Erlkönig

BMW i4 Cabrio: Oben-Ohne-Version der "Neuen Klasse" erwischt

Elektrische Cabriolets sind noch ein Nischenmarkt, den BMW zumindest aus Sicht der deutschen Premiumhersteller schon bald ergründen möchte. Als Name für den Oben-Ohne-Stromer kursiert BMW i4 Cabrio, als technische Basis dient der „Neue Klasse“-i3. Das verraten die ersten Erlkönig-Aufnahmen!

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Der Erlkönig des BMW i4 Cabrio fahrend von schräg vorne rechts.
Noch fährt das i4 Cabrio stark getarnt die ersten Testrunden auf öffentlichen Straßen. Foto: SH Proshots
Der Erlkönig des BMW i4 Cabrio fahrend von schräg vorne links.
Durch die Tarnung lässt sich wenig überraschend das „Neue Klasse“-Gesicht mit spitz zulaufenden Scheinwerfern und großem Kühlermaul im Stoßfänger ausmachen. Foto: SH Proshots
Der Erlkönig des BMW i4 Cabrio fahrend von der Seite rechts.
Den E-Antrieb sieht man dem Cabrio bei bestem Willen nicht an: BMW bleibt weiterhin dem Stofffaltdach treu. Das hat gegenüber dem Metall-Klappdach Vorteile für Gewicht, Kosten und Kofferraum. Foto: SH Proshots
Der Erlkönig des BMW i4 Cabrio fahrend von schräg hinten rechts.
Am Heck lässt die dicke Folierung bislang nur wenige Rückschlüsse zu. Die Rückleuchten dürften aber grob der i3-Form folgen und tief in den Kofferraumdeckel reichen. Foto: SH Proshots

Die „Neue Klasse“ entwickelt sich für BMW zum Erfolg: Das SUV iX3 verkauft sich trotz hohem Einstiegspreis prächtig, der Bestellstart der Mittelklasse-Limo i3 wurde wegen hoher Nachfrage vorgezogen und der iX5 greift nun auf ebendieser 800-V-Architektur auch in der Oberklasse an. Nur logisch, dass die Münchener Stromer-Modellpalette sukzessive ausgeweitet wird. Erste Erlkönig-Sichtungen bestätigen: Es kommt auch frischer Wind in die „Neue Klasse“.

Denn aktuell dreht das BMW i4 Cabrio erste Testrunden – und das dürfte wohl viele überraschen. Das Cabriolet ist nicht nur unter E-Autos eine Nischen-Karosserieform, sondern auch mit Verbrenner unter der Haube vom Aussterben bedroht. Der Marktanteil der Oben-Ohne-Autos liegt in Deutschland bei nur noch 1,2 Prozent im Jahr 2025 – 70 Prozent weniger als noch 2008, als sich Cabrios mit 4,2 Prozent der Neuzulassungen am Markt behaupten konnten. Und trotzdem bringen die Münchener:innen ab voraussichtlich Ende 2027 bis Anfang 2028 einen Elektriker für Frischluft-Fans auf den Markt.

Der BMW i3 im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Frischer Wind in der E-Mittelklasse: Trotz Hightech-Antrieb mit Stoffdach unterwegs

Die Basis stellt, wie auch beim Vorgänger BMW i4 als batterieelektrische Version des BMW 4er Gran Coupé, die 3er-Reihe. Genauer: der BMW i3. Daher dürfte auch die Front- und Heckgestaltung Anleihen an der Mittelklasse-Limousine nehmen. Insbesondere Scheinwerfer- und Kühlergrill-Layout dürften sich an den bekannten „Neue Klasse“-Modellen orientieren. Eine Besonderheit des Cabrios ist jedoch die Silhouette. Den E-Antrieb sieht man dem offenen i4 bei bestem Willen nicht an: BMW bleibt weiterhin dem Stofffaltdach treu. Das hat gegenüber einem Metall-Klappdach Vorteile für Gewicht, Kosten und Kofferraumvolumen.

Antriebsseitig erwarten wir durch die Nähe zum i3 daher auch eine ähnliche Palette, wie bei der Limousine bekannt. Damit dürfte auch der offene 2+2-Sitzer knapp an die 900 km Reichweite kommen und auch ohne „M“-Abzeichen bis zu 345 kW (469 PS) mobilisieren. Als „Neue Klasse“ profitiert der i4 natürlich auch vom Steckenpferd der Bajuwar:innen: der 800-V-Technologie mit Ladeleistungen bis 400 kW.

Doch ein Cabrio stellt ganz eigene Anforderungen an die Entwicklungsabteilung in München: Ohne Dachholme fehlt es dem offenen Mittelklässler an Verwindungssteifigkeit. Während das Problem beim Verbrenner mit Zusatz-Verstrebungen behoben wird, besetzt beim Stromer der Akku bereits den Unterboden. Es bleibt also abzuwarten, wie BMW Mehrgewicht, Fahrspaß und Torsionssteifigkeit im Cabrio unterbringen möchte.

Da aber mit hohen Entwicklungskosten zu rechnen ist, dürfte der i4 nicht nur als Cabrio an den Start gehen. Naheliegend ist ein Festdach-Coupé mit zwei Türen, dass sich bis auf das Dach kaum vom offenen Schwestermodell unterscheiden dürfte, aber vor allem aus wirtschaftlicher Sicht das Projekt i4 tragbar machen könnte.

Quellen