Fahrbericht

Erste Testfahrt im Toyota Hilux: Das kann der neue Pick-up

Seit 58 Jahren bevölkert der Toyota Hilux nicht nur Wellblech-Pisten und Waldwege. Jetzt kommt die neunte Generation, auch als Elektro-Variante. Wir nehmen für die erste Testfahrt im Toyota Hilux 2.8 D 48V Mild-Hybrid Platz.

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Der Toyota Hilux 2.8 D dynamisch im Gelände von schräg vorne links.
Offroad-Kompetenz dank Allradantrieb, 30 cm Bodenfreiheit und 70 cm Wattiefe. Foto: Toyota
Der Toyota Hilux 2.8 D fahrend auf einer Landstraße durch ein Waldstück von schräg hinten links.
Schon auf den ersten Metern beweist der Pick-up einen klar besseren Federungskomfort, als es die blattgefederte hintere Starrachse vermuten lässt Foto: Toyota
Blick auf das Cockpit des Toyota Hilux 2.8 D aus Sicht der fahrenden Person.
Die Pkw-ähnliche Sitzposition und das hochwertigere Interieur sind neu. Foto: Toyota
Das Tachodisplay des Toyota Hilux 2.8 D mit der Auswahl der Fahrmodi im Detail.
Fünf Fahrprogramme unterstützen selbst auf widrigsten Wegen beim Weiterkommen. Foto: Toyota
Blick durch die geöffnete Fahrertüre auf die Vordersitze des Toyota Hilux 2.8 D.
Die Sitze gefallen on- wie offroad mit gutem Komfort. Foto: Toyota
Der Toyota Hilux 2.8 D statisch von schräg vorne rechts mit Matschspritzern in einer Pfütze auf einer Wiese.
Mit Duty, Active, Executive und Invincible (im Bild) gibt es den Hilux in vier Ausstattungslinien. Foto: Toyota
Der Toyota Hilux 2.8 D statisch von schräg hinten rechts auf einer Schotterweg.
Dank 500 Nm Drehmoment entpuppt sich der mit 48-V-Technik mildhybridisierte Selbstzünder als kräftiger „Zieher“, der bis zu 3,5 t Anhängelast bewegen kann. Foto: Toyota

Erste Testfahrt on- und offroad im neuen Toyota Hilux

Seinerzeit, das war 1968, sollte das Kürzel „Hilux“ für den Komfort des damals neuen Toyota-Pick-ups stehen. Auch wenn dieses Thema ob der rustikalen Machart über die Jahrzehnte eher weniger in Erinnerung geblieben ist, verschafften ihm seine Nehmerqualitäten in aller Welt den Ruf, nahezu unzerstörbar zu sein, was die Kundschaft mit bislang über 27 Mio. verkauften Exemplaren honorierte. Der neue Toyota Hilux Nummer neun – ab August 2026 im Handel – soll die Beliebtheit hoch halten, was nach dem ersten Testfahrt-Eindruck zu gelingen scheint. Doch der Reihe nach. 

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Beim Probesitzen finden sich Fahrer:innen in einer Pkw-ähnlicheren Sitzposition als im Vorgänger wieder, blicken auf ein deutlich hochwertigeres Interieur mit hinterschäumten Kunststoffen und genießen schon auf den ersten Metern einen klar besseren Federungskomfort, als es die blattgefederte hintere Starrachse vermuten lässt. Auch akustisch gelang es, nicht nur den rustikalen, 204 PS (150 kW) starken 2,8-l-Turbodiesel gut im Zaum zu halten – auch mit seinen Windgeräuschen fällt der neue Toyota Hilux (2026) für dieses Segment auf der ersten Testfahrt nicht unangenehm auf.

Der Toyota Land Cruiser im Offroad-Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Fährt auch dort, wo für manche zu Fuß nichts mehr läuft

Dank 500 Nm Drehmoment entpuppt sich der mit 48-V-Technik mildhybridisierte Selbstzünder als kräftiger „Zieher“, der bis zu 3,5 t Anhängelast bewegen kann. Auf dem Straßenanteil unserer ersten Testfahrt gefällt die neue elektrische Servolenkung mit einer für diese Fahrzeug-Gattung ordentlichen Präzision. Der Offroad-Kompetenz im neuen Toyota Hilux (2026) dienen 30 cm Bodenfreiheit, ein zuschaltbarer Allradantrieb, eine kurz übersetzte Gelände-Reduktionsstufe, eine Hinterachs-Differentialsperre und eine Bergabfahrhilfe.

Damit geht es auch dort auf Rädern weiter, wo für manche zu Fuß schon nichts mehr läuft. Steilhänge, buckelige Pfade oder Wasserdurchfahrten (Wattiefe 70 cm) sind für den neuen Hilux eher Alltags-Arena statt Angstzone – nicht zuletzt wegen des weiterentwickelten Multi-Terrain Select-Systems mit seinen fünf Fahrprogrammen. 

Hilux erstmals auch als Stromer im Handel

Dem Diesel zur Seite stellt der japanische Hersteller neuerdings eine bis zu 140 km/h schnelle, batterieelektrische Variante (ab 70.210 Euro; Stand: Juni 2026) mit je einem Motor an Vorder- und Hinterachse (Drehmoment vorn: 205,5 Nm, hinten: 268,6 Nm, Systemleistung 144 kW/196 PS). Gegenüber dem Diesel ist der Toyota Hilux BEV genannte Stromer mit seiner flüsterleisen Arbeitsweise vor allem in Sachen Geräuschkomfort klar im Vorteil.

Die gebremste Anhängelast fällt allerdings mit 1,6 t wesentlich geringer aus. Im Gelände gelangt die Kraft dank aufwendiger Regelelektronik jeweils wohlportioniert an die einzelnen Räder. In der Summe lässt sich die Antriebskraft des Pick-up-Stromers bestens dosieren, was das Fortkommen abseits der Straße noch etwas müheloser wirken lässt als mit dem Verbrenner. Das dürfte selbst bei Offroad-Neulingen vorzeitiges Deodorant-Versagen verhindern. 

Auf der Straße soll der NMC-Akku (Nettokapazität: 54 kWh), der geschützt im Leiterrahmen sitzt, für bis zu 257 km Reichweite taugen. Das ist zwar nicht die Welt, dürfte aber beispielsweise für das Fahrprofil kommunaler Betriebe, zum Beispiel Forstbehörden, ausreichen. Top: Auf den Akku gibt Toyota zehn Jahre oder eine Million Kilometer Garantie. Die übrigen Komponenten kommen wie beim Verbrenner in den Genuss der 15-jährigen Werksgarantie. Antriebsseitig denkt Toyota sogar noch weiter und schiebt den Hilux 2028 als Brennstoffzellen-Variante nach. 

Fazit

Allem Anschein nach dürfte auch Hilux Nummer neun den Titel des Helden der Arbeit behalten. Zwar hat er sich vom Lkw-Charme seiner Vorgänger entfernt, seine Kernkompetenzen in Sachen Offroad-Tauglichkeit aber behalten. Gut so!

Technische Daten des Toyota Hilux

AUTO ZEITUNG 13/2026

Toyota Hilux 2.8 D 48 V Mild-Hybrid

Technische Daten

Motor

4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel; 2755 cm³;

48-V-Mildhybrid

Antrieb

6-Stufen-Automatik; Vorderrad

Leistung

150 kW / 204 PS

Max. Drehmoment

500 Nm

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

5320 / 1855 / 1165 mm

Leergewicht / Zuladung

2250 / 1000 kg

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

k. A.

Höchstgeschwindigkeit

176 km/h

Verbrauch auf 100 km

9,8 l D

Kaufinformationen

Grundpreis

53.491 €

Marktstart

August 2026

Alle Daten Werksangaben