Ladungssicherung Spanngurte – praktische Ladungshelfer

Spanngurte
Spanngurte erleichtern die Ladungssicherung
Inhalt
  1. Der Spanngurt – welches Modell ist das Richtige?
  2. Spanngurt oder Zurrgurt kaufen – vier Empfehlungen
  3. Spanngurt befestigen – wie geht das?
  4. Spanngurt lösen – was ist zu tun?

Spanngurte sind unerlässlich, um Ladung auf Anhängern und in Transportern zu sichern. Was Autofahrer vor dem Kauf beachten sollten.

Nicht nur für Bergsteiger sind sie unverzichtbare Begleiter: Beim Transport großer Gegenstände mit einem Pkw oder Lkw sorgen Spanngurte für sicheren Halt. Die Auswahl von Spann- oder auch Zurrgurten ist derweil riesig. Doch welches Modell ist für welchen Zweck geeignet?

Während ein Kletterer eher ein elastisches Band nutzt, müssen Zurrgurte zur Ladungssicherung bestimmten Normen entsprechen und bestehen aus einem anderen Material. Es gibt ein- und zweiteilige Spanngurte, Gurte mit Ratschen und Lashingbänder – und nicht immer ist das Modell für den Autokofferraum auch für das Sichern der Kartons im Hänger geeignet.

 

Der Spanngurt – welches Modell ist das Richtige?

So unterschiedlich der Verwendungszweck, so unterschiedlich auch das benötigte Modell. Auch die Preise schwanken je nach Einsatzzweck von 5 bis 25 Euro für einzelne Spanngurte. Grob lassen sich die Modelle jedoch kategorisieren:

  • einteilige Spanngurte
  • zweiteilige Spanngurte
  • Automatik-Spanngurt
  • Spanngurt mit Haken
  • Spanngurt mit Ratsche
  • Zurrgurt mit Klemmschloss
  • Lashingbänder

Gemeinsam haben die Bänder, dass sie aus Chemiefasern gewebt werden, gerne aus Polypropylen, Polyester oder Nylon. Selten kommt auch Baumwolle zum Einsatz. Alle unterliegen dabei der EU Norm DIN EN 12 195-2, die „Zurrgurte aus Chemiefasern“ betrifft. Entspricht ein nach dem Jahr 2001 gefertigter Spanngurt nicht diesen Richtlinien, darf er nicht im Fahrzeug verwendet werden. Diese Norm beschreibt auf einem auf dem Gurt gedruckten Etikett die Vorspannkraft der Ratsche in „STF“ (Standard Tension Force). Um nachträgliche Dehnungen zu verhindern, werden Spanngurte bei der Herstellung bereits massiv vorgedehnt.

Bei zweiteiligen Spanngurten unterscheidet man zwischen dem Losende und dem Festende, das mit einer Ratsche versehen ist – diese sorgt für die nötige Spannung. Im Gegensatz zu beispielsweise einteiligen Gurten, die meist mit einem Haken versehen sind. Zurrgurte mit Klemmschloss dürfen nur für leichte Transporte, etwa im Kofferraum, verwendet werden.

Um einschätzen zu können, wie belastbar ein Zurrgurt ist, werden die maximalen Belastungsgrenzen in daN angegeben, also in Dekanewton, einer physikalischen Maßeinheit. Ein Newton ist hierbei, vereinfacht dargestellt, die Kraft, die benötigt wird, um ein Kilogramm Masse zu bewegen. Die daN-Zahl gibt also an, wie viele Tonnen Ladung mit dem Spanngurt gesichert werden können. Eine Wert von 2500 daN reicht folgerichtig aus, um 2,5 Tonnen Ladung zu sichern.

Zu unterscheiden ist hierbei allerdings zwischen „geradem Zug“ und der „Umreifung“. Beim geraden Zug wird der Zurrgurt direkt zwischen Ladung und Ladefläche angebracht, zum Beispiel durch diagonales Zurren. Von der sogenannten Umreifung spricht man, wenn die Ladung zwischen zwei am Fahrzeug befestigten Zurrpunkten eingehängt wird.

Auch empfehlenswert: auf das GS-Prüfzeichen zu achten. Als letztes gesetzlich geregeltes Prüfzeichen in Europa bescheinigt es, dass der Spanngurt den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes genügt, was auch die Erfüllung der nötigen DIN-Normen (wie z. B. DIN EN 12 195-2) betrifft.

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Ladungssicherung  

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Spanngurt oder Zurrgurt kaufen – vier Empfehlungen

Braun Spanngurt 4000 daN (G2000-21000): Der Allrounder

Der zweiteilige Zurrgurt des Traditionsunternehmens Braun ist einfach zu bedienen und sowohl für die Sicherung kleinerer Ladungen im Auto geeignet als auch für schwere Einsätze in Lastfahrzeugen. Das 10 Meter lange Band ist eher im oberen Preissegment angesiedelt.
Produktmerkmale:
• deutsche Produktion gemäß DIN EN 12195-2
• 10 Meter Länge
• Langhebelratsche und Spitzhaken
• 2000 daN Zugkraft gerader Zug
• 4000 daN Zugkraft Umreifung
• Bandbreite 50 Millimeter
• GS Prüfzeichen vorhanden
• Dehnung ca. 4 Prozent
 

 

Kerbl 37186 Automatik-Zurrgurt: Günstig und praktisch

Der Automatik-Zurrgurt 37186 von Kerbl ist günstiger – mit nur drei Metern Länge aber auch deutlich kürzer und somit besser für den Einsatz im Auto geeignet. Mit der praktischen Automatik ist ein schrittweises Ein- und Ausziehen des Bandes dafür ganz einfach, und die Automatik zieht den Spanngurt auf Wunsch per Knopfdruck ein. Ein GS-Prüfzeichen bietet Kerbl allerdings nicht an.
Produktmerkmale:
• einfache Bedienung auch alleine
• Spitzhaken-Verschluss
• 3 Meter Länge
• Bandbreite 50 Millimeter
• 750 daN gerader Zug
• 1500 daN Umreifung
• Dehnung ca. 5 Prozent
• entspricht DIN EN 12195-2

 

Braun 2000-1-600/VE2 Spanngurt: Hochwertig und vielseitig

Das Modell 2000-1-600/VE2 von Braun hat einen fairen Preis von rund 20 Euro. Dafür erhält man einen zweiteiligen Zurrgurt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist beim 2000-1-600 Spanngurt ausgezeichnet, was auch die vielen zufriedenen Kundenbewertungen widerspiegeln.
Produktmerkmale:
• Ratschen-Verschluss
• entspricht DIN EN 12195
• GS Prüfzeichen
• 6 Meter Länge
• Bandbreite 50 Millimeter
• 2000 daN gerader Zug
• 4000 daN Umreifung
• Dehnung ca. 5 Prozent

 

OVK Spanngurte im Vierer-Set: Für kleinere Ladungen

Ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten die Zurrgurte von OVK mit einem Vierer-Set blauer Spanngurte mit jeweils vier Metern Länge. Der günstige Preis hat auch seinen Grund: Mit diesem Set können maximal 400 daN Zugkraft genutzt werden, was die Gurte für Großeinsätze ausschließt. Ideal aber, um ein Verrutschen kleinerer Ladungen im Auto zu verhindern.
Produktmerkmale:
• entspricht DIN EN 12195-2
• Ratschen-Verschluss
• 4 Meter Länge
• Bandbreite 25 Millimeter
• 400 daN gerader Zug
• 800 daN Umreifung
• Dehnung ca. 7 Prozent

 

Ist das richtige Modell gefunden, bleiben noch zwei Fragen offen:

 

Spanngurt befestigen – wie geht das?

Vorab ist zu beachten: Zur Sicherung einer Ladung und der Nutzung von Spanngurten sollten Personen bereitstehen, die Erfahrungen in diesem Bereich besitzen. Ist die Ladungsfläche des Fahrzeugs gereinigt und beladen, kann die Ladung gesichert werden. Bei einteiligen Spanngurten ist der Gurt um das zu befestigende Gut zu wickeln. Bei zweiteiligen Zurrgurten können die Haken an beiden Gurtenden eingehakt werden. Es empfiehlt sich, empfindliche Ware zum Beispiel mit Stoff oder Matten zu schützen. Nun ist das Ende des Verschlusses in den Spanngurtverschluss einzufädeln und – zunächst – von Hand zu spannen. Ist der Gurt in der gewünschten Länge, wird die Spannung mit der Ratsche erhöht.

 

Spanngurt lösen – was ist zu tun?

Auf keinen Fall darf versäumt zu werden, zuerst die Standfestigkeit der gesicherten Ware zu prüfen, damit sie im Auto oder auf dem Hänger nicht umkippt. Bei Gurten mit Ratschen wird diese nun geöffnet – eine Anleitung liegt dem Produkt oft bei. Bei Spanngurten ohne Ratsche wird einfach der innere Sicherungsbügel gelöst.

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