Neue EU-Führerscheinregeln beschlossen: Das ändert sich!

Die EU hat sich auf neue Führerscheinregeln verständigt. Keine Rolle spielen Gesundheitschecks für ältere Menschen am Steuer, dafür betreffen die Veränderungen insbesondere Führerschein-Neulinge!

Der EU-Rat und das Europäische Parlament haben sich vorläufig auf neuen EU-Führerscheinregeln geeinigt. Das ist 2025 neu!
Der EU-Rat und das Europäische Parlament haben sich vorläufig auf neue EU-Führerscheinregeln geeinigt. Foto: Imago
Auf Pinterest merken

Neue EU-Regelungen für den Führerschein: Diese Änderungen kommen auf Autofahrer:innen zu

Ab 2025 treten neue EU-Regelungen für den Führerschein in Kraft. Ziel der Reform ist mehr Verkehrssicherheit und eine stärkere Vereinheitlichung innerhalb der Europäischen Union. Nach langen Verhandlungen haben sich Mitgliedstaaten und Europaparlament auf einen Kompromiss geeinigt – der letzte formelle Schritt ist nun abgeschlossen. Die EU-Staaten haben drei Jahre Zeit, die Vorgaben in nationales Recht zu übernehmen. Auch interessant: Unsere Produkttipps bei Amazon

Führerschein-Umtausch: Alle Fristen und Stichtage im Video

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Digitaler Führerschein: Start in Deutschland ab Ende 2026

Der klassische Führerschein aus Plastik bekommt digitale Konkurrenz. Der digitale Führerschein soll künftig in allen EU-Staaten anerkannt und dem physischen Führerschein gleichgestellt sein. Er kann auf dem Smartphone gespeichert und bei Kontrollen vorgezeigt werden. Laut Bundesverkehrsministerium ist geplant, den nationalen digitalen Führerschein in Deutschland Ende 2026 bereitzustellen. Der TÜV-Verband warnt jedoch vor technischen Hürden: Unterschiedliche Software-Systeme in den Landesbehörden könnten den Start verzögern. Alle Infos zum Führerschein in Deutschland!

Grenzübergreifendes Fahrverbot in der EU

Künftig können Fahrverbote in der gesamten EU gelten – etwa bei Trunkenheit oder Drogen am Steuer, extremem Rasen oder tödlichen Unfällen. Damit sollen Verkehrssünder:innen in allen Mitgliedstaaten belangt werden, unabhängig davon, wo der Führerschein ausgestellt wurde. Bisher galten Fahrverbote nur im Land des Verstoßes. Nun kann der betreffende Staat das Fahrverbot an den Ausstellungsstaat weiterleiten, der es EU-weit durchsetzt. Laut ADAC wird dies aber erst relevant, wenn die Regelung in deutsches Recht umgesetzt ist. Was zu Alkohol und Drogen am Steuer zu beachten ist, sagen wir hier!

Keine Pflichtuntersuchung für Senior:innen

Die zwischenzeitlich diskutierte Pflicht zur Führerschein-Erneuerung ab 70 Jahren kommt nicht. Auch regelmäßige Gesundheitschecks sind nicht vorgesehen. Die EU-Staaten können selbst entscheiden, ob sie eine ärztliche Untersuchung oder eine Selbstauskunft zur Fahrtüchtigkeit verlangen. Für Deutschland dürfte sich hier laut ADAC vorerst wenig ändern. Ebenfalls gestrichen wurden Vorschläge wie Nachtfahrverbote für junge Fahrer:innen oder eine Sonderkategorie für schwere SUV.

Gültigkeit und Umtausch des Führerscheins

Die Gültigkeit der Fahrerlaubnis bleibt auf 15 Jahre beschränkt. Betroffene Jahrgänge müssen ihren alten Führerschein schrittweise umtauschen. Welche Jahrgänge wann betroffen sind, erklären wir hier.

Begleitetes Fahren künftig EU-weit möglich

Das in Deutschland etablierte Begleitete Fahren ab 17 soll künftig EU-weit anerkannt werden. Junge Fahrer:innen können durch die neue Führerscheinregel auch im Ausland unter Aufsicht Fahrpraxis sammeln – etwa während Urlaubsfahrten. Auch Berufskraftfahrer:innen sollen von dieser Regelung profitieren. Ziel ist, die Sicherheit zu erhöhen und dem Fachkräftemangel im Transportsektor entgegenzuwirken.

Neue Gewichtsgrenzen: Mehr Spielraum für Wohnmobile

Inhaber:innen eines Führerscheins der Klasse B dürfen künftig Fahrzeuge bis 4,25 t lenken – nach einem speziellen Training oder einer Prüfung. Ob eine Zusatzschulung nötig ist, entscheidet jedes Land selbst. Das gilt insbesondere für Wohnmobile, die durch die Reform leichter zu führen sind. Auch Freiwillige bei Feuerwehr und Zivilschutz profitieren: Sie dürfen künftig Einsatzfahrzeuge bis fünf Tonnen mit Klasse B fahren, sofern sie eine Schulung oder einen Test absolvieren.

Lkw- und Busführerschein ab 18 Jahren

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, wird das Mindestalter für den Lkw-Führerschein von 21 auf 18 Jahre gesenkt. Bei Busfahrer:innen gilt künftig ein Mindestalter von 21 statt 24 Jahren.

Führerscheinprüfung wird modernisiert

Die Führerscheinprüfung wird an moderne Anforderungen angepasst. Inhalte wie die Nutzung von Fahrassistenzsystemen, tote Winkel, Handynutzung am Steuer und das Verhalten gegenüber Fußgänger:innen und Radfahrenden sollen stärker im Unterricht thematisiert werden. Laut TÜV-Verband ist Deutschland hier bereits weitgehend vorbereitet, da entsprechende Themen schon in der Ausbildung berücksichtigt werden. Diese Strafen drohen beim Handy am Steuer!

Probezeit und Alkoholgrenze für Fahranfänger:innen

Die zweijährige Probezeit wird künftig EU-weit verbindlich. Fahranfänger:innen müssen sich auf strengere Sanktionen bei Alkohol- oder Drogenverstößen sowie riskantem Fahrverhalten einstellen.

EU-Ziel: Weniger Verkehrstote bis 2030

Die Reform ist Teil des europäischen Verkehrssicherheitspakets. Mit der sogenannten Vision Zero will die EU bis 2050 alle Verkehrstoten vermeiden. Bereits bis 2030 soll die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr im Vergleich zu 2019 halbiert werden. 2024 kamen laut EU-Kommission rund 19.940 Menschen bei Unfällen ums Leben – ein Rückgang um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders sicher sind die Straßen in Schweden (20 Tote pro Million Einwohner) und Dänemark (24), während Deutschland mit 33 unter dem EU-Schnitt von 45 liegt.

Fazit

Die EU-Führerscheinreform 2025 bringt zahlreiche Neuerungen – von digitalen Führerscheinen über EU-weite Fahrverbote bis zu geänderten Alters- und Gewichtslimits. Die Umsetzung wird sich über mehrere Jahre erstrecken, doch die Richtung ist klar: mehr Einheitlichkeit und Sicherheit im europäischen Straßenverkehr.