Mercedes 300 SEL trifft Corvette: Brutaler Transaxle-Traum
An diesem Mercedes 300 SEL ist nichts mehr, wie es einmal war. Erst zerfraß ihn der Rost, dann wurde er mithilfe eines Rohrrahmens und Corvette C6-Technik sowie eines handgeformten Breitbaus wieder aufgebaut. Nun hört er auf den Namen "Blue Boar".
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Dabei hätte "Moby Dick" statt des blauen Ebers mit Hinblick auf die weiße Farbe und die fleischigen Kotflügel-Fortsätzen als Bezeichnung ebenso gut gepasst. Aber sein Erbauer "Smokedogg_Customs" hatte wohl keine Wa(h)l. Denn in Stuttgart, der Heimat des Mercedes 300 SEL, ist dieser Spitzname der ultimativen Ausbaustufe des Porsche 935 vorbehalten. Leistungsmäßig dürfte der Benz aber gar nicht mehr so weit entfernt sein vom 845 PS (621 kW) mächtigen Turbo-Boliden. Denn statt des serienmäßigen 3,5-l-V8, der wahrscheinlich schon längst die Totalrestaurierung eines W111er-Coupés antreibt, hockt unter der gefurchten Motorhaube des SEL ein nachträglich aufgeladener Corvette-C6-Motor.
Auch interessant:
- SEMA-Star Mercedes Final Boss 600 S S 63s
- Mercedes Pagoden-SL zur Retro-Waffe geschmiedet
- BMW M3 E36 mit Camaro-V8
Genaue Leistungsdaten bleiben uns noch verwehrt, weil der Umbau nicht ganz abgeschlossen ist. Blickt man dem 300 SEL aber tief in die Augen, entdeckt man in den Aussparungen der Hauptscheinwerfer Turbolader-Gehäuse, die das Corvette-Triebwerk weit an den serienmäßigen 512 PS (376 kW) vorbeipushen dürften. Auch sonst erweckt der blau lackierte V8 nicht gerade den Eindruck, von der Stange zu sein. Und es steckt noch deutlich mehr Corvette im 1971er-Mercedes als nur unter der Motorhaube.
Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon
Der Mercedes 560 SEC von Bruno Sacco im Fahrbericht (Video):

Die Hinterbänkler im Custom-Mercedes 300 SEL teilen sich den Platz mit dem Corvette-Transaxle-Getriebe
Die Rücksitze beispielsweise bezeugen, was passieren kann, wenn man eine Luxuslimousine von einst auf C6-Transaxle-Bauweise modifiziert: Weil nun das Getriebe zwecks besserer Gewichtsverteilung an der Hinterachse sitzt, erinnert die zweite Reihe zwischen riesigem Mitteltunnel und Käfig-Verstrebungen eher an die Sitze einer Art Nobel-Achterbahn. Wenn es die Person am blau belederten Steuer so richtig wissen will, dürfte sich dieser Eindruck nochmals verstärken. Apropos verstärken: Das gesamte Cockpit ist von einem Giterrohrrahmen durchzogen, der nicht nur die SEL-Bleche zusammenhält, sondern auch die Implementierung der Corvette-Achsen erlaubt.
Auch interessant:
- H7- und H4-Birnen legal auf LED-Technik umrüsten
- Strenge Regeln für Klappenauspuffanlagen und Soundgeneratoren
- Fahrwerkstuning: So tief darf ein Auto liegen
Karosserieseitig ist der Mercedes 300 SEL "Blue Boar" nicht nur deftig tiefergelegt und dank Bodykit extrem aufgeplustert, sondern besitzt auch ein gechopptes Dach sowie Selbstmördertüren im Fond. Heckspoiler, -diffusor und Seitenschweller inklusive Sidepipes verleihen dem blauen Eber mächtig Motorsport-DNA. So verwundert es kaum, dass der komplett in Handarbeit entstandene Custom-Benz auf der SEMA-Show 2025 in Las Vegas (USA) zu den Publikumslieblingen gehörte. Im nächsten Schritt will ihn sein Besitzer endlich fahrbereit und damit die Straßen und Rennstrecken der Umgebung unsicher machen. Derzeit spielt er sogar mit dem Gedanken, eine limitierte Serie des Bodykits zum Verkauf anzubieten. Falls also noch jemand einen rostigen 300 SEL in der Scheune herumstehen hat...













