Benzin-/Dieselautos: Verbrennungsmotor-Verbot Studie plädiert auf Verkaufsverbot für Verbrenner ab 2028

von Christina Finke 15.12.2020
Inhalt
  1. Greenpeace-Studie unterstützt Verbrenner-Verbot
  2.  
  3. ZEV-Allianz: Verbot für Benzin- und Dieselautos in Deutschland absehbar
  4. Geplante Verbote von Benzin- und Dieselautos im Ausland (Tabelle)
  5. Großbritannien (Schottland): Verbrennungsmotoren ab 2030 verboten?
  6. Irland überlegt Verbot von Benzin- und Dieselautos ab 2030
  7. Verbot von Verbrennungsmotoren in Dänemark & Norwegen
  8. Schweden nennt Zeitpunkt für Verbot von Benzin- und Dieselautos
  9. USA: Bundesstaat Kalifornien verbietet ab 2035 Verbrenner

Während in anderen Ländern das Verbot von Verbrennungsmotoren längst in Planung ist, wird in Deutschland noch diskutiert. Laut einer aktuellen Greenpeace Studie müsste der Verkauf von Verbrennern bis 2028 eingestellt werden. Und: Im November 2020 kocht die Diskussion um eine neue Abgasnorm hoch, die vom Branchenverband VDA als verkapptes Verbot von Benzin- und Dieselautos bezeichnet wird. Dieser Artikel wird laufend aktualisiert!

 

Greenpeace-Studie unterstützt Verbrenner-Verbot

  • Während in Europa immer mehr Staaten ein Verkaufsverbot von Verbrennermotoren forcieren wollen, beschäftigt sich eine Studie im Auftrag von Greenpeace mit der Zukunft der Benzin- und Dieselautos. Laut ihrer Erkenntnis müsste deren Verkauf bis spätestens 2028 gestoppt werden, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreichen zu können. Noch einmal 12 Jahre später, also im Jahr 2040, müssten alle Verbrenner von Europas Straßen verbannt werden. Die Studie der Forschungsinstitute Climact und NewClimate will herausgefunden haben, dass die Treibhausemissionen in beinahe allen Wirtschaftssektoren innerhalb der vergangenen Jahre zurückgegangen sind. Die Emissionen des Verkehrs aber nicht – sie liegen aktuell 28 Prozent höher als noch im Jahr 1990. Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan bezeichnet ihn deshalb als "Schmuddelecke im Klimaschutz". Neben der Verbote von Benzin- und Dieselautos müsse laut der Studie auch dafür gesorgt werden, dass in der EU bis 2040 die Anzahl der Autos um 47 Prozent sinkt. Um Mobilität weiterhin gewährleisten zu können, müssten also Radwege und das Schienennetz ausgebaut werden. Mehr zum Thema: Die CO2-Bilanz von Elektroautos

  • Die Chefin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller, kritisiert EU-Pläne für eine neue, bedeutend strengere Abgasnorm Euro 7. "Die Kommission will vorschreiben, dass künftig ein Fahrzeug in jeder Fahrsituation quasi emissionsfrei bleiben muss – sei es mit Anhänger am Berg oder im langsamen Stadtverkehr. Das ist technisch unmöglich und das wissen auch alle", kritisierte Müller. Damit kämen die geplanten Verschärfungen einem Verbot von Verbrennungsmotoren gleich. Die "Bild am Sonntag" berichtete im November 2020 über eine Studie, die als Grundlage der Euro 7-Norm dienen solle und teils deutlich strengere Regeln nahelege als in der Abgasnorm Euro 6. Zunächst sollen die Ergebnisse diskutiert und später, im ersten Halbjahr 2021, Folgenabschätzungen der Euro 7-Norm veröffentlicht werden. Beschlossen sei noch nichts.

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  • Der CSU-Chef Markus Söder und der Chef des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, wollen ein Zulassungsverbot für Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2035. "Ich bin sehr dafür, dass wir uns ein Enddatum setzen, ab dem Zeitpunkt, an dem fossile Verbrenner mit fossilen Kraftstoffen nicht mehr neu zugelassen werden können", so der CSU-Chef Söder auf einem Parteitag der CSU. "Kalifornien hat es vorgemacht", sagte Messner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ein Verbot von Neuzulassungen für Diesel und Benziner ab 2035 halte ich für eine gute Idee." Der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien will Autoabgase drastisch reduzieren und ab dem Jahr 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen erlauben.

  • Die EU-Kommission sucht nach einem möglichen Enddatum für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos – und zwar deutlich früher als bislang geplant. Das geht aus einem offiziellen Schreiben der Brüsseler Behörde ans EU-Parlament, den Rat und weitere europäische Instanzen Ende September 2020 hervor. Konkret  heißt es hier: "Die Kommission wird in den kommenden Monaten überprüfen, was in dem (Verkehrs-)Sektor erforderlich ist, damit er zur Klimaneutralität bis 2050 beitragen kann, und ab welchem Zeitpunkt Autos mit Verbrennungsmotor nicht mehr auf den Markt kommen sollten." Bis die Kommission detaillierte Vorschläge vorlegt, dürfte es aber noch mindestens ein halbes Jahr dauern. Da die Kommission allein aber kein Verbrennungsmotor-Verbot aussprechen kann, könnte die EU dies auf die Mitgliedstaaten übertragen, heißt es laut einem Bericht des "Spiegel" in Expertenkreisen. Auf Bundesebene hatten zuletzt die Grünen im November 2019 ein Verbot für Verbrennungsmotoren gefordert.

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Diese Konsequenzen hätte das Verbot für Verbrennungsmotoren (Video):

 
 

 

 

ZEV-Allianz: Verbot für Benzin- und Dieselautos in Deutschland absehbar

Tatsächlich existiert mit dem Beitritt Deutschlands zur ZEV-Allianz (zero-emission vehicle) auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris schon ein konkreter Zeitplan für ein Verbot von Verbrennungsmotoren beziehungsweise Benzin- und Dieselautos. Der Zusammenschluss setzt sich nämlich zum Ziel, spätestens im Jahr 2050 alle Fortbewegungsmittel, die nicht emissionsfrei fahren, von den Straßen zu verbannen – ein Verbrennerverbot scheint in Zukunft also unumgänglich. Zu der Vereinigung gehören neben Deutschland bereits andere Länder, Regionen und Bundesstaaten: Großbritannien, Niederlande, Norwegen, acht US-Bundesstaaten (u. a. Kalifornien) sowie die kanadische Provinz Quebec wollen das Verbot für Verbrennungsmotoren forcieren. Ziel der Anstrengungen ist es, den weltweiten Schadstoffausstoß um bis zu 40 Prozent zu senken und dabei zu helfen, den Klimawandel zu unterbinden. Außerdem wird die Ersparnis durch das Verbrennerverbot jährlich auf beträchtliche eine Milliarde Tonnen CO2-Emissionen geschätzt.

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Geplante Verbote von Benzin- und Dieselautos im Ausland (Tabelle)

LandJahr
Dänemark2030
Großbritannien2035
Frankreich2040
Indien2030
Irland2030
Island2030
Israel2030
Kanada2040
Niederlande2030
Norwegen2025
Schottland2032
Schweden2030
Slowenien2030
Taiwan2035
 

Großbritannien (Schottland): Verbrennungsmotoren ab 2030 verboten?

Ursprünglich plante Großbritannien, bis spätestens 2035 Verbrennungsmotoren zu verbieten. Nun, im November 2020, werden Pläne von Premierminister Boris Johnson bekannt, den Verkauf von Dieselwagen und Benzinern bereits 2030 verbieten zu wollen. Über das Verbrennerverbot hinaus hat sich Großbritannien zudem dazu verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden. Die schottische Regierung verfolgt ähnliche Pläne: Hier sollen bis 2032 keine Benzin- und Dieselautos mehr auf den Straßen unterwegs sein. Gleichzeitig verpflichtete sich die Regierung dazu, die Ladeinfrastruktur für Elektroautos auszubauen und bereits 2045 klimaneutral zu sein.

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Irland überlegt Verbot von Benzin- und Dieselautos ab 2030

Auch wenn es nach den Plänen der irischen Regierung geht, könnte ein Verbrennerverbot 2030 in Kraft treten und der Verkauf von Dieseln und Benziner verboten werden. In einem weiteren Schritt könnten ab 2045 sogar alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ihre Zulassung verlieren. Im Gegenzug ist geplant, zunehmend in die Lade-Infrastruktur zu investieren. Bis 2025 soll an jedem neu errichteten Gebäude mit über zehn Stellplätzen mindestens eine Ladestation zur Verfügung stehen. Die Pläne der Regierung sind Teil eines umfassenden Klimaschutzplans, der dabei helfen soll, die Klimaziele zu erreichen und die hohen Treibhausgasemissionen des Landes zu reduzieren. 

 

Verbot von Verbrennungsmotoren in Dänemark & Norwegen

Dänemark will ein Verbot von Benzin und Dieselautos: Bis 2030 soll der Verkauf von reinen Verbrennern auslaufen, sagte der frühere Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen im Oktober 2018 vor dem dänischen Parlament. Stattdessen sollen die Dänen auf Hybrid-, Elektro- oder sonstige emissionsarme Fahrzeuge setzen. Bis 2035, so die Vision des Ministerpräsidenten, solle jeder Neuwagen in Dänemark elektrisch oder in anderer Weise emissionsfrei betrieben werden. Genauere Angaben zum Verbot von Verbrennungsmotoren blieb Rasmussen schuldig. In Norwegen soll bereits ab dem Jahr 2025 ein Verbot von Benzin- und Dieselautos und somit ein generelles Verbrennerverbot kommen. In dem skandinavischen Land sind bereits heute 50 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge Elektroautos.

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Schweden nennt Zeitpunkt für Verbot von Benzin- und Dieselautos

Auch in Schweden sollen ab dem Jahr 2030 keine Benzin- und Dieselautos mehr verkauft werden. Damit sprach sich Ministerpräsident Stefan Löfven für ein generelles Verbot von Verbrennungsmotoren aus. Mit diesem Schritt möchte Schweden die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens vorantrieben. Mit dem Aus für Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen soll zugleich das Lade- und Tanknetz für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ausgebaut werden. 

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USA: Bundesstaat Kalifornien verbietet ab 2035 Verbrenner

Der US-Bundesstaat Kalifornien verbietet ab 2035 Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotor.  Wie Gouverneur Gavin Newsom mitteilt, betrifft das Verbot für Verbrennungsmotoren sowohl Autos als auch Lastwagen. Gebrauchte Benziner oder Diesel-Fahrzeuge dürften dem Dekret zufolge aber weiterhin fahren und weiterverkauft werden.

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