VW Touareg V8 (2006): Retro-Testfahrt

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VW Touareg V8 (2007); Person hält Foto von Auto in der Hand
VW Touareg V8 (2006) Foto: AUTO ZEITUNG

Das Facelift brachte auf den ersten Blick nur wenige Änderungen mit sich, unter der Haube gewann der V8 aber 40 PS (29 kW).

VW Touareg V8 (2007); fahrend von hinten links
VW Touareg V8 (2006) Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Der Touareg V8 ist dynamisch und komfortabel, aber mit einem Testverbrauch von 18,3 l Super Plus alles andere als sparsam.

VW Touareg V8 (2007); Cockpit
VW Touareg V8 (2006) Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Moderne Sicherheitstechnik: ESP, Tempomat mit Abstandsradar, automatischer Gurtstraffer.

VW Touareg V8 (2007); vordere Sitze
VW Touareg V8 (2006) Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Der Touareg glänzt mit einwandfreiem Federungskomfort.

VW Touareg V8 (2007); Kofferraum
VW Touareg V8 (2006) Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Der Kofferraum lässt sich von 555 auf 1570 l erweitern.

VW Touareg V8 (2007)
VW Touareg V8 (2006) Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

V8, 4,2 l Hubraum, 440 Nm: Das Herzstück ist ein echter Trümmer.

Für die Retro-Testfahrt begeben wir uns ins gut gefüllte AUTO ZEITUNG-Archiv: Hier finden wir Fahrberichte faszinierender Autos. Dieses Mal: der VW Touareg V8 von 2006.

Das Facelift des VW Touareg ist dezent: Die frei liegenden Auspuffendrohre oder die neu gestylten Außenspiegel fallen nur sehr aufmerksamen Beobachter:innen auf. Die wesentlichen Änderungen fanden unter dem Blech statt. So ersetzt beispielsweise ein komplett neuer V8 den bisherigen 310 PS (228 kW) starken Achtender. Der neue 4,2 l große Motor klingt gut, läuft kultiviert und erfreut mit lebhaften Reaktionen. Der ebenso elastische wie drehfreudige V8 harmoniert bestens mit der sechsstufigen Automatik und schiebt den fast 2,5 t schweren Brocken lässig an: null bis 100 km/h in 7,7 s, Spitze: 234 km/h. Mit der optionalen Luftfederung (2575 Euro) erreicht er sogar 244 km/h.

Allerdings verlangt der FSI im VW Touareg V8 trotz Benzin-Direkteinspritzung, Schaltsaugrohr und variabler Ein- und Auslass-Steuerzeiten nach durchschnittlich 18,3 l Super Plus je 100 km. Verbräuche über 20 l sind keine Seltenheit, unter 15 l geht wenig – in Zeiten der Klimaschutz- und Kohlendioxid-Grenzwert-Diskussion eindeutig das falsche Zeichen.
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Der VW Touareg R (2023) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTOZEITUNG

Retro-Testfahrt: VW Touareg V8 mit Technikfeuerwerk

Voll auf der Höhe der Zeit ist indes der Stand der Sicherheitstechnik: Gegen Aufpreis hat der VW Touareg V8 ab sofort einen Spurassistenten und einen Tempomaten mit Abstandsradar und automatischem Bremseingriff. Ferner erkennt die Sensorik des ESP jetzt auch drohende Überschläge und wirkt diesen gezielt entgegen. Ist die Rolle unvermeidlich, regelt die Elektronik das optimale Timing von Gurtstraffern und Airbags. Die überarbeitete Bremsanlage aus dem Hause Brembo unterscheidet nun in allen Geschwindigkeiten zwischen griffigen und rutschigen Untergründen und trocknet bei Nässe Scheiben und Beläge durch automatisches Anlegen.

Eine Gespannstabilisierung als Unterfunktion der Fahrdynamikregelung erleichtert zudem den Umgang mit bis zu 3,5 t schweren Anhängern. Auch die Stützlast von 140 kg freut Gespannfahrende. Feiner Zug: Die Anhängerkupplung lässt sich per Knopfdruck elektrisch ein- und ausfahren (Aufpreis: 1057 Euro). Ebenfalls per Tastendruck aktiviert der VW Touareg V8 die Kindersicherung (Tür und Fenster) für die rechte und linke Seite – separat vom Fahrerplatz aus. Weniger durchdacht erscheint da das optionale Gepäcktrennnetz, das sich bei umgelegter Rückbank nicht fixieren lässt. Dafür klappt die Rücklehne jetzt noch einfacher um, was neben geänderten Führungen auch daran liegt, dass die gesamten Fondraumpolster zwölf Kilogramm weniger wiegen.

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Nicht nur auf Asphalt komfortabel

Das Antriebssystem und die Geländeeigenschaften sind – nahezu – unverändert gut. Ohne die höheneinstellbare Luftfederung mit Niveauausgleich schmilzt die Bodenfreiheit von 23,7 cm zwar im ungünstigsten Falle auf magere 16,3 cm, doch die Traktion des permanenten Allradantriebs und die effektive Reduktionsstufe überzeugen auch so. Das mittige Sperrdifferential des VW Touareg V8 arbeitet unauffällig wirkungsvoll und kann durch eine zusätzliche Sperre für die Hinterachse (800 Euro) ergänzt werden. Nur der entkoppelbare Stabilisator hinten ist aus der Aufpreisliste verschwunden – schade. Dafür offeriert VW jetzt ein konventionelles Sportfahrwerk mit Tieferlegung (25 mm) sowie einen aktiven Wankausgleich für die luftgefederten Modelle.

Auch ohne diese Gimmicks glänzt das noble SUV mit tadelloser Fahrsicherheit, hoher Kurvengeschwindigkeit und präziser Lenkung. Die Rückmeldung im Volant dürfte jedoch deutlicher ausfallen. Am agilen Handling unseres Testwagens hatten sicherlich auch die riesigen Räder im Format 275/ 40 ZR 20 (2380 Euro) ihren Anteil, ohne dass sie den Federungskomfort spürbar beeinträchtigt hätten. Fugen, Kanaldeckel, Schlaglochpisten – bereits der getestete VW Touareg mit Schraubenfeder-Fahrwerk schluckt solche Unebenheiten gekonnt weg. Jedoch nervte unser Exemplar dabei mit leisen Knarztönen.

Technische Daten des VW Touareg V8

AUTO ZEITUNG 2007VW Touareg V8
Technische Daten
MotorV8-Zylinder, 4-Ventiler; 4163 cm³
Antrieb6-Gang; Automatik; Allrad
Leistung257 kW/350 PS bei 6800 /min
Max. Drehmoment440 Nm bei 3500 /min
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4754/1928 (2217)*/1726 mm
Leergewicht/Zuladung2407/593 kg
Kofferraumvolumen555-1570 l
Fahrleistungen
Beschleunigung (0-100 km/h)7,7 s
Höchstgeschwindigkeit234 km/h
Verbrauch auf 100 km (Test)18,3 l SP
Kaufinformationen
Grundpreis64.527 € (2007)
Marktstart2006
Alle Daten Werksangaben; *Breite mit Außenspiegel

Fazit

Keine Frage, die Überarbeitung hat dem VW Touareg V8 gutgetan. Komfort, Sicherheit und nicht zuletzt die Optik haben sichtlich gewonnen. Viele durchdachte Details machen den Gelände-VW zu einem souveränen Partner in allen Lebenslagen. Denn im Unterschied zu manch anderem Nobel-SUV scheut der Wolfsburger selbst vor derben Passagen nicht zurück. Auch seine Eignung als Zugfahrzeug ist weit überdurchschnittlich. Doch die Kombination der großen und schweren Karosserie mit dem lebhaften, aber auch durstigen V8-Motor erscheint nicht mehr zeitgemäß. Ein starker Diesel passt hier einfach besser.