Vorstellung

Audi TT mit Mittelmotor und 900 PS: VR6 am rechten Fleck

Frontmotor und Vorderradantrieb taugen nicht so recht zum Drag-Racing. Deshalb hat Asmus Motorsport einen Audi TT von rechts auf links gedreht und dem Coupé auch noch zu 900 PS verholfen.

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Asmus Motorsport Audi TT beim Start des Drag Racing, fotografiert von schräg vorne.
Seit der Asmus-Audi TT seine Kraft an die Hinterräder weitergibt, legt er Starts mit beeindruckend-bedenklichen Wheelies hin. Foto: Asmus Motorsport via Instagram
Asmus Motorsport Audi TT beim Start des Drag Racing, fotografiert von hinten.
Der vom Front- zum Heckantrieb bekehrte TT packt die Viertelmeile in unter zehn Sekunden. Foto: Asmus Motorsport via Instagram
Asmus Motorsport Audi TT beim Start des Drag Racing, fotografiert von der Seite.
Über die Ziellinie geht es nach 402 m mit über 240 km/h. Foto: Asmus Motorsport via Youtube
Cockpit des Asmus Motorsport Audi TT, fotografiert von der Seite.
Das Cockpit des Audi TT ist nur noch mit dem Nötigsten ausgestattet, darunter ein solider Käfig und ein Schalensitz. Foto: Asmus Motorsport via Youtube
Turbolader des Asmus Motorsport Audi TT, fotografiert von schräg hinten.
Der gigantische Turbolader von Pulsar verdeckt den kompakt bauenden VR6 fast vollständig. Foto: Asmus Motorsport via Youtube

Heck- statt Frontantrieb und sechs statt vier Zylindern

Dynamische Achslastverlagerung ist ein zweischneidiges Schwert. Beim Bremsen ist es durchaus nützlich, wenn ein Motor auf den Vorderrädern lastet und damit den Kraftschluss zwischen Reifen und Straße begünstigt. Wenn allerdings ein Fronttriebler beim Beschleunigen vorne aus den Federn geht, verpufft ein Teil der Motorleistung zumeist in Schall und Rauch, statt Vortrieb zu erzeugen. Erik Asmus hat das mit seinem Audi TT der ersten Generation schmerzlich erfahren. Selbst mit einem kräftig gedopten 1.8er-Turbo unter der Haube war mit dem Coupé auf dem Dragstrip kein Blumentopf zu gewinnen. Deshalb hat er den Vierzylinder kurzerhand ausgebaut und vor die Hinterachse verpflanzt.

Doch auch damit blieben die angepeilten neun Sekunden auf der Viertelmeile außer Reichweite. Deshalb haben der Schrauber und sein Team aus Mecklenburg-Vorpommern das Aggregat in einem zweiten Schritt durch einen VR6 aus dem VW-Konzernregal ersetzt. Der Brocken steckt in einem appetitlich rot lackierten Hilfsrahmen unter der Heckklappe.

Gut zu sehen ist er allerdings nicht, denn ein Lader im Format einer Waschmaschinentrommel verdeckt den Sechsender mit dem engen Zylinderwinkel. Der riesige Turbo, beigesteuert vom Spezialisten Pulsar, schnappt sich Frischluft über einen auf dem Dach montierten Rüssel und verdichtet sie so gründlich vor, dass der Audi TT plötzlich von 900 PS (662 kW) getrieben über die 402 m lange Rennpiste hechtet.

Der Fahrbericht des Audi Q6 Sportback e-tron im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

900 PS sind schon da, rund 1200 sind möglich

Vor der Hinterachse verbaut, schickt der Sechszylinder seine Kraft über eine manuelle Schaltbox und ein Sperrdifferential an die Hinterräder und sorgt mit seinem Gewicht für eine deutlich verbesserte Traktion. Damit die Wheelies beim Ampelstart im Rahmen bleiben, sind unter der Vorderhaube neben dem Tank auch 30 kg Blei verbaut. Auch der Behälter für das Eiswasser, das den hochgezüchteten Motor bei den Ausflügen weit oberhalb der 8000 U/min erfrischt, verbessert die Gewichtsverteilung.

Wenn Asmus bei Grün die Kupplung kommen lässt und anschließend die Gänge durchreißt, hebt der TT zwar nach wie vor die Vorderpfoten wie ein liebestoller Beagle beim Anblick einer läufigen Hündin. Dafür geht es jetzt richtig voran. Die Zehnsekunden-Marke hat der Schrauber schon unterboten. Mit etwas Feintuning und Training sollten auf dem Zielstrich noch mehr als die bereits respektablen 240 km/h anliegen, bevor der Bremsfallschirm das Gefährt wieder entschleunigt. Mit dem Pulsar-Lader müsste der Sechszylinder eigentlich gut sein für rund 1200 PS (882 kW). Und sogar für noch mehr Power gäbe es eine Option: Dazu müsste Asmus nur den Original-Vierzylinder wieder vorne einbauen, dabei zugleich den VR6 im Heck behalten.