Vorstellung

BMW Z3 M Coupé mit V8: Das hat sich BMW (fast) nie getraut

BMW hat es nicht gewagt, einen V8 in den Z3 zu hebeln. Mit etwas Nachhilfe von einer Werkstatt aus Kentucky kommt das achtzylindrige Coupé jetzt doch noch zum Laufen.

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BMW Z3 M Coupé mit V8, fotografiert von schräg vorne.
Abgesehen vom modifizierten Logo und den breiten Alus weist wenig darauf hin, dass dieses BMW Z3 M Coupé einen V8 spazieren fährt. Foto: MosierWorks via Youtube
BMW Z3 M Coupé mit V8, fotografiert von hinten.
Mit dem V8 radieren die Hinterräder noch im zweiten Gang schwarze Bahnen auf die Piste. Foto: MosierWorks via Youtube
BMW Z3 M Coupé mit V8, fotografiert von schräg hinten.
„Slow“ kann man mit diesem Muskelprotz praktisch gar nicht fahren. Foto: MosierWorks via Youtube
BMW Z3 M Coupé mit V8 auf dem Prüfstand, fotografiert von schräg vorne.
Auf dem Prüfstand kommen nachweislich 361 PS (265 kW) an den Hinterrädern an. Foto: MosierWorks via Youtube
Unterboden des BMW Z3 M Coupé mit V8, fotografiert von unten.
Bis auf die Motor- und Getriebehalterung musste GermanTech nur die Kardanwelle maßschneidern. Foto: MosierWorks via Youtube
Cockpit des BMW Z3 M Coupé mit V8, fotografiert von schräg rechts.
Das Cockpit blieb bis auf das (noch?) fehlende Handschuhfach unangetastet. Foto: MosierWorks via Youtube
Motorraum ddes BMW Z3 M Coupé mit V8, fotografiert von schräg oben.
Die M GmbH hatte schon 1999 bewiesen, dass selbst ein V12 unter die Haube des Z3 passt. Doch dann siegte die Vernunft bei der Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Das Monster kam nie in Serie. Foto: MosierWorks via Youtube

Der S52 ist toll, der S65 noch viel toller

Unter Fans hat das BMW Z3 M Coupé beinahe schon Heiligenstatus. Für gut erhaltene Exemplare des Klassikers aus den späten Neunzigern werden Preise aufgerufen, die den damaligen Neuwert übersteigen. Der „Turnschuh“ wird nicht nur für sein knackiges Heck gefeiert, sondern auch für den unter der endlosen Haube lauernden Sechszylinder, der Stil mit Schmackes kombiniert wie wenig andere Verbrennungsmotoren. Wer eine solche Kostbarkeit tunen möchte, braucht einen triftigen Grund. John Kephart, Miteigentümer von GermanTech MotorWorks, kennt einen: „Wir wollten etwas Cooles im Motorraum. Stimmt schon, der S52 ist ein toller Motor, aber ich bevorzuge doch den S65.“

Übersetzung: Statt des sämigen Reihensechsers des Originals wollte der Miteigentümer der auf deutsche Premiummarken spezialisierten Werkstättenkette aus Kentucky einen V8 aus einem späteren M3 in den Z3 verpflanzen. Irgendwie irre, aber auch irgendwie logisch. Als US-Amerikaner hatte Kephart mutmaßlich bereits im Kindesalter V8-Gebrabbel im Ohr. Außerdem muss man wissen, dass das Z3 M Coupé in den Staaten nicht in den Genuss des in Europa verbauten S54 mit 325 PS (239 kW) kam, sondern sich mit dem deutlich zahmeren S52 begnügen musste. Der kam zwar ebenfalls auf 3,2 l Hubraum, reichte aber nur überschaubare 243 PS (179 kW) an die Hinterräder weiter. Ein Umstand, der Verständnis für Kepharts Anliegen weckt.

Das BMW Z3 M Coupe mit V8 im Video

Der V8 flutschte überraschend einfach unter die Haube

Kaum war ein Spenderfahrzeug in Form eines verunfallten M3 von 2010 gefunden, machte sich der Schrauber ans Werk. Und siehe da: Der Achtender schlüpfte ohne großes Aufheben in das kompakte Coupé. Natürlich mussten passende Motor- und Getriebehalter zusammengeschweißt werden. Auch die Unterbringung der deutlich größeren Kühler erforderte etwas Kopfzerbrechen. Wegen des kürzeren Radstands hat Kephart zudem eine Kardanwelle aus Carbon gebacken.

Wie im Spender-M3 wird auch hier von Hand in der Sechsgang-Schaltbox gerührt. Außer den Alus von CCW und ein paar Stickern weist nichts auf die Herztransplantation hin. Bis Kephart den Zündschlüssel dreht. Dann bellt der V8 los wie ein Kettenhund nach einer fleischlosen Diät.

Und er zieht auch so. Von den ursprünglich 420 PS (309 kW) des S65 kommen immerhin 361 PS (265 kW) an den Hinterrädern an. Diese drehen beim Beschleunigen auch noch im zweiten Gang durch und dürften mit einer kurzen Lebenserwartung bedacht sein. Schon bei Halbgas radieren die Gummis kalligrafische Zeichen auf den Asphalt und lassen eigentlich nur die Frage aufkommen, ob unter die lange Haube auch ein V10 oder V12 passen würde. Die Entwicklungsabteilung der M GmbH hat darauf schon 1999 geantwortet und einen Zwölfzylinder in einen Z3 gequetscht. Das Ergebnis: Der verwindungsfreudige Roadster war praktisch unfahrbar. So gesehen ist das GermanTech-Z3 M Coupé geradezu vernünftig.