Renault-Nissan: Carlos Ghosn verhaftet & entlassen Anklage gegen Carlos Ghosn erhoben

von Max Sonnenburg 10.12.2018
Inhalt
  1. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn verhaftet, entlassen & angeklagt
  2. Ghosn-Entlassung: Renault-Nissan-Fusion unklar
  3. Renault Gruppe Deutschland wächst stark (2017)

Nach dem der ehemalige Renault-Nissan Carlos Ghosn verhaftet und entlassen wurde, erhebt die Staatsanwaltschaft Tokio im Dezember 2018 Anklage. Und: An der gemeinsamen Allianz wollen die Autobauer Renault-Nissan festhalten. Dieser Artikel wurde am 10.12.2018 aktualisiert!

Nach der Verhaftung und Entlassung des Renault-Nissan-Chefs Carlos Ghosn im November 2018 hat die Staatsanwaltschaft Tokio einen Monat später Anklage gegen den Ex-Manager, das Vorstandmitglied Greg Kelly und Nissan erhoben. Konkret wird den Beklagten vorgeworfen, gegen die Offenlegungspflichten des Wertpapier- und Börsengesetzes verstoßen zu haben. Ghosn und Kelly sollen zwischen 2010 bis 2014 das Einkommen Ghosns um circa 39 Millionen Euro zu gering ausgewiesen haben. Weil der Autobauer Nissan für die Richtigkeit der Finanzberichte zuständig ist, ist der Autobauer mitangeklagt. Nachdem Carlos Ghosn als Verwaltungsratschef bei Nissan gekündigt wurde, übernahm der Vize-Generaldirektor Thierry Bolloré kommissarisch die Konzernführung. Er soll die gleichen Befugnisse wie Ghosn haben. Der ehemalige Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn stand jahrelang an der Spitze des Automobilkonzerns. Ihm es ist gelungen, Verluste und Verschuldungen zu reduzieren und Nissan zum Erfolg zu verhelfen. 2017 war er als Vorstandsvorsitzender von Nissan zurückgetreten, um sich vermehrt um die Geschicke von Renault und Mitsubishi zu kümmern. Inzwischen hat auch Mitsubishi Carlos Ghosn als Chef des Verwaltungsrats entlassen. Leidglich bei Renault agiert Carlos Ghosn auch nach seiner Verhaftung noch als Vorstandschef. Mehr zum Thema: FCA kooperiert mit BMW

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Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn verhaftet, entlassen & angeklagt

Trotz der Entlassung Carlos Ghosn haben sich Renault, Nissan und Mitsubishi am 29. November 2018 zur Renault-Nissan-Allianz bekannt. Zuletzt hatte Nissan eine Veränderung der Führungsstrukturen angestrebt. Es habe eine zu große "Konzentration an Macht" in der Person Ghosn gegeben, hatte Nissan-Vorstandschef Hiroto Saikawa vor Beschäftigten gesagt. "Ich wünsche nicht, dass es Änderungen gibt bei den Macht-Gleichgewichten zwischen Renault und Nissan", sagte hingegen der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire. Er hatte gefordert, dass es keine Umgestaltung bei dem Machtgleichgewicht in der Renault-Nissan-Allianz geben dürfe. Zuvor hatten sich die Verantwortlichen von Renault-Nissan zudem bei den Aktionären für die entstanden Unannehmlichkeiten entschuldigt.

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Ghosn-Entlassung: Renault-Nissan-Fusion unklar

Nach dem Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn verhaftet und entlassen wurde, scheinen die Fusionspläne von Renault und Nissan weiterhin unklar. Frankreich und Japan stellen sich  hinter die Fusionspläne der beiden Autokonzerne. Nach einem Telefongespräch zwischen dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire und dem japanische Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshige Seko, erklärten beide, dass das Bündnis "eines der größten Symbole der industriellen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Japan" sei und daher beibehalten werden soll. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hingegen hält die Fusion der beiden Autobauer für "extrem unwahrscheinlich". Schließlich war der Renault-Vorstands- und Nissan-Verwaltungsratschef  Ghosn federführend für die Fusionspläne. Gut ein halbes Jahr vor dessen Verhaftung im November 2018 hatten Gespräche stattgefunden, in denen die Partnerschaft der bereits miteinander verflochtenen Unternehmen weiter ausgebaut werden sollte. Renault hält aktuell 43,4 Prozent Anteil an dem Autobauer Nissan. Nissan wiederum besitzt fünfzehn Prozent an Renault. Auch Frankreich hat einen Anteil von fünfzehn Prozent an dem französischen Autobauer. Schon länger wird die Fusion der beiden Autokonzerne erwartet. Spekulationen zufolge sollte die französische Regierung einen Großteil ihrer Renault-Anteile an Nissan verkaufen. Befürworter dieser Transaktion, bei der Frankreich seinen Einfluss bei Renault aufgeben würde, war der Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn.

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Renault Gruppe Deutschland wächst stark (2017)

Mit den Geschäftszahlen von 2017 konnte die Renault-Gruppe, bestehend aus Renault und Dacia, zuletzt deutlichen Zuwachs an Verkäufen verzeichnen. Die Neuzulassungen sind um 12,9 Prozent auf 224.200 Pkw gestiegen. 2016 wurden rund 198.600 Fahrzeuge angemeldet. Somit ist das Wachstum von Renault fast fünfmal so stark wie die Steigerung des Gesamtmarktes, die bei 2,7 Prozent liegt. Den Marktanteil konnte die Renault Gruppe auf 6,04 Prozent steigern. Im Jahr 2016 lag der Anteil noch bei 5,49 Prozent. Somit kommt das Unternehmen auf einen prozentualen Zuwachs beim Marktanteil von 0,54 Prozentpunkten, die höchste Steigerung unter allen Herstellern und Importeuren. Die Pkw-Zulassungen von der Renault-Gruppe konnten von 175.400 Fahrzeuge im Jahr 2016, auf 198.300 Autos angehoben werden. Bei Nutzfahrzeugen konnte der Importeur einen neuen Verkaufsrekord aufstellen, da rund 25.900 Wagen ausgeliefert wurden. Das meistverkaufte Auto der Marke Renault war übrigens der Captur mit 23.700 Fahrzeugen. "Mit unserer jungen Modellpalette wollen wir in diesem Jahr auf Erfolgskurs bleiben", sagt Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender der Renault Deutschland AG.

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