Skoda Epiq RS: Die entelektrifizierte Topversion
Eigentlich ist der Skoda Epiq ein Vollzeitstromer. Wenn es nach dem Designer Rostislav Prokop ginge, würde die Baureihe aber von einem heißen Fünfzylinder gekrönt.
Ein Verbrenner-Renner auf Basis des Skoda Epiq
Ein Skoda Epiq mit Doppelauspuff?! Das ergibt absolut keinen Sinn. Die einzigen Abgase, die der Epiq produziert, entströmen den Schloten von Kraftwerken, die den zu seinem Betrieb notwendigen Strom produzieren. Der Tscheche selbst fährt nahezu lautlos und völlig abgasfrei durch die Gegend. Bis auf diesen RS. In der Tat, diese vom Designer Rostislav Prokop erdachte Topversion der neuen Modellreihe würde nicht mit einem E-Motor vom Band rollen, sondern mit einem alten Bekannten aus dem VW-Konzernregal, dem famosen 2,5-l-Fünfzylinder, der nur noch im Audi RS3 zum Einsatz kommt.
Und auch dort ist sein Karriereende absehbar, denn er wird nicht mehr modifiziert, um der Norm Euro 7 gerecht zu werden. Ein Trauerspiel, das Prokop zu Recht beklagt. Dabei hätte sein „Epiq RS“ durchaus das Zeug dazu, im Skoda-Konfigurator Klicks zu generieren. Der tschechische Pixelkünstler hat den Epiq nicht nur schrill angemalt, sondern auch im Stile des Herstellers tiefergelegt und die Radhäuser gründlich aufgepolstert. Dabei hält er sich strikt an den in Mladá Boleslav gültigen Wertekanon, Modern Solid genannt. Selbst das RS-Logo und die Abdeckungen der Radnaben entsprechen bis ins Detail den wirklich existierenden RS-Versionen.
Der Skoda Epiq im Video

Der Frontantrieb bekäme bei den 400 PS des Fünfzylinders vermutlich Probleme
Vielleicht gäbe es sogar eine reale Nachfrage nach dem Verbrenner-Renner. Denn das offizielle Modellprogramm des Epiq bleibt zumindest bis auf Weiteres auf die maximal 155 kW (211 PS) des Epiq begrenzt. Das toppt der Fünfender mit seinen 400 PS (294 kW) schon knapp über Leerlaufdrehzahl. Halbwegs vernünftig bewegt dürfte auch die Reichweite des Epiq RS deutlich länger ausfallen als die maximal 440 km des Epiq 55 mit E-Antrieb. Ganz zu schweigen von der radikal verkürzten „Ladezeit“ an der Zapfsäule. Mit Vernunft kommt man dem Wunsch nach einem RS mit humpelnder Zündfolge aber nicht bei.
Die Plattform MEB+ des Stromers wäre nämlich überhaupt nicht geeignet, um ihr einen Verbrenner zwischen die Vorderräder zu packen. Zudem wäre der Frontantrieb von der Kraft und Herrlichkeit des Fünfzylinders vermutlich heillos überfordert. Außerdem hat das Skoda-Management nicht wirklich die Wahl, den CO2-Ausstoß der Modellpalette zu senken. Das ist eine gesetzlich verankerte Notwendigkeit. Aber das sollte niemanden vom Träumen abhalten. Mit dem Enyaq und dem Elroq RS gibt es immerhin zwei Elektro-Tschechen mit Sportambitionen. Vielleicht ringt man sich ja bei Skoda auch zu einem echten Epiq RS durch. Mit dem richtigen Soundgenerator dann auch gerne mit röhrendem Fünfzylinder-Gebrabbel.
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