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Vorstellung

Zum Dahinschmelzen: Dieser BMW X2 ist weißer als ein Gletscher

Mit einem nach Schema F getunten BMW lockt man längst niemanden mehr hinterm Ofenrohr hervor, das weiß auch Paul Flecker. Deshalb hat der Österreicher sein allererstes Auto mit einer Lawine aus weißer Farbe überrollt und den X2 mit Sonderanfertigungen sowie PS vollgestopft.

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Der BMW X2 All-White stehend von schräg vorne
Der komplett weiß lackierte BMW X2 ist nicht nur Paul Fleckers allererstes Auto, sondern auch seine Visitenkarte. Foto: Paul Flecker
Das Heck des BMW X2 All-White
Nahezu alle Komponenten am Bimmer wurden im Zuge des Umbaus angefasst. Nicht wenige davon aufwendig mit Sonderanfertigungen. Foto: Paul Flecker
Der BMW X2 All-White stehend von oben
Unter der Haube sitzen nun 350 PS (257 kW) – beinahe das Doppelte der Serienleistung. Foto: Paul Flecker
Die Felgen des BMW X2 All-White
Bei den 20-Zöllern handelt es sich um Einzelanfertigungen, die erst die vordere Bremsanlage des G63 AMG ermöglichten. Foto: Paul Flecker
Das Cockpit des BMW X2 All-White
All-White auch im Innenraum: Nahezu sämtliche Oberflächen sind mit weißem Leder oder Alcantara überzogen. Foto: Paul Flecker

BMW X2 All-White: weißer als ein Gletscher, stärker als ein Yeti

Zugegeben: Abgesehen vom ersten i3 und 2er Active Tourer gibt es kaum einen modernen BMW, der weniger im Fadenkreuz der Tuningindustrie fährt als der X2. Der ersten Generation war trotz des schmucken Designs inklusive Details wie den Markenlogos auf den C-Säulen zwischen 2018 und 2023 nur ein kurzes Leben vergönnt.

Einer, der sich schon früh für den kompakten Crossover begeistern konnte, ist Paul Flecker. Der heute 26-Jährige legte sich mit gerade einmal 17 Jahren einen fabrikneuen X2 als erstes Auto zu. Den ursprünglich in Weiß lackierten Bimmer folierte er in den folgenden Jahren mehrfach – die Jugendsünden lassen grüßen – unter anderem sogar in Pink.

Dann begann der junge Autofan aus der Steiermark damit, Tuningtreffen zu organisieren und sich mit seiner Eventreihe namens DGAEHEA zu professionalisieren. Mittlerweile gehört sein „Alpentreffen“ zu den wichtigsten Terminen in der österreichischen Tuningszene. So entstand die Idee, eine Art Repräsentationsfahrzeug für sein Unternehmen auf die Räder zu stellen. Und da gabs ja noch diesen X2, den Flecker ohnehin niemals verkaufen würde …

„Wenn meine Kinder irgendwann einmal fragen: Papa, was war dein erstes Auto? Dann kann ich sie mit in die Garage nehmen und sagen: Schaut, da steht es“, schmunzelt der 26-Jährige. Dank seiner hingebungsvollen Individualisierung haben die Kids der Zukunft auch ordentlich was zu bestaunen.

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Video: AUTO ZEITUNG

Performance-seitig tritt der All-White X2 auf die Bremse – wortwörtlich

Da wäre natürlich zuallererst die Farbe, die heller erstrahlt als gebleachte Kauleisten von Realitystars. Da weiße Autos optisch größer wirken als dunkle, gleicht ein speziell angefertigtes Luftfahrwerk diesen Umstand mit der Airlift-Steuerung wieder aus. Den Tiefgang intensiviert hier nochmals das – selbstverständlich weiße – Bodykit rundum.

Tatsächlich sparte sich Flecker die weiße Farbe nur an den Außenspiegeln und dem Scheibenrahmen. Selbst die Scheibenwischer blieben nicht verschont. Weißwandreifen wären hingegen alleine schon wegen der ausladenden 20-Zöller kaum noch drin gewesen. Bei den Felgen handelt es sich um eine Sonderanfertigung von Sixnine Wheels, die auch dringend nötig wurde, um die geplante Bremsanlage unterzubringen.

So krallt sich vorne eine Sechskolben-Anlage vom Mercedes-AMG G63 in die 390 mm großen Scheiben, während hinten ein Porsche Cayenne seine Vierkolben-Anlage samt 354-mm-Scheibe spendierte. Dank des separaten und ebenfalls lackierten Handbremssattels sieht Fleckers X2 von der Seite aus, als könnte er mit einer Vollbremsung nicht nur seine Räder, sondern gleich den ganzen Planeten anhalten. „Wir haben das maximal Mögliche rausgeholt“, verrät der Österreicher nicht ohne Stolz, „dank mir kann man im X2 legal mit großen Bremsen fahren.“

Die Übermenge an Negativbeschleunigungspotenzial hat natürlich auch einen Grund, der unter der Haube des Bimmer verborgen liegt. Den serienmäßig 192 PS (141 kW) starken Vierzylinder seines xDrive 20i ließ er mit neuem Turbolader, Ladeluftkühlung, Downpipe und Abgasanlage auf knapp die doppelte Leistung erstarken, also 350 PS (257 kW). Damit ist sein Auto nicht nur stämmiger als das Topmodell X2 M35i (306 PS/225 kW), sondern beschleunigt mit 4,1 s auf 100 km/h auch fast eine Sekunde schneller von 0 auf 100 km/h.

Was als nächstes kommt? EMS, Handschaltung und viel, viel PS

Das sitzt, und zwar auf Schalensitzen des BMW M2 Competition. Die hat Flecker selbstverständlich, wie nahezu alle Oberflächen im Innenraum, mit weißem Leder oder Alcantara beziehen lassen. Und damit DGAEHEA nicht nur in den Köpfen, sondern auch an den Köpfen bleibt, prangt auf den Kopfstützen sogar der entsprechende Schriftzug.

Zwar bringt so ein weißer Innenraum naturgemäß ein paar Nachteile mit sich wie die Schmutzempfindlichkeit oder eine gewisse Spiegelung in der Windschutzscheibe, aber darüber kann Flecker im wahrsten Sinne des Wortes hinwegsehen. Der 26-Jährige blickt nach vorne und freut sich in diesem Jahr besonders auf den Auftritt seines Einzelstücks bei der Essen Motor Show vom 27. November bis 6. Dezember. Und danach? „Nächstes Jahr wollen wir eine Sechsgang-Handschaltung einbauen für mehr Leistung“, kündigt er an. Lawinenartige Leistungen von 500 PS (368 kW) und mehr sollten dann realistisch sein. Derart gerüstet gehts dann zum European Tuning Showdown im Rahmen der Tuning World Bodensee 2027.