant und leicht beherrschbar. Jede Reaktion des Fahrzeugs ist nachvollziehbar und reproduzierbar, der Übergang ins Leistungsübersteuern geschieht ganz sanft. Frei von unerwarteten Lastwechselreaktionen und völlig gutmütig beim Räubern über die Randsteine offenbart der CS auch bei deaktivierten Fahrhilfen ein sehr eingängiges und vertrauenerweckendes Fahrverhalten. Dazu diese skalpellartig präzise Lenkung: Mit ihr lassen sich selbst anspruchsvollste Kurvenkombinationen spielerisch filetieren. Dabei liefert sie stets eine organische Rückmeldung, begeistert mit perfekter Direktheit. Kein übertrieben spitzes Anlenken, logischerweise keine Antriebseinflüsse: Besser geht es fast nicht!

Der Antriebsstrang ist ein Gedicht

Schnell tasten wir uns ans Limit heran. Im Grenzbereich registrieren wir den irren mechanischen Grip an der Vorderachse: Das knapp 1700 kg schwere Coupé lenkt ansatzlos ein, lässt sich eng durch schnelle wie langsame Kurven führen und weist so gut wie kein Untersteuern auf. Die speziell für den CS entwickelten Pirellis verzahnen sich gnadenlos im Asphalt. In Wechselkurven legt der BMW M2 CS sensationelle Agilität an den Tag. Der Sportler fühlt sich extrem leichtfüßig und kurvenhungrig an. Schnelle wie langsame Kurven und auch anspruchsvolle Kombinationen meistert er mit ungemeiner Gier und hohem Speed.

Apropos Speed: Bei aller Begeisterung haben wir noch kein Wort über den fantastischen 
Antriebsstrang verloren. Unter der Haube des M2 CS schlägt ein Sechszylinder-Herz, wie es im Bilderbuch steht. Der 530 PS (390 kW) starke Biturbo schiebt bereits aus niedrigen Drehzahlen saftig an und entwickelt im weiteren Drehzahlverlauf einen unglaublichen Schub. Die immense Leistung lässt sich absolut fein dosieren, während die Achtstufen-Automatik perfekt mit dem Triebwerk harmoniert und die Übersetzungen derart rasant in den Antriebsstrang hämmert, dass im schärfsten Modus ein leichtes Rucken durchs Auto geht. Dazu beherrscht der BMW M2 CS mit seinem bassig-satten Brummen bei niedrigen Drehzahlen und dem heiseren Trompeten beim Ausdrehen akustisch die ganz große Emotionsklaviatur und beeindruckt trotz reinen Hinterradantriebs mit grandioser Traktion.

Ein gemessener Beleg dafür: Am Ende der Start-Zielgeraden ist der M2 CS 240 km/h schnell, ehe die absurd standfeste Bremse im Tracktest erstmals ihr Können unter Beweis stellen und die Fuhre auf 60 km/h zusammenstauchen muss.

Beeindruckende Rundenzeit

Womit wir bei den Fakten wären: Der BMW M2 CS liefert auf subjektiver Ebene eine unglaubliche Performance ab, auch das Messgerät zeigt irrwitzig erzielte Kurvengeschwindigkeiten. Am Ende des Ritts auf der kühnen Fahrspaß-Kanonenkugel steht eine Rundenzeit von beeindruckenden 1:35,7 Minuten. Selten waren sich Fahrerherz und Messgerät derart einig wie nach diesem Tracktest: Der M2 CS ist eines der großartigsten BMW-Modelle aller Zeiten!

Fazit

Der BMW M2 CS ist die blechgewordene Freude am Fahren – die Essenz des stärksten Buchstabens der Welt und ein famoses Fahrspaßauto, das bei Trackdays keinerlei Wünsche offen lässt, vom Dynamik-Niveau her viele deutlich teurere Boliden deklassiert und sogar im Alltag perfekt funktioniert.

Technische Daten & Messwerte des BMW M2 CS

AUTO ZEITUNG 16/2026

BMW M2 CS

Technik

Motor

R6-Zylinder, 4-Ventiler, Biturbo

Hubraum

2993 cm³

Leistung

390 kW / 530 PS bei 6250 U/min

Max. Drehmoment

650 Nm bei 2750 - 5730 U/min

Antrieb

8-Stufen-Automatik; 
Hinterradantrieb

Gewicht

Leergewicht

1671 kg

Zulässiges Gesamtgewicht

2125 kg

Effektive Zuladung

454 kg

Abmessungen

Gesamtmaße (L / B / H)

4587 / 1887 (2068)* / 1395 mm

Radstand

2747 mm

Kofferraumvolumen

390 l

Fahrleistung

0 – 100 km/h

4,1 s

0 – 200 km/h

10,8 s

Höchstgeschwindigkeit

302 km/h

Bremsweg

100 – 0 km/h (kalt / warm)

31,1 / 30,2 m

50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h

8,8 / 66,4 m

Umwelt & Abgas

Abgasnorm

Euro 6e

CO2-Emission

226 g/km

Preis

Grundpreis

115.000 €

Steuer & Versicherung

KH / VK / TK Typklassen

16 / 30 / 29

* Breite mit Außenspiegeln