Wasserstofftankstellen: Karte & So tanken Hier lässt sich Wasserstoff tanken

von Christina Finke 16.01.2020
Inhalt
  1. Wasserstoffauto: So funktioniert die Brennstoffzelle
  2. Fährt man mit Wasserstoff emissionsfrei?
  3. Wasserstofftankstellen: So tanken Autofahrer richtig
  4. Kosten und Bezahlsystem an Wasserstofftankstellen
  5. Karte: Hier können Autofahrer Wasserstoff tanken

Brennstoffzellenautos mit Wasserstoff gelten als saubere Alternative zu Pkw mit Verbrennungsmotoren. Die AUTO ZEITUNG erklärt, wie man die Wasserstoffautos betankt! 

Wasserstofftankstellen sind derzeit in Deutschland noch eher rar gesät: Bis Mitte 2020 sollen deutschlandweit rund 100 Stationen verfügbar sein. H2 Mobility Deutschland als Betreiber der öffentlichen Wasserstofftankstellen bietet online eine mit allen aktuellen sowie geplanten Stationen an. Neben der noch nicht ausgebauten Infrastruktur haben Autos mit Brennstoffzellen derzeit vor allem ein Problem: Da die Entwicklung teuer ist, sind die Preise für die Fahrzeuge nach wie vor hoch. Aktuell sind drei Wasserstoffautos in Deutschland erhältlich: Der Toyota Mirai etwa, dessen zweite Generation in 2020 zu den Händlern rollt, steht ab 78.600 Euro bereit, den Hyundai Nexo gibt es ab rund 69.000 Euro und Mercedes bietet seinen GLC F-Cell ausgewählten Kunden zur Langzeitmiete für 799 Euro pro Monat an. Erst wenn die Stückzahlen steigen, würden die Preise pro Fahrzeug sinken. Mehr zum Thema: Fünf Mal E-Mobilität im Überblick

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Wasserstoffauto: So funktioniert die Brennstoffzelle

Wasserstoffautos sind im Grunde auch Elektrofahrzeuge. Der Strom für den Antrieb wird allerdings nicht in schweren, teuren Batterien gespeichert, sondern während der Fahrt aus Wasserstoff in der Brennstoffzelle gewonnen. In diesem klimaneutralen, schadstofffreien Prozess reagieren Wasserstoff und Luftsauerstoff zu Wasser, wobei nur elektrische Energie und Wasserdampf – der zu reinem Wasser kondensiert – entstehen. Der Strom treibt dann den Elektromotor an.

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Fährt man mit Wasserstoff emissionsfrei?

Es gibt auch Forschungsprojekte mit Wasserstoffautos bei denen flüssiges oder gasförmiges H2 im darauf angepassten Verbrennungsmotor als Kraftstoff dient. Auch diese gelten vor dem Gesetz zwar als Zero Emission Vehicle (ZEV), da der elektrochemische Prozess an Bord lokal emissionsfrei vonstatten geht. Neben Wärme und Wasserdampf wird auch NOx freigesetzt. Das liegt daran, dass hier, wie bei jeder Verbrennung, durch die hohen Temperaturen Stickstoff aus der Luft oxidiert. Beim Abkühlen zerfällt dieses dann wieder. Übrig bleiben die Atemluft-Bestandteile Stickstoff und Sauerstoff. Wichtig für die ökologische Einstufung aller Wasserstoff-Antriebe ist jedoch, wie der Wasserstoff erzeugt wird. Nur wenn der für die Herstellung des Wasserstoffs verwendete Strom aus erneuerbaren Engergien gewonnen wird, ist die Bilanz wirklich klimafreundlich. Wird der Wasserstoff hingegen aus Erdgas erzeugt, sieht es schlechter aus. 

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Wasserstofftankstellen: So tanken Autofahrer richtig

Im Prinzip funktioniert das Tanken an Wasserstofftankstellen so wie das Tanken von Benzin und Diesel: Einfach den Tankdeckel öffnen, die Schutzabdeckung entfernen, die Tankpistole oder die Tankkupplung aus der Halterung ziehen und an den Tankstutzen anschließen. Dann müssen Fahrer von Wasserstoffautos nur noch am Griffhebel ziehen, bis die Tankpistole einrastet und die Betankung per Druck auf den grünen Knopf an der Station starten, der daraufhin anfängt zu blinken. Anschließend führt die Anlage einige Teststöße aus. Der Tankvorgang selbst ist dann etwas lauter, als man es vom Tanken von Benzin oder Diesel gewohnt ist. Das liegt daran, dass der Wasserstoff mit einem Druck von bis zu 700 bar in den Tank gepresst wird – Grund zur Beunruhigung besteht deswegen aber nicht. Mit einem Druck auf den roten Knopf an der Wasserstofftankstelle kann der Tankvorgang jederzeit gestoppt werden. Ansonsten wird die Betankung automatisch beendet und der grüne Startknopf hört auf zu blinken, sobald der Tank wieder vollständig gefüllt ist. Dann kann die Tankpistole auch schon wieder per leichtem Druck auf den Tankstutzen und anschließendem Abziehen getrennt werden. Zum Schluss nur noch die Schutzabdeckung wieder befestigen, den Tankdeckel schließen und Tankpistole beziehungsweise -kupplung zurück in die Halterung hängen. Das Volltanken an einer Wasserstofftankstelle dauert zwischen drei und fünf Minuten.

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Kosten und Bezahlsystem an Wasserstofftankstellen

Die Kosten beim Tanken von Wasserstoff sind vergleichbar mit denen für Benzin: Ein Kilogramm kostet an der Tankstelle 9,50 Euro und bringt die meisten Fahrzeuge rund 100 Kilometer weit. Der Tank der meisten Wasserstoffautos fasst etwa vier bis fünf Kilogramm. Bezahlt wird in Deutschland mit Hilfe der H2-Live-Card per Rechnung – postalisch oder aber per Mail. Wer nicht jedes Mal den Rechnungsbetrag überweisen will, kann auch ein SEPA-Mandat wählen. Den Tankstellenshop müssen Autofahrer zur Bezahlung somit nicht besuchen. Die Station in Frankfurt-Höchst bildet derzeit eine der wenigen Ausnahmen: Hier wird mit Kreditkarte gezahlt. Die H2-Tankkarte kann im Internet oder per App beantragt und nach einer kurzen Videoschulung kostenfrei genutzt werden.

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Karte: Hier können Autofahrer Wasserstoff tanken

Derzeit müssen Fahrer von Wasserstoffautos bei langen Strecken noch gut im Voraus planen, um rechtzeitig die nächste Tankstelle ansteuern zu können. Von einer flächendeckenden Versorgung mit Wasserstofftankstellen kann noch lange nicht die Rede sein. Aktuell stehen deutschlandweit 81 öffentliche Wasserstofftankstellen zur Verfügung (Stand: 13. Januar 2020). Bis Mitte 2020 ist geplant, 100 Stationen in sieben Metropolregionen (Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr-Gebiet, Frankfurt/Main, Nürnberg, Stuttgart und München) sowie an wichtigen Autobahnen und Fernstraßen einzurichten. Bis Ende des Jahres 2021 sollen dann noch mal bis zu 30 weitere Wasserstoff-Tankstellen hinzukommen. Die neuen Stationen sollen dabei möglichst in bereits bestehende Tankstellen integriert werden, um die Kosten gering zu halten. Eine Zapfsäule kostet derzeit nämlich zwischen einer und 1,5 Millionen Euro. Eine Übersicht der bereits geöffneten sowie künftig geplanten Standorte von Wasserstoff-Tankstellen in Europa bietet die Karte des Unternehmens H2 Mobility Deutschland, das für den flächendeckenden Aufbau und Betrieb einer Wasserstoff-Infrastruktur zur Versorgung von Autos mit Brennstoffzellenantrieb verantwortlich ist, unter folgendem Link: Wasserstofftankstellen in Deutschland & Europa

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