Bovensiepen 05 GT: Undercover-M5 nach Alpina-Rezeptur
Wer im weit aufgerissenen Spoiler-Maul des aktuellen BMW M5 die sportliche Eleganz vergangener Tage vermisst, wird sie im Bovensiepen 05 GT finden. Die Firma der ehemaligen Alpina-Macher hat den Hochleistungskombi mithilfe eines gewissen Frank Stephenson zum Understatement-Statement transformiert.
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Den BMW M5 im Biedermeier-Gewand gestaltete ausgerechnet ein Hypercar-Designer
Es ist fast alles beim Alten im beschaulichen Buchloe im östlichen Allgäu. Bis ins tiefste Mark veredelte BMW rollen hier aus den Werkshallen. Nur dass sie nicht mehr Alpina heißen dürfen, weil der Familienbetrieb die Namensrechte jüngst nach München verkauft hat. Deswegen prangt jetzt der Bovensiepen-Schriftzug an der Front. Und noch etwas ist neu: die bewusst noch exklusivere Positionierung der neuen Modellpalette.
Darauf deutete bereits das Erstlingswerk von 2025, der Bovensiepen Zagato, hin. Die Zusammenarbeit mit der legendären Designschmiede rechtfertigt deutlich höhere Preise. In dieselbe Kerbe schlägt nun der Bovensiepen 05 GT. Für das zweite Projekt holten sich Andreas und Florian Bovensiepen niemand Geringeres als Frank Stephenson ins Haus.
Der US-amerikanische Designer war in seiner Zeit bei BMW für den ersten X5 sowie die Reinkarnation des Mini verantwortlich und gestaltete anschließend unter anderem den Maserati MC12 sowie die komplette McLaren-Modellreihe der 2010er-Jahre. Für Bovensiepen war aber weder Retro- noch Hypercar-Design gefragt. Vielmehr ging es dem Team darum, dem BMW M5 Touring einen zivilisierteren Auftritt mit Feingeist-Faktor zu verpassen.
Auf den ersten Blick könnte man den Edel-Kombi womöglich noch für einen 520i mit Volle-Hütte-Paket halten, aber wer sich einmal in den unzähligen Details verliert, erkennt den wahren Charakter des 05 GT. Da wäre natürlich der vergleichsweise wenig dezente Schriftzug im neu geformten, unteren Kühlergrill. Und die Doppelniere, die die Mannschaft aus Buchloe tatsächlich aus lasergeschnittenem Edelstahl herstellt. Gott weiß, wie sie damit durch den Fußgänger-Crashtest gekommen sind.
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Der Bovensiepen 05 GT ist stärker, aber auch deutlich teurer als der M5
Im Schweller hat sich Frank Stephenson nicht nur mit seiner Signatur verewigt, sondern auch eine farblich anpassbare Zierleiste erschaffen. Die zieht sich auch über den Heckstoßfänger, was dem Auto einen etwas geschliffeneren Look verpasst. Darunter hängt eine vierflutige Akrapovic-Auspuffanlage, die wohl genau die knapp acht Kilogramm einspart, die Bovensiepen im Innenraum an Lavalina-Leder wieder aufstockt.
Fahrdynamisch tut sich im Vergleich zum M5 Touring trotzdem etwas, was vor allem auf das modifizierte Motormanagement zurückzuführen ist. So kumuliert der Plug-in-Hybridstrang samt Biturbo-V8 nun 800 statt 727 PS (589 statt 535 kW) und wuchtet mit 1100 Nm jetzt 100 Nm mehr auf die Kurbelwelle. Dadurch verkürzt sich die Beschleunigungszeit für den Standardsprint auf unter 3,6 s.
Da die Karosserie des Bovensiepen 05 GT trotz des Verzichts auf die üppigen Anbauten des M in der Breite unverändert bleibt, überrascht auch die mit dem M5 identische Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h nicht weiter. Zumal schon bei Alpina die Beseitigung des abgeregelten Topspeeds zur Firmenphilosophie gehörte. Und wenn man das Auto schon GT nennt, möchte man die Grand Tour auch, wo möglich, im Tiefflug über die Fernstraßen absolvieren.
Der feinste Kombi Deutschlands kommt allerdings auch mit einem entsprechenden Preisschild: 198.900 Euro verlangt Bovensiepen für den 05 GT. Damit liegt der Edel-Touring gut 50 Riesen über dem M5. Doch wer sich schon einmal durch den BMW-Konfigurator gearbeitet hat, wird wissen, dass man sich hier mit wenigen Klicks auch rasant der 200.000-Euro-Marke annähern kann.




















