Fahrradträger für Anhängerkupplung: Test (2013) Fahrradträger im Test

von Holger Ippen 08.05.2020

Fahrradträger für die Anhängerkupplung: Sieben kompakte Modelle stellten sich unserem exklusiven Test (2013). Ein Modell versagte völlig!

Ferienzeit ist Radlerzeit. Für die Fahrt zum Urlaubsort bietet sich der Fahrradträger für die Anhängerkupplung an. Doch wie unser Test (2013) zeigt, sind nicht alle Systeme den fahrdynamischen Anforderungen im Ernstfall gewachsen: Ein Fahrradträger kollabierte, es kam zu Schäden am Auto, an beiden Rädern und am Träger. Für unseren Test wählten wir sieben recht unterschiedliche Fahrradträger im Preisbereich zwischen 250 und 600 Euro aus. Ihre Gemeinsamkeit: Alle stammen von Markenherstellern, sind Elektro-Bike-tauglich und werden auf der Anhängerkupplung des Fahrzeugs befestigt. Das geht bei sechs der sieben Testkandidaten schnell und unkompliziert. Einzige Ausnahme: Der Preiswerteste im Testfeld, der Atlas 2 von Hapro, wird nur "vormontiert" geliefert. Unsere Crew brauchte zu dritt ganze 45 Minuten, um aus Einzelteilen einen funktionstüchtigen Fahrradträger zu basteln und aufzusetzen – Punktabzug. Mühselig funktioniert hier auch die Befestigung des Fahrradträgers an der Anhängerkupplung: Ein Bügelhebel muss mit großem Kraftaufwand heruntergedrückt und anschließend mit einem langen Dorn gesichert werden. Die Vorspannkräfte lassen sich an einem kleinen Stellrad nachjustieren. Das ist eine fummelige Aufgabe, die zudem in unbequem-gebückter Haltung absolviert werden muss.

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Fahrradträger für die Anhängerkupplung im Test (Video):

 
 

Fahrradträger für die Anhängerkupplung im Test (2013)

So etwas geht auch viel einfacher – beim kompakten und leichten Fahrradträger Spinder Compact aus Holland funktioniert das Befestigen an der Anhängerkupplung im Test besonders schnell und ohne zusätzliche Hilfsmittel: einfach senkrecht auf den Kugelkopf aufsetzen und dann den kompletten Träger in die Waagerechte drücken – bis er mit hörbarem Klicken einrastet. Bei den Fahrradträgern von Atera, Bosal, Thule, Uebler und Westfalia muss lediglich ein Hebel mit mehr oder weniger großem Krafteinsatz heruntergedrückt werden, um den Träger am Kugelkopf festzuzurren. Beim Thule Easy Fold geriet der Hebel etwas kurz, deshalb ist hier deutlich mehr Kraft erforderlich. Und ähnlich wie beim Hapro muss die Anpresskraft an einem kleinen Stellrad justiert werden. Mit kleinen Außenabmessungen beeindrucken vor allem die Modelle von Westfalia, Uebler, Thule, Spinder und Bosal. Zusammengefaltet benötigen sie nicht mehr Stauraum als ein kleiner Reisekoffer. Dennoch können auch diese Fahrradträger für die Anhängerkupplung schwere Last transportieren. Der Hapro ist für 40, der Spinder für 50 und alle anderen sogar für 60 Kilogramm zugelassen.

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Sieben Fahrradträger im Vergleich

Über eine Abklappmechanik, die das Beladen des Kofferraums erleichtern soll, verfügen alle sieben Heckträger. Allerdings reicht beim Hapro Atlas 2 der Öffnungswinkel zum Öffnen der Ford Mondeo-Klappe nicht aus. Bei den Dynamikprüfungen simulierten wir Situationen, die im Alltag völlig unerwartet auftreten. Das Erfreuliche zuerst: Das Überfahren einer heftigen Bodenwelle absolvierten alle Testkandidaten mit Bravour. Trotz starker Schwingbewegungen lösten sich weder Räder noch Träger. Alles blieb an seinem Ort. Beim Bremstest aus Tempo 100 km/h patzte lediglich der Verlierer Spider Compact. Er verlagerte sich so stark nach vorn, dass eine Fahrradpedale an der Heckklappe des Testautos hässliche Kratzer hinterließ. Und beim Slalom versagte der Spider Compact schließlich komplett: Der Fahrradträger verdrehte sich auf der Anhängerkupplung und verbeulte das Auto. Die zierlichen Laufradgurte aus viel zu nachgiebigem Material waren mit der Last von 47 Kilogramm überfordert – sie rissen. Da die Rahmenhalter nur über ein Gelenk mit dem Grundträger verbunden sind, können sie keine seitliche Stützfunktion übernehmen und ließen die Fahrräder seitlich abklappen. Ein klarer Konstruktionsmangel. Alle anderen Testkandidaten verfügen über eine solide Rahmenhalterung und kräftige Laufradgurte. Somit blieb die Fracht beim Slalom stets sicher auf dem Fahrradträger. Allerdings gaben noch vier weitere Kugelkopfbefestigungen leicht nach und verursachten eine Verdrehung auf dem Zughaken. Beim Westfalia BC 60 kam es sogar zur unschönen Berührung mit der Heckklappe – Punktabzug. Mit Brillanz absolvierten nur zwei Probanden die Dynamikprüfung: Beim Testsieger Uebler X21 nano und dem zweitplatzierten Bosal Bike Carrier Compact gab es nichts zu bemängeln.

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von Holger Ippen von Holger Ippen
Unser Fazit

Fahrradträger für Anhängerkupplung im Test: Der klare Sieger Uebler X21 nano ist ein Leichtgewicht und überzeugt mit höchsten Punktzahlen bei Montage, Handhabung und Fahrprüfungen, dicht gefolgt vom zweitplatzierten Bosal Bike Carrier Compact. Ebenfalls empfehlenswert ist der Atera Strada Sport. Der schick designte Spinder Compact aus Holland versagte dagegen bei den Fahrprüfungen komplett.

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