Renault-Dacia: Bilanz 2019 & Luca de Meo Luca de Meo wird neuer Renault-Chef

von AUTO ZEITUNG 29.01.2020
Inhalt
  1. Januar 2020: Luca de Meo neuer Renault-Generaldirektor
  2. Januar 2020: Renault-Gruppe legt Bilanz 2019 vor
  3. Dezember 2019: Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn in den Libanon geflüchtet
  4. September 2019: Nissan-Chef Hiroto Saikawa tritt zurück
  5. Juni 2019: Frankreich kündigt Anzeige gegen Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn an

Renaults Verwaltungsrat ernennt den früheren Seat-Chef Luca de Meo als neuen Generaldirektor. Der 52-Jährige tritt den Posten am 1. Juli 2020 an. Und: Die deutsche Renault-Gruppe (mit Dacia und Alpine) legt eine positive Bilanz 2019 vor. Außerdem: Der ehemalige Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn ist aus Japan in den Libanon geflüchtet. Dieser Artikel wurde am 28.01.2020 aktualisiert!

Der frühere Seat-Vorstandschef Luca de Meo wird neuer Generaldirektor bei Renault. Das gab der Verwaltungsrat des französischen Autobauers Ende Januar 2020 bekannt. Bereits in den Wochen zuvor war häufiger über den Wechsel des 52-jährigen Italieners, der zu Jahresbeginn bei der Volkswagen-Tochter Seat zurückgetreten war, spekuliert worden. Die französische Tageszeitung "Le Figaro" berichtete darüber hinaus von harten Verhandlungen zwischen Volkswagen und Renault wegen des Managerwechsels. Wegen vertraglicher Regelungen mit seinem früheren Arbeitgeber kann de Meo seinen Posten allerdings nicht sofort, sondern erst zum 1. Juli 2020 antreten. Renault hatte Mitte Oktober 2019 den bisherigen Generaldirektor Thierry Bolloré gefeuert, Interimschefin ist Topmanagerin Clotilde Delbos. Sie soll laut Renault vom 1. Juli an Vize-Generaldirektorin werden. Mehr zum Thema: Kadjar wird 2021 erneuert

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Januar 2020: Luca de Meo neuer Renault-Generaldirektor

Clotilde Delbos ist übergangsweise die neue Renault-Chefin, wie der Autobauer im Oktober 2019 bekannt gab, und ersetzt mit sofortiger Wirkung Thierry Bolloré, der als enger Vertrauter des geschassten Renault-Chefs Charlos Ghosn galt. Seinen Abgang von den Ämtern als Renault-Vorstandsvorsitzender und als Renault-Präsident hatte Bolloré schon kommen sehen: Ein Tag vor der Bekanntgabe Delbos' als neue Renault-Chefin hatte er der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" gesagt, er sehe einen "Putsch" gegen sich im Gange. Delbos rückt von ihrem Amt als Finanzchefin Renaults nun also in den Posten der Vorstandsvorsitzenden, bis ein neuer Chief Executive Officer gefunden ist. Olivier Murguet und José-Vicente de los Mozos unterstützen sie als stellvertretende Generaldirektoren. Der Renault-Verwaltungsratsvorsitzende Jean-Dominique Senard wird in dieser Übergangszeit auch den Vorsitz der Renault s.a.s. übernehmen. Außerdem bleibt er dem Konzern in seiner Funktion als Präsident erhalten, wie die Gruppe mitteilt.

 

Januar 2020: Renault-Gruppe legt Bilanz 2019 vor

Die Renault-Gruppe konnte im Vorjahr in Deutschland wachsen: 243.270 neu zugelassene Autos sowie leichte Nutzfahrzeuge der Marken Renault, Dacia und Alpine bedeuten in der Bilanz 2019 ein Plus von 5,1 Prozent. "Damit erreichen wir zum dritten Mal in Folge einen Marktanteil von über sechs Prozent", sagt Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland, im Januar 2020. Abgesehen vom Jahr der Abwrackprämie war 2019 somit das beste Verkaufsjahr für die Gruppe seit 1999. Als erfolgreichstes Modell entpuppte sich jedoch kein Renault, sondern der Dacia Duster mit 30.698 Einheiten (+35 %). Dahinter folgte der Renault Captur mit 28.143 Fahrzeugen (+18 %). Besonders erfolgreich entwickelten sich die Elektromodelle der Gruppe: So war der ZOE mit 9431 Einheiten (+48 %) zum wiederholten Mal das meistgekaufte E-Auto Deutschlands. Bereits Ende Juli 2019 hatte Renault mehr ZOE abgesetzt als im gesamten Jahr 2018. Trotz größerer Konkurrenz ist sich Uwe Hochgeschurtz sicher, die Spitzenposition auch 2020 halten zu können: "Der ZOE bleibt die Nummer eins." Dafür soll das Facelift des Kleinwagens sorgen. Weitere Highlights 2020 werden der neue Clio und der neue Captur sein, den es – erstmals in seinem Segment – auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieb geben wird. Bei Dacia beginnt 2020 dagegen eine Flüssiggas-Offensive: Im Lauf des Jahres wird es für nahezu die gesamte Modellpalette der Rumänen LPG-Varianten geben – zum gleichen Preis wie die Benziner.

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Dezember 2019: Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn in den Libanon geflüchtet

Der Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn ist Ende Dezember 2019 aus Japan in den Libanon geflüchtet und wird nun mit einem internationalen Fahndungsaufruf gesucht. Der ehemalige Vorstandschef war am 19. November 2018 in Tokio wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Außerdem soll er laut Staatsanwaltschaft auch private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Im April 2019 wurde Ghosn unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Ihm wurde unter anderem verboten, das Land zu verlassen. Aus Regierungskreisen in Beirut heißt es, der 65-Jährige, der die französische, die brasilianische und die libanesische Staatsangehörigkeit hat, sei mit einem gültigen französischen Pass in den Libanon eingereist. Nach Angaben der türkischen Chartergesellschaft MNG nutzte Ghosn zwei ihrer Privatflugzeuge, um von Osaka nach Istanbul und dann weiter nach Beirut zu fliegen. Ghosn, der nach wie vor alle Vorwürfe abstreitet, begründet seine Flucht damit, dass ihm die japanische Justiz grundlegende Rechte verwehrt, das Prinzip der Unschuldsvermutung ignoriert und gegen internationale Abkommen verstoßen habe. Aus dem Außenministerium in Tokio hieß es, Japans Regierung sei nun auf Hilfe der libanesischen Behörden angewiesen, da kein Auslieferungsabkommen mit dem Mittelmeerstaat bestehe.

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September 2019: Nissan-Chef Hiroto Saikawa tritt zurück

Hiroto Saikawa, Chef des Renault-Partners Nissan, trat am 16. September 2019 zurück. Das teilte der japanische Autobauer nach einer Sitzung des Verwaltungsrates am Montag, 9. September 2019, in Yokohama mit. Der scheidende Nissan-Chef hatte bereits seine Bereitschaft zum Rücktritt signalisiert. Nun hat der Verwaltungsrat ihn aufgefordert, seinen Posten als Vorstandschef zur Mitte September zu räumen. Saikawa hat dem zugestimmt. Ein Nachfolger solle bis Ende Oktober 2019 gefunden werden. Saikawa stand nach dem Rausschmiss des ehemaligen Renault-Chefs Carlos Ghosn im April 2019 unter dem Druck, die Renault-Nissan-Allianz wieder aus dem Tief zu holen. Im Juli 2019 hatte Saikawa eine Fusion der beiden Marken aber noch als "keine gute Idee" bezeichnet. Vielmehr wolle der japanische Renault-Partner die Konzernführung reformieren. Offenbar kursiert bei Nissan die Ansicht, dass die aktuelle Verflechtung unausgewogen sei. Nun muss die Veränderung der Konzernstruktur ohne Saikawa vorangehen.

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Juni 2019: Frankreich kündigt Anzeige gegen Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn an

Frankreich hat in der Affäre um den Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn rechtliche Schritte angekündigt. Es werde Anzeige erstattet, bestätigte der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am 5. Juni 2019, dem Fernsehsender BFMTV. Wenn der Staat Aktionär eines Unternehmens sei, müsse er sicherstellen, dass dessen Führung gut funktioniere, so Le Maire. Die Justiz müsse dann in der Sache entscheiden. Frankreich hält 15 Prozent an der Renault-Gruppe. Bis wann die Anzeige eingereicht werden solle, sagte Le Maire nicht. Renault hatte bei einer Tochtergesellschaft in den Niederlanden zweifelhafte Ausgaben von zusammen rund elf Millionen Euro entdeckt. Wie der Renault-Verwaltungsrat am 4. Juni 2019 mitteilte, geht es dabei unter anderem um Kosten für Flugreisen des früheren Konzernchefs Ghosn. Auch in den Niederlanden sollten nun rechtliche Schritte gegen Ghosn geprüft werden. Eine Überprüfung der gemeinsamen Tochtergesellschaft mit dem japanischen Partner Nissan bestätigte erste Hinweise, wonach es dort ebenfalls Mängel gab im Hinblick auf die finanzielle Transparenz und Verfahren zur Ausgabenkontrolle.

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