Neuer Honda Civic (2017): Erste Testfahrt (Update!) So fährt sich der neue Civic (Diesel)

von Thomas Geiger 30.01.2018
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit neuem Honda Civic (2017)
  2. Neuer Honda Civic (2017) mit drei Motoren
  3. So fährt sich der neue Civic Diesel

Der neue Honda Civic  (2017) zeigt sich deutlich erwachsener und fahraktiver. Auch als Diesel überzeugt der Japaner, der in der Auseinandersetzung mit dem Klassenprimus mit einer reichhaltigen Sicherheitsausstattung lockt.

Der neue Honda Civic (2017) bringt sich in Stellung für das ewige Ringen mit Golf & Co. Mehr denn je als Weltmodell ausgelegt, sieht die zehnte Generation des neuen Civic dabei nicht mehr ganz so abgehoben aus wie der futuristische Fremdling von 2011. Dafür sprengt der Fünftürer mit ein paar Zentimetern mehr Breite und 15 Zentimeter mehr Länge (4,52 Meter) fast schon die Grenzen seiner Klasse. Das gilt auch für den Preis, der angesichts einer konkurrenzlos üppigen Sicherheitsausstattung und einem ungewöhnlich starken Basis-Motor erst bei 19.990 Euro beginnt. Die wichtigste Änderung beim neuen Civic ist unmittelbar beim Einsteigen zu spüren: Honda hat die Sitzposition um gute drei Zentimeter abgesenkt und den Fahrer so wieder ins Zentrum des Geschehens gerückt. Hat man sich im Vorgänger noch ein wenig abgehoben gefühlt, liegt der neue Honda Civic (2017) jetzt deutlich besser in der Hand. So lernt der Fahrer auch zu schätzen, was die Entwickler an Fahrwerk, Lenkung und Karosseriesteifigkeit des neuen Kompakten getan haben. Präzise, unerschütterlich und bis in hohe Geschwindigkeiten berechenbar sei der neue Civic, sagt Projektleiter Mitsuru Kariya und schwärmt von seinen Topspeed-Testfahrten auf der deutschen Autobahn.

Neuheiten Honda Civic (2017)
Honda Civic (2017): Preis, Motoren & Crashtest  

Civic jetzt auch als Diesel

Fakten zum Honda Civic im Video:

 
 

Erste Testfahrt mit neuem Honda Civic (2017)

Zwar versteht sich der neue Honda Civic (2017) jetzt mehr als Fahrerauto denn als Familienkutsche – büßt zugunsten der tieferen Sitzposition beispielsweise seine "Magic Seats" (hochklappbare Sitzfläche) im Fond ein –, unpraktisch ist der Wagen aber trotzdem nicht. Im Gegenteil: Bei 2,70 Metern Radstand sitzt es sich in der zweiten Reihe besser als bei den meisten Konkurrenten. Auch der Kofferraum mit dem pfiffigen, an der Seite befestigten Rollo fasst in dieser Klasse annähernd unerreichte 478 Liter. Und Details wie die riesige Mittelkonsole mit ihrem variablen Innenleben machen den neuen Honda Civic zum Liebling der Kleinteil-Logistiker. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass andere Ablagen unter dem mittlerweile wieder etwas konventionelleren Digital-Cockpit kaum zu erreichen, geschweige denn einzusehen sind. Gegen Golf & Co möchten die Japaner insbesondere mit dem umfangreichen Paket an Assistenzsystemen punkten. Wo bei der Konkurrenz oft schon für den Totwinkel-Warner extra bezahlt werden muss, fliegt beim neuen Honda Civic (2017) ein ganzes Heer von Schutzengeln mit: Sie helfen bei der Spurführung, warnen vor anderen Fahrzeugen, halten den Abstand und richten das Tempo nicht nur am Vordermann aus, sondern auch an den aktuellen Tempolimits, die mit der Verkehrszeichenerkennung eingelesen werden.

Honda Civic
Die Motoren im neuen Civic sind drehfreudig und haben Biss! © Honda
 

Neuer Honda Civic (2017) mit drei Motoren

Dass Honda nicht viel auf die Konventionen in der Kompaktklasse gibt ist nicht zuletzt auch unter der Haube zu sehen: Die Auswahl der Motoren ist nicht nur ungewöhnlich klein, sondern deren Leistungsniveau auch ungewöhnlich hoch. Schon das Basistriebwerk, der Einliter-Dreizylinder mit dem für diese Bauart üblichen Schnattern, kommt auf 129 PS und geht mit bis zu 200 Newtonmeter Drehmoment zu Werke, die auf einem imposant breiten Band von 1500 bis 5000 Touren abgerufen werden können. Der 1,5 Liter große Vierzylinder, der als vorerst einzige Alternative angeboten wird, hat gleich 182 PS und will mit bis zu 240 Newtonmeter punkten. Die Motoren sind drehfreudig wie man es von Honda kennt, haben ordentlich Biss und selbst das stufenlose CVT-Getriebe, das es als Alternative zur knackigen Sechsgang-Schaltung gibt, macht im neuen Civic mehr Spaß als bei vielen andere Asien-Marken. Nur sonderlich sparsam ist der neue Honda Civic (2017) nicht. Während er mit Spitzengeschwindigkeiten zwischen 200 und 220 km/h viele Konkurrenten aussticht, kommt er ohne Diesel oder Sparbenziner bei Werten zwischen 4,7 und 6,1 Litern in der Öko-Wertung nicht weit.

 

So fährt sich der neue Civic Diesel

Ein Jahr nach dem Start reichen die Strategen den neuen Honda Civic (2017) auch als Diesel nach. Rund 1400 Euro teurer als der Benziner, gibt es einen 1,6-Liter-Motor, der mit dem Aggregat aus dem Vorgänger nur noch die Grundkonstruktion gemein hat. "Wir haben alles getan, um das Triebwerk sauberer und sparsamer zu machen", sagt einer der Entwickler und zählt eine lange Liste von innermotorischen Details auf, die bei neuen Stahlkolben beginnt und bei der "Super-Plateauhonung" noch lange nicht zu Ende ist. Außerdem fährt der Civic mit einem NOX-Katalysator, der kein AdBlue und deshalb keine verkürzten Service-Intervalle braucht. Dass man in einem Diesel fährt, merkt man eigentlich nur beim Tanken. Schließlich geht der Verbrauch um 1,3 auf 3,5 Liter zurück und die Reichweite steigt im Gegenzug auf mehr als 1300 Kilometer. Zwar hat der Motor mit seinen 120 PS weniger Leistung als der 1,0-Liter-Dreizylinder von 129 PS, doch dafür entwickelt er ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmeter und tritt mit entsprechend viel Druck an: Kraftvoll aber kultiviert, leise und für seine Selbstzünder überraschend drehfreudig, wuchtet er den neuen Honda Civic (2017) deshalb in 9,8 Sekunden auf Tempo 100 und schafft bei Vollgas immerhin 201 km/h. Zwar ist Honda davon überzeugt, dass der Dieselanteil in Zukunft weiter sinken wird, doch weil es für den Civic auf absehbare Zeit weder einen Hybrid noch einen E–Motor geben wird, rechnen die Japaner selbst zum Ende der Dekade noch mit einem Verkaufsanteil von etwa einem Drittel.

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