Italdesign: Unsere Top-7-Autos von Giorgetto Giugiaro

Mit seiner Firma Italdesign lieferte Star-Designer Giorgetto Giugiaro der automobilen Welt über 300 Autos – darunter Ikonen wie der Golf 1 oder BMW M1. Wir stellen unsere Top-7 der Italdesign-Autos in der Bildergalerie vor!

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Eine Kollage, die vier Autos unserer Italdesign Top-7 Autos zeigt.
Top-7 der schönsten Autos von Italdesign Foto: AUTO ZEITUNG/Hersteller/Collage: AUTO ZEITUNG

Über 300 Autos kamen aus der Feder von Giorgetto Giugiaro und seiner Firma Italdesign. Wir stellen unsere Top-7 der Italdesign-Autos vor. 

Der VW Golf 1 statisch von schräg vorne fotografiert.
VW Golf 1 Foto: Aleksander Perkovic

Mit einer Einladung nach Wolfsburg landete der italienische Designer 1969 einen Großauftrag, auf dem viele wohl nur träumen können. Der VW-Vorstand wollte einen Kompaktwagen, ähnlich dem Fiat 128, allerdings mit Schrägheck und noch geringeren Maßen. Mit seinem Verständnis für Technik und Produktion beeindruckte Giugiaro VW-Boss Kurt Lotz und Chefentwickler Werner Holste – und zog den Auftrag an Land. Vier Monate später lag der Grundentwurf des Golf 1 in Wolfsburg. 1974 folgte schließlich die Serienfertigung des Modells, was danach passierte, ist heute Geschichte.

Der VW Scirocco 1 fahrend von schräg vorne fotografiert.
VW Scirocco 1 Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Gleichzeitig mit dem Golf 1 sollte Italdesign auch die ersten Entwürfe für eine Limosuine liefern – den Passat. 1971 geriet das Projekt allerdings ins Stocken. Um den Anschluss nach Wolfsburg und weitere dortige zukünftige Aufträge nicht zu verlieren, entwarf er kurzerhand für Karmann den VW Scirocco. Die Vorgaben: niedrige Gürtellinie, sportliche Keilform, kurze Haube und stumpfes Heck. Im März 1974 präsentierte man in Genf das fertige Produkt. Details wie das ebenfalls von Giugiaro gezeichnete Armaturenbrett waren zwar aus Kostengründen gestrichen worden, doch die schnörkellose Form begeistert bis heute.

Der Fiat Panda statisch von schräg vorne fotografiert.
Fiat Panda Foto: Fiat

Ja, auch hinter dem kleinen Fiat Panda steckt Giugiaro und Italdesign. 1976 beauftragte Fiat das Designbüro mit dem Entwurf eines Kleinwagens, der auf Modelle wie Fiat 126 und 127 beerben sollte. Innerhalb weniger Wochen legte der Designer den ersten Entwurf mit dem Namen "Zero" vor und die Entwicklung begann. 1980 war es schließlich soweit. Der aufs Wesentlliche reduzierte Fiat Panda lockte nicht nur mit seinem puristischen Design, sondern auch mit Heckklappe und einem trotz geringer Größe pfiffigem Raumkonzept. 

Der BMW M1 statisch von schräg vorne fotografiert.
BMW M1 Foto: BMW

Mit dem BMW M1 wurde Italdesign ein besonderes Stück Herstellergeschichte zuteil. Dieser Mittelmotor-Sportwagen war nämlich die erste Eigenentwicklung der Motorsport GmbH. Giugiaro orientierte sich für den M1 an der Designstudie BMW Turbo von 1972, der von BMWs damaligem Chef-Designer Paul Bracq verantwortet wurde. Der italienische Design-Guru verzichtete auf großartige Schnörkel und auch auf die Flügeltüren. Das Ergebnis war ein straßentauglicher Keil der Superlative, der dank seines M88 getauften Vierventil-Sechszylinders und 277 PS (204 kW) in die Firmenhistorie einging. 407 M1 entstanden zwischen 1978 und 1981.

Der Alfa Romeo Alfasud statisch von schräg vorne fotografiert.
Alfa Romeo Alfasud Foto: Wim Woeber

Nach der Firmengründung von Italdesign rollte dank Alfa Romeo im Jahr 1968 der erste große Auftrag in die Büros im italienischen Moncalieri. Im engen Austausch mit Ingenieur Rudolf Hruska stehend, entwarf Giugaro den kompakten Alfasud. Vier große Koffer sollten in den Laderaum passen. Um das Design nicht zu gefährden, wanderte der Tank unter die Rücksitze und der Radstand wurde verlängert. Eine große Heckklappe wurde jedoch aus Kostengründen verworfen, was zu dem Problem führte, dass die innen liegenden Scharniere gegen das Gepäck stießen. Kurzerhand verlegte man sie nach außen, eine Notlösung, die Giugiaro nach eigener Äußerung bis heute noch ärgert. Insgesamt entstanden zwischen 1972 und 1983 über eine Million Alfasud.

Der Alfa Romeo Brera fahrend von schräg hinten fotografiert.
Alfa Romeo Brera Foto: Alfa Romeo

2002 staunten die Besucher:innen des Genfer Salons wohl nicht schlecht, als sie das erste Mal einen Blick auf das Konzeptauto namens Alfa Romeo Brera werfen durften. Benannt nach dem Mailänder Künstlerviertel, basierte die Studie auf dem Maserati Coupé und sollte mit V8 samt Flügeltüren die Gunst der Masse für sich gewinnen. Das gelang, und Alfa entschied sich dazu, den Prototyp zur Serienreife zu entwickeln. 2005, drei Jahre nach der Präsentation, startete der Brera in den Verkauf. Designtechnisch hatte sich zur Studie wenig verändert, zwecks Serienproduktion mussten aber trotzdem gemacht werden. 2010 wurde die Produktion ersatzlos eingestellt, dafür ist der Brera heute auf dem besten Weg zum Klassiker.

Der Maserati 3200 GT statisch in einer Kollage von vorne und hinten fotografiert.
Maserati 3200 GT Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Maserati und Italdesign verbindet eine lange Reihe verschiedener Modelle , darunter Ghibli, Bora und Merak. Das sollte sich auch mit dem kurz bevorstehenden neuen Jahrtausend nicht ändern. Nach längererer Pause mit der Marke entwarf Giorgetto Giugaro den Maserati 3200 GT und brachte 1998 frischen Wind in die angestaubte Linienführung des Dreizacks. Vergangen waren die harten Kanten des Shamal, fließende Linien läuteten eine neue Designära ein. Ein besonderes Highlight waren die Heckleuchten in Bumerang-Form, die mit LED-Leuchtdioden ausgestattet waren und den 3200 GT zum Technikpionier machten. 2002 löste das Maserati Coupé den V8-Biturbo-GT ab, allerdings ohne Bumerang-Rückleuchten. Diese hatten in den USA für zu große Sicherheitsbedenken gesorgt.

Italdesign und Giorgetto Giugiaro – wenn diese beiden Namen fallen, werden Autofans hellhörig. In einer Zeit, die noch weit weg von SUV und moderner Klobigkeit lag, versorgte er die Automobilhersteller mit Entwürfen, Prototypen und schließlich auch Serienautos, die ganze Generationen prägen sollten. Seine ersten Schritte im automobilen Sektor machte der Italiener für Bertone, für die er den Alfa Romeo 2000 Sprint zeichnete, der auch prompt 1960 in Serie gefertigt wurde. Nach Anstellungen bei Bertone und Ghia, während der er Klassiker wie den BMW 3200 CS, Iso Rivolta oder Maserati 5000 GT zeichnete, gründete er 1968 schließlich mit seinem Partner, dem ehemaligen Fiat-Cheftechniker Aldo Mantovani, die gemeinsame Firma Italdesign. 
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Der Maserati GranTurismo (2023) im Fahrbericht (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Top-7 der schönsten, wichtigsten und beeindruckendsten Autos von Italdesign

Es folgten Großprojekte wie der Alfa Romeo Alfasud, der VW Golf 1 und der erste Scirocco für Karmann. Doch nicht nur für Turin und Wolfsburg wusste er zu zeichnen, sondern auch Spanien, Schweden und Japan kamen mit Modellen wie dem Seat Ibiza, dem Saab 9000 und dem Lexus GS 300 nicht zu kurz. Insgesamt entstanden aus Giugiaros Feder über 300 Fahrzeuge, teils für die Großserie, andere nur als Studien. Darunter fand sich unter anderem die wegweisende MPV-Studie Lancia "Megagamma" oder der Jaguar Kensington, der den angestaubten XJ12 in eine moderne Luxuslimousine verwandelte. Kuriose Sportwagen wie der Italdesign Aztec oder der BMW Nazca rundeten das Portfolio ab.

Produkte für den Klassiker: 

2010 übernahm Audi zu 90,1 Prozent die italienische Firma und kaufte fünf Jahre später Giorgetto Giugiaro die restlichen Anteile ab. Im Mai 2025 wurden Gerüchte laut, dass sich die VW-Tochter in Zuge von Sparmaßnahmen seitens des Wolfsburger Mutterkonzerns trennen möchte. Für uns Anlass genug, einmal in die Archive zu gehen und die sieben schönsten, wichtigsten und beeindruckendsten Autos aus der Feder des Designbüros zusammenzuklauben. Viel Spaß beim Durchklicken der Bildergalerie!