V12-Kombi vom Feinsten: Jaguar XJS als Arden AJ3 Station Car
Wer in den 80ern den ultimativen Luxuslaster kaufen wollte, musste bei Jaguar-Veredler Arden vorstellig werden: Auf Basis des XJS V12 entstand 1987 der Arden AJ3 Station Car, der schnellste und stärkste Kombi seiner Zeit. Und wohl auch der teuerste.
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Die deutsche Tuning-Elite war in den 1980ern nicht nur bunt, schrill und laut, sondern auch Vorreiter in Sachen Technik und Ausstattung. AMG levelte Mercedes-Motoren zu wahren High-end-Waffen hoch, beispielsweise beim hier vorgestellten 300 CE 6.0 AMG Hammer Coupé. bb-Auto injizierte visionäre Infotainmentsysteme selbst in den VW bb Polo, dessen Geschichte wir hier erzählen. Und Arden brachte Luxus und Speed in die noch sehr hemdsärmelige Kombi-Welt. Während die deutsche Premium-Riege erst Anfang der 90er die Nische der Hochleistungspraktiker für sich entdeckte, zeigte der Jaguar-Veredler vom Niederrhein 1987 auf der IAA den AJ3 Station Car.
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Bereits zwei Jahre zuvor hatte Arden die Katze aus dem Sack gelassen und mit einem Vollcabrio auf Basis des Jaguar XJS V12 für Furore gesorgt. Damit war man dem Werk, das bislang nur eine offene Verlegenheitslösung mit feststehenden Seitenscheibenrahmen und Targa-Bügel anbot, um drei Jahre voraus. Die hauseigenen Karosserie-Verstärkungen bildeten dann auch das Rückgrat für den Kombi-Aufbau, der ebenfalls mit dem 5,3 l großen "Schlangengruben"-V12 ausgestattet war.
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Schnellster und stärkster Kombi der 80er: Der Arden AJ3 baute auf dem Jaguar XJS auf
1986 begann die Firma damit, dem XJS unter anderem Dach, Heckdeckel und Scheiben abzuschneiden. Dann folgte die Modellierung des lang gestreckten Kombi-Dachs, das in Richtung Heck dynamisch abfällt. Die ausladenden hinteren Seitenfenster und auch das Heckglas ließ Arden eigens von Sekurit anfertigen, alles andere am Shooting Brake entstand in den eigenen Werkshallen in Handarbeit. Zwar diente der Lynx Eventer, ein ab 1983 ein England zum Kombi umgebauter XJS als optisches Vorbild, doch Arden besaß höhere Ansprüche. Schweller und B-Säulen wurden verstärkt, die C-Säule darüber hinaus neu konstruiert und mit Zwangsentlüftungen gespickt. Und dann waren da ja auch noch die stilechten Tuning-Schürzen, die ihn weiter von der britischen Stangenware abhoben.

Während der Eventer außenliegende Scharniere für den Kofferraum besaß, entwickelte Arden für den AJ3 eine innenliegende Lösung. Die sah nicht nur eleganter aus, sondern sorgte bei Spitzengeschwindigkeiten von 265 km/h auch für weniger Luftverwirbelungen. Weil in einen Kombi ein ausreichend großer Laderaum sowie eine klappbare Rücksitzbank gehören, brauchte es auch hier Erfindergeist. So entwickelte der Veredler einen völlig neuen Benzintank für den XJS, um den nötigen Raum für Praktikabilität zu schaffen. Der adlige Auftritt des Arden AJ3 Station Car verpflichtete geradezu, den gesamten Innenraum inklusive des Dachhimmels mit bordeauxrotem Connolly-Leder auszustaffieren, was die Firma konsequenterweise auch tat.
Der AJ3 kostete 50 Prozent mehr als ein XJS V12 von der Stange
Insgesamt fertigte Arden drei Exemplare des XJS-Kombis, wovon das Auto mit der Chassisnummer 001 bis heute zum Fundus der Firma gehört. Dabei diente die Raubkatze nicht nur als Hingucker auf Shows, sondern auch immer wieder als Prototyp für technische leckerbissen des Hauses. Derzeit leistet der Zwölfzylinder 320 PS (235 kW), die über eine GM-Dreistufen-Automatik an die Hinterräder abgegeben werden. Wie schnell der 1780 kg schwere Kombi auf Landstraßentempo beschleunigt, ist nicht überliefert. Der 275 PS (202 kW) starke XJS von der Stange benötigte dafür 8,5 s.
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Am Ende ging es für die Kundschaft aber nicht nur darum, den schnellsten und stärksten Kombi seiner Zeit zu fahren, sondern auch um die Exklusivität des Umbaus. Und der hatte seinen Preis: Mindestens 150.000 Mark veranschlagte Arden 1987 für den AJ3. Ein handelsüblicher XJS V12 startete damals bei knapp 100.000 Mark. Aktuell wird der AJ3 übrigens in der Autoworld Brüssel im Rahmen der Ausstellung "German Tuners from the 80s and 90s" gezeigt. Und nicht nur das: Nach fast 40 Jahren möchte sich die Firma auch dauerhaft von ihrer rollenden Visitenkarte trennen. Den Preis verrät man am Niederrhein jedoch nicht.













