Vorstellung

BMW 840d: 8er (E31) auf mächtigen Diesel-V8 umgerüstet

Als der 8er (E31) ab 1989 die Modellpalette von BMW krönte, war die Ära der hochpotenten Dieselmotoren noch nicht ganz angebrochen. Schade eigentlich, denn dieser privat umgebaute 840d mit V8-Selbstzünder aus dem 7er (E38) beweist, wie überlegen diese Kombination gefahren wäre.

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Der BMW 840d (E31) stehend von schräg vorne mit Motor-Collage
Als der BMW 8er (E31) gerade abtrat, startete der einzige V8-Diesel bei BMW. Ein Schwabe vermählte die beiden Automobillegenden nun nachträglich. Foto: Youtube/300MM
Der BMW 840d (E31) fahrend von hinten
Die Jungfernfahrt erledigte der 840d noch ohne Heckspoiler. Foto: Youtube/300MM
Der BMW 840d (E31) stehend von vorne
Der 840d basiert auf einem verpfuschten 850i, der komplett neu aufgebaut wurde. Foto: Youtube/300MM
Die Sitze des BMW 840d (E31)
Die graue Innenausstattung steuerte ein Facelift-Modell bei. Foto: Youtube/300MM
Der Motor des BMW 840d (E31)
Der 3,9 l große V8 machte den 7er bei seinem Debüt zum stärksten Diesel-Pkw der Welt. Foto: Youtube/300MM

Der weltweit einzigartige BMW 840d (E31), aufgebaut im Schwabenländle

Knapper kann man sich kaum verpassen: Als der BMW 8er (E31) 1999 nach zehn Jahren Produktionszeit eingestellt wurde, debütierte mit dem M67 ein anderes Spitzenprodukt aus München. Hinter dem Kürzel steckt der erste und einzige V8-Dieselmotor, den BMW je entwickelt hat. Sein besonderer Stellenwert offenbart sich auch mit Hinblick auf sein Einsatzgebiet: Er kam ausschließlich in den 7ern E38 und E65 sowie – kein Scherz – in einer Straßenbahn zum Einsatz.

Einer dieser M67 hat es dann aber doch in den 8er geschafft, zumindest nachträglich. Ein Schwabe mit einem verpfuschten 850i machte die Not zur Tugend und baute sein Coupé nicht nur von Grund neu auf, sondern besorgte sich gleich noch einen 740d als Spenderfahrzeug für den angedachten Dieselantrieb.

Der Wechsel vom sahnigen Zwölfzylinder auf einen Selbstzünder mag frevelhaft und verbrauchsgetrieben erscheinen, doch der 3,9 l mit Vierventil-Technik, Biturbo und Common-Rail-Direkteinspritzung wuchtet tatsächlich mit 560 Nm sogar etwas mehr Drehmoment auf seine Kurbelwelle als das Spitzenmodell 850 CSi. Und schon mit den anfänglichen 245 PS (180 kW) adelte der V8 den 7er zum stärksten Dieselauto der Welt. Später reicht die Bandbreite dann bis 329 PS (242 kW), um sich den zwischenzeitlich verlorenen Titel vom Audi A8 zurückzuholen.

Es ist also weniger eine Frage nach dem „Warum?“, als vielmehr eine Frage nach dem „Wie?“ Diese klärt der Besitzer im Youtube-Video von „300MM“ fein detailliert und mit noch feinerem Schwäbisch. Dass der Mann keine halben Sachen macht, offenbart schon der Blick unter die Haube, wo eine passend zur Wagenfarbe in Neongrün Metallic lackierte Motorabdeckung thront.

Der BMW 840d im 300MM-Video

Der einst stärkste Pkw-Selbstzünder putzt im 8er die Reifen blank

Von einer wüsten Zusammenstellung von Nebenaggregaten kann hier ebenfalls nicht die Rede sein, auch wenn beim genauen Hinsehen noch der ein oder andere Kabelbinder hervorblitzt. Der Selbstzünder passte zwar zwischen Spritzwand und Kühler, doch im Detail brauchte es noch reichlich Modifikationen, um das Zusammenspiel aus Chassis, Motor und Getriebe zu perfektionieren.

Bei Letzterem handelt es sich nämlich nicht mehr um einen Handschalter wie im 850er, sondern um eine Fünfstufen-Automatik, wie sie eben auch im 7er Standard für den 740d war. Leider konnte der 840d-Besitzer keinen passenden Schalthebel auftreiben, weshalb der Hebel aus verschiedenen Elementen zusammengebastelt werden musste. So stammt das Schaltschema aus einem BMW 3er (E46). Das große Airbag-Lenkrad ist 8er-Serie, soll aber wegen des defekten Tempomaten noch durch ein E38-Volant ersetzt werden. Und die hellgrauen Ledersitze stammen aus dem Facelift-8er.

Auch exterieurseitig folgt der 840d dem Schema der moderaten Modifikation. Ein nachträgliches M-Paket sorgt mit dem großen Luftschlitz unter dem Kennzeichen für eine bessere Thermik und dank Heckschürze, Spoiler und Co. für mehr sportlichen Touch, während Alpina-Räder die Fahrzeugflanke in Szene setzen.

Angaben zu den Umbaukosten macht der 840d-Besitzer ebenso wenig wie zu den Fahrleistungen des Einzelstücks. Ein Tacho-Video deutet darauf hin, dass der Standardsprint in rund sieben Sekunden abgehakt ist. Als Feuertaufe für den fertigen Diesel-8er wählte er übrigens eine 2500 km lange Tour bis nach Korsika und zurück. Die drehmomentstarke Serpentinenjagd fasst der Schwabe schlussendlich so zusammen: „Mit fünf Millimeter Profil bin ich gegangen, mit glatten Reifen bin ich gekommen.“