Renault-News: Halbjahresbilanz/Sparplan & Designer Zwei neue Top-Designer für Renault

von Markus Bach 30.07.2020
Inhalt
  1. Juli 2020: Zwei Top-Designer verstärken die Renault-Gruppe
  2. Juli 2020: Renault schreibt Milliardenverlust im ersten Halbjahr
  3. Juni 2020: Renault-Nissan-Allianz in der Krise (Sparplan, Stellen, Werksschließung)
  4. Juni 2020: Renault setzt auf neue Strategie für den Markt in China
  5. April 2020: Renault setzt auf neue Strategie für den Markt in China
  6. Januar 2020: Luca de Meo neuer Renault-Generaldirektor
  7. Januar 2020: Renault-Gruppe legt Bilanz 2019 vor
  8. Dezember 2019: Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn in den Libanon geflüchtet
  9. September 2019: Nissan-Chef Hiroto Saikawa tritt zurück
  10. Juni 2019: Frankreich kündigt Anzeige gegen Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn an

News zu Renault (Deutschland): Mit Alejandro Mesonero-Romanos und Gilles Vidal wechseln zwei Top-Designer von der Konkurrenz zu Renault. Und: Viel Arbeit für den neuen Generaldirektor Luca de Meo, der den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Autobauer sanieren muss. Ein Sparplan sieht unter anderem die Streichung von 15.000 Stellen und eine Werkschließung in Frankreich vor. Dieser Artikel wurde am 29.07.2020 aktualisiert!

 

Juli 2020: Zwei Top-Designer verstärken die Renault-Gruppe

Juli 2020: Die Designer Alejandro Mesonero-Romanos und Gilles Vidal verstärken ab Herbst 2020 Team von Renault. Beide wurden aus Top-Positionen der Mitbewerber abgeworben: Mesonero-Ramonos wechselt zum 1. Oktober 2020 von Seat zu den Franzosen und folgt damit dem ehemaligen Seat-Chef und jetzigem Renault-Vorstandsvorsitzenden Luca de Meo. Vidal kommt am 1. November 2020 von Peugeot, wo er seit 2010 als Design-Direktor tätig ist. Welche Positionen die beiden genau besetzen werden, geht aus der Mitteilung von Renault noch nicht hervor. Beide werden direkt an den obersten Designchef Laurens van den Acker berichten. Der Niederländer gehört seit 2015 als Senior-Vizepräsident dem Renault-Vorstand an.

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Das Renault Zoe Facelift im Video:

 
 

Juli 2020: Renault schreibt Milliardenverlust im ersten Halbjahr

Wegen der Corona-Krise und tiefroten Zahlen beim Partner Nissan hat Renault in der Halbjahresbilanz einen Milliardenverlust für die ersten sechs Monate in 2020 zu verzeichnen. Der auf den französischen Konzern entfallene Nettoverlust betrug dem Autobauer zufolge 7,29 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum gab es noch einen gewinn von rund 970 Millionen Euro. Nissan schlug bei den krisengeschüttelten Franzosen im ersten Halbjahr 2020 mit einem Verlustbeitrag von 4,8 Milliarden Euro zu Buche. Renault ist im Rahmen einer Allianz mit 43,4 Prozent an dem japanischen Hersteller beteiligt. Die Corona-Krise kosteste Renault nach eigener Schätzung rund 1,8 Milliarden Euro. Der Umsatz brach um 34,3 Prozent auf 18,4 Milliarden Euro ein.

 

Juni 2020: Renault-Nissan-Allianz in der Krise (Sparplan, Stellen, Werksschließung)

Juni/Juli 2020: Ab Juli 2020 muss sich Luca de Meo der größten Herausforderung seiner Karriere stellen: Er wird Vorstandschef von Renault. Die Allianz der Franzosen mit Nissan und Mitsubishi steckt in der größten Krise ihrer Geschichte. Nach Jahren des Wachstums und der Gewinne taumelten die Partner im Zuge des Skandals um den ehemaligen Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn in die Verlustzone. Bereits 2019 brachen die Verkäufe des nach VW und Toyota drittgrößten Autoproduzenten empfindlich ein. Beide Partner leiden an Überkapazitäten und einer ausufernden Modellvielfalt: Zwischenzeitlich hatte Nissan weltweit mehr als 100 Modelle im Angebot. Und nach dem spektakulären Abtritt von Carlos Ghosn traten die Machtkämpfe zwischen Renault und Nissan hervor: Die bei Verkäufen und Gewinnen größeren Japaner fühlen sich in der Allianz unterrepräsentiert. So halten die Franzosen 43 Prozent der Nissan-Anteile, die Japaner besitzen aber nur 15 Prozent von Renault. Die Partnerschaft stand kurz vor einer Zerreißprobe. Und dann stieß Corona die Autoindustrie in eine weltweite Krise. Nun versucht die Renault-Nissan-Allianz einen Neustart: Es gibt jedoch keine Fusion, die Besitzverhältnisse zwischen den Partnern bleiben unangetastet. Allerdings vertiefen Renault und Nissan ihre Kooperation, teilen die Welt neu unter sich auf.

 

Juni 2020: Renault setzt auf neue Strategie für den Markt in China

Renault ist für Europa, Russland und Südamerika zuständig, Nissan dagegen für China, Nordamerika und Japan. Mitsubishi kümmert sich um Teile Asiens und Ozeanien. Beide japanische Marken bleiben aber weiterhin in Europa vertreten. Auch bei den Fahrzeug-Plattformen und den Schlüsseltechnologien gibt es von Juni 2020 an klare Zuständigkeiten: So ist etwa Renault für kleinere SUV verantwortlich, Nissan kümmert sich um Kompakt-SUV. Während die Franzosen die Fahrzeug-Vernetzung vorantreiben, forscht Nissan am autonomen Fahren. Dadurch sollen die Investitionen in neue Modelle um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig planen beide Marken tiefgreifende Sparprogramme: Nissan will seine Produktionskapazitäten von 7,2 auf 5,4 Millionen Fahrzeuge pro Jahr reduzieren und sein weltweites Angebot auf weniger als 55 Modelle zusammenstreichen. So wird das Nissan-Werk in Barcelona geschlossen, wovon 2800 Mitarbeiter betroffen sind. Auch ein Montagewerk in Indonesien steht vor dem Aus. Dagegen bleibt die Fabrik im britischen Sunderland bestehen – sie soll mit Hilfe von Renault-Modellen ausgelastet werden. Insgesamt will Nissan seine Fixkosten um 2,5 Milliarden Euro senken und 2023 eine Gewinnmarge von fünf Prozent einfahren. Auch Renault plant die Reduzierung seiner weltweiten Produktionskapazitäten von vier auf 3,3 Millionen Fahrzeuge. Dafür muss Luca de Meo allein in Frankreich 4600 Stellen streichen, weltweit weitere 10.000. So sollen die Fixkosten bis 2023 um mehr als zwei Milliarden Euro sinken. Allerdings hat Renault von größeren Werksschließungen Abstand genommen. Das liegt am Widerstand des französischen Staats, der zum einen 15 Prozent der Firmenanteile hält. Zum anderen unterstützt er Renault mit einem staatlich garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro. So soll das Alpine-Werk in Dieppe nach dem Auslaufen der A110 nicht geschlossen, sondern umgebaut werden. Und die Fabrik in Flins wird in ein Zentrum für Recyclingwirtschaft umgewandelt. Spannend wird nun, welche Modelle dem Streichkonzert zum Opfer fallen: Neben dem Talisman sind die traditionsreichen Vans Scénic und Espace bedroht. Denn Luca de Meo hat die Zukunft und nicht die Vergangenheit von Renault im Blick.

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April 2020: Renault setzt auf neue Strategie für den Markt in China

In China will Renault seine Aktivitäten künftig auf den Markt der leichten Nutzfahrzeuge und Elektroautos konzentrieren, wie im April 2020 bekannt wurde. So soll nicht nur die langfristige China-Präsenz gestärkt werden, auch die Synergien mit dem Allianzpartner Nissan will das Unternehmen so noch besser nutzen. Die Autobauer werden demnach auch künftig bei Motoren der neuen Generation zusammenarbeiten. Die Renault-Aktivitäten im Segment der leichten Nutzfahrzeuge verantwortet seit 2017 das Gemeinschaftsunternehmen Renault Billiance Jinbai Automotive (RBJAC). Die Modelle der in China seit langem etablierten Marke Jinbei sollen mit dem Know-how und den Technologien von Renault von RBJAC modernisiert werden. Darüber hinaus ist eine Erweiterung des Angebots um insgesamt fünf Kernmodelle bis 2023 geplant. Mit dem City K-ZE verkauft Renault bereits seit 2019 ein elektrisches Stadtauto auf dem weltweit größten Markt für E-Fahrzeuge. Künftig soll das Modell auch auf anderen Märkten angeboten werden. Außerdem soll Renault mit seiner Unterstützung dafür sorgen, dass das Joint Venture Jiangxi Jiangling Group Electric Vehicle (JMEV) im Jahr 2022 mit vier Modellen 45 Prozent des chinesischen Elektromarktes abdeckt. 

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Januar 2020: Luca de Meo neuer Renault-Generaldirektor

Der frühere Seat-Vorstandschef Luca de Meo wird neuer Generaldirektor bei Renault. Das gab der Verwaltungsrat des französischen Autobauers Ende Januar 2020 bekannt. Bereits in den Wochen zuvor war häufiger über den Wechsel des 52-jährigen Italieners, der zu Jahresbeginn bei der Volkswagen-Tochter Seat zurückgetreten war, spekuliert worden. Die französische Tageszeitung "Le Figaro" berichtete darüber hinaus von harten Verhandlungen zwischen Volkswagen und Renault wegen des Managerwechsels. Wegen vertraglicher Regelungen mit seinem früheren Arbeitgeber kann de Meo seinen Posten allerdings nicht sofort, sondern erst zum 1. Juli 2020 antreten. Renault hatte Mitte Oktober 2019 den bisherigen Generaldirektor Thierry Bolloré gefeuert, Interimschefin ist Topmanagerin Clotilde Delbos. Sie soll laut Renault vom 1. Juli an Vize-Generaldirektorin werden.

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Januar 2020: Renault-Gruppe legt Bilanz 2019 vor

Die Renault-Gruppe konnte im Vorjahr in Deutschland wachsen: 243.270 neu zugelassene Autos sowie leichte Nutzfahrzeuge der Marken Renault, Dacia und Alpine bedeuten in der Bilanz 2019 ein Plus von 5,1 Prozent. "Damit erreichen wir zum dritten Mal in Folge einen Marktanteil von über sechs Prozent", sagt Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland, im Januar 2020. Abgesehen vom Jahr der Abwrackprämie war 2019 somit das beste Verkaufsjahr für die Gruppe seit 1999. Als erfolgreichstes Modell entpuppte sich jedoch kein Renault, sondern der Dacia Duster mit 30.698 Einheiten (+35 %). Dahinter folgte der Renault Captur mit 28.143 Fahrzeugen (+18 %). Besonders erfolgreich entwickelten sich die Elektromodelle der Gruppe: So war der ZOE mit 9431 Einheiten (+48 %) zum wiederholten Mal das meistgekaufte E-Auto Deutschlands. Bereits Ende Juli 2019 hatte Renault mehr ZOE abgesetzt als im gesamten Jahr 2018. Trotz größerer Konkurrenz ist sich Uwe Hochgeschurtz sicher, die Spitzenposition auch 2020 halten zu können: "Der ZOE bleibt die Nummer eins." Dafür soll das Facelift des Kleinwagens sorgen. Weitere Highlights 2020 werden der neue Clio und der neue Captur sein, den es – erstmals in seinem Segment – auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieb geben wird. Bei Dacia beginnt 2020 dagegen eine Flüssiggas-Offensive: Im Lauf des Jahres wird es für nahezu die gesamte Modellpalette der Rumänen LPG-Varianten geben – zum gleichen Preis wie die Benziner.

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Dezember 2019: Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn in den Libanon geflüchtet

Der Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn ist Ende Dezember 2019 aus Japan in den Libanon geflüchtet und wird nun mit einem internationalen Fahndungsaufruf gesucht. Der ehemalige Vorstandschef war am 19. November 2018 in Tokio wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Außerdem soll er laut Staatsanwaltschaft auch private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Im April 2019 wurde Ghosn unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Ihm wurde unter anderem verboten, das Land zu verlassen. Aus Regierungskreisen in Beirut heißt es, der 65-Jährige, der die französische, die brasilianische und die libanesische Staatsangehörigkeit hat, sei mit einem gültigen französischen Pass in den Libanon eingereist. Nach Angaben der türkischen Chartergesellschaft MNG nutzte Ghosn zwei ihrer Privatflugzeuge, um von Osaka nach Istanbul und dann weiter nach Beirut zu fliegen. Ghosn, der nach wie vor alle Vorwürfe abstreitet, begründet seine Flucht damit, dass ihm die japanische Justiz grundlegende Rechte verwehrt, das Prinzip der Unschuldsvermutung ignoriert und gegen internationale Abkommen verstoßen habe. Aus dem Außenministerium in Tokio hieß es, Japans Regierung sei nun auf Hilfe der libanesischen Behörden angewiesen, da kein Auslieferungsabkommen mit dem Mittelmeerstaat bestehe.

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September 2019: Nissan-Chef Hiroto Saikawa tritt zurück

Hiroto Saikawa, Chef des Renault-Partners Nissan, trat am 16. September 2019 zurück. Das teilte der japanische Autobauer nach einer Sitzung des Verwaltungsrates am Montag, 9. September 2019, in Yokohama mit. Der scheidende Nissan-Chef hatte bereits seine Bereitschaft zum Rücktritt signalisiert. Nun hat der Verwaltungsrat ihn aufgefordert, seinen Posten als Vorstandschef zur Mitte September zu räumen. Saikawa hat dem zugestimmt. Ein Nachfolger solle bis Ende Oktober 2019 gefunden werden. Saikawa stand nach dem Rausschmiss des ehemaligen Renault-Chefs Carlos Ghosn im April 2019 unter dem Druck, die Renault-Nissan-Allianz wieder aus dem Tief zu holen. Im Juli 2019 hatte Saikawa eine Fusion der beiden Marken aber noch als "keine gute Idee" bezeichnet. Vielmehr wolle der japanische Renault-Partner die Konzernführung reformieren. Offenbar kursiert bei Nissan die Ansicht, dass die aktuelle Verflechtung unausgewogen sei. Nun muss die Veränderung der Konzernstruktur ohne Saikawa vorangehen.

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Juni 2019: Frankreich kündigt Anzeige gegen Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn an

Frankreich hat in der Affäre um den Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn rechtliche Schritte angekündigt. Es werde Anzeige erstattet, bestätigte der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am 5. Juni 2019, dem Fernsehsender BFMTV. Wenn der Staat Aktionär eines Unternehmens sei, müsse er sicherstellen, dass dessen Führung gut funktioniere, so Le Maire. Die Justiz müsse dann in der Sache entscheiden. Frankreich hält 15 Prozent an der Renault-Gruppe. Bis wann die Anzeige eingereicht werden solle, sagte Le Maire nicht. Renault hatte bei einer Tochtergesellschaft in den Niederlanden zweifelhafte Ausgaben von zusammen rund elf Millionen Euro entdeckt. Wie der Renault-Verwaltungsrat am 4. Juni 2019 mitteilte, geht es dabei unter anderem um Kosten für Flugreisen des früheren Konzernchefs Ghosn. Auch in den Niederlanden sollten nun rechtliche Schritte gegen Ghosn geprüft werden. Eine Überprüfung der gemeinsamen Tochtergesellschaft mit dem japanischen Partner Nissan bestätigte erste Hinweise, wonach es dort ebenfalls Mängel gab im Hinblick auf die finanzielle Transparenz und Verfahren zur Ausgabenkontrolle.

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