Alle Tests zum BMW 4er

Neuer BMW 4er (2020): Erste Testfahrt BMW macht den 4er scharf

von Johannes Riegsinger 02.06.2020

Der neue BMW 4er (2020) soll noch sportlicher als die 3er Limousine werden. Bei einer ersten Testfahrt in den Vorserienmodellen von M440i xDrive und 430i sDrive erfahren wir, wieviel Dynamik BMW tatsächlich injiziert hat.

Bayern zeigt sich nicht nur wettertechnisch von der besten Seite: Wir sitzen in der jüngsten Generation des kommenden BMW 4er (2020) Coupé und unternehmen eine erste Testfahrt. 374 PS, Biturbo-Sechszylinder, Allradantrieb, voller Name: BMW M440i xDrive. Hinter uns wird München kleiner, es geht auf der Autobahn nach Norden gewaltig vorwärts. Lose Zipfel der schwarz-weißen Tarnfolie flattern leise im Fahrtwind, ansonsten herrscht Ruhe im Vorserienfahrzeug. Der 4er im sämigen M-Trimm ist ein mächtiger Autobahn-Vollstrecker, so viel ist schon klar. Aber um das herauszufinden, sind wir nicht hier. Wirklich interessieren tun uns die kleinen Sträßchen durch die Holledau. Kuppen, Winkel, Bögen, Haken – hier muss ein Auto extrem handlich, fahrstabil und vielseitig sein. Zwischen den Hopfen-Äckern, Wiesen und Waldstücken trennt sich die Spreu vom Weizen. Vor allem, wenn vorneweg ein Z4 fegt mit einem engagierten BMW-Entwicklungsfahrer am Steuer. "Ich schau immer wieder mal in den Rückspiegel, ob du noch da bist", hat er gesagt. Und gelächelt. Na, der soll sich wundern. Doppelklick auf die Sport-Taste: Sport Plus aktiviert und Feuer im neuen BMW 4er (2020). Mehr zum Thema: Das kann der BMW M340 mit Dieselmotor

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Erste Testfahrt mit dem neuen BMW 4er (2020)

Der Sechszylinder drückt den neuen BMW 4er (2020) heftig vorwärts, ein elektrischer Boost von bis zu elf PS aus dem Riemen-Starter-Generator im 48-V-Mild-Hybrid-System schiebt zusätzlich, die Achtstufen-Automatik flippt spontan und präzise durch die Gänge. Und jetzt kommen die Kurven. Wir sind beinahe etwas zu schnell für die erste Ecke, sortieren uns mit knackigem Bremsimpuls und beherztem Einlenken trotzdem in den Radius und überlassen den Rest dem adaptiven Sportfahrwerk, dem intelligenten Allradantrieb. Am Haftungsabriss entlang hangelt sich der M440i-Prototyp dahin, bekommt am Kurvenscheitelpunkt von uns auch noch übermütigen Zusatzschub – und freut sich darüber obendrein: Eindrehen per sahnig kräfteverteilendem M Sportdifferenzial, sauberes Feedback der toll abgestimmten Lenkung, satter Grip – und schon ist die nächste Gerade da. Leider aber auch noch ein Fahrzeugwechsel. Oben am Waldrand steht ein weiterer BMW 4er (2020) im Tarn-Jogginganzug, und gegen den sollen wir jetzt tauschen. 430i sDrive, also "nur" ein Zweiliter-Vierzylinder mit 258 PS und Hinterradantrieb. Ganz ohne M und seidig röchelnden Sechszylinder-Sound. An manche Dinge gewöhnen wir uns nur langsam. Und dabei sollte das überhaupt nicht schwer sein, wie wir nach nur wenigen Metern wissen: So stark und quirlig und stämmig wie dieser Turbo-Vierer loslegt, vermissen wir den dicken Sechszylinder keine zehn Sekunden. Da hat der 430i längst ganz lässig Landstraßentempo hinter sich gelassen und schnappt bereits wieder nach den Kurven, die ihm der M440i übrig gelassen hat. Mehr zum Thema: So könnte das nächste BMW 4er Gran Coupé aussehen

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Neuer BMW 4er (2020) mit einer Menge Fahrspaß

Langsam fällt der Groschen: Der neue BMW 4er (2020) räubert als 430i erfrischend handlich über die winkligen Landstraßen. Wo sein gewichtiger M-Bruder gerade noch mit raumgreifender Ernsthaftigkeit unter wegs war, ist er ganz das Fahrspaß-Wunder nach alter BMW-Schule. Plakativer können die Münchner nicht vorführen, dass der neue 4er eine große Schippe Fahrspaß zusätzlich zum an sich schon famosen neuen Dreier in petto hat. "Das 4er Coupé sollte sich fahren wie ein Skalpell", krächzt es aus dem Walkie Talkie – wie der Mann im Z4 jetzt noch moderieren kann, ist uns schleierhaft. Denn wir gehen dem tieferen Schwerpunkt des Erlkönig-4ers, der breiteren Spur hinten und der knackigeren Fahrwerksabstimmung gerade nach Herzenslust auf den Grund. Freuen uns über Leichtigkeit und Präzision, spielerisches Handling und mitreißende Querdynamik. Und dass trotz aller Leidenschaft für Fahrspaß auch noch ein schönes Maß an Grundkomfort bleibt. Auch Orthopäden würden den neuen BMW 4er (2020) fahren, das steht fest. Er ist tatsächlich das Skalpell geworden – messerscharf und ausgelassen, aber mit feiner Balance und kultiviertem Charakter. Mehr zum Thema: So fährt sich das BMW M8 Gran Coupé

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Unser Fazit

Der BMW-Anspruch mit dem neuen BMW 4er Coupé (2020) in Sachen Fahrfreude noch einmal zum aktuellen starken Dreier zuzulegen, ist aufgegangen. Selbst ohne sportliche Leidenschaft gefahren, ist eine dichtere, intensivere Charakteristik vernehmbar. Um sie auszulösen, ist keine Bleifuß-Gangart nötig, wie unsere erste Testfahrt zeigt. Der moderat starke Vierzylinder im 430i ist bereits jetzt unsere Empfehlung, auch wenn das Leistungspotenzial des M440i verführerisch lockt.

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