Private Ladestation (Wallbox): Staatl. Förderung 200 Millionen Euro für die Förderung privater E-Auto-Ladesäulen

von Christina Finke 07.10.2020

Die Förderung privater Ladestationen (Wallbox) für Elektroautos ist Teil des vom Bundeskabinett beschlossenen "Masterplan Ladeinfrastruktur". 200 Millionen Euro sollen zur Verfügung stehen, wie Verkehrsminister Scheuer Anfang Oktober 2020 bekannt gibt.

Der Durchbruch der Elektromobilität bleibt in Deutschland nach wie vor aus: Verantwortlich dafür ist neben hohen Anschaffungskosten und langen Ladezeiten vor allem das Fehlen einer flächendeckenden Infrastruktur an (privater) Ladesäulen (Wallboxes). Dabei wären mehr E-Autos wichtig, damit Deutschland seine Klimaziele im Verkehr 2030 erreichen kann. Um ihren Anteil auf deutschen Straßen durch ein staatliches Förderprogramm erhöhen zu können, hatte das Bundeskabinett im November 2019 einen "Masterplan Ladeinfrastruktur" beschlossen. Anfang Oktober 2020 gab Verkehrsminister Andreas Scheuer bekannt, dass 200 Millionen Euro für die Förderung privater Lademöglichkeiten bereitgestellt werden. Der Zuschuss für den Erwerb und die Errichtung eines fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladepunkts beträgt inklusive des elektrischen Anschlusses 900 Euro. Voraussetzung ist, dass der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt. Unterschreiten die Gesamtkosten des Vorhabens den Zuschussbetrag, wird keine Förderung gewährt. Ab dem 24. November 2020 kann man entsprechende Anträge bei der KfW einreichen. Darüber hinaus sollen bis 2023 auch 50.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden. 15.000 davon soll die Automobilwirtschaft bis 2022 beisteuern. Koordiniert wird die Umsetzung der stattlichen Förderung vom Bundesverkehrsministerium rund um Minister Andreas Scheuer (CSU). Um Fehlentwicklungen zu vermeiden und Hemmnisse frühzeitig identifizieren zu können, soll der Masterplan für (private) Ladestationen und Wallboxen ab 2021 alle drei Jahre evaluiert werden. Mehr zum Thema: E-Ladestationen im ADAC-Test

Ratgeber Parken an Elektroauto-Ladesäulen
Parken an Elektroauto-Ladesäulen: Verbrenner Unerlaubtes Parken an Stromzapfsäulen wird teurer

Was wäre, wenn alle E-Auto fahren? (Video):

 
 

Staatliche Förderung für private Ladestationen (Wallbox)

Damit die staatliche Förderung für den Ausbau von privaten und gewerblichen Ladestationen (Wallbox) fließen kann, hat die große Koalition im September 2020 das Miet- und Wohnungseigentumsrecht angepasst. Anfang November 2020 könnte das neue Gesetz in Kraft treten. Dann kann jeder Wohnungseigentümer die Genehmigung für den Einbau einer Ladevorrichtung an seinem Stellplatz verlangen. Auch für Mieter wird mit Inkraftreten des neuen Gesetzes die Beantragung einer Wallbox einfacher. Bisher waren die rechtlichen Hürden für Eigentümer oder Mieter noch relativ hoch: So konnte etwa in einer Wohnungseigentümergemeinschaft ein Eigentümer nur dann eine Ladesäule aufstellen, wenn alle anderen Eigentümer dieser Gemeinschaft einwilligen. Zudem konnte in einer Mietimmobilie der Vermieter den Bau einer Ladesäule verweigern.

Reparatur & Wartung Elektroauto-Akku im e-Golf
E-Auto-Akku: Kosten, Preis, Pflege & Wartung Das muss man über Batterien für E-Autos wissen

 

Ladestationen und Bestand an Elektro-Pkw

Laut BDEW und Wirtschaftsministerium gab es Ende 2019 insgesamt rund 24.000 Ladepunkte in Deutschland – davon 15 Prozent Schnelllader. Der Bestand an Elektro-Pkw lag zu diesem Zeitpunkt laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bei 136.617 Fahrzeugen, der an Hybrid-Pkw bei rund 539.383 Autos – bei einem Gesamtbestand von 65,8 Millionen Fahrzeugen.

News Elektroautos: Verzögerung & Wartezeit
Lieferzeiten für Elektroautos: Verzögerung & Wartezeit Bei Elektroautos ist oft Geduld gefragt

Tags:
Copyright 2020 autozeitung.de. All rights reserved.