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Neuer BMW i4 (2021): Erste Testfahrt Erste Testrunden im neuen BMW i4

von Sven Kötter 02.06.2021

Mit dem neuen BMW i4 (2021) intensiviert der Münchener Autobauer noch 2021 seine E-Auto-Offensive – ein guter Zeitpunkt für eine erste Testfahrt mit zwei Prototypen der Modelle eDrive40 und M50!

Die Prototypen des neuen BMW i4 (2021) geben sich auf der ersten Testfahrt noch ganz verschwiegen – das gilt sowohl für das abgeklebte Design als auch für die komponierte Soundkulisse von Hans Zimmer, die hier noch nicht hörbar ist. Wir gehen mit eDrive40 und M50 auf die abgesperrte Teststrecke sowie auf öffentliche Straßen. Dabei fangen wir maximal bodenständig an: BMW eDrive40 lautet die Bezeichnung des heckgetriebenen Gran Coupés. 250 kW leistet der Elektromotor an der Hinterachse, was in alter Währung 340 PS entspricht. Genügend Schmalz, um den Fünftürer souverän anzutreiben. 100 km/h sollen in unter sechs Sekunden fallen, womit wir uns ungefähr auf dem Niveau des seligen M3 der Generation E46 bewegen. Vorteil E-Antrieb: Hier liegen 430 Newtonmeter vom Start weg an. Massig Drehmoment, um das üppige Leergewicht von über zwei Tonnen vergessen zu lassen. Doch BMW muss sich da messen lassen, wo die Kilo der Fahrdynamik hinderlich werden könnten: in Kurven. Schließlich propagieren die Münchener:innen vollmundig: "Nur schnell geradeaus beschleunigen, das reicht bei BMW nicht." Also werfen wir den i4 bewusst ungehobelt in die erste Kurve. Das Ergebnis ist erstaunlich: Das Fahrwerk des i4 eDrive40 ist schon jetzt derart fein abgestimmt, dass es nicht nur die bewegte Masse in den Hintergrund rücken lässt, sondern dass es auch vom Start weg ein Grundvertrauen ins Auto vermittelt. Das Fahrverhalten ist hecklastig, doch grobes, wenig dynamisches Übersteuern verkneift sich der Elektro-Bayer gekonnt. Viel mehr kann man den neuen BMW i4 (2021) in dieser Konfiguration feinnervig und ohne viele Testkilometer vorab sehr schnell und sicher bewegen. Mehr zum Thema: Das ist das BMW 4er Gran Coupé

Elektroauto BMW i4
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Der BMW i4 im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen BMW i4 (2021)

Wie soll die erste Testfahrt im neuen BMW i4 (2021), Modell eDrive40, noch getoppt werden? "M50" lautet die Antwort. Ohne diesen direkten Vergleich hätten wir beim eDrive40 tatsächlich nichts vermisst. Doch das M Performance-Modell legt spürbar eine Schippe darauf: Zwei E-Motoren, jeweils einer pro Achse, summieren sich zu einer Systemleistung von 400 kW (544 PS) im Overboost, die alle Spekulationen vorab übertrifft. Kleines, aber feines Detail: Der Motor an der Hinterachse ist mit 230 kW (313 PS) exakt 40 kW stärker als sein Pendant an der Vorderachse. Das Ergebnis ist eine hecklastige Kraftverteilung des elektronischen Allradantriebs. Die Traktion des M50 ist großartig: Der Elektro-M verbeißt sich derart in den Asphalt, dass er den Standardsprint in rund vier Sekunden abhakt und damit nur unwesentlich langsamer als der ähnlich starke, aber leichtere M4 der aktuellen Generation ist. Dass BMW die Vorteile des E-Antriebs verstärkt in Fahrdynamik ummünzt, beweist das breite Grinsen des anwesenden Fahrwerk-Ingenieurs. Ein niedriger Schwerpunkt und frei werdender Bauraum elektrisierte die Entwicklungsabteilung förmlich. Diese Passion, mit der der BMW i4 M50 Kurven regelrecht aufsaugt, dürfte auch E-Auto-Kritiker:innen verstummen lassen. Trotz des im Prototyp fehlendem Sound sowie Verbrenner-typischem Feedback in den Pedalen fühlen wir uns maximal ins Fahrgeschehen eingebunden. Die wirkliche Überraschung ist der zeitgleich bemerkenswert gute Fahrkomfort. Sowohl eDrive40 als auch M50 sind keine brettharten Sportwagen. Beide liegen mit ihrem adaptiven Fahrwerk satt, aber komfortabel auf der Straße. Den Verbrauch konnten wir auf der ersten Testfahrt nicht messen – die Instrumente waren größtenteils abgehangen. Glaubt man den Werksangaben, kommt der neue BMW i4 (2021) mit seiner 81 Netto-kWh fassenden Batterie als eDrive40 bis zu 590 und als M50 bis zu 510 Kilometer weit. Die maximale Ladeleistung beträgt bei dreiphasigem Wechselstrom 11 und bei Gleichstrom 200 kW. An Schnellladern soll der Akku in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladbar sein. Mehr zum Thema: Das BMW 4er Coupé im Fahrbericht

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Neuer BMW i4 (2021) als eDrive40 und M50

Der neue BMW i4 (2021) teilt sich die Karosserie mit dem kommenden 4er Gran Coupé. Dementsprechend fallen die Vorzüge und Nachteile aus. Fünf Türen erhöhen die Alltagstauglichkeit gegenüber den klassischen 4er-Modellen, die Coupé-hafte Dachlinie fordert allerdings ihren Tribut im Fond. Hier ist es zwar nicht eng, aber eben auch nicht üppig. Die Passagier:innen der ersten Reihe werden jedenfalls nicht über Platzprobleme klagen – sie werden viel mehr vom neuen Cockpitlayout abgelenkt. Zwei elegant gebogene Displays bauen sich vor dem:der Fahrer:in auf. Weil BMW weiterhin auf den Dreh-Drück-Steller vertraut und parallel auch eine Sprach- und Touchscreen-Steuerung anbietet, ist kein zusätzliches Studium der Bedienungsanleitung nötig. Beeindruckend ist die GPS- und Sensor-unterstützte Rekuperation des neuen BMW i4 (2021), die im Hinblick auf maximale Effizienz selbstständig entscheidet, ob gesegelt oder verstärkt rekuperiert werden sollte. Das funktioniert auf der ersten Testfahrt reibungslos – etwa vor Kreisverkehren oder hinter vorausfahrenden Autos. Mehr zum Thema: Das BMW 4er Coupé mit M Performance Parts

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von Sven Kötter von Sven Kötter
Unser Fazit

Dass BMW seit dem i3 die Elektromobilität größtenteils verschlafen hat, machen Produkte wie der neue BMW i4 (2021) souverän wieder wett. Dass dieser auf einer Mischplattform steht, ist keinesfalls ein Nachteil: Sowohl eDrive40 als auch M50 überzeugen auf der ersten Testfahrt mit Prototypen durch ein fahraktives Wesen und die BMW-typische Freude am Fahren. Nachteile aufgrund der E-Auto-Technik, etwa Einbußen beim Platzangebot, sind nicht auszumachen. Die Preise sind allerdings selbstbewusst: Der eDrive30 kostet mindestens 58.300 Euro und der M50 startet bei 69.900 Euro (Stand: Juni 2021).

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