Coronavirus: Auswirkungen auf die Autobranche Die Autobranche in großer Krise

von AUTO ZEITUNG 29.07.2020
Inhalt
  1. Auswirkungen des Coronavirus auf die Autobranche
  2. Autobrache in weltweiter Krisenstimmung
  3. Corona-Krise: So ist die Lage bei BMW
  4. Elektroauto-Hersteller e.Go beantragt Schutzschirmverfahren
  5. FCA-Produktion wieder angelaufen
  6. Ford produziert unter verschärften Hygienemaßnahmen
  7. Tschechisches Hyundai-Werk von Corona betroffen
  8. Nach Corona-Krise wieder Vollproduktion bei Mazda
  9. Mercedes starten Produktionen schrittweise
  10. Corona-Krise: So sieht es beim PSA-Konzern (Peugeot, Citroën, DS, Opel & Vauxhall) aus
  11. Zwölf Renault-Werke von Corona-Krise betroffen
  12. Produktionsstopp: Tesla-Chef Musk will sich Behördenanordnung widersetzen
  13. Toyota hat Werkshallen weltweit geschlossen: Restart ab 11. Mai 2020
  14. Volkswagen-Konzern in der Corona-Krise: Audi, Lamborghini, Porsche, Seat, Skoda & VW
  15. Corona-Krise: VW fährt Produktion nach Restart teilweise wieder herunter
  16. Volvo startet Produktion wieder nach Corona-Pause
  17. Corona: die Lage bei Michelin, Bosch, Continental & ZF

Die Folgen der Coronavirus-Pandemie haben der Autobranche die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg beschert. Zahlreiche Hersteller schlossen ihre Werke und beantragten Kurzarbeit. Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Laut des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ist die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland im ersten Halbjahr 2020 durch das Coronavirus um 35 Prozent auf 1,21 Millionen Einheiten eingebrochen. Für das Gesamtjahr geht der Verband von insgesamt 2,8 Millionen Fahrzeugen aus und damit von einem Rückgang von rund 23 Prozent in Deutschland – vorausgesetzt es kommt nicht zu einer zweiten Welle an Neuinfektionen. Ähnlich stark (minus 24 Prozent) werde der europäische Markt schrumpfen, hieß es. "Der Einbruch der Märkte ist seinem Ausmaß und in seinem globalen Umfang beispiellos", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Das zeigten auch die Zahlen der Beschäftigten in der Autobranche in Deutschland: 814.000 Menschen arbeiteten dem Verband zufolge Anfang April 2020 in der Branche und damit etwa drei Prozent weniger als im selben Monat des Vorjahres. Ohne Kurzarbeit wäre die Lage deutlich dramatischer, betonte Müller: "Von den 814.000 Mitarbeitern ist derzeit jeder zweite in Kurzarbeit", sagte sie. Inzwischen gebe es von den Herstellern erste Signale, dass die Kurzarbeit zurückgefahren werde. Was die höheren Kaufprämien für Elektroautos und eine geringere Mehrwertsteuer bringen und ob sie zu einer Trendwende führen, bleibe abzuwarten, so Müller. Doch es gebe erste Anzeichen, dass sich die vom Coronavirus so stark beeinträchtigte Lage etwas erholen könnte. Ein Indiz ist demnach der Auftragseingang bei den deutschen Herstellern: "Er lag im Inland in den ersten sechs Monaten 2020 zwar noch um 28 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums", teilte der VDA mit. Doch im Juni 2020 habe er inländisch wieder ein Plus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erreicht. Aufträge aus dem Ausland bleiben allerdings weiterhin deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurück. (dpa)

Coronavirus: Tipps für die Hygiene im Auto (Video):

 
 

Auswirkungen des Coronavirus auf die Autobranche

Aufgrund des Coronavirus musste fast die Hälfte der Weltbevölkerung Ausgangssperren, Lockdowns und andere Einschränkungen ihrer individuellen Mobilität hinnehmen. So war es in vielen Ländern im Frühjahr 2020 nicht möglich, ein Auto im Handel zu kaufen oder zuzulassen. Und die Angst vor dem tödlichen Virus sowie die wirtschaftlichen Sorgen ließen die Kauflaune fast auf den Nullpunkt sinken. So brachen die weltweiten Neuzulassungen allein im April 2020 um rund 45 Prozent ein. Für das Autojahr 2020 ergibt der Durchschnitt der wichtigsten Experten-Prognosen einen Absatz von rund 70 Millionen Fahrzeugen – über 23 Prozent weniger als im Vorjahr, in dem 91 Millionen Fahrzeuge zugelassen wurden. Aneinandergereiht würden die weniger verkauften Neuwagen mehr als zweimal um den Äquator reichen. Allein in Deutschland wurden bis Mai 2020 533.000 Autos weniger zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Der April 2020 war mit 120.840 Neuwagen und -61,1 Prozent der schwächste Monat seit 38 Jahren. Die Wiedereröffnung der Autohäuser brachte im Mai 2020 nur eine geringe Verbesserung: Die Diskussion um eine Kaufprämie auch für Verbrenner verschärfte das abwartende Verhalten der Käufer. Für 2020 gehen viele Experten von rund 2,7 Millionen Neuzulassungen aus – ein Minus von einem Viertel. Europaweit steht Deutschland damit noch vergleichsweise gut da: In Italien kamen die Neuzulassungen im April 2020 mit -97,6 Prozent fast vollständig zum Erliegen. 4325 Autos bedeuten den niedrigsten Wert seit Beginn der monatlichen Aufzeichnungen im Jahr 1960. Ebenso wie in Italien galt auch in Frankreich eine strenge Ausgangssperre. Diese führte dazu, dass unser Nachbarland im April 2020 mit -88,8 Prozent den schwächsten Automonat seit 1957 erlebte. Noch schlimmer trafen die Corona-Auswirkungen Großbritannien: Das Land mit den meisten Virus-Opfern in Europa brachte nach einem dramatischen Absatz-Einbruch im April auch im Mai 2020 keinen Fuß auf den Boden: 20.247 Neuzulassungen bedeuten den schwächsten Absatzmonat Mai seit 1952.

 

Autobrache in weltweiter Krisenstimmung

Auch der Automarkt in den USA, weltweit das Land mit den meisten Corona-Infizierten und -Toten, erlebte einen historischen Einbruch. Mit rund 625.000 Neuzulassungen (-53,3 %) war der April 2020 der schwächste Automonat seit über 30 Jahren. Viele Konzerne, darunter die Schwergewichte General Motors, Ford und Fiat Chrysler, stoppten sogar die Veröffentlichung von monatlichen Verkaufszahlen nach Modellen. Zwar gab es keinen landesweiten Shutdown, doch im April 2020 durften Autohändler nur noch in 24 der 50 US-Bundesstaaten öffnen. Besonders dramatisch: Aufgrund der Wirtschaftskrise rechnen Experten mit einem Einbruch der Flottenverkäufe, etwa an Vermieter und Firmen, um die Hälfte. Insgesamt steuern die USA auf nur noch 13 Millionen Neuwagen 2020 zu – statt 17,5 Millionen im Vorjahr. In Indien wurde der Autoverkauf während des landesweit geltenden, strikten Lockdowns vom 23. März bis zum 18. Mai 2020 sogar komplett verboten. So gab es im April 2020 keine einzige Neuzulassung. Und auch der Mai 2020 fiel mit -84,5 Prozent dramatisch aus. In Brasilien ist ebenfalls keine Entspannung bei den Corona-Opferzahlen und auf dem lokalen Automarkt zu erkennen: Der Mai lag wie der April 2020 deutlich im Minus. Hoffnungen auf eine schnelle Erholung macht einzig China, ausgerechnet das Land, in dem die Pandemie ihren Ausgang nahm. Nach -43,3 Prozent im März 2020 drehte der Neufahrzeugmarkt im April bereits leicht ins Plus und lag im Mai bei +11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Regierung in Peking greift dem Absatz dabei stark unter die Arme: So lockerte sie die rigiden Beschränkungen bei der Neuzulassung von Autos in Millionen-Städten wie Peking oder Shanghai und verlängerte die eigentlich auslaufende Elektroauto-Förderung um zwei Jahre. Einzelne Provinzen haben sogar eine Abwrackprämie nach dem deutschen Vorbild von 2009 eingeführt. Zudem sind die Hersteller in China entschlossen, die historische Zäsur mit einem schnellen Ausbau des Online- Autokaufs zu überwinden.

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Corona-Krise: So ist die Lage bei BMW

Bei BMW stand seit dem 18. März 2020 in allen europäischen Werken die Produktion still. Auch die Produktion im südafrikanischen Rosslyn wurde zeitgleich wegen des Coronavirus geschlossen. Das Werk im amerikanischen Spartanburg folgte Ende März 2020. Für rund 20.000 Beschäftigte des Unternehmens in Deutschland wurde Kurzarbeit beantragt. Am stärksten sind davon die Werke in Dingolfing, München, Regensburg und Leipzig betroffen. Am 6. April 2020 wurde mitgeteilt, dass der Produktionsstopp bis zum 30. April 2020 verlängert wird. Grund sei der weitere Rückgang der Nachfrage auf den weltweiten Automobilmärkten. BMW nutzte die Pause für Umbauten in den Werken. So wurden die Produktionsstätten in München und Dingolfing für den Anlauf der Elektroautos i4 und iNext vorbereitet. Anders als in den anderen Werken lief im Motorenwerk in Steyr (Österreich) die Produktion bereits am 18. April 2020 wieder an. Am 24. April 2020 teilte das Unternehmen mit, dass man die übrigen Produktionen schrittweise wieder hochfahren möchte. Den Anfang machten am 4. Mai 2020 das Werk im amerikanischen Spartanburg und das Motorradwerk in Berlin. Am 11. Mai 2020 folgen dann die Werke in Mexiko sowie Dingolfing – in letzterem werden allerdings nur einige 100 statt der üblichen 1500 Autos pro Tag gefertigt. Alles Weitere hänge von der Kundennachfrage ab, erklärt Werkleiter Christoph Schröder. Frühestens am 18. Mai 2020 werden das Stammwerk in München und die Fertigungsstätten in Leipig, Regensburg, Rosslyn (Südafrika) und das Mini-Werk in Oxford wieder produzieren. Am 8. April 2020 teilte BMW außerdem mit, dass man auch Atemschutzmasken produzieren wolle. Diese sollen in den eigenen Werken zum Einsatz kommen, aber auch Pflegern und Ärzten zur Verfügung gestellt werden.

 

Elektroauto-Hersteller e.Go beantragt Schutzschirmverfahren

Der krisengeplagte Aachener Elektroautohersteller e.Go Mobile befindet sich nun in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Aachen habe das Verfahren eröffnet und den bisherigen Vorstand sowie zwei Anwälte als operative Verantwortliche benannt, wie das Unternehmen am 2. Juli 2020 mitteilte. Anfang April 2020 hatte e.Go bereits ein Schutzschirmverfahren zur Rettung des Unternehmens beantragt. Für den Monat Juli 2020 kündigte der Autobauer an, die Produktion und weitere Entwicklungen auszusetzen. Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise hatten die Bänder bei e.Go bereits wochenlang still gestanden. Für betroffene Mitarbeiter habe man nun Kurzarbeit angemeldet – das betrifft nach Angaben einer Sprecherin 80 Prozent der Belegschaft und damit etwa 340 Angestellte. e.Go betonte laut Mitteilung, weiter mit potenziellen nationalen sowie internationalen Investoren zu verhandeln. "Wir sind daher zuversichtlich, mit etwas mehr Zeit eine gute Lösung zu finden", sagte e.Go-Gründer Günther Schuh.

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FCA-Produktion wieder angelaufen

Im FCA-Werk (Fiat-Chrysler-Konzern) Sevel haben am 27. April 2020 rund 6000 Arbeiter die Produktion wieder aufgenommen. Auch konzerneigene Zulieferbetriebe nahmen die Produktion parallel wieder auf. FCA musste wegen der Coronavirus-Pandemie im heimatlichen Italien ordentlich einstecken. Die Schließungen betrafen unter anderem auch die Ferrari-Produktion in Modena. Ebenfalls geschlossen sind die beiden FCA-Produktionsstätten in Polen und Serbien. Um bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie mitzuhelfen, kündigte FCA die Herstellung von mehr als einer Million Atemschutzmasken an. Zudem unterstützen FCA und Ferrari das Unternehmen Siare Engineering bei der Produktion von Beatmungsgeräten.

 

Ford produziert unter verschärften Hygienemaßnahmen

Ford fuhr am 4. Mai 2020 die Produktion in Europa wieder hoch. Damit reagierte man auf die jüngsten Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie. Zunächst sollen die Produktionslinien in Köln, Saarlouis, Valencia und Craiova starten, zu einem späteren Zeitpunkt soll auch die Motorenproduktion in Großbritannien wieder anlaufen. Zunächst konzentriere man sich auf die Produktion bereits bestellter Fahrzeuge. Die Hygienemaßnahmen wurden im Vorfeld der Wiederaufnahme verschärft. Neben einer Masken-Pflicht und einem vergrößerten Mindestabstand soll bei allen Personen die das Werksgelände betreten die Temperatur gemessen werden. Außerdem produziert Ford bis zu 100.000 Schutzmasken pro Tag selbst, um den strapazierten Markt für Schutzausrüstung nicht zusätzlich zu belasten. Die Ford-Werke waren seit dem 19. März 2020 geschlossen. In den stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen USA soll die Produktion von Ford-Fahrzeugen auch bald wieder anlaufen: Der Hersteller teilte am 8. Mai 2020 mit, dass man die US-Produktion ab dem 18. Mai 2020 schrittweise hochfahren will.

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Tschechisches Hyundai-Werk von Corona betroffen

Im tschechischen Werk von Hyundai war die Produktion des i30 seit dem 23. März 2020 ausgesetzt. Hier arbeiten mehr als 2500 Menschen. Die Schließung wurde zwischenzeitlich bis zum 14. April 2020 verlängert, die Angestellten erhielten während der Produktionsunterbrechung 70 Prozent ihres Durchschnittslohns. Am 14. April 2020 liefen die Bänder wie geplant wieder an. Zwei von drei Schichten sollen zunächst unter verschärften Hygienevorschriften arbeiten. Das Gelände wird unter anderem mehrmals täglich desinfiziert, in der Kantine wurden Trennwände installiert.

 

Nach Corona-Krise wieder Vollproduktion bei Mazda

Der japanische Autobauer Mazda kehrt Anfang August 2020 zur Vollproduktion zurück, nachdem die Corona-Krise die Produktion in den eigenen Werken temporär zum Erliegen gebracht hatte. Die Einschränkungen, die die Pandemie des Coronavirus nötig gemacht hatten, enden Ende Juli 2020. Dies betrifft alle Werke in Japan, Mexiko und Thailand, die Modelle für den europäischen Markt produzieren. Das Produktionsniveau soll bei Mazda ab August 2020 wieder auf dem Niveau liegen, das man vor der Pandemie hatte, teilte der Autobauer am 23. Juli 2020 mit.

 

Mercedes starten Produktionen schrittweise

Mercedes leitete die notwendigen Schritte zum Hochfahren der Produktion nach der Zwangspause wegen der Coronavirus-Pandemie ein. Am 20. April 2020 lag der Schwerpunkt zunächst auf der Antriebs- und Getriebetechnik, da die Produktion in anderen Werken auf diesen Bereich angewiesen ist. Es folgte eine schrittweise Aktivierung aller Produktionen, manche zunächst im Einschicht-, andere vom Start weg im Zwei- oder Dreischicht-Betrieb. Um die Gesundheit der Mitarbeiter nicht zu gefährden, hat Daimler einen Maßnahmen-Katalog erarbeitet, der viele Hygienemaßnahmen umfasst. So sollen sich die Mitarbeiter weder in den Umkleiden, noch am Werkstor begegnen. Wer kann, soll weiter im Homeoffice arbeiten. Die weitere Entwicklung werde man von Woche für Woche neu entscheiden, so Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. Seit Mitte März 2020 blieben die Werkshallen der PKW- und Nutzfahrzeugsparte in ganz Europa geschlossen. Zudem beantragte Daimler für viele Mitarbeiter im Zeitraum vom 6. April 2020 bis voraussichtlich Ende des Monats Kurzarbeit. Der Plan umfasst große Teile der Produktion und der Verwaltung. Wie viele der 170.000 Mitarbeiter tatsächlich von den Plänen betroffen sind, war zunächst nicht klar. Dafür verzichten Vorstände und Aufsichtsräte auf einen Teil ihres Gehalts. Für die restlichen neun Monate des Jahres 2020 soll das Grundgehalt um 20 Prozent geringer ausfallen. Zudem hat man sich auf eine Kürzung beim Gehalt der Führungskräfte der obersten drei Ebenen um zehn Prozent in den nächsten drei Monaten geeinigt. Mercedes möchte die Produktion von Medizingeräten unterstützen und unterbreitete der Medizintechnik-Branche ein Angebot, dass man die 3D-Drucker für die Erstellung wichtiger Bauteile nutzen könne. Die Drucker kommen normalerweise im Prototypenbau und der Kleinserienfertigung zum Einsatz.

Derweil hat das Formel 1-Team Mercedes-AMG F1 bei der Adaption einer Atemhilfe geholfen, die in Großbritannien zum flächendeckend zum Einsatz kommen soll. Das kompakte Gerät erleichtert Patienten mit ernsthaften Lungeninfektionen das Atmen. Die Umsetzung erfolgte in weniger als 100 Stunden. Nach einem Test mit 100 Exemplaren soll das CPAP-Gerät (Continuous Positive Airway Pressure) schon bald in großen Stückzahlen produziert werden und bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie helfen.

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Corona-Krise: So sieht es beim PSA-Konzern (Peugeot, Citroën, DS, Opel & Vauxhall) aus

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte der PSA-Konzern (Peugeot, Citroën, DS, Opel & Vauxhall) seit dem 15. März 2020 Werke in ganz Europa geschlossen. Nun teilt er mit, dass es am 4. Mai 2020 erste Neustarts gegeben habe. In Frankreich seien Wiedereröffnungen ab dem 11. Mai 2020 geplant. Beim Kleinwagen-Spezialisten TPCA liefen am Montag, 25. Mai 2020, die Fließbänder an, wie ein Sprecher des Gemeinschaftsunternehmens aus Toyota und französischer PSA-Gruppe mitteilte. In den ersten Tagen sollen die Mitarbeiter intensiv in den neuen Hygienevorschriften geschult werden. In Kolin, knapp 60 Kilometer östlich von Prag, werden die Modelle Toyota Aygo, Peugeot 108 und Citroën C1 hergestellt. Der von Vorstandschef Carlos Tavares geführte Konzern bekam die Folgen der Pandemie bereits deutlich zu spüren. Der Umsatz war in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,6 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro eingebrochen. Der weltweite Absatz war um gut 29 Prozent auf rund 627 000 verkaufte Fahrzeuge zurückgegangen. Am 18. Mai 2020 nahm das erste deutsche Opel-Werk in Kaiserslautern die Arbeit wieder auf. Das Werk in Rüsselsheim nahm Anfang Juni 2020 die Produktion wieder auf.

 

Zwölf Renault-Werke von Corona-Krise betroffen

Der französische Autobauer Renault schloss Mitte März 2020 zwölf Fabriken im Heimatland. Rund 18.000 Beschäftigte waren von den Maßnahmen betroffen. Am 22. April 2020 teilte man mit, dass man damit begonnen habe, die Produktion an verschiedenen Standorten wieder hochzufahren. Dies erfolge schrittweise und mit zunächst nur wenigen Mitarbeitern.

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Produktionsstopp: Tesla-Chef Musk will sich Behördenanordnung widersetzen

Nachdem Tesla-Chef Elon Musk zuvor noch davon gesprochen hatte, dass das Werk im kalifornischen Fremont der Arbeit wie gewohnt nachgehe, musste er jetzt den Behörden nachgeben. Die hatten die Elektro-Fabrik als "nicht lebensnotwendiges Unternehmen" deklariert und damit zum Produktionsstopp beim einzigen Tesla-Werk in den USA beigetragen. Nötigenfalls möchte sich Musk aber über die behördliche Anordnungen hinwegsetzen, um die Produktion sofort wieder anzukurbeln. So twitterte der Firmenchef, dass sogar er selbst an der Produktionslinie sein will: "Wenn jemand festgenommen wird, werde ich darum bitten, dass es nur ich bin."

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Toyota hat Werkshallen weltweit geschlossen: Restart ab 11. Mai 2020

Der japanische Hersteller Toyota hat als Reaktion auf die weltweite Coronavirus-Pandemie wie auch viele andere Hersteller seine Werkshallen geschlossen. Nachdem sich die Situation Ende April 2020 entspannt hat, konnte man zunächst die Produktion in Frankreich und Polen wieder hochfahren. Ab 11. Mai 2020 folgen die Werke in Großbritannien und der Türkei. Die Japaner wollen dabei schrittweise verfahren und strenge Sicherheits- und Hygienevorschriften einhalten. Beim Kleinwagen-Spezialisten TPCA liefen am Montag, 25. Mai 2020, die Fließbänder an, wie ein Sprecher des Gemeinschaftsunternehmens aus Toyota und französischer PSA-Gruppe mitteilte. In den ersten Tagen sollen die Mitarbeiter intensiv in den neuen Hygienevorschriften geschult werden. In Kolin, knapp 60 Kilometer östlich von Prag, werden die Modelle Toyota Aygo, Peugeot 108 und Citroën C1 hergestellt.

 

Volkswagen-Konzern in der Corona-Krise: Audi, Lamborghini, Porsche, Seat, Skoda & VW

Bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm wird die Kurzarbeit mit dem August zwar noch um einen Monat verlängert, im September 2020 dann aber beendet. "Im September läuft der Standort nahezu wieder auf Normalniveau", sagte Andreas Zelzer, Personalleiter Ingolstadt einem Schreiben an die Mitarbeiter zufolge. "Für den September planen wir daher keine Kurzarbeit." Bereits in den vergangenen Wochen kehrten laut Audi sukzessive immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurück. Diese positive Entwicklung setze sich fort, sagte Stefanie Ulrich, Personalleiterin Neckarsulm. Allerdings warnte sie: "Es ist schwer abzuschätzen, ob es – auch in Folge einer möglichen zweiten Corona-Welle – wieder zu Rückgängen in der Nachfrage kommen wird. Wir beobachten die Lage an beiden Standorten weiterhin sehr genau und arbeiten dabei eng mit dem Betriebsrat zusammen." Begonnen hatte die Kurzarbeit bei Audi am 23. März 2020. Das Motorenwerk von Audi im ungarischen Györ nahm bereits am 14. April 2020 wieder seinen Betrieb auf. Im Audi-Stammwerk in Ingolstadt wurde am 11. Mai 2020 an einem Band zum ersten Mal seit Mitte März wieder im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. 

Der Sportwagenhersteller Lamborghini produzierte vorübergehend Atemschutzmasken, die man der Poliklinik S. Orsola-Malpighi in Bologna zukommen lässt. Seit dem 4. Mai 2020 gehören auch wieder Sportwagen zu den Produkten, die vom Band rollen.

Porsche fuhr die Produktion in den Werken in Zuffenhausen und Leipzig am 4. Mai 2020 wieder hoch. Die Produktion ruhte aufgrund der Coronavirus-Pandemie seit dem 21. März 2020. Die Pause wurde wegen Engpässen in den globalen Lieferketten zwischenzeitlich verlängert. Ein umfassender Maßnahmenkatalog soll die Gesundheit der Mitarbeiter schützen und einen kontrollierten Wiederanlauf der Produktion ermöglichen. Parallel hilft das Unternehmen mit der Initiative "Porsche hilft" medizinischen Einrichtungen und spendet im Zuge dessen Geld an Krankenhäuser und Lebensmittel an Tafeln. Das Budget wurde jüngst um fünf Millionen Euro aufgestockt.

Auch in den spanischen VW- und Seat-Werken Martorell und Navarra hat es massive Einschränkungen gegeben. Die Spanier starteten am 1. April 2020 die Produktion von Beatmungsgeräten. Eine Montagelinie für den Seat Leon wurde entsprechend umgerüstet. 150 Mitarbeiter sind für diesen Zweck im Einsatz.

Bei Skoda standen die Fließbänder wegen der Coronavirus-Pandemie länger als ursprünglich geplant. Nach Absprache mit der Konzernmutter und der Gewerkschaft Kovo wird der Produktionsstopp in den drei tschechischen Werken Mlada Boleslav, Vrchlabi und Kvasiny bis zum 27. April 2020 verlängert. Seitdem wird die Produktion schrittweise hochgefahren.

VW hat seine Produktion Ende April 2020 an vielen Standorten wieder hochgefahren. Am 20. April 2020 machte das Volkswagen-Werk in Zwickau den Anfang, zusammen mit der Fertigungsstätte in Bratislava (Slowakei). In Zwickau wird der elektrische Hoffnungsträger ID.3 gefertigt, das Werk in der Slowakei nimmt eine Schlüsselrolle im gesamten VW-Konzern ein, weil hier für fünf verschiedene Marken Modelle gefertigt werden und es bei Bedarf Kapazitäten anderer Fabriken aufnehmen kann. Die Werke in Wolfsburg, Emden und Hannover folgten am 27. April 2020. Neue Hygiene-Regeln und umstrukturierte Schichtpläne sollen den Schutz vor dem Coronavirus maximieren. Gute Nachrichten gibt es auch von den Komponentenwerken in Braunschweig, Salzgitter und Kassel, wo man ebenfalls mit einer Wiederaufnahme der Produktion und den Gruppen-internen Zulieferungen starten konnte. Zeitgleich sollen auch die Werke in Portugal, Spanien, Russland mit der Produktion beginnen. Für Mai 2020 ist noch der Start für Südafrika, Argentinien und Brasilien geplant. Den Anfang machte das argentinische Werk am 18. Mai 2020. Das US-amerikanische Werk in Chattanooga (Tennessee) sollte ursprünglich am 3. Mai 2020 die Produktion aufnehmen. Nach neuerlichen Überlegungen verlängert VW den Produktionsstopp in den USA aber noch einmal – wie lange ist noch nicht bekannt. In Mexiko verschiebt sich die Wiederaufnahme der Produktion ebenfalls. Nach Stand vom 8. Mai 2020 sollen die Bänder am 1. Juni 2020 wieder anlaufen.

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Corona-Krise: VW fährt Produktion nach Restart teilweise wieder herunter

Wegen des Verkaufseinbruchs in der Corona-Krise muss Volkswagen die Arbeit nach dem jüngsten Wiederanlauf stellenweise schon wieder herunterfahren. Im Stammwerk Wolfsburg soll die Produktion des kleinen SUV Tiguan sowie des Touran und des Seat Tarraco demnächst an vier Tagen komplett ruhen. Dies gelte für vier Tage im Monat Mai 2020, hieß es aus Unternehmenskreisen. Auch der neue Golf 8 ist betroffen, hier entfallen an den ausgewählten Tagen aber vorerst nur einzelne Schichten. Zudem soll die Möglichkeit von Kurzarbeit mindestens auf den Zeitraum vom 18. bis 31. Mai 2020 erweitert werden. Angemeldet habe man die Option bei der Arbeitsagentur bis Ende Juni 2020. Etwa ein Drittel der rund 80.000 Beschäftigten, für die in Deutschland bisher eine verringerte Arbeitszeit angezeigt wurde, seien noch nicht zurückgekehrt, heißt es in einem Interview mit dem Manager Arne Meiswinkel im VW-Intranet. Derzeit wird dem Vernehmen nach bei der VW-Kernmarke mit Kapazitäten zwischen 35 und 50 Prozent gearbeitet.

 

Volvo startet Produktion wieder nach Corona-Pause

Auch beim schwedischen Hersteller Volvo lag die Produktion in Schweden, Belgien und den USA bis auf Weiteres still. Rund 25.000 Mitarbeiter waren von den Maßnahmen betroffen. Ende April 2020 liefen die Bänder in Schweden und Belgien wieder an, das Werk in den USA sollte im Mai folgen.

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Corona: die Lage bei Michelin, Bosch, Continental & ZF

Auch Zulieferer und andere Konzerne der Automobilbranche trifft die Pandemie. Der französische Reifenhersteller Michelin schloss Werke in Spanien, Frankreich und Italien. Der weltgrößte Autozulieferer Bosch fuhr an 35 Standorten in Deutschland die Produktion weitestgehend herunter. Ähnliches gilt auch für Continental und ZF.

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