Private Ladestation (Wallbox): Staatliche Förderung 50 Millionen Euro für private E-Auto-Ladesäulen

von Christina Finke 24.04.2020

Ein Förderprogramm für private Ladestationen (Wallbox) für Elektroautos ist Teil des vom Bundeskabinett beschlossenen "Masterplan Ladeinfrastruktur". In diesem Zuge sollen 2020 vorerst 50 Millionen Euro für private Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen!

Der Durchbruch der Elektromobilität bleibt in Deutschland nach wie vor aus: Verantwortlich dafür ist neben hohen Anschaffungskosten und langen Ladezeiten vor allem das Fehlen einer flächendeckenden Infrastruktur an (privater) Ladesäulen (Wallboxes). Dabei wären mehr E-Autos wichtig, damit Deutschland seine Klimaziele im Verkehr 2030 erreichen kann. Um ihren Anteil auf deutschen Straßen durch ein staatliches Förderprogramm erhöhen zu können, hat das Bundeskabinett im November 2019 einen "Masterplan Ladeinfrastruktur" beschlossen. Einer der Kernpunkte: 2020 sollen erstmals 50 Millionen Euro für private Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollen in den nächsten zwei Jahren auch 50.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden. 15.000 davon wird die Automobilwirtschaft bis 2022 beisteuern. Koordiniert wird die Umsetzung der stattlichen Förderung vom Bundesverkehrsministerium rund um Minister Andreas Scheuer (CSU). Um Fehlentwicklungen zu vermeiden und Hemmnisse frühzeitig identifizieren zu können, soll der Masterplan für (private) Ladestationen und Wallboxen ab 2021 alle drei Jahre evaluiert werden. Mehr zum Thema: E-Ladestationen im ADAC-Test

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Staatliche Förderung für private Ladestationen (Wallbox)

Damit die staatliche Förderung für den Ausbau von privaten und gewerblichen Ladestationen (Wallbox) aber auch wirklich fließen können, müsste aber unter anderem das Miet- und Wohnungseigentumsrecht angepasst werden. Das Bundeskabinett hat Ende März 2020 ein Gesetz beschlossen, das Mietern und Wohnungseigentümern das Recht auf die Installation einer Ladestation für ihr Elektroauto zuspricht. Demnach wäre der Vermieter für die entsprechende Umsetzung verantwortlich, während der Mieter die Kosten trägt. Die Gesetzesänderung soll voraussichtlich Mitte 2020 in Kraft treten. Zunächst muss aber noch der Bundestag dem Entwurf zustimmen. Bisher sind die rechtlichen Hürden für Eigentümer oder Mieter noch relativ hoch: So kann etwa in einer Wohnungseigentümergemeinschaft ein Eigentümer nur dann eine Ladesäule aufstellen, wenn alle anderen Eigentümer dieser Gemeinschaft einwilligen. Zudem kann in einer Mietimmobilie der Vermieter den Bau einer Ladesäule verweigern.

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Ladestationen und Bestand an Elektro-Pkw

Laut BDEW und Wirtschaftsministerium gab es Ende 2019 insgesamt rund 24.000 Ladepunkte in Deutschland – davon 15 Prozent Schnelllader. Der Bestand an Elektro-Pkw lag zu diesem Zeitpunkt laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bei 136.617 Fahrzeugen, der an Hybrid-Pkw bei rund 539.383 Autos – bei einem Gesamtbestand von 65,8 Millionen Fahrzeugen.

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