Mercedes G-Klasse (2018): Preis & Motoren Mercedes' Urgestein ist zurück

von Thomas Geiger 11.04.2018
Eckdaten
Bauzeitraumseit 2018
AufbauartenGeländewagen
Türen4/5
Abmessungen (L/B/H)4825/1931/1969
Leergewicht2429-2560 kg
Leistung422 bis 585 PS
AntriebsartenAllrad
GetriebeartenAutomatik
KraftstoffartenBenzin
AbgasnormEuro 6
Grundpreisab 107.040 Euro

Die komplett neu konstruierte Mercedes G-Klasse (2018) schreibt die Geschichte des rustikalen Benz fort. Die Offroad-Legende punktet mit effizienteren Motoren und besseren Fahrleistungen. Das ist der Preis!

Die Mercedes G-Klasse (2018) ist die dienstälteste Baureihe bei Benz. Der Preis für die Offroad-Legende bleibt mit 107.041 Euro auf dem gleichen Niveau wie vorher. Doch nachdem Schwaben in knapp 40 Jahren immerhin mehr als 300.000 Exemplare der G-Klasse verkauft und in den letzten Jahren einen Absatzrekord nach dem anderen gefeiert haben, denken sie nicht im Traum daran, den Klassiker ins Museum zu rollen. Im Gegenteil: Während Land Rover bei der Nachfolgeregelung des ganz ähnlich gestrickten Defender noch immer strauchelt, bringt Mercedes eine komplette Neuentwicklung der G-Klasse zur Welt, Marktstart ist im Februar 2018. Auf den ersten Blick bleibt sich der Vierkant aus Graz dabei treu: Ja, auch an diesem Auto hat Designchef Gorden Wagener seine Idee von der sinnlichen Klarheit ausgelebt und noch ein paar Linien weggenommen. Doch wenn ein Würfel aus Blech ein Würfel aus Blech bleiben soll, hat selbst ein Star-Designer eine Gewisse Mühe, seine Handschrift zu hinterlassen. Und das ist in diesem Fall auch gut so. Auch wenn die Mercedes G-Klasse (2018) fünf Zentimeter breiter und zwölf Zentimeter länger wird, damit nun auch die Hinterbänkler endlich bequem sitzen können, bleibt es deshalb beim beinah rechtwinkligen Design, den kreisrunden Scheinwerfern und den Blinkern, die allen Crashanforderungen zum Trotz auch weiter wie Krokodilsaugen auf der Motorhaube thronen. Dass die Frontscheibe mittlerweile ganz leicht gebogen ist, erkennt man nur aus nächster Nähe. Und auch das Ersatzrad bleibt weiter von außen an der senkrechten Hecktür angeschlagen. Mehr zum Thema: Alle neuen Autos auf dem Genfer Autosalon 2018

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Preis Mercedes G-Klasse (2018): Ab 107.041 Euro

Doch unter dem Blech haben die Schwaben eine kleine Revolution angezettelt. Denn zum ersten Mal bekommt die Mercedes G-Klasse (2018) so etwas wie ein modernes Fahrwerk. "Wir montieren vorne eine Einzelradaufhängung, haben eine neue Lenkung und eine Verstelldämpfung", sagt Baureihenchef Gunnar Güthenke und stellt damit deutlich mehr Komfort auf der Straße in Aussicht. Denn während der G-Klasse im Abseits auch nach vier Jahrzehnten noch keiner etwas vormacht, war das Fahrverhalten bislang – nun ja – eher mäßig. Selbst die erste M-Klasse von 1997 war komfortabler und spurstabiler als die letzte Evolutionsstufe der G-Klasse. Vom Vergleich mit modernen Modellen wie dem GLE oder dem GLS ganz zu schweigen. Doch Güthenke weiß um das Risiko, dass sein Riesenbaby plötzlich als verweichlicht gelten könnte. Schließlich haben schon ganz andere Autos diesen Flirt mit dem Alltag verloren. Deshalb schwört er Stein und Bein, dass die Mercedes G-Klasse (2018) im Gelände dafür keine Kompromisse macht. In der Theorie nicht, weil zumindest der Leiterrahmen, die Getriebeuntersetzung und die drei hundertprozentigen Sperren so unverrückbar zur G-Klasse gehören wie der Stern im eckigen Grill. Und in der Praxis nicht, weil trotz des größeren Radstandes und der breiteren Spur alle im Gelände relevanten Werte sogar noch einmal besser geworden sind: "Bodenfreiheit und Watttiefe, Rampen- und Böschungswinkel – überall haben wir beim Generationswechsel noch ein paar Punkte rausgeholt", schwärmt Güthenke.

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Das sind die Motoren der Mercedes G-Klasse (2018)

Aber es ist nicht nur das neue Fahrwerk und eine neue Elektronik mit einem speziellen Fahrprofil für abwegige Touren, die Allrad-Abenteuer zu einem gemütlichen Spaziergang machen. Sondern beim Ausflug im Unterholz profitiert man auch vom neuen Cockpit in der Mercedes G-Klasse (2018). Schon möglich, dass Traditionalisten das Interieur aus E- und S-Klasse trotz der augenzwinkernden Spielereien wie der Lautsprecher im Stil der Blinker oder der Übernahme von Sperren-Schalter und Haltebügel ein bisschen zu verspielt ist. Doch ohne das Widescreen-Cockpit mit den riesigen Monitoren gäbe es auch keine neue 360-Grad-Kamera, mit der man den G beim Trail zwischen Felsbrocken und Baumstämmen aus allen Perspektiven betrachten kann. Und wenn man ehrlich ist, kann man auch den ans Lenkrad gerückten Schalthebel verkraften, wenn es dafür jetzt ein paar vernünftige Ablagen gibt. Das Design vorsichtig poliert, das Fahrwerk revolutioniert und das Innenleben endlich vernünftig modernisiert – nur unter der Haube hat es für etwas wirklich Neues bislang nicht gereicht. Denn zum Start kommt die G-Klasse (2018) nur als 500er mit einem 4,0 Liter großen V8, den man mit seinen 422 PS und 610 Newtonmeter Drehmoment schon aus dem letzten 4x4² kennt. Dass er trotzdem besser beschleunigt, schneller fährt und mit 11,1 Litern weniger verbraucht, liegt allein an der neuen 9-Gang-Automatik und den bis zu 170 Kilogramm, die das Stahlgebirge abgespeckt hat. Doch dabei soll es auf Dauer nicht bleiben, kündigt Güthenke an. Denn natürlich wird es auch wieder einen Diesel geben und selbstverständlich werden die verschiedenen AMG-Varianten nicht lange auf sich warten lassen. Und dann macht der G womöglich noch einen weiteren Sprung in die Zukunft und wird elektrifiziert. Ein Mild-Hybrid ist sicher, ein Plug-In wahrscheinlich und eine reine Akku-Version zumindest nicht ausgeschlossen. "Denn auch an diesem Klassiker wird die Ära der Elektrifizierung nicht spurlos vorüber gehen", sagt Baureihenchef Güthenke und erklärt damit vielleicht auch das Erfolgsgeheimnis der Mercedes G-Klasse (2018). Denn obwohl sie sich immer treu geblieben ist, hat sie sich über die bislang beinahe 40 Jahre eben doch regelmäßig den Gegebenheiten und Notwendigkeiten angepasst und hat so länger überlebt als jeder andere Dinosaurier.

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Ein G bleibt ein G

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