Fahrbericht

Audi RS 3 Competition Limited: Testfahrt im letzten Fünfender

Zwar hängt der Fünfzylinder von Audi schon seit einiger Zeit am Tropf, doch angesichts der 2027 in Kraft tretenden Euro-7-Norm steht sein Ende (zumindest in Europa) unmittelbar bevor. Zeit für eine Testfahrt im Audi RS 3 Competition Limited – vielleicht einer der letzten Fünfender aus Ingolstadt.

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Der Audi RS 3 Competition Limited fahrend von schräg vorne links auf einer Landstraße.
Mit dem Audi RS 3 Competition Limited feiert man 50 Jahre Fünfzylinder in Ingolstadt – und inoffiziell auch den Abschied dieses besonderen Motors. Foto: Lee Brimble
Der Audi RS 3 Competition Limited fahrend von schräg hinten rechts auf einer Landstraße.
Audi ist bei weitem nicht der einzige Automobilhersteller, der Fünfzylinder-Motoren eingesetzt hat, gehört aber zu den bekanntesten Fünfender-Bekennern. Foto: Lee Brimble
Das Cockpit des Audi RS 3 Competition Limited während der Fahrt über die Schulter des Fahrers fotografiert.
Es ist überraschend, wie ein paar relativ kleine Änderungen den ohnehin schon beeindruckenden Innenraum des RS 3 aufwerten können. Foto: Lee Brimble
Das Cockpit des Audi RS 3 Competition Limited statisch mit Bergpanorama im Hintergrund.
Das Cockpit unterscheidet sich kaum vom Standard-A3. Das ist gut so, denn es verfügt über die ältere – und im Allgemeinen benutzerfreundlichere – Bedienunglogik von Audi mit deutlich mehr praktischen Tasten und einem übersichtlicheren Virtual-Cockpit-Kombiinstrument. Foto: Lee Brimble
Die Zierleiste zwischen Rückenlehne und Kopfstütze des Beifahrersitzes im Audi RS 3 Competition Limited im Detail.
Die RS 3-Schalensitze, die normalerweise eine teure Option sind, sehen mit ihrer Carbonschale nicht nur fantastisch aus, sondern bieten auch hervorragenden Halt und umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Foto: Lee Brimble
Die Rückbank des Audi RS 3 Competition Limited durch die geöffnete rechte Hintertüre fotografiert.
Die hellbraunen Wildledersitze mit Wabenmuster und Kontrastnähten wirken wie bei einem Audi aus einer deutlich höheren Klasse, während die Sicherheitsgurte in „White Ginger“ ein raffiniertes Detail sind. Foto: Lee Brimble
Blick auf den Fünfzylinder-Motor des Audi RS 3 Competition Limited.
Der 400 PS (294 kW) starke 2,5-l-Fünfzylinder-Motor bleibt der Star der Show und ist so wunderbar charaktervoll wie eh und je. Foto: Lee Brimble
Der Audi RS 3 Competition Limited fährt durch eine Linkskurve, im Hintergrund sind ein See und Berge zu sehen.
Trotz einiger wesentlicher Änderungen am Fahrwerk des Competition Limited verändert sich das Fahrgefühl des Audi RS 3 nicht wesentlich. Foto: Lee Brimble
Der Audi RS 3 Competition Limited statisch von schräg hinten links vor einem Bergsee.
Das „Limited“ meint Audi bei diesem RS 3 übrigens ernst: Lediglich 750 Einheiten – davon 565 Limousinen und 165 Sportback – werden weltweit verkauft. Foto: Lee Brimble

Testfahrt im Audi RS 3 Competition Limited

Audi ist bei weitem nicht der einzige Automobilhersteller, der Fünfzylinder-Motoren eingesetzt hat. Dennoch gehört das Unternehmen zweifellos zu den bekanntesten Fünfender-Bekennern. Die Einführung des ersten Fünfzylinders im Audi 100 jährt sich 2026 zum 50. Mal, auch wenn dieser vor allem durch den legendären Quattro bekannt wurde.

Immer strengere Abgasvorschriften machen das Fortbestehen dieses ungewöhnlichen Reihenmotors von Jahr zu Jahr schwerer. Wenn 2027 die neue Euro-7-Norm in Kraft tritt, steht das Ende des Audi-Fünfzylinders zumindest ohne jegliche Elektrifizierung in Europa unmittelbar bevor. Das hier gezeigte Fahrzeug ist also höchstwahrscheinlich der letzte neue Audi, der mit einem Fünfzylinder-Motor zu kaufen ist: der neue Audi RS 3 Competition Limited.

Der Audi RS 6 GT im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Gewindefahrwerk & Carbon: Das ist der Competition Limited

Die größte Neuerung am Audi RS 3 Competition Limited ist das Fahrwerk. Ähnlich wie beim Audi RS 6 GT von 2024 verfügt der RS 3 über ein maßgeschneidertes, einstellbares Gewindefahrwerk, welches das Fahrzeug um zehn Millimeter tieferlegt. Zu den weiteren kleinen Änderungen zählen härtere Hinterachsfedern sowie ein steiferer Hinterachsstabilisator zur Verbesserung der Stabilität. Gleichzeitig wurde die Dämmung im Brandschott reduziert, damit der Fünfzylinder-Sound im Innenraum besser zu hören ist.

Abgesehen davon bekam der Competition Limited hauptsächlich optische Änderungen. Drei Farbtöne stehen für den limitierten RS 3 zur Wahl, darunter der Farbton „Malachite Green“ unseres Testwagens. Der Ur-Quattro soll hier als Inspirationsquelle gedient haben. Insbesondere im Zusammenspiel mit den 19-Zoll-Leichtmetallrädern in Gold mit versetztem Reifenprofil sieht der Kompaktsportler einfach umwerfend aus.

Das Cockpit des Audi RS 3 Competition Limited während der Fahrt über die Schulter des Fahrers fotografiert.
Foto: Lee Brimble

Außenspiegel, Seitenschweller und Spoiler aus mattem Carbon sind zwar etwas übertrieben, doch die effekthascherischen, abgedunkelten Matrix-LED-Scheinwerfer, deren beleuchtete Segmente im Muster 1-2-4-5-3 angeordnet sind und damit die Zündfolge des Motors nachbilden, gefallen auf der Testfahrt. Außerdem gibt es Canards an der Front und eine in den Spoiler integrierte Gurney-Klappe zur Verbesserung der Aerodynamik.

Der Motor bleibt unangetastet

Beim Motor änder sich im RS 3 Competition Limited nichts. Der legendäre 2,5-l-Turbomotor kommt also weiterhin zum Einsatz. Er ist nun abgesehen von seinem Schwestermodell, dem Cupra Formentor VZ5, das einzige Neufahrzeug mit einem Fünfzylinder-Motor unter der Haube.

Die Leistungsdaten auf dem Papier entsprechen denen eines regulären RS 3: 400 PS (294 kW) und 500 Nm Drehmoment werden über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf alle vier Räder übertragen. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h dauert nur 3,8 s, und bei Vollgas soll er eine angehobene Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h erreichen. Auch die Betriebskosten sind identisch, mit angegebenen Verbrauchswerten von 9,3 l/100 km nach WLTP-Messung. Auf unserer Testfahrt von knapp 640 km Länge, darunter viele Abschnitte auf der Autobahn mit hoher Geschwindigkeit, zeigt der Bordcomputer einen respektablen Durchschnittsverbrauch von 10,5 l/100 km.

Reduzierte Dämmung, mehr Fünfzylinder-Sound

Trotz einiger wesentlicher Änderungen am Fahrwerk des Competition Limited verändert sich das Fahrgefühl des Audi RS 3 nicht wesentlich – in diesem Fall ist das jedoch eine gute Sache. Der Fünfzylinder-Motor bleibt der Star der Show und ist so wunderbar charaktervoll wie eh und je. Sein Sound ist bei niedrigen Drehzahlen relativ gedämpft, erwacht aber ab etwa 3000 U/min zum Leben – begleitet von einer serienmäßigen Sportauspuffanlage, die man im „Dynamic“- oder einem der RS-Modi nutzen sollte, um soundtechnisch das Beste herauszuholen. Die reduzierte Geräuschdämmung des Competition Limited verändert den Sound des RS 3 zwar nicht grundlegend, verstärkt ihn aber spürbar, ohne dabei unangenehm laut zu werden.

Die Leistung ist für einen Kompakten atemberaubend, beim DSG sollte unbedingt im „S“-Modus selbst geschaltet werden – im Automatik-Modus reagiert es ein wenig zögerlich. Bei Vollgas ist der Vortrieb vehement und lässt erst weit jenseits der Richtgeschwindigkeit nach. Selbst bei 250 km/h zieht der Motor immer noch kräftig durch.

Der Audi RS 3 Competition Limited fährt durch eine Linkskurve, im Hintergrund sind ein See und Berge zu sehen.
Foto: Lee Brimble

Das Fahrverhalten ist so präzise und souverän wie eh und je und fühlt sich aufgrund der strafferen Abstimmung bei hohen Geschwindigkeiten sogar noch stabiler an. Die Griffigkeit der Pirelli P Zero R-Reifen ist auf trockener Strecke bemerkenswert, dennoch bietet Audi Trofeo R-Semi-Slicks als Option für den RS 3 Competition Limited an – nur empfehlenswert, wenn der Audi als Track-Tool genutzt werden soll. Der RS 3 überzeugt bei unserer ersten Testfahrt mit Fahrspaß, auch wenn sich das Heck bei trockenen Bedingungen partout nicht zum kontrollierten Ausbrechen überreden lässt.

Das Gewindefahrwerk bietet reichlich Einstellmöglichkeiten von Druck- bis Zugstufe – das dafür erforderliche Werkzeug ist bereits im Kaufpreis enthalten –, doch schon die Standardabstimmung fällt für den Alltag etwa zu hart aus. Das Auto ruckelt über Unebenheiten in der Straße und ist insbesondere im Stadtverkehr beeinträchtigt, was den überraschend komfortablen Charakter des üblichen adaptiven Fahrwerks des RS 3 zunichte macht.

Behutsame Änderungen am Cockpit des limitierten RS 3

Ein Bereich, in dem der Competition Limited auf dem serienmäßigen RS 3 aufbaut, ist der Innenraum. Es ist überraschend, wie ein paar relativ kleine Änderungen den ohnehin schon beeindruckenden Innenraum dieses Autos noch weiter aufwerten können. Die hellbraunen Wildledersitze mit Wabenmuster und Kontrastnähten wirken wie bei einem Audi aus einer deutlich höheren Klasse, während die Sicherheitsgurte in „White Ginger“ ein raffiniertes Detail sind und einen schönen Kontrast zum restlichen Innenraum bilden.

Die RS 3-Schalensitze, die normalerweise eine teure Option sind, sehen mit ihrer Carbonschale nicht nur fantastisch aus, sondern bieten auch hervorragenden Halt und umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Das Lenkrad mit abgeflachtem Ober- und Unterrand aus Alcantara trägt ebenso zum sportlichen Fahrgefühl bei wie die direkt am Lenkrad angeordneten Fahrmodi „RS Performance“ und „RS Individual“. Das Cockpit unterscheidet sich kaum vom Standard-A3. Das ist gut so, denn es verfügt über die ältere – und im Allgemeinen benutzerfreundlichere – Bedienunglogik von Audi mit deutlich mehr praktischen Tasten und einem übersichtlicheren Virtual-Cockpit-Kombiinstrument.

Das „Limited“ meint Audi bei diesem RS 3 übrigens ernst: Lediglich 750 Einheiten – davon 565 Limousinen und 165 Sportback – werden weltweit verkauft. Doch dann ist da noch der Preis: 108.365 Euro kostet der RS 3 Competition Limited als Sportback (Stand: Juni 2026). Wer über die nötigen Mittel verfügt und ein gutes Verhältnis zum Audi-Händler vor Ort hat, kann sich einen der besten und exklusivsten Hot-Hatches sichern, die je gebaut wurden.

Fazit

Der RS 3 Competition Limited ist wahrscheinlich der unangefochtene König der Hot-Hatch-Welt. Er gehört zweifellos zu den exklusivsten, teuersten und auch zu den schönsten Modellen. Auch das Fahrerlebnis ist nach wie vor ein Trumpf, dank seines sensationellen Motors und seines unglaublichen Handlings. Nur bleibt die Frage, ob der Competition Limited gegenüber dem brillanten RS 3 wirklich besonders genug ist. Sein Fahrwerk erweist sich für den täglichen Gebrauch als etwas zu straff und nimmt dem Serienmodell eine seiner besten Eigenschaften. Aber wie dem auch sei: Er ist ein würdiger Abgang für die Fünfzylinder von Audi.

Technische Daten des Audi RS 3 Sportback Competition Limited

AUTO ZEITUNG

Audi RS 3 Sportback Competition Limited

Technische Daten

Motor

5-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo; 2480 cm³;

48-V-Mildhybrid

Antrieb

7-Gang-DSG; Allrad

Leistung

294 kW / 400 PS

Max. Drehmoment

500 Nm

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4381 / 1851 (1984)* / 1418 mm

Leergewicht / Zuladung

1640 / 415 kg

Kofferraumvolumen

282 – 1104 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

3,8 s

Höchstgeschwindigkeit

290 km/h

Verbrauch auf 100 km

9,3 l SP

Kaufinformationen

Grundpreis

108.365 €

Marktstart

Sommer 2026

Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel