VW Tukan: Brasiliens Mini-Pick-up erhält einen neuen Namen
Mit frischem Design und neuem Namen bringt VW do Brasil Schwung in die Klasse der südamerikanischen Kompakt-Pick-up. VW Tukan heißt der Saveiro-Nachfolger. Das wissen wir bisher über Antriebe und Marktstart!
Kompaktwagen-Basis mit selbsttragender Karosserie, einfacher Technik und einer brauchbaren Ladefläche, und das alles mit VW-Logo? Moment mal, sowas gab es vor etlichen Jahren als Caddy I hierzulande. Über die Jahre entwickelte sich aus dem rustikalen Pick-up auf Golf-Basis aus jugoslawischer Produktion ein moderner, vollverblechter Hochdachkombi. Zumindest auf dem europäischen Markt. In Südamerika hat die offene Ladefläche noch immer Hochkonjunktur.
Daher legt VW do Brasil den kompakten Pick-up Anfang 2027 auch nochmals neu auf: VW Tukan nennt sich das Ergebnis. Nach Aussage von VW do Brasil absolvierten die Prototypen mehrere Millionen Kilometer auf Brasiliens Straßen mit Feedback echter VW-Kund:innen. Der im August 2026 präsentierte Pick-up tritt damit das Erbe des VW Saveiro an, der bislang den Gol als Basis nutzte. Da der Kompaktwagen aber schon 2023 durch einen abgespeckten Polo ersetzt wurde, muss auch der Saveiro weichen. Der Nachfolger steht nun als erster Pick-up im Konzern auf der MQB-Plattform.
Der VW ID. Cross im Video

VW Tukan: Mini-Amarok mit selbsttragender Karosserie
Mit Pkw-Plattform und selbsttragender Karosserie steht aber bereits vor Marktstart fest: Ein Offroader ist der VW Tukan nicht. Allradantrieb sei auch nicht zu erwarten, ist sich die brasilianische Fachpresse einstimmig sicher. Beim Vorgänger war es schließlich genauso. Die Zielgruppe besteht eher aus Unternehmer:innen, die landwirtschaftliche Güter, Werkzeuge oder Baumaterial günstig von A nach B transportieren wollen. Für alle härteren Aufgaben und Arbeiten abseits erschlossener Straßen bietet VW do Brasil ein 2026 präsentiertes Amarok-Facelift an.
Und auch an der blattgefederten Hinterachse hält die brasilianische VW-Niederlassung fest. Sie sorge für mehr Zuladung und sei robuster als die sonst bei MQB-A0-Fahrzeugen – etwa dem VW Taigo – übliche Verbundlenkerachse. Laut CNN Brasil soll die Ladefläche beim „Robust“ bei einer Außenlänge von insgesamt knapp 4,50 m immerhin bis zu 1,60 m lang sein.
Soweit zu den Gemeinsamkeiten mit dem Vorgänger Saveiro. Neu ist dagegen die Doppelkabine mit vier Türen. Bei der Premiere zeigt VW den Tukan nicht nur als Arbeitstier in der Basisausstattung „Robust“ mit Einzelkabine und längerer Ladefläche, sondern auch als Lifestyle-Laster in der Top-Ausstattungslinie „Extreme“ samt Doppelkabine und vier Türen. Fünf Sitzplätze bot zwar auch schon der Saveiro, aber eben nur zwei Türen. Somit dürfte der Kompakt-VW mit offener Ladefläche auch ernsthaft für urbane Familien in Rio de Janeiro oder São Paulo als ernstzunehmende und vor allem stylische Alternative zum T-Cross in Betracht gezogen werden. Auch wenn, so vermuten brasilianische Medien, die Raumausnutzung insbesondere in der zweiten Reihe durch die starre Trennwand nicht auf T-Cross-Niveau sein dürfte.
Zum Innenraum des VW Tukan gibt es bislang noch keine offiziellen Fotos, er dürfte aber dank Gleichteilpolitik viele Gemeinsamkeiten mit anderen Modellen haben. So dürfte sich das Grundlayout des Cockpits im Tukan eng an den aktuellen brasilianischen VW-Modellen T-Cross und Nivus orientieren, soll aber nach Medieninformationen aus Brasilien eigene Materialien und Verkleidungen erhalten, um sich von den SUV-Modellen abzuheben. Zudem dürfte das „VW Play Connect“ genannte Infotainmentsystem der brasilianischen MQB-A0-Modelle mit Digitaltacho und bis zu 10,1 Zoll großem Touchscreen in den Pick-up einziehen.
Ähnlich verhält es sich bei den Motorisierungen: Es gibt bisher zwar nur wenig offizielle Informationen, doch fest steht immerhin, dass der Tukan als erstes in Brasilien entwickeltes und produziertes VW-Modell auch mit elektrifizierten Antrieben antreten wird. Im Tukan könnten nach Einschätzung des brasilianischen Portals UOL ein 1,0-l-Dreizylinder mit einem 48-V-Mildhybridsystem und einer neuen Achtstufen-Automatik kombiniert werden. Zudem kursieren auch Berichte, dass ein 1,5-l-Turbobenziner samt 48-V-Technik für den DoKa-Tukan „Extreme“ erhältlich sein wird. Die Basis könnte dagegen auf den aus dem Saveiro bekannten 1,6-l-Sauger setzen. Ebenfalls noch nicht offiziell bestätigt, unter brasilianischen Medien aber weitgehend Konsens, ist der reine Frontantrieb – eine Allradversion soll es wie beim Vorgänger nicht geben.
Die Preise bleiben ebenfalls bis zum Marktstart unter Verschluss. Der Vorgänger Saveiro beginnt aktuell bei 114.490 brasilianischen Real, umgerechnet knapp 19.063 Euro (Stand: August 2026). Ein ähnlicher Einstiegspreis ist für den Tukan mit Einzelkabine denkbar, die Doppelkabine dürfte einiges an Aufpreis kosten. Nach Deutschland dürfte es der rustikale Kompakte dagegen leider nicht schaffen, hierzulande bleibt der VW Caddy Kastenwagen die günstigste Wahl. Ein kleiner Trost: Den Caddy gibt es immerhin optional mit Allradantrieb.
VW do Brasil
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