Adblue nachfüllen: wo kaufen (Tankstelle); Preis So wird Adblue richtig angewendet

von Christina Finke 02.12.2020
Inhalt
  1. Wozu brauchen Diesel Adblue?
  2. Woraus besteht Adblue?
  3. "Adblue leer oder nachfüllen"-Meldung
  4. Darf man Adblue selbst nachfüllen?
  5. Tankstellen: Wo kann man Adblue kaufen?
  6. Adblue in direkt den Tank?
  7. Kann Adblue beim Nachfüllen überlaufen?
  8. Kann Adblue einfrieren?

Moderne Dieselautos haben einen SCR-Kat, der eine Harnstofflösung namens Adblue benötigt. Ist der Adblue-Tank leer, lassen sich die Fahrzeuge nicht mehr starten. Aber wie wird Adblue eigentlich nachgefüllt und wo kann man es kaufen? Kann der AdBbue-Tank einfrieren? Und wie viel Adblue braucht der Diesel genau? Die AUTO ZEITUNG hat die Antworten auf die Fragen rund um das Thema AdBlue!

Das Unheil beginnt wie so oft mit einer Anzeige im Kombiinstrument: "Bitte Adblue nachfüllen – noch 2400 Kilometer". Ignoriert man den Hilferuf des Diesels nach der Harnstofflösung und füllt kein Adblue nach, bleibt das Auto im schlimmsten Fall liegen: Ohne Adblue lässt sich der Motor nicht mehr starten. Im besten Fall läuft der Diesel noch im Notlaufbetrieb. Dabei könnte das Auto technisch gesehen weiterfahren – nur der Stickoxid-Ausstoß würde sich verschlechtern. Da der Selbstzünder dann jedoch die Abgasnorm nicht mehr erfüllt, sorgt der Gesetzgeber quasi für eine Umwelt-Wegfahrsperre. Die Autohersteller haben die Tanks für Adblue angeblich so dimensioniert, dass sie im Rahmen der Inspektionen in der Werkstatt aufgefüllt werden sollen. Dort fallen zu den knapp zehn Euro für die 1,89-Liter-Flasche noch Arbeitskosten an, meist um die 50 Euro. Doch die Erfahrungen im Testalltag zeigen, dass Vielfahrer oft früher selbst nachfüllen müssen. Wo und zu welchem Preis Fahrer von Dieselfahrzeugen Adblue kaufen können und ob es entsprechende Zapfsäulen an Tankstellen gibt, verraten wir hier.

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Wozu brauchen Diesel Adblue?

Moderne Selbstzünder verwenden Adblue, um den Ausstoß von Stickoxiden zu reduzieren. Das schreibt die Abgasnorm Euro 6 vor, die seit dem ersten September 2014 für alle neu auf den Markt kommenden Autos und ab dem ersten September 2015 für alle Neuwagen gilt. Diesel dürfen seitdem statt 180 nur noch 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen. Dazu nutzen viele Autohersteller die im Lastwagenbau schon lange verwendeten SCR-Katalysatoren. Diese bauen die Stickoxide mithilfe von Adblue ab, das zu 32,5 Prozent aus Harnstoff und zu 67,5 Prozent aus demineralisiertem Wasser besteht. Die Chemikalie ist geruchsfrei und ungiftig. Adblue wird direkt in den Abgasstrang eingespritzt und setzt dort Ammoniak frei. Dieses reagiert im SCR-Kat mit den Stickoxiden und wandelt sie in Stickstoff und Wasserdampf um. Ein vom Motorsteuergerät kontrolliertes Dosiermodul sorgt dafür, dass stets die für Drehzahl und Fahrzeuglast benötigte Menge Adblue eingespritzt wird. Der Verbrauch liegt bei etwa vier bis sechs Prozent des Diesels. Ein Auto mit hohem Diesel-Verbrauch braucht demnach auch mehr Adblue.

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Woraus besteht Adblue?

AdBlue besteht zu 32,5 Prozent aus Harnstoff, einer ungefährlichen, synthetischen Stickstoff-Verbindung, und aus demineralisiertem Wasser. Das Gemisch ist immer gleich.

 

"Adblue leer oder nachfüllen"-Meldung

Die Bordelektronik zeigt an, wenn Adblue nachzufüllen ist und zeigt meist auch die theoretische Restreichweite in Kilometern an. Die Meldung kann in der Regel spätestens nach dem dritten Mal nicht mehr ignoriert werden, da der Motor nur noch mit verminderter Leistung fährt oder sich gar nicht mehr starten lässt.

 

Darf man Adblue selbst nachfüllen?

Ja, Autofahrer können Adblue problemlos selbst nachfüllen. Für manche Autos kann dazu jedoch ein Refill-Kit notwendig werden. Alles Informationen zum Fassungsvermögen des Adblue-Tanks sind in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs zu finden. Nach dem Auffüllen von Adblue kann die Zündung angeschaltet werden. Dann gilt es abzuwarten, bis die Elektronik den neuen Adblue-Füllstand erkannt hat. Das kann durchaus einige Minuten dauern.

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Tankstellen: Wo kann man Adblue kaufen?

Adblue zum Nachfüllen ist im Handel und an Tankstellen in Kanistern von unter zwei bis zehn Litern erhältlich. "Allerdings verraten viele Fahrzeuge nicht, welche Menge nachgefüllt werden muss", so der Auto-Experte Achmed Leser vom Tüv Thüringen. Einige Modelle gäben hier wenigstens eine Spanne von der Mindest- bis zur Maximalmenge an. Die Nachfüllkanister verfügen zudem nicht über eine Abschaltautomatik wie an einer Zapfsäule. Je nach Fahrzeug schwankt das Fassungsvermögen des Adblue-Tanks von acht bis zu über 30 Litern in großen SUV. Gerade bei Fahrzeugen mit einem sehr kleinen Tankvolumen sollte daher auf den Zehnliter-Kanister verzichtet werden. Geht beim Nachfüllen von Adblue doch mal etwas daneben, sollte die betroffene Stelle gründlich mit Wasser gereinigt werden.

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Adblue in direkt den Tank?

Nein, Adblue auf keinen Fall direkt in den Kraftstofftank füllen, sondern in den speziellen Adblue-Tank, der sich in der Regel neben dem Dieseleinfüllstutzen unter der Tankklappe befindet.

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Kann Adblue beim Nachfüllen überlaufen?

Ja, also lieber langsam nachfüllen. Aus diesem Grund rät Auto-Experte Achmed Leser vom Tüv Thüringen auch dringend davon ab, den Adblue-Tank an einer speziellen Adblue-Zapfsäule für Nutzfahrzeuge, wie es sie an den meisten Tankstellen gibt, zu befüllen. Denn: "Hier wird mit wesentlich höheren Durchflussmengen als bei Pkw-Zapfanlagen betankt. Der kleine Tank wäre so in kürzester Zeit voll und könnte überlaufen." Übrigens: Einige Hersteller leiten zu viel eingefülltes Adblue durch einen Überlauf unter dem Fahrzeug direkt ins Freie ab. Wesentlich schädlicher für den Lack wäre es nämlich, wenn das Harnstoffgemisch aus der Einfüllöffnung tritt und über den Lack läuft. Sollte dennoch etwas Adblue mit dem Fahrzeuglack in Kontakt kommen, sofort mit viel Wasser abspülen.

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Kann Adblue einfrieren?

Ja, der Gefrierpunkt von Adblue liegt bei -11,5 Grad Celsius. Deshalb sind Adblue-Tanks gewöhnlich beheizt. Sollten extrem tiefe Temperaturen vorherrschen und die Tankheizung die Adblue-Flüssigkeit nicht unmittelbar auftauen können, so empfiehlt sich eine warme Garage und etwas Wartezeit. Und: Auch die Lagerung eines Vorratskanisters mit Adblue in einer unbeheizten Garage ist wegen des Gefrierpunkts riskant.

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