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Alle Tests zum Ioniq 6

Neuer Ioniq 6 (2022): Erste Testfahrt So fährt sich der Ioniq 6

Thomas Geiger 05.10.2022
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Ioniq 6 (2022)
  2. Kommoder Langstreckenläufer
  3. Technische Daten des neuen Ioniq 6 (2022)

Hyundai schickt den neuen Ioniq 6 (2022) als windigen Fließheckbruder des Ioniq 5 ins Rennen. Kann die elektrische Limousine auf der ersten Testfahrt halten, was die schnittigen Proportionen versprechen? Die AUTO ZEITUNG gibt die Antwort.

Die erste Testfahrt mit dem neuen Ioniq 6 (2022) zeigt uns nicht nur die Faszination des Stromers, sondern auch die seiner Heimat Seoul (Südkorea). Wenn es Nacht wird im Seoul, dann treiben sie es in Korea nämlich bunt. Nicht umsonst wurde hier in den Hochhausschluchten der Hauptstadt der schillernde Gangnam Style geboren. Und mittendrin fährt nun ein Auto, das mit den Neonreklamen um die Wette strahlt. Daheim in Südkorea beginnt Hyundai im Oktober 2022 mit der Auslieferung des Ioniq 6. Und wo er auftaucht, wird jede Straße zum Rotlichtbezirk – so gleißend hell strahlt der von innen illuminierte Spoiler, den das Designteam der elektrischen Limousine aufs Heck gezeichnet hat. Doch so viele Blicke der Flügel auch fängt, dient er nicht nur der Effekthascherei. Vielmehr ist er Teil eines aerodynamischen Gesamtkunstwerks, das den Ioniq 6 zu einem Vorbild der elektrischen Effizienz machen soll. Mit vielen kleinen und großen Kniffen, einem fast tropfenförmigen Design aus dem Windkanal und eben dem doppelten Flügel am Heck haben die Verantwortlichen den cw-Wert der 4,85 Meter langen Coupé-Limousine gegenüber dem Ioniq 5 von 0,29 auf 0,21 gedrückt. So steigert sich die Reichweite beim identischen Antrieb um gut 20 Prozent auf bestenfalls 614 Kilometer. Und weil er zur Markteinführung im Frühjahr 2023 nicht viel mehr kosten soll als der Ioniq 5 und damit unter 45.000 Euro starten dürfte, wird er zur bezahlbaren Alternative zu windschnittigen Luxusgleitern wie dem Mercedes EQS, dem Tesla Model S oder dem eher konventionellen BMW i4 als einziger Limousine in dieser Liga. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Der Ioniq 6 (2022) im Video:

 
 

Erste Testfahrt mit dem neuen Ioniq 6 (2022)

Aber nicht nur der Auftritt des neuen Ioniq 6 (2022) ist anders, auch beim Ambiente geht das Elektroauto seinen eigenen Weg – auch wenn er genau wie sein Vetter Ioniq 5 auf ein nachhaltiges Materialkonzept setzt und entsprechend viel graues Recycling-Plastik zur Schau stellt. Der kreative Eigensinn beginnt beim digitalen Cockpit, das wie auf einer Tragfläche schwebt, an deren Ende die Bildschirme für die Videokameras anstelle der Außenspiegel sitzen. Er führt über die wie ausgeschälten Türtafeln für einen luftigen Raumeindruck und endet bei den vielen pfiffigen Anlagen wie etwa der Handyschalen in den hinteren Türgriffen. Ein paar clevere Petitessen sind aber auch nötig, um die Nachteile auszugleichen, die mit der flachen Form einhergehen und schon bei der ersten Testfahrt zu bemerken sind. Denn während der Ioniq 5 als Bauhaus-SUV ein Raumwunder ist, geht's im Ioniq 6 nicht ganz so großzügig zu. Die Kniefreiheit ist bei 2,95 Metern Radstand zwar relativ üppig, doch der Kopfraum wird in der zweiten Reihe schon etwas knapper. Auch der Kofferraum ist eher durchschnittlich und leidet obendrein unter der kleinen Klappe. Immerhin hat es auch unter der flacheren Haube noch für einen kleinen Frunk gereicht. So frisch und neu die Erscheinung ist, so vertraut ist mittlerweile die Technik. Denn nach Ioniq 5, Kia EV6 und Genesis GV60 ist der neue Ioniq 6 (2022) im Konzern bereits das vierte Auto auf der e-GMP-Plattform und nutzt die vom 5 bekannten Konfigurationen: Es gibt einen kleinen Akku mit 58 kWh und einen Heckmotor von 125 kW (170 PS) oder den großen Akku mit 77,4 kWh und immer zwei Motoren mit wahlweise 168 kW (229 PS) oder 239 kW (325 PS). Alle Varianten haben eine Betriebsspannung von 800 Volt und laden mit bis zu 350 kW, sodass bestenfalls binnen 18 Minuten ein Füllstand von 80 Prozent erreicht ist.

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Kommoder Langstreckenläufer

Aus all diesen Gründen macht der neue Ioniq 6 (2022) bei der ersten Testfahrt einen fast schon vertrauten Eindruck, beschleunigt spontan und schnell, rekuperiert auf Knopfdruck so stark, dass man ihn auch ohne Bremse fahren kann und erweist sich im nächtlichen Straßengewühl von Seoul als ausgesprochen handlich für ein fast fünf Meter langes Auto. Nur die Federung ist mit den unzähligen Temposchwellen schwer gefordert, aber rund 2,5 Tonnen lassen sich nur schwerlich auf Wolken betten. Erst recht nicht, wenn lediglich eine Stahlfeder zum Einsatz kommt. Draußen vor der Stadt allerdings wird der neue Ioniq 6 (2022) zum kommoden Langstreckenläufer – und macht dabei zudem mehr Tempo. Oder würde es zumindest tun, wenn in Korea nicht grundsätzlich und überall bei 100 km/h Schluss wäre: Denn während der Ioniq 5 bei 160 den Stecker gezogen bekommt, hat der Sechser Auslauf bis 185 km/h. Wer nun glaubt, die Kreativität von Hyundai ist bald erschöpft, belehrt die Marke spätestens 2024 eines besseren – und beweist mit dem Ioniq 7 dann wahre Größe. Als XXL-SUV bringt der dann noch mal ganz andere Farben in die Nacht von Seoul.

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Technische Daten des neuen Ioniq 6 (2022)

AUTO ZEITUNGIoniq 6
Technische Daten
Motor2 permanenterregte Synchronmaschinen
Getriebe/AntriebKonstantübersetzung; Allrad
Gesamtleistung239 kW/325 PS
Max. Drehmoment605 Nm
Batterie-Kapazität77,4 kWh
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4855/1880/1495 mm
Leergewicht/Zuladungk.A.
Kofferraumvolumenk.A.
Fahrleistungen (Werksangaben)
Beschleunigung (0-100 km/h)5,1 s
Höchstgeschwindigkeit185 km/h
Verbrauch auf 100 kmk.A.
Reichweite614 km
Kaufinformationen
Basispreis (Testwagen)k.A.
MarktstartHerbst 2022

Thomas Geiger Thomas Geiger
Unser Fazit

Mit dem neuen Ioniq 6 (2022) zeigt Hyundai bei der ersten Testfahrt, dass der elektrische Erfolg der Marke keine Eintagsfliege ist. Im Gegenteil: Auch wenn er nicht ganz so praktisch und geräumig ist wie der Ioniq 5, haben sie beim Sechser sogar nochmal nachgelegt – mit mehr Effizienz für mehr Reichweite und mit mehr Ideen für das Leben an Bord. Das schürt die Neugier auf den Ioniq 7.

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