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Geht auch ganz einfach:

Seat Tarraco/Skoda Kodiaq: Vergleichstest Tarraco und Kodiaq – Brüder im Geiste

Elmar Siepen Testredakteur
Inhalt
  1. Seat Tarraco und Skoda Kodiaq im Vergleichstest
  2. Fahrkomfort: Skoda Kodiaq im Vergleich komfortabler
  3. Motor/Getriebe: Beide Testwagen mit kultiviertem Diesel
  4. Fahrdynamik: Seat Tarraco mit diffusem ESP
  5. Umwelt/Kosten: Skoda Kodiaq klar im Vorteil
  6. Messwerte & Technische Daten Seat Tarraco & Skoda Kodiaq
  7. Fazit

Der Seat Tarraco und Skoda Kodiaq bieten im Vergleichstest gleichermaßen üppigen Gepäckraum, Platz für bis zu sieben Personen, kräftige Dieselmotoren mit großer Reichweite und Allradantrieb. Doch welches SUV überzeugt mehr?

Gesamtbewertung (max. Punkte)Seat Tarraco 2.0 TDI 4DriveSkoda Kodiaq 2.0 TDI SCR 4x4
Karosserie (1000)750760
Fahrkomfort (1000)776785
Motor/Getriebe (1000)609606
Fahrdynamik (1000)711718
Eigenschaftswertung (4000)28462869
Kosten/Umwelt (1000)349369
Gesamtwertung (5000)31953238
Platzierung21

Seat Tarraco und Skoda Kodiaq – hier im Vergleichstest – teilen sich die gleiche Plattform in Gestalt des modularen Querbaukastens aus dem VW-Konzern, und auch die Antriebe sind identisch. Während der Tarraco aber noch taufrisch ist, wirbt der Kodiaq bereits seit Frühjahr 2017 bei den Händlern um Käufer. Als ausgewachsene SUV sollen sie einerseits dem anhaltenden Trend zu dieser Fahrzeuggattung Rechnung tragen, andererseits mit hoher Funktionalität und Variabilität gewichtige Argumente für die Kaufentscheidung ins Feld führen. Unabhängig davon sind sie mit ihrem relativ eigenständigem Design vielleicht sogar eine Alternative für all jene, die bisher Richtung Tiguan Allspace geschielt haben, denn auch der Wolfsburger besitzt im Grunde die gleiche Technik.

Der Seat Tarraco im Video:

 
 

Seat Tarraco und Skoda Kodiaq im Vergleichstest

Der Alltagsnutzen und die Variabilität dürften bei Fahrzeugen dieses Kalibers nicht nur in unserem Vergleichstest zweifellos ganz oben stehen, wenn es um die Qual der Wahl geht. Neben recht üppig geschnittenen Innenräumen bieten beide SUV neben längs verschiebbaren und neigungseinstellbaren Rücksitzen die Option auf eine dritte Sitzreihe (Seat: 800 Euro, Skoda: 750 Euro). In puncto Wandlungsfähigkeit hat der Seat Tarraco dem Skoda Kodiaq eine serienmäßige Durchreiche in der zweiten Sitzreihe und einen serienmäßig klappbaren Beifahrersitz voraus. Hinzu kommt, dass der Tarraco mit einer ebenen Ladefläche nach Umlegen der Rücksitze aufwartet, während dies beim Kodiaq nur dann der Fall ist, wenn der doppelten Ladeboden (190 Euro) geordert wurde. Dafür darf der Skoda Kodiaq üppige 640 Kilogramm einladen, während der Seat Tarraco sich mit 520 Kilo begnügen muss. Kurios: Obwohl der Seat Tarraco mit rund 4,74 Metern knapp vier Zentimeter länger ist als sein Konkurrent , muss er sich laut Werk mit dem kleineren Kofferraum-Maximalvolumen von 1775 Litern bei umgeklappten Sitzen (Skoda: 2005 Litern) begnügen. Beim Standardvolumen liegt der Seat mit 700 Litern (Sitzbank in vorderster Position, ein weiterer Wert stand nicht zur Verfügung) auch hinter dem Skoda Kodiaq mit 765 Litern bei gleicher Position der Rücksitzbank (560 Liter bei Fondsitzen in hinterster Position). Weiterhin fällt auf, dass die Navis beider Kandidaten nach dem Start zu viel Zeit zum Hochfahren benötigen. Ansonsten findet man sich bei der Bedienung schnell zurecht.

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Fahrkomfort: Skoda Kodiaq im Vergleich komfortabler

Über eine ausprägte Langstreckentauglichkeit verfügen zweifelsohne beide Autos. Dabei begeistert der Seat Tarraco im Vergleich vor allem mit seinem Sitzkomfort, der insbesondere aus der angenehmen Polsterung sowie der guten Konturierung im Schulterbereich resultiert. Auch im Fond reist es sich sehr komfortabel, nicht zuletzt wegen der üppigen Beinfreiheit. Zu Abstrichen müssen dagegen die Passagiere auf den Plätzen sechs und sieben bereit sein. Sie sitzen im doppelten Wortsinne in der dritten Reihe. Wenig Knie- und Kopffreiheit zwingen Erwachsene regelrecht in eine kauernde Haltung. Das gilt für den Seat Tarraco ebenso wie für den Skoda Kodiaq. Auf Reisen gefällt das großzügige Ablagenangebot beider SUV. In Sachen Ergonomie gibt es nur wenig Schatten. So sind die USB-Anschlüsse in der Tarraco-Mittelkonsole schlecht erreichbar, und dem Kodiaq fehlt ein Drehregler für die Lautstärke der Musikanlage. Bei ihm wird sie über eine Fläche auf dem Touchscreen reguliert – das ist in der Handhabung weitaus unpraktischer als die Bedienung mittels klassischem Drehknopf. Nehmen die beiden Vergleichstestkandidaten, die jeweils mit den optionalen adaptiven Dämpfern bestückt sind, Landstraßen dritter und vierter Ordnung unter die Räder, zeigen beide Feder-Dämpfer-Systeme ein beachtliches Schluckvermögen. Auf Querrinnen gerät der mit serienmäßigen 19-Zöllern bestückte Spanier allerdings etwas ins Hintertreffen, weil er vor allem mit voller Nutzlast an Bord derlei tückische Unebenheiten nahezu ungefiltert durchreicht. Auch zeigt er ein insgesamt höheres Innengeräuschniveau.

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Motor/Getriebe: Beide Testwagen mit kultiviertem Diesel

Hier wie dort verrichtet im Vergleichstest der bekannte 2,0-Liter-TDI aus dem VW-Konzern in der 190-PS-Variante seinen Dienst. Der Standardsprint auf 100 km/h (8,7 Sekunden) und die Höchstgeschwindigkeit (210 km/h) liegen bei den zwei Konzernbrüdern exakt auf gleichem Niveau. Die maximale Zugkraft, resultierend aus 400 Newtonmeter Drehmoment, steht im Seat Tarraco bereits bei 1750 Umdrehungen an, beim Skoda Kodiaq erst bei 1900 U/min. In der Praxis macht das aber keinen Unterschied. Üppige Durchzugskraft in allen Lebenslagen, übrigens auch bei voller Nutzlast an Bord, zeichnet beide SUV aus. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist hier wie dort gut abgestuft, nimmt sich allerdings mitunter beim Anfahren etwas zu viel Zeit, den Kraftschluss herzustellen. Das stört zum Beispiel beim Einfädeln aus dem Stand in den fließenden Verkehr. Der Testverbrauch differiert ebenfalls nur unwesentlich: 7,8 Liter sind es beim Seat Tarraco, 8,0 Liter Diesel pro 100 Kilometer beim Skoda Kodiaq. Da der Skoda aber über einen 63-Liter-Tank verfügt, kommt er mit 787 Kilometern auf eine höhere Reichweite als der Seat (759 Kilometer) mit seinem 60 Liter fassenden Kraftstoffbehälter.

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Fahrdynamik: Seat Tarraco mit diffusem ESP

Mit seiner serienmäßigen Progressiv-Lenkung lässt sich der Seat Tarraco während der Handlingprüfung des Vergleichstests zackig durch Kurvenradien aller Art zirkeln. Die Skoda-Kodiaq-Lenkung, die zwar größere Lenkwinkel erfordert, wirkt subjektiv aber noch rückmeldefreudiger. Insgesamt liegt der Tarraco bei schnellen Richtungswechseln stabiler, weil er sich dabei zu deutlich weniger Aufbaubewegungen animieren lässt als sein Konkurrent. Somit stellt er sich als der handlichere Kandidat heraus, der im ESP-Sport-Modus sogar leichte, die Fahrfreude fördernde Heckschwenks erlaubt. Das gilt auch für den Skoda. Derlei ist zweifelsohne nicht die originäre Bestimmung dieser Fahrzeug-Gattung, dürfte aber von fahraktiven Naturen durchaus geschätzt werden. Allerdings kämpft der Spanier auf dem Handlingkurs zuweilen mit einem etwas diffus und stärker als nötig eingreifenden ESC (ESP). So zum Beispiel beim Einlenken in enge Bögen, wo der Schleuderschutz dem Tschechen noch freie Hand lässt, weil sich das alles noch weit diesseits des Gefahrenbereichs abspielt. Während der Vollverzögerung aus 100 km/h erreichen beide SUV relative kurze Bremswege um 34 Meter. Die zwei Allradler haben zudem praktisch keine Probleme mit der Traktion – selbst bei Nässe. Somit gelten die Kontrahenten in der Summe auch als sehr fahrsicher.

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Umwelt/Kosten: Skoda Kodiaq klar im Vorteil

Weil es den Seat Tarraco nur in der höchsten Seat-Ausstattungslinie Excellence gibt, liegt sein Einstiegspreis um 5060 Euro höher als der des Skoda Kodiaq, der bereits mit dem zweiten (Ambition) von vier Skoda-Ausstattungsniveaus erhältlich ist. Selbst mit vergleichstestrelevanter Ausstattung (adaptive Dämpfer: 940 Euro, 18-Zoll-Bereifung: 430 Euro) beträgt der Preisunterschied immer noch happige 4630 Euro. Doch nicht nur durch die günstigeren Anschaffungskosten holt der Skoda Punkte. Auch die Wertminderung fällt bei ihm nicht nur prozentual, sondern auch in Euro und Cent um 3900 Euro günstiger aus. Beim Thema Multimedia schneidet der Skoda Kodiaq ebenfalls besser ab, da er gegenüber dem Seat Tarraco bereits mit DAB-Empfang ab Werk und der Option auf einen WLAN-Hotspot vorfährt. So sammelt der Tscheche im Vergleichstesteifrig Punkte. Trotz geringfügig höherer Kraftstoffkosten geht das tschechische Familien-SUV aus dem Kostenkapitel als klarer Sieger hervor.

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Messwerte & Technische Daten Seat Tarraco & Skoda Kodiaq

AUTO ZEITUNG 13/2019Seat Tarraco 2.0 TDI 4DriveSkoda Kodiaq 2.0 TDI SCR 4x4
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbodiesel4/4; Turbodiesel
Hubraum1968 cm³1968 cm³
Leistung140 kW/190 PS140 kW/190 PS
Max. Gesamtdrehmoment400 Nm400 Nm
Getriebe/Antrieb7-Gang-Doppelkupplung/Allrad, permanent7-Gang-Doppelkupplung/Allrad, permanent
Messwerte
Leergewicht (Werk/Test)1741/1890 kg1665/1884 kg
Beschleunigung (Test)  
0 - 100 km/h8,7 s8,7 s
0 - 150 km/h19,7 s19,6 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)210 km/h210 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
34,1/34,1 m34,2/34,0 m
Verbrauch (Test/WLTP)7,8/7,3 l D/100 km8,0/7,3 l D/100 km
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)207/191 g/km212/192 g/km
Preise
Grundpreis43.800 Euro38.740 Euro
Testwagenpreis44.740 Euro40.110 Euro

 
Elmar Siepen Elmar Siepen
Unser Fazit

Es sind in erster Linie die unterschiedliche Konfektionierung und die differenzierte Abstimmung, die den beiden SUV aus dem VW-Konzern ihren jeweiligen Charakter verleihen, auch wenn die Unterschiede nicht allzu groß ausfallen. So kann der Seat Tarraco gegenüber seinem Konkurrenten beispielsweise mit der größeren Variabilität, einer besseren Sicherheitsausstattung und dem geringfügig niedrigeren Verbrauch Punkte gutmachen. In der Fahrdynamik wirkt er agiler, wird aber von seinem mitunter eigenwillig arbeitenden ESC (ESP) eingebremst. Der Skoda Kodiaq punktet im Vergleichstest dafür mit etwas besserem Komfort und der rückmeldefreudigeren Lenkung. Dass er am Ende den Testsieg einfährt, liegt vor allem an seiner günstigeren Kostenbilanz.

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