Blitzerwarner im Test: Tomtom Tom schnappt sich den Sieg
Sie sind eher halblegal als legal, aber sehr beliebt: Blitzerwarner können Strafzettel verhindern und vor Gefahren im Straßenverkehr warnen. Dabei sind die kleinen Helfer weder teuer noch kompliziert anzuwenden. Wir haben sie getestet.
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- Die getesteten Blitzerwarner in der Übersicht
- Testsieger: Tomtom Tom
- Sehr empfehlenswert: Ooono Codriver No 2
- Preis-Leistungs-Sieger: Needit Drive One 2
- Ergebnisse der Top-3 (Tabelle)
- So haben wir getestet und bepunktet
- Welcher Blitzerwarner ist (für wen) der beste?
- FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Blitzerwarnern
- Fazit
Juristisch gesehen sind Blitzerwarner folgendermaßen einzuordnen: Sie zu besitzen ist völlig legal. Während der Fahrt dürfen die von ihren Herstellern als „Verkehrswarner“ oder „Assistent“ angepriesenen Geräte aber nicht betriebsbereit sein, um Radarfallen zu orten. Bei einer Zuwiderhandlung drohen ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg.
In der Realität muss die Polizei allerdings erst nachweisen, dass man den Blitzerwarner wirklich genutzt hat. Und das ist angesichts des Formats der Geräte nicht einfach. Die sind nämlich kaum größer als eine Christophorus-Plakette und lassen sich entsprechend diskret im Cockpit montieren.
Die getesteten Blitzerwarner in der Übersicht
Nützlich sind die Warner zudem, wenn sie vor Unfällen, Staus, Baustellen und lokalen Wetterkapriolen warnen, und das tun sie im Test mit einer überraschenden Präzision. Einfach anzuwenden sind sie auch: Einmal per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und mit der entsprechenden App eingerichtet, kann man sie getrost vergessen.
Bei Beginn der Fahrt verbinden sich Smartphone und Blitzerwarner automatisch und machen einfach ihren Job. Das Handy kann dabei in der Jacke, der Handtasche oder im Handschuhfach bleiben. Das gesetzlich verbotene Hantieren mit den Geräten während der Fahrt ist nicht notwendig.
Testsieger: Tomtom Tom

Tomtom ist bekannt für seine Standalone-Navigationsgeräte und setzt mit dem kurz „Tom“ genannten Blitzerwarner erstmals einen Fuß auf unbekanntes Terrain. Mit Erfolg. Der kleine Knopf gefällt schon beim Auspacken. In der Packung steckt neben einem Ladekabel auch ein praktischer Adapter von USB-A auf USB-C, mit dem sich der integrierte Akku in so gut wie allen Lebenslagen laden lässt. Eine klebbare Magnethalterung sorgt für eine schnelle, sichere Installation am gewünschten Platz im Cockpit. Bei Drittanbietern gibt es optional auch Halterungen für die Sonnenblende oder Lüftungsgitter für den Tom.
Obwohl keine gedruckte Bedienungsanleitung beiliegt, gelingt die erste Einrichtung schnell und einfach über die kostenlose App Tomtom Karten & Navigation, und das fällige Firmware-Update nach dem Auspacken ist binnen 30 s erledigt. Mit einem Druck auf den zentralen Button kann man bestätigen, dass eine eingegangene Warnung berechtigt ist. Ein zweiter Knopf am Rand erlaubt es, veraltete Blitzer- oder Gefahrenwarnungen als solche zu melden.
Mit der App lässt sich das Gerät aber nicht nur bequem einrichten. Sie dient auch zum Navigieren und gibt einen präzisen Überblick über die Verkehrs- und Staulage, der mit Google Maps konkurrieren kann. Sehr schön auch: Wer Apple Carplay oder Android Auto nutzt, kann sie sich bequem im Großformat auf dem Autobildschirm anzeigen lassen. Notwendig ist dies aber nicht. Das kleine Bedienteil ist über Pieptöne und Leuchtzeichen mit verschiedenen Farben selbst überaus mitteilsam (bleibt auf Wunsch aber auch stumm) und warnt so vor Gefahrenzonen, Tempoüberschreitungen und Blitzerfallen. Hier zahlt sich das umfang- und detailreiche Kartenmaterial von Tomtom aus, mit dem die Konkurrenten nicht ganz mithalten können.
Schwächen kennt die Kombo aus Bedienteil und App allerdings auch. So kommen Warnungen von Blitzern teils sehr spät. Auch über die ansonsten sehr detaillierten Einstellungsoptionen lässt sich dieses Problem leider nicht korrigieren. Außerdem verlangte die Android-App im Test mehrmals nach dem Entsperren des Datenroamings, obwohl dies bereits erledigt war. Trotzdem ein treuer, nützlicher Assistent, den man schnell nicht mehr missen möchte.
Sehr empfehlenswert: Ooono Codriver No 2

Ooono vertraut für das Orten von Blitzerfallen nicht nur auf die eigene Community, sondern zapft auch die Datenbank von blitzer.de an. Vor allem mobile Tempofallen werden so schnell und mit zumindest in Deutschland hoher Präzision lokalisiert. Dann blinkt das Gerät blau, während es auf andere Gefahren mit gelben Lichtsignalen reagiert. Falls unsere Testergebnisse repräsentativ sind, sieht die Lage im europäischen Ausland weniger gut aus. Auch die Tempoüberschreitungswarnungen des Codriver No 2 haben sich als unzuverlässig erwiesen, da die Kartendaten offenbar nicht so aktuell sind wie bei Tomtom. Ansonsten steht der Rundling dem Testsieger aber in nichts nach.
Auch hier liegt ein Ladekabel mit Steckeradapter bei, mit dem der integrierte Akku schnell geladen ist. Serienmäßig bringt der Ooono Codriver No 2 klebbare Minimagneten zum Befestigen am Armaturenbrett mit, optional auch Lösungen für Lüftungsgitter und Sonnenblende. Das erste Einrichten gelingt mit der App intuitiv. Der QR-Link auf die Online-Bedienungsanleitung und die extrem kurz gehaltene, gedruckte Anleitung sind trotzdem willkommen. Die App selbst erlaubt ebenfalls das Navigieren und ist kompatibel mit Apple Carplay und Android Auto. Als visueller Staumelder taugt sie jedoch nicht.
Preis-Leistungs-Sieger: Needit Drive One 2

Als absoluter Preisbrecher präsentiert sich der Needit Drive One 2. Für rund die Hälfte des Preises seiner Konkurrenten bietet der kleine Kerl auf den ersten Blick einen vergleichbaren Funktionsumfang. Mittels zweier Klebepads ist der Drive One 2 schnell installiert. Drittanbieter halten auch Lösungen für das Lüftungsgitter oder die Sonnenblende parat. Als primäre Informationsquelle fungiert ebenfalls blitzer.de, mit einem dem Ooono Codriver No 2 ähnlichen Ergebnis.
Hier dient die App allerdings vor allem zum Einrichten des Geräts. Eine Punkt-zu-Punkt-Navigation oder die Kompatibilität mit Apple Carplay und Android Auto sucht man vergebens. Das lässt sich verschmerzen, wenn man ohnehin eine App wie Google Maps oder Waze nutzt. Was sich schwieriger tolerieren lässt, ist das mangelnde Vertrauen, das man bei der Nutzung des Drive One 2 entwickelt. Außer bei der automatischen Kopplung mit dem Smartphone nach Fahrtantritt zeigt der Rundling nämlich nicht über Lichtsignale an, ob er überhaupt funktioniert. Bis er unüberhörbar Alarm gibt, was einem zuweilen den Schrecken in die Glieder jagt, denn der Piepton lässt sich auch bei niedriger Lautstärke kaum überhören. Was uns ebenfalls missfallen hat: Anders als seine Konkurrenten verfügt der Needit Drive One 2 nicht über einen aufladbaren Akku, sondern funktioniert mit einer Knopfzelle.
Ergebnisse der Top-3 (Tabelle)
Tomtom Tom | Ooono Codriver NO 2 | Needit Drive One 2 | |
|---|---|---|---|
Funktionalität (50) | 38 | 36 | 28 |
Qualität (20) | 13 | 13 | 9 |
Sicherheit (20) | 14 | 14 | 12 |
Nachhaltigkeit (10) | 8 | 8 | 6 |
Gesamtpunkte (100) | 73 | 71 | 55 |
Bewertung | Befriedigend | Befriedigend | Ausreichend |
Prädikat | Testsieger | Sehr empfehlenswert | Preis-Leistungs-Sieger |
So haben wir getestet und bepunktet
Blitzerwarner kann man nicht im Labor testen. Ihre wichtigste Funktion - das Warnen vor lokalen Gefahren, Staus und Tempofallen - ist vom jeweiligen Standort und der Verkehrssituation abhängig. Auch die Community der Staumelder:innen spielt eine wichtige Rolle. Wir haben die Blitzerwarner deshalb über 4000 km und sechs Wochen auf europäischen Straßen genutzt und protokolliert, wie gut sie im Alltag funktionieren. Im Kapitel Funktionalität punkteten die Geräte mit der leichtesten Einrichtung und den meisten verifizierbaren Blitzerwarnungen. Für nicht mehr vorhandene mobile Blitzer, vor denen aber dennoch gewarnt wurde, gab es dabei Punktabzug. Auch die Qualität der (kostenlosen) Apps wurde hier bewertet, im Probebetrieb mit einem iPhone 12 und einem Android-Smartphone Pixel 9a, die dabei mit einem nachrüstbaren 9-Zoll-Display von Lescars kooperierten.
Neben der Materialgüte und -verarbeitung zählten in der Disziplin Qualität auch die Bedienungsanleitung, sofern vorhanden, während es bei der Sicherheit vor allem um den festen Halt des Blitzerwarners im Cockpit ging. Volle Punktzahl im Kapitel Nachhaltigkeit erforderte einen integrierten, wiederaufladbaren und austauschbaren Akku, womit im Testfeld leider kein Blitzerwarner aufwarten konnte.
Punkte | Sterne | Note |
|---|---|---|
100 | 5 | Sehr gut |
90 – 99 | 4 – 4,9 | Sehr gut |
75 - 89 | 3 – 3,9 | Gut |
61 - 74 | 2 – 2,9 | Befriedigend |
51 - 60 | 1,1 – 1,9 | Ausreichend |
0 – 50 | 1 | Mangelhaft |
Welcher Blitzerwarner ist (für wen) der beste?
Preisbewusste dürften sich für den Needit Drive One 2 erwärmen. Der bietet zwar weniger Funktionen als seine Konkurrenten in diesem Testfeld, ist aber konkurrenzlos günstig.
Anspruchsvolle werden mit dem Testsieger von Tomtom oder dem kaum schwächeren Gerät von Ooono glücklicher.
Wer mit der Blitzer-App auch navigieren möchte, ist am besten mit dem Tomtom Tom bedient. Dessen App bietet den größten Funktionsumfang und lässt sich auch via Apple Carplay und Android Auto verwenden.
FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Blitzerwarnern
Welcher ist der beste Blitzerwarner?
In unserem Vergleichstest hat sich der Tomtom Tom als bester Blitzerwarner erwiesen. Neben seiner einfachen Bedienung überzeugen vor allem seine Navigations-App und die präzisen Staudaten des Geräts.
Kann die Polizei Blitzerwarner erkennen?
Die Polizei kann Blitzerwarner oder Blitzer-Apps erkennen, wenn diese im Fahrzeug offen sichtbar sind (z. B. als aktive App auf dem Display oder durch akustische oder optische Warnungen). Dann läge ein konkreter Anfangsverdacht vor, der eine Durchsuchung des Handys rechtfertigen könnte. Ohne jede Sichtbarkeit bräuchte es dafür einen richterlichen Beschluss oder „Gefahr im Verzug“. Wenn die Warnungen vor Tempofallen deaktiviert sind, ist der Gebrauch der Blitzerwarner übrigens auch während der Fahrt legal, denn vor Staus, Gefahren- und Baustellen darf man auch unterwegs gewarnt werden.
Was ist besser, Blitzerwarner oder reine Blitzer-Apps?
Die kleinen Blitzerwarner haben gegenüber reinen Blitzer-Apps einen entscheidenden Vorteil: Sind sie einmal eingerichtet, funktionieren sie auch, wenn das Smartphone in der Tasche bleibt. Blitzer-Apps müssen hingegen manuell gestartet werden. So kann Vergesslichkeit zum Knöllchen führen. Blitzer-Apps sind hingegen billiger zu haben, in manchen Fällen sogar kostenlos, und bieten teilweise einen größeren Funktionsumfang.
Kann man mit Blitzerwarner Tempolimits ignorieren?
Das geltende Tempolimit zu ignorieren, ist verboten. Die Geräte bieten auch keinen hundertprozentigen Schutz vor Radarfallen. Man sollte die Geräte eher als Gedächtnisstützen betrachten, um nicht ungewollt oder zerstreut in Radarfallen zu tappen und um Gefahrenstellen rechtzeitig zu erkennen.
Fazit
Wer Blitzerwarner nicht als Freibrief zum Rasen missversteht und damit umgehen kann, ist eindeutig sicherer unterwegs. Deshalb sollte der Gesetzgeber die Warner nicht kriminalisieren, sondern endlich eindeutig legalisieren. Wenn Blitzer wirklich dort stehen, wo sie stehen sollten, nämlich an gefahrenträchtigen Stellen und Unfallschwerpunkten, warnen Blitzerwarner dann objektiv vor Gefahren. Und dagegen gibt es nichts einzuwenden.
























