Verbot von Benzin- und Dieselautos (Verbrennerverbot!) Grüne wollen verbindliches Ende für Verbrenner

von Max Sonnenburg 18.11.2019
Inhalt
  1. Deutschland: Grüne fordern Verbot von Benzin- und Dieselautos
  2. ZEV-Allianz: Verbrennerverbot in Deutschland absehbar
  3. Verbot von Benzin- und Dieselautos im EU-Ausland (Tabelle)
  4. Irland erwägt radiakles Verbrennerverbot
  5. Verbot von Benzin- und Dieselautos in Dänemark & Norwegen
  6. Schweden nennt Zeitpunkt für Verbot von Benzin- und Dieselautos
  7. Verbrennerverbot in Frankreich

Während in anderen Ländern das Verbot von Benzin- und Dieselautos längst in Planung ist, wird in Deutschland noch diskutiert: Die Grünen erneuerten auf dem Bundesparteitag im November 2019 ihre Forderung für ein verbindliches Ende von Verbrennern. Dieser Artikel wurde am 18.11.2019 aktualisiert!

Die Grünen haben ihre Forderungen nach einem Verbrennerverbot auf dem Bundesparteitag im November 2019 erneuert. Geht es nach den Vorstellungen der Partei, sollen ab 2030 keine Benzin- und Dieselautos neu zugelassen werden. Das Ende des Verbrennungsmotors soll nach dem Willen des Grünen-Fraktionschefs Anton Hofreiter gesetzlich festgelegt werden. Mit dem Verbot von Fahrzeugen, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden, soll die Elektromobilität gefördert werden. Ziel ist es, den Klimaschutz voranzutreiben. In einem Thesenpapier zum geforderten Verbrennerverbot benennt Hofreiter elf Punkte, um eine neue Verkehrspolitik zu erreichen. Die Kaufprämie der Bundesregierung für E-Autos soll beispielsweise durch ein Bonus-Malus-System ersetzt werden, das Fahrzeuge mit hohem Verbrauch verteuert. Auch sollten Bund und Länder ihre Fuhrparks von 2025 an elektrisch betreiben. Zudem fordert der Grünen-Politiker einen zügigen Ausbau bei den Ladesäulen. Zudem solle das steuerliche Dieselprivileg beendet werden.

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Diese Konsequenzen hätte das Verbrennerverbot (Video):

 
 

Deutschland: Grüne fordern Verbot von Benzin- und Dieselautos

Zuvor hatte Karl Lauterbach (SPD) im Januar 2019 das Verbrennerverbot von Autos mit Benzin- und Dieselmotor mit einem Tweet am 14. Dezember 2018 angestoßen: "Langfristig muss auch das Ende des Benziners kommen. Er setzt mehr gefährlichen Feinstaub frei als ein Diesel und verursacht mehr Klimawandel. Der Umstieg von Diesel auf Benziner hilft daher weder Mensch noch Umwelt. Wir brauchen Kohleausstieg und e-Autos." Dagegen hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im August 2017 in der "Welt am Sonntag" gegen ein Verbot von Benzin- und Dieselautos ausgesprochen und eingeräumt: "Wir brauchen gerade auch Diesel-Autos, um unsere CO2-Vorgaben in den nächsten Jahren zu erfüllen." In der ZDF-Sendung "Berlin direkt" erklärte Angela Merkel: "Es hat keinen Sinn, jetzt die Menschen zu verunsichern." Die Brückentechnologie Verbrennungsmotor "werden wir nicht Jahre brauchen, sondern ich würde sagen: Jahrzehnte." Damit widerspricht die Kanzlerin ihrer vorherigen Aussage, in dem sie das Verbrennerverbot für den "richtigen Ansatz" hielt, auch wenn sie noch keinen zeitlichen Rahmen für eine Umsetzung nennen wollte. Die IG Metall fürchtet angesichts des diskutierten Verbots von Benzin- und Dieselautos um tausende Jobs in Deutschland. Aufgrund zunehmender Elektrifizierung und den rasenden Fortschritt in Asien in der Entwicklung von Batterien für Elektroautos sei man in Sorge, die deutsche Industrie könne abgehängt werden. "Die hiesige Automobilindustrie darf nicht als Bremser auftreten, sondern muss sich an die Spitze der technologischen Entwicklung setzen", forderte der bayerische Bezirksleiter Jürgen Wechsler. Auch VW-Betriebsratschef Osterloh warnte bereits vor den Konsequenzen eines möglichen Verbrennerverbot schon ab dem Jahr 2030 – 20 Jahre früher, als von der Bundesregierung bereits indirekt beschlossen (Beitritt ZEV-Allianz). Ihm zufolge seien in den kommenden zehn Jahren rund 25.000 Stellen betroffen, die durch den Schwenk zu Elektroautos wegfallen würden.

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ZEV-Allianz: Verbrennerverbot in Deutschland absehbar

Tatsächlich aber existiert mit dem Beitritt Deutschlands der ZEV-Allianz (zero-emission vehicle) schon ein konkreter Zeitplan für ein Verbot von Benzin- und Dieselautos: Dieser Zusammenschluss setzt sich nämlich zum Ziel, spätestens im Jahr 2050 alle Fortbewegungsmittel, die nicht emissionsfrei fahren, von den Straßen zu verbannen – es läuft daher zwangsläufig auf ein Verbrennerverbot hinaus. Bei der Vereinigung nehmen neben Deutschland bereits andere Länder teil: Großbritannien, Niederlande, Norwegen, acht US-Bundesstaaten (u. a. Kalifornien) sowie die kanadische Provinz Quebec wollen das Verbot für Verbrennungsmotoren forcieren. Ziel der Anstrengungen ist es, den weltweiten Schadstoffausstoß um bis zu 40 Prozent zu senken und dabei zu helfen, den Klimawandel zu unterbinden. Außerdem wird die Ersparnis durch das Verbrennerverbot jährlich auf beträchtliche eine Milliarde Tonnen CO2-Emissionen geschätzt.

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Verbot von Benzin- und Dieselautos im EU-Ausland (Tabelle)

LandJahr
Norwegen2025
Niederlande2030
Israel2030
Irland2030
Indien2030
Island2030
China2030
Frankreich2040
England2040
Taiwan2040
Deutschland2050
 

Irland erwägt radiakles Verbrennerverbot

Droht dem nächsten Land ein Verbot von Benzin- und Dieselautos? Wenn es nach den Plänen der irischen Regierung geht, könnten ein Verbrennerverbot 2030 in Kraft treten und der Verkauf von Dieseln und Benziner verboten werden. In einem weiteren Schritt könnten ab 2045 sogar alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ihre Zulassung verlieren. Im Gegenzug ist geplant, zunehmend in die Lade-Infrastruktur zu investieren. Bis 2025 soll an jedem neu errichteten Gebäude mit über zehn Stellplätzen mindestens eine Ladestation zur Verfügung stehen. Die Pläne der Regierung sind Teil eines umfassenden Klimaschutzplans, der dabei helfen soll, die Klimaziele zu erreichen und die hohen Treibhausgasemissionen des Landes zu reduzieren. Die Oppositionspartei begrüßt die Pläne für ein Verbot von Benzin- und Dieselautos, moniert am geplanten Verbrennerverbot allerdings, dass der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zu wenig berücksichtigt werde.

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Verbot von Benzin- und Dieselautos in Dänemark & Norwegen

Dänemark will ein Verbot von Benzin und Dieselautos: Bis 2030 soll der Verkauf von reinen Verbrennern auslaufen, sagte Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen im Oktober 2018 vor dem dänischen Parlament. Stattdessen sollen die Dänen auf Hybrid-, Elektro- oder sonstige emissionsarme Fahrzeuge setzen. Bis 2035, so die Vision des Ministerpräsidenten, solle jeder Neuwagen in Dänemark elektrisch oder in anderer Weise emissionsfrei betrieben werden. Genauere Angaben zum Verbrennerverbot blieb Rasmussen schuldig. In Norwegen soll bereits ab dem Jahr 2025 ein Verbot von Benzin- und Dieselautos und somit ein generelles Verbrennerverbot kommen. In dem skandinavischen Land sind bereits heute 50 Prozent der neuzugelassenen Fahrzeuge Elektroautos. 

Blaue Plakette soll Diesel aus Städten verbannen (Video):

 
 

Schweden nennt Zeitpunkt für Verbot von Benzin- und Dieselautos

In Schweden sollen ab dem Jahr 2030 keine Benzin- und Dieselautos mehr verkauft werden. Damit sprach sich Ministerpräsident Stefan Löfven für ein generelles Verbrennerverbot aus. Mit diesem Schritt möchte Schweden die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens vorantrieben. Mit dem Aus für Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen soll zugleich das Lade- und Tanknetz für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ausgebaut werden. 

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Verbrennerverbot in Frankreich

Nicht nur in Dänemark und Norwegen werden die Pläne für ein Verbot von Benzin- und Dieselautos konkreter: Frankreich möchte etwa den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren bis 2040 stoppen. Das sagte Umweltminister Nicolas Hulot im Juli 2017 bei der Vorstellung des neuen Klimaplans. Nach dem Austritt der USA aus dem UN-Klimaabkommen will Paris die eigenen Klimaschutzziele verschärfen und bis 2050 klimaneutral werden. Das bedeutet, dass nur so viel klimaschädliches Treibhausgas CO2 ausgestoßen werden soll, wie etwa durch Wälder und Speichertechniken aus der Atmosphäre geholt werden kann. Bislang sah das französische Energiewendegesetz bis Mitte des Jahrhunderts eine Verringerung der Emissionen um 75 Prozent gegenüber 1990 vor.

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