E-Bike kaufen: Darauf achten! E-Bike ist nicht gleich E-Bike

von Holger Ippen 03.08.2018
Inhalt
  1. Darauf beim E-Bike kaufen achten
  2. Unterschiede zwischen E-Bike und Pedelec
  3. E-Bike wird als Verkehrsmittel immer beliebter
  4. E-Motor vorn, hinten oder in der Mitte?
  5. Beim Kauf auf die Batterien achten
  6. Connectivity am E-Bike
  7. Bosch-ABS für Pedelecs

Der Kauf eines E-Bikes ist nicht einfach. Immer mehr Anbieter sorgen für ein immer undurchsichtigeres Angebot. Es gibt sogar einen Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec, den die wenigsten Kunden kennen. Darauf sollte man beim E-Bike-Kauf achten!

Auch passionierte Autofahrer haben die Vorteile des Fahrrads längst erkannt – zumindest für die "Last Mile" (letzte Meile). Statt sich durch verstopfte City-Straßen zu quälen und viel Zeit mit lästiger Parkplatzsuche zu vergeuden, lohnt es durchaus, auch mal aufs Zweirad umzusteigen. Und das kann sogar richtig Spaß bereiten, zum Beispiel mit einem Pedelec oder E-Bike – und das ist nicht dasselbe. Denn bei den Velos mit Hilfsmotor gibt es große Unterschiede. Das muss beim Kauf beachtet werden. Mehr zum Thema: E-Auto als Dienstwagen

Das BMW e-Bike im Video:

 
 

Darauf beim E-Bike kaufen achten

Als Pedelecs gelten Fahrräder mit elektromotorischem Hilfsantrieb, der jedoch nur eine Nennleistung von maximal 250 Watt aufbringen darf. Der Elektromotor dient hier zur Tretkraftunterstützung. Also: Tritt man in die Pedale, dann schaltet sich auch der Motor zu und unterstützt mit seinem Drehmoment den Fahrer. Sonst ruht er. Mit zunehmendem Tempo lässt diese Zusatzkraft nach und schaltet sich bei 25 km/h ganz ab. Schneller fahren geht auch, nur dann muss eben viel mehr Muskelkraft investiert werden. Der Akku reicht – je nach Streckenprofil und Unterstützungsgrad – für ca. 60 bis 120 Kilometer. Ist er leer, dann lässt sich das Pedelec wie ein normales (aber schwereres) Fahrrad weiter nutzen. Für Pedelecs besteht weder Führerschein-, Helm- noch Versicherungspflicht. 

 

Unterschiede zwischen E-Bike und Pedelec

Fahrräder, deren Hilfsantrieb bis zu 45 km/h zulassen, sind rechtlich Kleinkrafträdern gleichgestellt. Hier gelten also Helm-, Versicherungs-, Kennzeichen- und Fahrerlaubnispflicht (Klasse A1). Die jährlichen Zusatzkosten betragen dadurch ca. 50 bis 90 Euro.
Unsere Straßenverkehrsordnung kategorisiert einsitzige Zweiräder mit elektrischem Antrieb, die sich auch ohne Muskelkraft betreiben lassen und schneller als 25 km/h sind, als E-Bike. Hier ist die elektromotorische Unterstützung auch per Gasdrehgriff oder Knopfdruck zugelassen. Genau wie Mofas dürfen sie innerorts Radwege nur dann nutzen, wenn diese speziell gekennzeichnet sind – Helm und Kennzeichen sind Pflicht.

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E-Bike wird als Verkehrsmittel immer beliebter

Längst vorbei sind die Zeiten, da Pedelecs nur als willkommene Hilfe gegen Wadenschwäche angesehen wurden. Gerade in angesagten Stadtteilen gilt das E-Bike-Radeln inzwischen als bewusstes Statement – vorzugsweise im Business-Zwirn. Und frei nach dem Motto "Was in ist, darf auch etwas mehr kosten" halten teure Materialien und anspruchsvolle Hightech-Lösungen Einzug. Komfort und Ausstattung profitieren davon, und der Design-Anspruch steigt. Statt der klobigen und simpel verkabelten Anbauteile an konventionellen Rad-Konstruktionen mutiert das Pedeleczum edel gestalteten Verkehrsmittel. Als Basis kommen fast alle Zweirad-Kategorien in Frage: vom elektrifizierten Hollandrad über voll ausgestattete Trekking- und City-Bikes, Cross-Räder, leistungssporttauglichen Mountainbikes und Lastenräder. Für den Transport im Kofferraum sind vor allem elektrifizierte Falträder interessant.

 

E-Motor vorn, hinten oder in der Mitte?

Derzeit buhlen drei unterschiedliche Konzepte für die optimale Position des Antriebsmotors um Akzeptanz. Diese bestimmen maßgeblich Fahrdynamik und Sicherheits-Eigenschaften des Zweirads. Auch beim Akku und seiner Platzierung gibt es gravierende Unterschiede. Grundsätzlich haben sich Lithium-Ionen-Batterien mit ihrer hohen Energiedichte durchgesetzt. Die Kapazität von 300 bis 600 Wattstunden lassen Reichweiten von 40 bis 120 Kilometern zu. Das ist natürlich stark vom Streckenprofil (Steigungen), der Fahrcharakteristik und von dem gewählten Unterstützungsgrad (Eco, Tour, Sport oder Power) abhängig.

 

Beim Kauf auf die Batterien achten

Noch in diesem Jahr erwartet die Fachbranche die Vorstellung neuer Batterie-Typen, die sowohl einen größeren Entladestrom als auch deutlich mehr Ladezyklen zulassen sollen. Sie ermöglichen also mehr Reichweite, und statt 500 Vollladungen sollen sie bis zu 2000 Ladungen problemlos überstehen und dadurch statt fünf bis sechs Jahre über zwölf Jahre ihren Dienst versehen. Waren die Hochleistungsakkus bisher meist unter dem Gepäckträger oder außen am Rahmen befestigt, wandern sie bei neuen Konstruktionen mehr und mehr ins Rahmenrohr. Das sieht eleganter aus und erschwert auch den Diebstahl. Diese Akkus lassen sich sowohl am Rad im eingebauten Zustand als auch in einer separaten Ladestation nachladen.

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Connectivity am E-Bike

Die aktuellen Modelle verfügen über große Anzeige-Displays am Lenker-Vorbau – unter anderem für Tempo, gefahrene Kilometer und Reichweite und sogar für Kartendarstellungen der Fahrrad-Navigation. Auch Smartphone-Halter mit USB-Anschluss (zum Handy-Nachladen) und spezielle Apps, die eine Zugangsberechtigung (Schlüsselfunktion) bieten und notfalls auch beim Wiederfinden nach einem Diebstahl helfen, gehören inzwischen zumindest bei angesagten Premium-Pedelecs mit dazu. Das alles ist zeitgemäßer Komfort, der nicht nur den Spieltrieb im Manne weckt, sondern auch jüngere Interessenten aufs Fahrrad lockt.

 

Bosch-ABS für Pedelecs

Sicherheit geht vor: Der ABS-Erfinder bringt das erste serienreife Antiblockiersystem nun auch für E-Bikes auf den Markt. Damit ist es möglich, das Blockieren des Vorderrads zu verhindern sowie das Abheben des Hinterrads durch einen Bremsdruckausgleich zu begrenzen. So reduziert sich der Bremsweg, und das Risiko von Überschlägen und Stürzen verringert sich.

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