Vergleichstest

Kombi-Vergleichstest: So schlägt sich der Kia K4 gegen Opel und VW

Der neue Kia K4 tritt nun auch als praktischer Sportswagon, also als Kombiversion, im Kompaktsegment an. Gegen den frisch gelifteten Opel Astra Sports Tourer und den Platzhirsch VW Golf Variant muss der asiatische Herausforderer zeigen, was in ihm steckt.

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Blick von schräg vorne auf die drei fahrenden Kompaktkombis VW Golf Variant, Kia K4 Sportswagon und Opel Astra Sports Tourer
Vielseitig hoch drei: Der neue K4 Sportswagon trifft auf die Platzhirsche aus Wolfsburg und Rüsselsheim. Foto: Daniela Loof
Der Kia K4 Sportswagon durch eine Linkskurve fahrend von schräg hinten links fotografiert.
Kurven nimmt der Kia präzise und sehr fahrsicher. Dabei bleibt er ein komfortables Auto. Foto: Daniela Loof
Das Cockpit des Kia K4 Sportswagon.
Sachlich funktional eingerichteter Arbeitsplatz mit leichten Qualitätsabstrichen. Foto: Daniela Loof
Die Knopfleiste für Sitzheizung und -belüftung über dem inneren Türgriff an der Fahrertüre des Kia K4 Sportswagon.
Die aufpreispflichtige Sitzklimatisierung ist ein echtes Oberklasse-Feature. Foto: Daniela Loof
Blick durch die geöffnete Fahrertüre auf die Vordersitze im Kia K4 Sportswagon.
Eine ausziehbare Sitzfläche vermissen nur echte Langbeiner. Gute Polsterung. Foto: Daniela Loof
Blick durch die geöffnete linke Hintertüre auf die Rückbank des Kia K4 Sportswagon, auf der eine Person sitzt.
Der Ceed-Nachfolger bietet auch im Fond viel Platz zur freien Entfaltung. Foto: Daniela Loof
Staufächer im doppelten Ladeboden im Kofferraum des Kia K4 Sportswagon im Detail.
Optional bietet Kia ein praktisches Trennsystem für den Gepäckraum an. Foto: Daniela Loof
Kia K4 Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer und VW Golf Variant auf einer Landstraße nebeneinander fahrend von hinten fotografiert.
Reisegesellschaft: Der Kia stellt auch ohne Adaptiv-Fahrwerk sehr ausgewogene Federungseigenschaften bereit. Foto: Daniela Loof
Der Opel Astra Sports Tourer durch eine Linkskurve fahrend von schräg hinten links fotografiert.
Der Astra wirkt leichtfüßiger als der Kia, untersteuert aber im Grenzbereich stärker. Foto: Daniela Loof
Das Cockpit des Opel Astra Sports Tourer.
Die Materialauswahl im Astra entspricht dem eher günstigen Einstandspreis. Gutes Platzangebot. Foto: Daniela Loof
Blick durch die geöffnete Fahrertüre auf die Vordersitze im Opel Astra Sports Tourer.
Die Optionssitze sind von AGR (Aktion Gesunder Rücken e.V.) zertifiziert. Foto: Daniela Loof
Blick durch die geöffnete linke Hintertüre auf die Rückbank des Opel Astra Sports Tourer, auf der eine Person sitzt.
Insgesamt stellt der Opel hinten weniger, jedoch immer noch genug Platz bereit. Foto: Daniela Loof
Die Kofferraumleuchte im Opel Astra Sports Tourer im Detail.
Die praktische Lehnen-Fernentriegelung ist im Sports Tourer serienmäßig. Foto: Daniela Loof
Blick in den Motorraum des Opel Astra Sports Tourer.
Der Motor arbeitet sparsam, die Hybrid-Technik ist aber akustisch teils präsent. Foto: Daniela Loof
Kia K4 Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer und VW Golf Variant auf einer Landstraße nebeneinander fahrend von vorne fotografiert.
Der Kia muss auf Hybrid-Technik verzichten. Das rächt sich an der Tankstelle mit dem höchsten Kraftstoffbedarf. Foto: Daniela Loof
Der VW Golf Variant durch eine Linkskurve fahrend von schräg hinten links fotografiert.
Souverän, sicher, komfortabel und bei Bedarf 224 km/h schnell: Der Golf punktet auch beim Fahren. Foto: Daniela Loof
Das Cockpit des VW Golf Variant.
Alles Golf, was glänzt: Bis auf das unpraktische Glanzplastik hochwertig eingerichteter Innenraum. Foto: Daniela Loof
Der Zentral-Bildschirm im Cockpit des VW Golf Variant im Detail.
Top: Die großen, farbigen Menüsymbole erleichtern die Bedienung beim Fahren. Foto: Daniela Loof
Blick durch die geöffnete Fahrertüre auf die Vordersitze im VW Golf Variant.
Die Sport-Komfortsitze (opt.) sind weitreichend einstellbar und sehr komfortabel. Foto: Daniela Loof
Blick durch die geöffnete linke Hintertüre auf die Rückbank des VW Golf Variant, auf der eine Person sitzt.
Auch große Erwachsene fühlen sich im Golf Variant auf langer Strecke wohl. Foto: Daniela Loof
Die Steckdose im Kofferraum des VW Golf Variant im Detail.
Eine praktische Steckdose im Gepäckraum gibt es für schlanke 126 Euro extra. Foto: Daniela Loof
Opel Astra Sports Tourer, VW Golf Variant und Kia K4 Sportswagon statisch von schräg hinten fotografiert.
Gefälliges Design, praxistaugliche Laderäume: Wer oft viel Gepäck transportiert, liegt bei allen drei Kombis richtig. Foto: Daniela Loof

Im Vergleichstest: Kia K4 Sportswagon gegen Opel Astra Sports Tourer und VW Golf Variant

Kompakte Kombis sind im Grunde genommen die vielseitigste Fahrzeuggattung überhaupt. Mit ihren halbwegs überschaubaren Abmessungen passen sie gut in den urbanen Alltag, ihre in der Regel üppigen Gepäckfächer ermöglichen Urlaubsreisen genauso wie anspruchsvolle Logistik-Aufgaben, und mit ihren strömungsgünstigen Aufbauten sind sie obendrein oft sparsamer als entsprechende Kompakt-SUV.

Das Modellangebot ist trotz der ungebrochenen Beliebtheit der hochbeinigen Pseudo-Geländegänger glücklicherweise immer noch groß und erhält zuweilen spannenden Neuzuwachs. So wie den Kia K4 Sportswagon, der die Familie des Ceed-Nachfolgers nach dem im vergangenen Jahr eingeführten Fünftürer komplettiert. Leicht hat es der in Mexiko gefertigte Koreaner allerdings nicht, schließlich warten im anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld starke Gegner.

Darunter der Opel Astra Sports Tourer. Der Evergreen bekam erst im Frühjahr eine umfassende Überarbeitung spendiert, die ihn fit für die zweite Lebenshälfte machen soll. Der ewige Rivale des Opel und dritter Testteilnehmer ist gleichzeitig unangefochtener Marktanteil-König im Rudel der kompakten Kombis: Die Rede ist natürlich vom VW Golf. Auch als Variant führt im Segment bislang kein Weg an dem Routinier vorbei. Unter den Hauben der kompakten Alleskönner: Turbobenziner mit rund 150 PS (110 kW) Leistung und automatisierten Kraftübertragungen.

Das Opel Astra Facelift im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Alle bieten Platz auf Mittelklasse-Niveau, der VW davon am meisten

Wer sich für einen kompakten Kombi interessiert, hat meist einen erhöhten Bedarf an Transportkapazitäten, ansonsten wäre schließlich eine fünftürige Limousine die logischere Wahl. Die gute Nachricht vorweg: Alle drei in diesem Testtrio versammelten Aspiranten brauchen sich hinsichtlich ihrer Praktikabilität nichts vorwerfen zu lassen. Mit einem Standard-Volumen von satten 611 l bietet der Golf Variant mehr Stauraum für Gepäck als die meisten Mittelklasse-Kombis. Allerdings gilt das Gleiche für die Rivalen. Das kantige Heck des K4 Sportswagon schluckt 604 l, während in den Astra Sports Tourer 597 l passen.

Beim maximalen Ladevolumen fällt der Kia allerdings etwas ab. Mit umgelegter Rücksitzlehne befördert er 1439 l, während die Wettbewerber mit 1634 l (Opel) und 1642 l (VW) auftrumpfen. Im Alltag dürfte dies aber eine eher untergeordnete Rolle spielen, zumal die Variabilität dieser drei Alleskönner sehr vergleichbar ist.

Opel Astra Sports Tourer, VW Golf Variant und Kia K4 Sportswagon statisch von schräg hinten fotografiert.
Foto: Daniela Loof

Hier wie da sorgen beinahe ebene Ladeböden mit Unterflurfächern und mehrteilig ausgeführte Rücksitzlehnen inklusive praktischer Durchlademöglichkeit für eine gewisse Wandelbarkeit der Innenräume. Vorteil für den Golf-Testwagen: Mit 546 kg darf der Wolfsburger die schwersten Lasten tragen. Der Kia kann hingegen nur 466 kg mit auf Reisen nehmen, der Astra Sports Tourer 489 kg.

Doch auch um die Mitreisenden sorgen sich die Kombis angemessen. Das Platzangebot im Golf ist seit Jahren der Maßstab im Kompaktsegment – den Skoda Octavia einmal ausgeklammert. Doch der K4 stellt beinahe ebenso viel Platz bereit. Nur der Astra ist hier etwas mehr auf Taille geschnitten und stellt im Fond deutlich weniger Knieraum bereit. Wirklich beengt geht es aber auch hier nicht zu. Für den Kia hingegen spricht die intuitive Bedienung: Große Menüsymbole und die verständige Sprachsteuerung erleichtern die Einstellungen der vielen Funktionen ungemein. Außerdem: Für wichtige Funktionen, etwa die Klimatisierung, gibt es hier, anders als im Golf, haptische Tasten. Der Astra wirkt dagegen mit seinen schmucklosen und verzweigten Menüs etwas aus der Zeit gefallen.

Fahrkomfort: Der Opel federt steifbeinig, bietet aber bequeme Sitze

Anders als die meisten SUV, die oft recht ungelenk über schlechte Straßen staksen, bieten viele Kompaktkombis einen sehr ansprechenden Federungskomfort. Als einer der wenigen Hersteller bietet VW in dieser Klasse noch adaptive Dämpfer an. Sie kosten zwar 1060 Euro extra, erhöhen dafür aber das Komfortniveau auf langen Strecken ungemein. Auf der Autobahn liegt der Aufbau des Variant satt und ruhig, während die Feder-Dämpfer-Elemente Unebenheiten bei langsamer Fahrt sehr gekonnt ausgleichen.

Darüber hinaus umsorgt der Wolfsburger seine Mitreisenden mit den insgesamt gemütlichsten Sitzgelegenheiten – wobei die äußerst komfortablen Sport-Komfortsitze an Bord unseres Testwagens ebenfalls aufpreispflichtig sind. Wer sie haben möchte, zahlt 2685 Euro für die Ausstattungslinie Style, in der die Fauteuils dann enthalten sind.

Kia K4 Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer und VW Golf Variant auf einer Landstraße nebeneinander fahrend von vorne fotografiert.
Foto: Daniela Loof

Beim Kia ist die Sache einfacher: Die Ausformung der angenehm gepolsterten Vordersitze ist bei allen Ausstattungslinien die gleiche. Allerdings ändert sich je nach Kundenwunsch die Funktionalität. So gibt es gegen schweißnasse Rücken im Hochsommer etwa eine Klimatisierungsfunktion. Ohne Wahlmöglichkeit ist beim K4 auch das Fahrwerk. Allerdings erledigt das mit herkömmlichen Dämpfern bestückte Set-up einen sehr guten Job, gleicht Unebenheiten ausgewogen aus und lässt den K4 auch in schnellen, lang gezogenen Autobahnkurven mit welligem Asphalt stabil und angebunden liegen. Einzig das im Vergleich zum Golf etwas ungelenkere Anfedern auf Kanten kann manchmal als störend empfunden werden.

Deutlich straffer unterwegs ist indes der Opel. Er federt vergleichsweise steifbeinig an, sodass auch kleinere Kanten teils sehr deutlich wahrnehmbar sind. Darüber hinaus zeigt der in Rüsselsheim entwickelte und gebaute Astra schon auf kleineren Unebenheiten eine permanente leichte Unruhe im Aufbau. Seine optionalen, durch die Aktion Gesunder Rücken e.V. zertifizierten Vordersitze erweisen sich als bequem gepolstert und stützen den Körper seitlich wirkungsvoll ab. Allerdings ist die Sitzposition selbst durch die nach vorn hin ansteigende Fläche nicht ganz so entspannt wie beispielsweise im Kia. Letzterer erfreut sensible Ohren übrigens mit seiner wirkungsvollen Geräuschisolierung. Besonders das Abrollen der Reifen wird im Koreaner deutlich weniger wahrgenommen als in den Wettbewerbern.

Motor/Getriebe: Kia verzichtet auf Elektrifizierung – mit Folgen beim Verbrauch

Unter den Hauben der drei talentierten Lastesel verbergen sich vernunftorientierte Turbobenziner mit vier beziehungsweise im Fall des Opel mit drei Brennräumen. Obwohl mit 145 PS (107 kW) nur fünf PS schwächer, bringt der Astra nicht ganz so forsche Fahrleistungen wie die Kontrahenten zustande. Während der K4 in 8,8 und der Golf in 8,5 s aus dem Stand auf Tempo 100 bolzen, lässt sich der Sports Tourer gemächliche 9,7 s Zeit zum Erreichen dieser Marke. Und das, obwohl das flott einkuppelnde Getriebe für einen durchaus spritzigen Ampelstart sorgt. Weniger schön hingegen: Der Dreizylinder arbeitet nicht ganz so kultiviert wie die vierzylindrigen Aggregate der Konkurrenz.

Außerdem gibt die im Getriebe integrierte E-Maschine bei niedrigen Geschwindigkeiten teils unschöne Geräusche von sich, und die Start-Stopp-Automatik agiert zuweilen ruppiger als im deutlich geschmeidigeren Golf, der über einen Riemen-Starter-Generator mit 48-V-Bordnetz verfügt. Apropos Hybrid-Technik: Kia gehört zu den technologisch fortschrittlichsten Herstellern überhaupt – und sogar speziell was die Elektrifizierung der Modellpalette angeht. Umso unverständlicher ist die Tatsache, dass ausgerechnet der neue K4 in der beliebten 150-PS-Klasse ohne effizienzfördernde Mild-Hybridisierung auskommen muss.

Das rächt sich an der Tankstelle: Während der Opel mit 6,5 l und der VW mit knauserigen 6,2 l auskommen, verlangt der Kia-Motor nach 7,5 l wertvollen Kraftstoffs. Ansonsten erweist sich das Antriebspaket des Koreaners als angenehmer Alltagsbegleiter. Gerade im Stand arbeitet der Motor kaum hörbar, und das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe wechselt die Übersetzungen geschliffen, schnell und situationsgerecht. Schnelle Autobahnetappen gelingen derweil im VW Golf Variant am mühelosesten. Mit seiner überraschend rasanten Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h ist er hier das schnellste Auto im Testfeld.

Kia K4 Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer und VW Golf Variant auf einer Landstraße nebeneinander fahrend von hinten fotografiert.
Foto: Daniela Loof

Fahrdynamik: Der Astra überrascht mit dynamischen Qualitäten

Doch wie ist es eigentlich um die Sicherheit der drei Alltagshelden bestellt? Schließlich legen besonders Familien mit Kindern enormen Wert auf eine hoch entwickelte Gutmütigkeit in allen Fahrsituationen. Aufschluss darüber geben die querdynamischen Prüfungen, denen wir sämtliche Testaspiranten auf abgesperrter Strecke unterziehen. Beginnen wir mit dem hier neuesten Fahrzeug, dem Kia.

Trotz des höchsten Leergewichts in diesem Trio lenkt der K4 willig ein und zieht angemessen flott durch alle Arten von Radien. Seine Lenkung arbeitet dabei präzise, wenngleich nicht übermäßig direkt und rückmeldungsfreudig. Im Grenzbereich bleibt der Kia lange neutral, ehe er sanft zu untersteuern beginnt. Darüber hinaus erweist er sich als weitgehend unempfindlich gegenüber Lastwechseln und untermauert so seinen hohen Sicherheitsanspruch. Allerdings steht es um die Traktion nicht unbedingt zum Besten.

„Als veritable Umzugshelfer taugen alle drei geräumigen Kombis“
Marcel Kühler

Bei stärker eingeschlagenen Rädern ringen die Reifen des Öfteren vergeblich um Haftung. Die Bremswege gehen mit 35,4 m im kalten wie heißen Komponentenzustand aber in Ordnung – auch wenn die Wettbewerber dies besser können. So benötigt der Opel mit kalter Anlage einen ganzen Meter weniger für die Vollbremsung aus Tempo 100 – Bestwert in diesem Test! Aber auch sonst gibt der Astra eine gute Figur in den dynamischen Wertungsdisziplinen ab. Auch wenn er eine ausgeprägtere Tendenz zum Untersteuern mitbringt als der Kia, lenkt der Rüsselsheimer leichtfüßiger in Kurven ein und zeigt sich ebenso unempfindlich gegenüber Lastwechseln. Die Lenkung des Astra ist direkter übersetzt als die des K4 und liefert der Person am Steuer etwas mehr Rückmeldung in die Hände.

Dennoch sichert sich der VW Golf Variant das Fahrdynamik-Kapitel mit durchaus respektablem Vorsprung auf den Opel. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sorgen die ausgewogenen und sicheren Fahreigenschaften dafür, dass der Wolfsburger jedwede Art von Kurve stabil und schnell durcheilt, ohne durch übermäßiges Untersteuern oder Lastwechselreaktionen aufzufallen. Dazu verfügt er über die am höchsten entwickelte Traktion in diesem Testtrio, während seine Regelsysteme, wenn sie denn eingreifen müssen, deutlich sanfter agieren, als dies bei den Testkonkurrenten der Fall ist. Die Kombination aus agilem Handling und direkter sowie gefühlvoller Progressivlenkung (215 Euro Aufpreis) fördert zudem den Fahrspaß auf gewundenen Strecken. Mit dem beeindruckenden Wert von 33,7 m für die Vollbremsung mit heißer Anlage aus 100 km/h bis zum Stand setzt der VW ein starkes Ausrufezeichen in den Dynamikprüfungen.

„Der Opel Astra Sports Tourer ist das günstigste Auto im Test“
Marcel Kühler

Umwelt/Kosten: Dem Kia wird die Aufpreispolitik zum Verhängnis

Kommen wir abschließend zur großen Preisfrage: Welcher der drei attraktiven Kombis bietet am meisten fürs Geld? Kühle Rechner:innen kommen zu dem Schluss, dass dies nur der Opel sein kann. Mit den testrelevanten Extras sind für ihn knapp 5000 Euro weniger fällig als für die Rivalen.

Dem K4 hingegen wird die wenig verbraucherfreundliche Aufpreispolitik des Herstellers zum Verhängnis. Für die Räder des Testwagens verlangt Kia einen heftigen Aufpreis in Höhe von 7160 Euro, sodass er nur 120 Euro günstiger im bewerteten Preis ist als der naturgemäß kostspielige Golf. Darüber hinaus kostet der Kia in der Versicherung und an der Tankstelle am meisten Geld. Platz zwei im Kostenkapitel sichert er sich ausschließlich dank der siebenjährigen Herstellergarantie.

Somit bleibt dem Wolfsburger hier nur die rote Laterne, obwohl er in der Versicherung deutlich günstiger ist und weniger Aufwendungen für Kraftstoff bedingt. Am ungefährdeten Gesamtsieg für den Golf Variant ändert dieser Umstand allerdings herzlich wenig …

Fazit

Kia hat mit dem K4 Sportswagon ein heißes Eisen im Feuer beim Kampf um die Gunst der Kompaktkombi-Kundschaft. Er punktet mit souveränen Fahreigenschaften, ordentlichen Platzverhältnissen und moderner Nutzerfreundlichkeit. Dazu gibt es sieben Jahre Garantie. So sichert er sich den zweiten Platz vor dem Opel Astra Sports Tourer. Der Rüsselsheimer ist dank niedrigem Preis und geringer Kraftstoffkosten für Sparfüchse die erste Wahl. Am VW Golf Variant kommt aber keiner der Konkurrenten vorbei. Dessen ewiges Erfolgsrezept: kaum Schwächen bei gleichzeitig vielen Stärken, darunter der gebotene Fahrkomfort.

Messwerte

AUTO ZEITUNG 15/2026

Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI

Opel Astra Sports Tourer Hybrid

VW Golf Variant 1.5 eTSI

Technik

Motor

4-Zyl., 4-Vent.; Turbo; Partikelfilter

3-Zyl., 4-Vent.; Turbo; 48-V-Hybrid (E-Maschine ins Getriebe integriert, 48-V-Bordnetz); Partikelfilter

4-Zyl., 4-Vent.; Turbo; Mild-Hybrid (Riemen-Starter-Generator, 48-V-Bordnetz); Partikelfilter

Hubraum

1598 cm³

1199 cm³

1498 cm³

Bohrung / Hub

75,6 / 89,0 mm

75,0 / 90,5 mm

74,5 / 85,9 mm

Leistung

110 kW / 150 PS bei 4500 – 6000 U/min

107 kW / 145 PS bei 5500 U/min

110 kW / 150 PS bei 5000 U/min

Max. Drehmoment

250 Nm bei 1500 – 4000 U/min

230 Nm bei 1750 U/min

250 Nm bei 1500 – 3500 U/min

Kraftübertragung

Getriebe

7-Gang, Doppelkupplung

6-Gang, Doppelkupplung

7-Gang, Doppelkupplung

Antrieb

Vorderrad

Vorderrad

Vorderrad

Fahrwerk

Radaufhängung

vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator; hinten: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator; ESC (ESP)

vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator; hinten: Verbundlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator; ESP

vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker; hinten: Mehrfachlenkerachse, Federn; rundum: adaptive Dämpfer (opt.), Stabi.; ESC (ESP)

Lenkung

Zahnstange; Servo, elektrisch

Zahnstange; Servo, elektrisch

Zahnstange; Servo, elektrisch; Progressivlenkung (opt.)

Bremsen

vorn: innenbelüftete Scheiben; hinten: Scheiben; ABS, Bremsassistent

vorn: innenbelüftete Scheiben; hinten: Scheiben; ABS, Bremsassistent

vorn: innenbelüftete Scheiben; hinten: Scheiben; ABS, Bremsassistent

Serienbereifung

rundum: 205/55 R 16

rundum: 205/55 R 16

rundum: 205/55 R 16

Testbereifung

rundum: 235/40 R 18 W

rundum: 225/40 ZR 18 Y XL

rundum: 225/40 R 18 Y XL

Reifen

Continental Eco Contact 7 S

Michelin Pilot Sport 4S

Bridgestone Potenza S 005

Maße & Gewichte

Außenmaße (L / B / H)

4655 / 1850 (2120 inkl. Spiegel) / 1435 mm

4642 / 1860 (2059 inkl. Spiegel) / 1474 mm

4633 / 1789 (2078 inkl. Spiegel) / 1498 mm

Radstand

2720 mm

2732 mm

2669 mm

Kofferraumvolumen

604 – 1439 l

597 – 1634 l

611 – 1642 l

Leergewicht Werk / Test

1450 / 1514 kg

1369 / 1461 kg

1357 / 1414 kg

Zul. Gesamtgewicht*

1980 kg

1950 kg

1960 kg

Effektive Zuladung

466 kg

489 kg

546 kg

Anhängelast* (gebr. / ungebr.)

1410 / 500 kg

1150 / 600 kg

1500 / 710 kg

Dachlast* / Stützlast*

k. A. / 75 kg

75 / 75 kg

75 / 80 kg

Wendekreis links / rechts

11,4 / 11,5 m

11,1 / 11,2 m

10,9 / 10,8 m

Fahrleistungen

0 – 50 km/h

3,3 s

3,2 s

3,0 s

0 – 100 km/h

8,8 s

9,7 s

8,5 s

0 – 140 km/h

16,4 s

19,2 s

15,7 s

0 – 180 km/h

29,9 s

28,0 s

Höchstgeschwindigkeit*

205 km/h

210 km/h

224 km/h

Handlingkurs

1:50,7 min

1:50,4 min

1:50,0 min

Slalom (Pylonenabstand 18 m)

62,1 km/h

62,6 km/h

63,3 km/h

Bremswege

aus 100 km/h kalt / warm

35,4 / 35,4 m

34,4 / 34,6 m

34,5 / 33,7 m

aus 50 / 150 km/h kalt

9,2 / 79,5 m

9,2 / 78,7 m

8,9 / 76,5 m

Innengeräusche

Standgeräusch

38 dB(A)

44 dB(A)

39 dB(A)

bei 50 km/h

61 dB(A)

63 dB(A)

62 dB(A)

bei 100 / 130 km/h

68 / 71 dB(A)

66 / 70 dB(A)

69 / 72 dB(A)

Verbräuche

Testverbrauch

7,5 l S / 100 km

6,5 l S / 100 km

6,2 l S / 100 km

WLTP-Verbrauch*

7,1 l S / 100 km

5,0 l S / 100 km

5,2 l S / 100 km

CO2 Test / WLTP

178 / 161 g/km

154 / 112 g/km

147 / 119 g/km

Tankinhalt*

47 l

52 l

50 l

Reichweite

627 km

800 km

769 km

*Werksangaben

Ausstattung/Preise

Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI

Opel Astra Sports Tourer Hybrid

VW Golf Variant 1.5 eTSI

Grundpreis

35.290 €

34.490 €

38.005 €

Testwagen-Optionen

Antrieb

Bremsen

Fahrwerk

1060 €⁴

Lenkung

215 €⁵

Reifen

7160 €¹

3270 €²

705 €⁶

Sitze

³

2685 €⁷

Aufpreis

7160 €

3270 €

4665 €

Bewerteter Preis

42.550 €

37.760 €

42.670 €

¹ 18-Zoll-Bereifung (490 €) nur in Verb. mit Drive-Wise-Pro-Paker (1290 €), Sitz-Paket (1190 €) und Sound-Paket (690 €), erhältlich ab Ausstattung GT-Line (3500 €); ² 18-Zoll-Bereifung (400 €), erhältlich ab Ausstattung GS (2870 €); ³ AGR-zertifizierte Intelli-Sitze, Bestandt. Ausstattung GS (2870 €); ⁴ adaptive Dämpfer; ⁵ Progressivlenkung; ⁶ 18-Zoll-Bereifung; ⁷ Sport-Komfortsitze, Bestandt. Ausstattung Style (2685 €)

Ausstattung

Anhängerkupplung

980 €

775 €

950 €

Autonome Fahrfunktionen

Serie

4370 €⁴

330 €

Gepäckraum-Trennnetz

200 €

200 €

Head-up-Display

4390 €¹

4020 €⁵

750 €

Metallic-Lackierung

790 €

750 €

860 €

Navigationssystem

Serie

650 €

1480 €

Panoramadach

4670 €²

4070 €⁶

1330 €

Rückfahrkamera

Serie

450 €

Serie

Sitzheizung vorn/hinten

Serie / 5980 €³

Serie / –

465 € / 2260 €⁷

Spurwechselassistent

Serie

4370 €⁴

Serie

¹ Bestandt. Drive-Wise-Pro-Paket (890 €), erhältlich ab Ausstattung GT-Line (3500 €); ² 990 €, nur in Verb. m. Drive-Wise-Park-Paket (890 €) und Sound-Paket (690 €), erhältlich ab Ausstattung Spirit (2100 €); ³ Bestandt. Sitz-Paket (1190 €), nur in Verb. m. Drive-Wise-Pro-Paket (1290 €), erhältlich ab Ausstattung GT-Line (3500 €); ⁴ Bestandt. Tech-Paket (1500 €), erhältlich ab Ausstattung GS (2870 €); ⁵ Bestandt. Infotainment-Paket (1150 €), erhältlich ab Ausstattung GS (2870 €); ⁶ 1200 €, erhältlich ab Ausstattung GS (2870 €); ⁷ Sitzheizung vorn Bestandt. Winterpaket (465 €), Sitzheizung hinten Bestandt. Winterpaket Premium inkl. Standheizung (2260 €)

Wartung / Rabatt / Wertverlust

Werkstattkosten*

632 €

755 €

674 €

Rabatt**

16,9 % / 5981 €

29,0 % / 10.002 €

24,5 % / 9311 €

Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p.a.

62,3 % / 22.048 €

61,1 % / 21.073 €

61,8 % / 23.487 €

Versicherung / Steuern pro Jahr

HP / VK / TK Typklassen

15 / 24 / 19

16 / 20 / 20

11 / 16 / 20

HP / VK / TK Kosten

634 / 1096 / 131 €

671 / 867 / 160 €

446 / 696 / 160 €

Abgasnorm / Steuer

Euro 6e / 183 €

Euro 6e / 58 €

Euro 6e / 78 €

* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC

**Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventueller Überführungskosten

Gesamtbewertung

Punkte max.

Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI

Opel Astra Sports Tourer Hybrid

VW Golf Variant 1.5 eTSI

Karosserie

1000

634

594

671

Fahrkomfort

1000

703

675

731

Motor / Getriebe

1000

632

651

690

Fahrdynamik

1000

636

668

694

Eigenschaftswertung

4000

2605

2588

2786

Kosten / Umwelt

1000

369

365

355

Gesamtwertung

5000

2974

2953

3141

Platzierung

2

3

1