Vorstellung

Alpina B10 3.3 Touring: Edelkombi mit M3-R6 und großem Namen

1989 ging der Alpina B10 Bi-Turbo als schnellste Serienlimousine der Welt in die Geschichtsbücher ein. Rund zehn Jahre später durfte der B10 in Form des BMW E39 noch ein letztes Mal zur Höchstform auflaufen. Einer der 70 gebauten 3.3 Touring tauchte jüngst auf der Auktionsplattform Cars&Bids auf.

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Der Alpina B10 3.3 Touring stehend von schräg vorne.
Bei umgerechnet 33.500 Euro fiel der Hammer für diesen Alpina: Kein schlechter Preis für einen B10 mit knapp 290.000 km. Foto: Cars & Bids
Der Alpina B10 3.3 Touring stehend von schräg hinten.
Nummer 29 von 70 steht mit Vielspeichen-Felgen und Lack in Dunkelsaphirblau-Metallic voll in der Alpina-Tradition. Foto: Cars & Bids
Der Alpina B10 3.3 Touring stehend von vorne.
Dezenz in definierter Form: die Alpina-Frontschürze. Foto: Cars & Bids
Der Alpina B10 3.3 Touring stehend seitlich.
Den letzten B10 bot Alpina sowohl als Limousine als auch als Touring an. Foto: Cars & Bids
Der Alpina B10 3.3 Touring stehend von hinten.
Neben dem 3.3 offerierte die Firma aus Buchloe auch V8-Aggregate in diversen Leistungsstufen. Foto: Cars & Bids
Das Cockpit des Alpina B10 3.3 Touring.
Ziernähte in Blau und Grün und Holz-Applikationen sogar im Handschalter. Alpina pur auch im Cockpit. Foto: Cars & Bids
Die Sitze des Alpina B10 3.3 Touring.
Dass die Sitze nicht mit Leder bezogen sind, ist für diese Ära nichts ungewöhnliches. Foto: Cars & Bids
Der Motor des Alpina B10 3.3 Touring.
Der Reihensechser basierte auf dem Triebwerk des US-M3 und erhielt bei Alpina ordentlich Feintuning. Foto: Cars & Bids

M3-Motor, Handschalter, Alpina-Treatment: der B10 3.3 Touring ist ein echtes Fahrerauto

So richtig intuitiv war Alpina damals nicht mit seinen Modellbezeichnungen. So gabs den BMW 3er unter der Bezeichnung C1 und B6, während ein 7er mal ein B11 war und mit V12 dann ein B12. Zum Glück hatte sich der B10 Bi-Turbo 1989 mit 291 km/h Höchstgeschwindigkeit in die Rekordbücher eingetragen, sodass von nun an jedes Kind wusste, dass es sich beim B10 um einen in jeglicher Hinsicht verfeinerten 5er handelt.

Das änderte sich auch nicht, als 1999 die dritte und letzte Generation des B10 in Buchloe zur Fertigung antrat. Mittlerweile basierte die Oberklasse auf dem E39 und wurde sowohl als Limousine als auch als Kombi offeriert. Auch in Sachen Antrieb hatte die anspruchsvolle Kundschaft von Burkard Bovensiepen die Wahl: Im Prospekt standen sowohl ein Sechs- als auch ein Achtzylinder. Ab 2000 gabs sogar den ausnahmsweise einmal konsequent vermarkteten D10 mit Sechszylinder-Diesel.

Neben dem druckvollen V8 ist aber besonders der Reihensechszylinder einen genauen Blick wert. Diesen borgte sich Alpina aus dem US-Modell des BMW M3 (E36). Der für Amerika entwickelte R6 hatte mit dem drehwilligen Sahnemotor aber gar nicht so viel gemein, wie man meinen sollte. Aus Sorge vor den strengen Abgasbestimmungen gönnte ihm BMW weder eine Einzeldrosselklappenanlage, noch eine Verstellung der Außennockenwelle via VANOS. Das Ergebnis: 240 statt 321 PS (177 statt 236 kW) sowie ein roter Bereich, der rund 1000 Touren früher anliegt.

Aber Alpina wäre nicht Alpina, wenn man nicht mit ein paar Griffen den als sehr standfest bekannten Motor wieder auf europäisches M3-Niveau gehoben hätte. Die Firma aus dem Allgäu setzte auf eine optimierte Kurbelwelle mit mehr Hub. Zudem erhielten Zylinderkopf, Kolben und Nockenwellen signifikante Upgrades. Gemeinsam mit einem verbesserten Ansaugsystem und einer Edelstahl-Abgasanlage samt Metallkats lagen am Ende 280 PS (206 kW) an.

Der Alpina B7 GT (2024) im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Bis auf Verwesen nichts gewesen: Rost an der Heckklappe trübt den tollen Zustand

Da Alpina seine Fahrzeuge seit jeher von allen Ketten der Vmax-Abriegelung befreit, rennt der B10 3.3 selbst als Kombi 256 Sachen. In den Hochgeschwindigkeitsgenuss kam der hier gezeigte Touring wohl schon länger nicht mehr, da er seit geraumer Zeit sein Dasein im US-Bundesstaat Florida fristete. Der laut Alpina-Plakette beziehungsweise Datenbank als Nummer 29 von 70 ausgewiesene B10 stand im Juli 2026 auf der Auktionsplattform Cars&Bids zum Verkauf.

Dunkelsaphirblau-Metallic, dezentes Bodykit, Fünfgang-Handschaltung: Ein Blick auf das Inserat offenbart ein Alpina-Fahrerauto reinsten Wassers. Zu den weiteren Highlights aus Buchloe gehören das Sperrdifferential, die traditionellen Vielspeichen-Felgen, sowie die Verfeinerung von Fahrwerk, Bremsen und Cockpit. Dass die Sitze zwar im Alpina-Muster, nicht aber mit Leder bezogen sind, ist für die Ära nichts Ungewöhnliches.

Bedauerlich ist eigentlich nur, dass die Abgasanlage nicht mehr original ist und die Kofferraumklappe einen Nebenjob als angehender Rostherd angenommen hat. Sonst präsentiert sich der Touring trotz seiner nicht ganz geringen Laufleistung von knapp 290.000 km in einer einwandfreien Verfassung. Da erscheint auch der erzielte Preis von umgerechnet 32.500 Euro als gerechtfertigt.