Toyota: Elektroauto-Strategie & Subaru-Kooperation Toyota setzt künftig vermehrt auf E-Autos

von AUTO ZEITUNG 08.01.2020
Inhalt
  1. Toyotas Elektroauto-Strategie
  2. Toyota forscht an der Feststoffbatterie
  3. Toyota gibt Wasserstoff-Brennstoffzelle nicht auf
  4. Subaru und Toyota entwickeln gemeinsame Plattform für Elektroautos

Toyota bringt im Zuge einer neuen Elektroauto-Strategie gleich eine ganze Reihe von Stromern. Zusammen mit Subaru hat Japans Nummer eins zudem die Entwicklung einer gemeinsamen Plattform für Elektroautos vereinbart!

Toyota glaubte lange nicht ans Batterieauto, sondern an die Brennstoffzelle, doch jetzt bringt Japans Nummer eins im Zuge einer neuen Elektroauto-Strategie gleich eine ganze Reihe von Stromern. Für Toyota-Deutschlandchef Alain Uyttenhoven ist die Sache klar. "Wir wollen eine CO2-freie Mobilität. Solange überall auf der Welt Kohlekraftwerke stehen und sogar neue gebaut werden, sind Batterieautos nicht CO2-neutral. Der Auspuff steht nur woanders", sagt der Manager zum Thema Elektroauto. Toyota hat lange auf den seit 1997 bewährten Hybrid-Antrieb gesetzt und 2014 das erste Serienauto mit Brennstoffzelle vorgestellt, in dem Wasserstoff zu sauberem Antriebsstrom wird. Uyttenhoven: "Deshalb haben wir den Mirai mit Brennstoffzelle auf den Markt gebracht, denn Wasserstoff lässt sich aus überschüssiger Solar- und Windenergie CO2-neutral herstellen." Wer braucht schon das batterieelektrische Vehikel (BEV), wenn er solche Technologie zur Verfügung hat? Mehr zum Thema: Fünf Mal E-Mobilität im Überblick

Elektroauto Toyota Mirai Concept (2019)
Toyota Mirai (2020): Wasserstoffauto Toyota zeigt das Mirai Concept

Toyota Mirai Power (2019) im Video:

 
 

Toyotas Elektroauto-Strategie

Mittlerweile weiß aber auch Toyota, dass ein Hersteller am batterieelektrischen Auto nicht vorbeikommt, wie die neue Elektroauto-Strategie zeigt: Die staatliche Regulierung in wichtigen Märkten wie China und Europa zwingt auch die Japaner dazu, E-Autos anzubieten. "Die Regierungen vieler Länder haben beschlossen, dass Batterieautos immer CO2-neutral sind, egal woher der Strom stammt, und fördern diese Technik massiv. Da wir Autos auch in China und in der EU verkaufen wollen, müssen wir mitziehen und solche Autos anbieten", erklärt Uyttenhoven den Sinneswandel. BEV werden in Märkten wie China, den Niederlanden oder Norwegen massiv gefördert. Das gilt auch für Toyota und deren Premium-Marke Lexus. Ende November 2019 wurde in China ein batterieelektrisches SUV gezeigt, der Lexus UX 300e. "Wir werden auch in Europa Elektroautos wie den Lexus UX300e anbieten. Bis 2025 sollen weitere Modelle auf Basis unserer neuen Elektroarchitektur nach Europa kommen", sagt Uyttenhoven. In Tokio zeigte der Hersteller jüngst einen elektrischen Kleinwagen und eine Reihe attraktiver E-Mobile. Die Elektroauto-Offensive rollt. Toyotas Vizepräsident Shigeki Terashi kündigte an, bis 2030 weltweit 5,5 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen zu wollen, neben 4,5 Millionen Hybriden und Plug-in-Hybriden sollen auch eine Million emissionsfreie Autos darunter sein, die nur eine Brennstoffzelle oder eine Batterie an Bord haben. Bis 2050 will Toyota seine gesamte Flotte auf emissionsfreie Fahrzeuge umgestellt haben.

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Toyota forscht an der Feststoffbatterie

Eine der Kerntechnologien der Elektroauto-Strategie von Toyota ist eine neuartige Antriebsbatterie mit Feststoffzellen: "Fahrzeugbatterien sind sehr schwer und voller Materialien wie Kobalt und Lithium, die unter oftmals fragwürdigen Umständen gewonnen werden. Die Feststoffbatterie kann den Einsatz solcher Materialien reduzieren. Zudem ist sie leichter und lässt sich schneller aufladen", schwärmt Uyttenhoven und verspricht: "Toyota wird erste Prototypen dieser Batterien bei den nächsten olympischen Spielen demonstrieren. Der Serieneinsatz wird Mitte der 2020er-Jahren kommen." Alle großen Autohersteller forschen an der Feststoffbatterie, doch Toyota sieht sich bereits vor dem Durchbruch.

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Toyota gibt Wasserstoff-Brennstoffzelle nicht auf

Trotz der Elektroauto-Strategie will das Unternehmen jedoch an der Wasserstoff-Brennstoffzelle festhalten. Uyttenhoven: "Wir sehen in Zukunft einen dreigeteilten Fahrzeugmarkt: Kleine Stadtautos werden eher batterieelektrisch sein, größere Fahrzeuge mit Wasserstoff fahren, dazwischen wird es Hybridfahrzeuge mit Verbrenner und Elektromotor geben." Aus diesen Bausteinen zeichnet Toyota in Europa seine Roadmap für das Erreichen der CO2-Ziele der EU-Kommission, etwa dem 95-Gramm-Grenzwert, den die Autohersteller schon 2020 einhalten müssen: "Toyota wird die 95 Gramm sogar unterschreiten und ein paar Gramm an sein Partnerunternehmen Mazda abgeben können", kündigt Uyttenhoven an. "Wir haben außerdem einen Plan, wie wir die weiteren Meilensteine 75 Gramm bis 2025 und 59 Gramm bis 2030 erreichen." Dabei wird auch der Wasserstoff-Antrieb eine große Rolle spielen. 2020 kommt die zweite Generation des Mirai mit Brennstoffzelle nach Europa – mit 30 Prozent mehr Reichweite und schnittigem Design. Mit der dritten Generation – zeitlich gesehen in der zweiten Hälfte des neuen Jahrzehnts – erwartet Toyota bei der Brennstoffzelle deutlich sinkende Kosten. Ähnlich wie beim Hybrid: "Als wir vor 20 Jahren damit angefangen haben, war die Technologie noch teuer. In der Produktion ist ein Hybrid mittlerweile sogar billiger als ein Diesel."

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Subaru und Toyota entwickeln gemeinsame Plattform für Elektroautos

Teil der neuen Elektroauto-Strategie im Hause Toyota ist eine Kooperation mit Subaru, die bereits im Juni 2019 offiziell geworden war. Die beiden Autobauer kooperieren bereits seit 2005 auf verschiedenen Feldern wie Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Künftig wollen die japanischen Unternehmen auch eine gemeinsame Plattform für Elektroautos entwickeln und so ihre Antriebspaletten ausbauen. Die gemeinsame Basis soll sich für verschiedene Fahrzeugtypen – darunter Limousinen und SUV-Modelle – nutzen lassen. Auch die Entwicklung eines konkreten Modells ist schon in Planung: Toyota und Subaru arbeiten an einem elektrischen Kompakt-SUV für beide Marken, wie die Hersteller mitteilten. Bisher hat keiner der beiden ein batterie-elektrisches Fahrzeug im Programm. Während Subaru vor allem seine langjährige Allradkompetenz in die Entwicklung einer gemeinsamen Plattform für Elektroautos mitbringt, will Toyota seine Elektrifizierungstechnologien beisteuern.

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