Plug-in-Hybride: Studie zur Klimabilanz Plug-in-Hybride sind zu selten elektrisch unterwegs

von Christina Finke 30.09.2020

Plug-in-Hybride werden als umweltfreundlich beworben und mit Kaufprämien von bis zu 4500 Euro gefördert. Eine Studie hat untersucht, wie die Klimabilanz der Teilzeitstromer wirklich ausfällt – und wie oft sie tatsächlich rein elektrisch fahren.

Plug-in-Hybride, also extern aufladbare Autos mit einer Kombination aus Verbrenner und Elektromotor, gelten als besonders sparsam und umweltfreundlich und werden mit Kaufprämien von bis zu 4500 Euro gefördert (Stand: September 2020). Eine gemeinsame Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und des International Council on Clean Transportation (ICCT) aus dem Herbst 2020 hat die Klimabilanz der Teilzeitstromer genauer unter die Lupe genommen – und kommt zu einem eher ernüchternden Ergebnis. Der ökologische Nutzen der Teilzeitstromer hängt essenziell davon ab, wie oft sie im Alltag von ihren Nutzern tatsächlich geladen und dementsprechend elektrisch gefahren werden. Private Halter aus Deutschland hängen ihren Plug-in-Hybrid den Studienergebnissen zufolge jedoch nur an drei von vier Fahrtagen an die Steckdose, Dienstwagen werden hierzulande sogar nur an jedem zweiten Fahrtag geladen. Mehr zum Thema: E-Auto-Prämie beantragen

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Studie zur Klimabilanz von Plug-in-Hybriden

Wie oft Plug-in-Hybride rein elektrisch gefahren werden, gibt in der Studie zur Klimabilanz der Teilzeitstromer der sogenannte "Utitilty Factor" (UF) an. Er lag der Untersuchung zufolge bei privaten Plug-in-Hybriden im NEFZ-Zyklus bei durchschnittlich 69 Prozent. Im Realbetrieb wurden jedoch nur 37 Prozent der Strecken rein elektrisch zurückgelegt. Bei Firmenwagen fiel die Differenz mit 63 zu 20 Prozent sogar noch größer aus. Damit ist der Unterschied zwischen den Werten vom Prüfstand und dem realen Verbrauch der Studie zufolge bei den Teilzeitstromern sogar höher als bei Autos mit reinem Verbrennungsmotor. Und: Im Mittel liegt der Kraftstoffverbrauch der Plug-in-Hybride zwei- bis viermal so hoch wie im offiziellen Testzyklus. Daher empfehlen die Studienautoren unter anderem "bei der Förderung von Plug-in-Hybridfahrzeugen die Modelle zu bevorzugen, die über eine hohe elektrische Reichweite und gleichzeitig eine geringe verbrennungsmotorische Leistung verfügen". Denn auch das hat die Erhebung ergeben: Wer einen Plug-in-Hybrid mit größerer Batterie hat, fährt insgesamt häufiger elektrisch. Darüber hinaus sei es sinnvoll, die Kraftstoffpreise zu erhöhen und zugleich den Ladestrom am Arbeitsplatz zu verbilligen.

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