Power-Pagode: Mercedes 280 SL zur Retro-Waffe geschmiedet

Digital-Künstler Shane Baxley hat den Mercedes 280 SL entstaubt und die Pagode zum retro-futuristischen Racer umfunktioniert. Allerdings dürfte die Technik unter dem Haubenstern nicht jedem Petrolhead gefallen.

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Der Mercedes 28e SL stehend von schräg vorne.
Mercedes 28e SL Foto: Instagram/Shanebaxley

Entchromt und verspoilert: Shane Baxleys Vision von einer hochperformanten Pagode begeistert Petrolheads – zumindest, bis sie vom Antrieb erfahren.

Der Mercedes 28e SL stehend von schräg vorne.
Mercedes 28e SL Foto: Instagram/Shanebaxley

Der Name verrät es bereits: Der Mercedes 28e SL soll den Klassiker mächtig unter Strom stellen.

Der Mercedes 28e SL stehend von vorne.
Mercedes 28e SL Foto: Instagram/Shanebaxley

Die LED-Leuchten sind von der Sorte, die Porsche-Fahrende noch im Schlaf heimsuchen.

Der Mercedes 28e SL stehend von hinten.
Mercedes 28e SL Foto: Instagram/Shanebaxley

Das Pagoden-Dach bleibt tragendes Stilelement. Baxley definierte die Säulen sogar noch stärker.

Während sich die Mercedes-Neuheiten in ihren seifigen Formen und LED-flackerndem Sternendekor gegenseitig überbieten, predigt dieser Mercedes 280 SL Restomod eine völlig andere Formensprache. Und nicht nur das: Mit seinem Umbau auf Elektroantrieb fährt die Pagode voll am Puls der Zeit und verstömt trotzdem um Längen mehr Sex-Appeal als alle Benz-Stromer von der Stange. Verantwortlich für diesen aufsehenerregenden Entwurf ist der kalifornische Künstler Shane Baxley. Hauptberuflich entwickelt er Requisiten, Charaktere und Settings für Hollywood-Filme, hat unter anderem bei Bertone die Kunst des Autodesigns verinnerlicht.

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Als Ausgangsbasis für seinen Mercedes 28e SL wählte er die jüngste und stärkste Ausbaustufe des W113. Wobei das eigentlich keine Rolle spielen dürfte, denn vom 1967 bis 1971 gefertigten 280 SL blieb im Grunde nichts übrig als seine nackte Karosserie. Sämtlichen Chromzierrat rasierte er der Pagode ab, sogar der Kühlergrill wurde weggecleant. Als Mittel gegen die drohende Anonymität entschied sich Baxley für einen klassischen Mercedes-Schriftzug sowie den Haubenstern – der übrigens ab Werk nie auf dem SL prangte.
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Der Mercedes CLA EQ (2025) im Fahrbericht (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Die LED-Leuchten des Mercedes 28e SL fressen die Träume von Porsche-Piloten

Unterhalb des ehemaligen Kühlergrills zieht eine vom Motorsport inspirierte Schürze mit Kohlefaser-Elementen die Front in Richtung Asphalt. Die fast schon dystopisch anmutenden Scheinwerfer sehen aus, als würden sie Porsche-Fahrende noch im Schlaf heimsuchen. Wer sich fragt, ob es der 28e SL fahrdynamisch wirklich ernst meint, muss sich nur die Rad-Reifen-Kombination anschauen: In den modifizierten Radhäusern machen sich riesige Semislicks breit. Brutal detailverliebt sind zudem die hinteren Felgen im Rudge-Stil des Flügeltürers, während vorne die angesagten Aerodiscs die Brücke zur Gegenwart schlagen.

Der Mercedes 28e SL stehend von vorne.
Foto: Instagram/Shanebaxley

Am Heck geht es im oberen Bereich zwischen den LED-Rückleuchten wieder minimalistisch zu, weiter unten folgt dann ein Carbon-Stoßfänger sowie weitere Schürzen. Rein optisch vermisst man das Doppelendrohr des Klassikers schonmal nicht. Das namensgebende Hardtop mit Pagodenform hat der Kalifornier kräftiger gezeichnet, ebenso wie die A-Säulen. Einen stabilen Eindruck vermittelt zudem der Käfig, der sich unterm Heckfenster entfaltet. Tiefere Einblicke in den Innenraum gewähren die Fotos allerdings nicht. Neben Schalensitzen darf man sich aber digitale Instrumente inklusive einer charmanten Adaption des "Hochhaus"-Kombiinstruments im Kopf ausmalen.

Elektrifizierte Pagoden sind bereits Realität

Das gilt übrigens auch für die technischen Daten des Restomods. Der Mercedes 28e SL existiert bislang nämlich ausschließlich digital. Würde die Technik des künftigen AMG CLA EQ unter das alte Kleid passen, wären mehr als 368 kW (500 PS) denkbar. Inklusive Allradantrieb und damit verbundener Beschleunigungswerte, die den ehemaligen Sonntagscruiser in weniger als vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigen dürften.

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Etwas realitätsnäher, weil tatsächlich existent, wären die Werte des Everrati SL. Die britische Firma beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Elektrifizierung von Pagoden und verbaut dem Benz einen Antrieb mit 224 kW (304 PS), der für einen Standardsprint von unter sieben Sekunden gut ist. Der SL verbleibt in diesem Fall optisch jedoch im Serienzustand. Der Preis? Rund 350.000 Euro – ohne Spenderfahrzeug.