Testfahrt im Jeep Compass 4xe: So viel Offroad kann das SUV
Schon bevor es mit dem neuen Recon ins schwere Gelände geht, bringt Jeep mit dem Compass 4xe 2026 einen erstaunlich talentierten Alltags-Offroader. Eine Testfahrt!
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Erste Testfahrt im neuen Jeep Compass 4xe
Braucht die Welt noch einen umgelabelten Opel Grandland oder Peugeot E-5008? Das ist mit Blick auf den 2026er Jeep Compass und dessen STLA Medium Plattform eine berechtigte Frage. Spätestens bei der elektrischen Allradversion 4xe allerdings wird klar, dass er sich mit den Stellantis-Geschwistern lediglich die technische Basis teilt.
Ein eigens für Jeep entwickelter Heckmotor mit 14:1-Reduktion bringt neue Farbe ins Spiel und sorgt in Zusammenarbeit mit dem vorderen Motor für amtliche 276 kW (375 PS) Systemleistung – 50 PS (37 kW) mehr als die Grandland- und E-5008-Topvarianten. Die Batterie fasst netto 96,1 kWh und soll der Topvariante so WLTP-Reichweiten von bis zu 606 km ermöglichen. Relativ enge Grenzen setzt die Plattform hingegen bei der Ladeleistung: maximal 160 kW Gleichstrom.
Der Compass im Gelände
Mindestens eine Schippe losen Mutterboden legt Jeep dafür beim Chassis drauf. Bei Bodenfreiheit und Watfähigkeit addiert der 4xe mit 210 respektive 480 mm jeweils einen Zentimeter auf die bereits robusten sonstigen Compass-Varianten. Dazu kommen Unterfahrschutze sowie solide Böschungswinkel von 28° vorne und 31° hinten.
Und unsere erste Testfahrt auf dem Offroad-Parcours zeigt tatsächlich: Der neue Jeep Compass 4xe kann weit mehr als nur (überraschend komfortabel) über Feldwege rollen. Tiefe Gräben oder Steinfelder meistert das SUV genauso einwandfrei wie Buckelpisten, auf denen diagonal die gegenüberliegenden Räder zeitgleich in der Luft stehen – die Verwindungssteifigkeit ist beeindruckend. Der Compass ist vielleicht kein Vollblut-Offroader, aber definitiv mehr als ein SUV mit Kunststoffbeplankung und liefert vor allem abseits befestigter Straßen Fahrspaß.
Auf der Straße gefällt der Jeep mit einem spontanen und mehr als potenten Antritt, besonders im Sport-Fahrmodus. Die offroad-lastige Auslegung des Fahrwerks allerdings sorgt bei sportlicher Fahrweise für Schaukelbewegungen – trotz reichlich Leistung empfiehlt sich der Jeep auf Asphalt also eher für entspannte Touren. Im Alltag dürfte das kaum stören.
Der Peugeot E-5008 im Fahrbericht (Video)

Typisch Jeep: Pragmatisches Interieur
Der neue Jeep Compass arbeitet serienmäßig mit einem 10,25-Zoll-Kombiinstrument und einem 16-Zoll-Touchscreen. Der breitformatig ausgelegte Zentralbildschirm ist in mehrere Segmente unterteilt, was der Übersichtlichkeit zugutekommt. Darunter befindet sich eine Reihe physischer Tasten etwa für die Klimabedienung oder einen Shortcut zum Homescreen. Dabei handelt es sich um eine einzelne Leiste für mehrere Tasten, die beim Drücken dennoch physische Rückmeldung liefert.
Uneingeschränkt gefallen bei unserer Testfahrt der saftig arbeitende Gangwahl-Drehregler sowie der Fahrmodus-Wahlhebel in der Mittelkonsole, auch der reichlich vorhandene und flexibel einsetzbare Stauraum samt Anti-Rutsch-Matten passt zum Jeep. Das geräumige Zusatzfach vor dem Beifahrersitz vermittelt nicht nur pragmatisches Flair, sondern ist tatsächlich eine Bereicherung. Da lässt sich auch über den großflächigen Einsatz von Kunststoff mit teilweise fragwürdigen Schnittkanten hinwegsehen.
Ausstattung & Preise des Jeep Compass
Auch abseits vom Geländeeinsatz hat der neue Jeep Compass praktische Qualitäten zu bieten: Im Fond kommt man auch als Großgewachsener unter und der 515 l fassende Kofferraum ist gut nutzbar – die bewährten SUV-Qualitäten der Konzernplattform hat der Jeep also trotz eigener Ausrichtung geerbt.
Angeboten wird der 4xe ausschließlich in den gehobenen Ausstattungen Upland und Overland ab 54.900 respektive 58.400 Euro, wobei 360-Grad-Kamera, seitliche Parksensoren, elektrische Heckklappe oder Panorama-Glasdach hier wie dort aufpreispflichtig sind. Serienmäßig an Bord sind dafür etwa 19-Zöller, ein fixer Abschlepphaken hinten oder eine Dachreling. Als Basis-Mildhybrid (145 PS/106 kW) startet er bei 39.900 Euro (Alle Preise: Stand Juli 2026).
Fazit
Mehr als Stellantis-Einerlei: Als elektrischer Allradler 4xe beweist der Jeep Compass eindrucksvoll, wie viel Offroad auch mit Konzerntechnik möglich ist, ohne dabei die Alltagstauglichkeit und ein SUV-würdiges Platzangebot aus den Augen zu verlieren. Wer also auf der Suche ist nach einem elektrischen Offroad-Statement für Waldausflüge und Wocheneinkauf ist, dürfte hier fündig werden. Kleinere Schwächen verzeiht man dem Jeep gern.
Technische Daten des Jeep Compass 4xe Elektro
AUTO ZEITUNG 15/2026 | Jeep Compass 4xe Elektro |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | zwei permanenterregte Synchronmaschinen |
Antrieb | Konstantübersetzung; Allrad |
Leistung | 276 kW / 375 PS |
Max. Drehmoment | 345 Nm vorne, 232 Nm hinten |
Kapazität / Spannung | 96,1 kWh (netto) / 400 V |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4587 / 1936* / 1667 mm |
Leergewicht (EU) | 2347 kg |
Kofferraumvolumen | 515 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 5,4 s |
Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 19,5 – 20,7 kWh |
Reichweite | 571 – 606 km |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 54.900 € |
Alle Daten Werksangaben; *Breite mit angeklappten Außenspiegeln | |



















