Premiere

Ingolstadt stockt auf: Das ist der neue Audi Q9

Mit dem neuen Audi Q9 legen die Ingolstädter noch eine Schippe drauf und präsentieren ihr bislang größtes Modell. Das XXL-SUV hat vor allem den nordamerikanischen Markt im Visier und kommt dort als Q9 und SQ9 auf den Markt. Europa bleibt der SQ9 verwehrt. Wir haben uns den Großen schon angeschaut.

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Blick von schräg vorne auf den Audi Q9 (2026).
Der Audi Q9 ist ab sofort der Größte im Stall der Ingolstädter: Mit einer Länge von 5,31 m ist er so lang wie der Audi A8 L mit 5,32 m. Foto: Audi
Blick von schräg hinten auf den Audi Q9 (2026).
Beim Q9 geht Audi bewusst andere Wege: Die steile D-Säule und das nicht-abfallende Dach ermöglichen viel Platz im Innenraum und sorgen optisch für eine gewisse Gelassenheit. Foto: Audi
Blick von schräg vorne auf den Audi SQ9 (2026).
Als S-Line erhält der Große einen wabenförmigen Kühlergrill, der – wie sein Pendant mit vertikalen Streben – illuminiert vorfährt. Foto: Audi
Blick von schräg hinten auf den Audi SQ9 (2026).
Sportliche Speerspitze ist der Audi SQ9 mit 4,0-l-V8 und satten 600 PS (441 kW). Nur für den nordamerikanischen Markt. Foto: Audi
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Audi Q9 (2026).
Der Innenraum lässt keine Wünsche offen. Die Materialqualität und -auswahl hinterlässt bei uns einen bleibenden Eindruck. Foto: Audi
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Audi Q9 (2026).
Viel Platz im Fond: Hier kann Audi den 3,14 m langen Radstand in reinen Raumgewinn ummünzen. Foto: Audi

Der Audi Q9 gilt als das neue Flaggschiff der Marke und ist das größte Audi-SUV aller Zeiten. Der Koloss soll vor allem auf dem nordamerikanischen Markt für Furore sorgen und Kontrahenten wie dem Cadillac Escalade, GMC Yukon oder dem BMW X7 einheizen. Auch in Deutschland wird der Audi Q9 angeboten. Hier kann die Kundschaft zwischen verschiedenen Ausstattungslinien wählen, während unter der Haube stets ein 3,0-l-V6-Diesel mit 299 PS (220 kW) arbeitet. Basispreis: 108.400 Euro (Stand: Juli 2026). Darüber hinaus gibt es noch eine 245 PS-Variante (180 kW) die für „ausgewählte europäische Märkte“ angedacht ist. Welche das genau sind, verschweigt Audi allerdings noch.

Für Nordamerika kommt dagegen ein 435 PS (320 kW) starker 3,0-l-V6-Benziner zum Einsatz. Darüber hinaus setzt Audi dort auch einen sportlichen SQ9 als Spitzenmodell ein, der sich mit seinem 4,0-l-V8 und 600 PS (441 kW) Leistung deutlich vom regulären Q9 abhebt.

Der Audi Q6 Sportback e-tron (2025) im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Audi Q9: Schon im Stand ein Statement

Optisch baut der Audi Q9 in die Höhe: Der Kühlergrill erstreckt sich über die gesamte Fronthöhe und wird von flach gezeichneten Frontscheinwerfern eingefasst. Zusätzliche Kühlluft-Öffnungen bietet die horizontal gestaltete Frontschürze. Im Profil fallen die Dimensionen des Q9 erst richtig auf: Satte 5,31 m misst das Oberklasse-SUV in der Länge. Mit einer Höhe von 1,81 m können selbst Großgewachsene nur auf Zehenspitzen auf die Dachpartie schauen. Und schmal ist der Audi mit seinen 2,01 m (2,21 m mit Seitenspiegel) auch nicht.

Zurück zum Design: Der Audi Q9 nutzt seine Größe voll aus. Das fängt schon bei der Dachpartie an, die sich dank Reling optisch nochmals in die Höhe streckt. Zum Heck hin bleiben Dach- und Schulterlinie parallel – der Q9 kommt ohne ein sportliches Fließheck aus und will schon im Stand Ruhe und Gelassenheit vermitteln. Am Heck blicken wir auf die bekannten, zweigeteilten Rückleuchten, die wir so auch schon vom Audi A6 kennen.

Apropos Leuchten: Audi hat mit dem Q9 erstmals dreidimensionale OLED-Lichter vorgestellt. Dabei setzt der Hersteller auf hauchdünne Leuchtelemente, die es ermöglichen, dreidimensionale Grafiken darzustellen. Neben den Heckscheinwerfern setzen auch die Frontscheinwerfer ein Ausrufezeichen. Die neueste Generation des Audi-Matrix-LED-Lichtes kommt mit einer nochmals feineren Objekterkennung. Entgegenkommende Fahrzeuge werden erkannt und aus dem Fernlichtkegel präzise ausgeschnitten. Gleichzeitig erkennen die Sensoren auch unbeleuchtete oder schlecht beleuchtete Verkehrsteilnehmer – zum Beispiel Fußgänger:innen oder Radfahrende ohne Licht. Diese werden dann automatisch besser ausgeleuchtet.

Der Audi Q9 bietet massig Platz im Innenraum

Blick auf die Armaturen im Innenraum des Audi Q9 (2026).
Foto: Audi

Die hohe Bauweise des Audi Q9 hat nicht nur optische Gründe, sondern kommt auch dem Innenraum zugute. In allen drei Sitzreihen genießen Mitreisende eine üppige Kopffreiheit. Hier bietet Audi auch gleich zwei Sitzkonfigurationen mit je sechs oder sieben Sitzplätzen an. Wahlweise wird die zweite Sitzreihe dann mit entweder zwei Einzelsitzen samt elektrisch verstellbarer Lehnen oder mit einer Sitzbank für drei Personen bestückt. Die dritte Reihe bietet stets zwei ausklappbare Sitze. Hier lässt die Kopffreiheit zwar keine Wünsche offen, unsere erste Sitzprobe zeigt allerdings, dass die Beinfreiheit schnell von den elektrisch verstellbaren Fondsitzen – je nach Position – eingeengt wird.

Springen wir eine Reihe nach vorne: In Reihe zwei münzt Audi den 3,14 m langen Radstand in puren Raumgewinn um. Die Beine haben üppig Platz, während man über dem Scheitel noch viel Luft nach oben hat. Dazu trägt nicht zuletzt auch das XXL-Panoramaglasdach (Serie) bei, das ganz nebenbei ebenfalls das größte seiner Art bei Audi ist. Optional lässt sich die Transparenz auf Knopfdruck einstellen. Außerdem kann die Glasfläche auch in den Farben des Ambientelichts beleuchtet werden.

Im Cockpit angelangt blicken wir auf die bekannten Audi-Armaturen, bestehend aus einem 12,3 Zoll großen Kombiinstrument hinter dem Lenkrad, einem 14,5 Zoll großen Infotainment-Bildschirm über der Mittelkonsole und einem (serienmäßigen) 12,3 Zoll-Beifahrerdisplay. Die Verarbeitung wirkt im gesamten Cockpit sehr wertig, wir konnten bei der ersten Sitzprobe keine nennenswerten Schwächen bei der Materialverarbeitung feststellen. Positiv hervorzuheben sind zudem die Soft-Touch-Oberflächen und der Materialmix.

Der Q9 ist vollgestopft mit Technik

An technischen Helfern mangelt es dem Audi Q9 nicht. Neben zahlreichen Assistenten, die die Fahrzeugumgebung stets im Blick halten, hat Audi auch eine Vielzahl an Annehmlichkeiten im Luxusklasse-SUV integriert, die den Alltag spürbar erleichtern. Dazu zählen zum Beispiel die elektrisch öffnenden Türen, die auch aus der Ferne per App geöffnet oder geschlossen werden können. Die Umgebungssensoren schützen vor ungewollten Kollisionen und stoppen die aufschwingende Tür. In der Praxis ist dies allerdings recht gewöhnungsbedürftig, da man selbst oft als Hindernis erkannt wird – nach dem Öffnen also schnell zur Seite huschen!

Ebenfalls im Alltag nützlich dürfte das erweiterte Abbiegelicht sein, dass bei Abbiege- oder Spurwechselvorgängen zusätzlich Lichtsignale auf den Boden neben dem Fahrzeug projiziert. Das soll besonders im Dunkeln für eine bessere Sichtbarkeit sorgen.

Fazit

Audi schöpft mit dem Q9 aus dem vollen und präsentiert ein Luxus-SUV, dass keine Wünsche offenlässt. Die Materialauswahl und -verarbeitung im Innenraum ist top, umfangreiche Assistenten und technische Helferlein erleichtern den Alltag ungemein. Gewöhnungsbedürftig sind die elektrischen Türen, aber das ist meckern auf hohem Niveau. Ebenfalls hoch: der Einstiegspreis von 108.400 Euro.