VW Grand California/VW T6.1 California: Vergleich VW-Camper im Check

von Christian Steiger 18.08.2020
Inhalt
  1. VW T6.1 California und VW Grand California im Vergleich
  2. VW Grand California zeigt wahre Größe
  3. Technische Daten VW T6.1 California und VW Grand California

Mit dem VW Grand California stellt Volkswagen die Welt des Campings auf den Kopf: Der bewohnbare Crafter kostet weniger als ein VW T6.1 California auf Bulli-Basis. Was spricht noch für den Kleinen? Der Vergleich bringt die Antwort!

Kommt jetzt der Passat zum Golf-Preis? Bei den Campern jedenfalls hat VW die alten Rechenmodelle verschrottet und stellt den Einsteigern gleich mal die große Lösung hin: Ab 54.989 Euro reisen sie im VW Grand California auf Crafter-Basis. Dafür gibt es den VW T6.1 California im Vergleich nur als kargen Coast mit 110-PS-Diesel und Handschaltung, während den Crafter prinzipiell der 177-PS-Motor nach vorn drückt, unterstützt von einer Achtstufen-Wandlerautomatik. Das ist auch dann erstaunlich, wenn sie bei VW eine Erklärung nachschieben: Anders als der VW T6.1 California entsteht der VW Grand California nicht in Hannover, sondern in Wrzesnia (Polen). Bei der Verarbeitungsqualität macht das keinen Unterschied. Im Gegenteil, auch das Geschränk des großen California geht als Branchen-Maßstab durch, wenn es um Anfassqualität und präzise Machart geht. Und natürlich ist sein Grundpreis nur die halbe Wahrheit. Wer meint, ein kleiner California sei von Haus aus karg ausgestattet, lernt beim großen Crafter, dass weder Seitenairbags noch Klimaanlage gratis mitfahren. Selbst die Klappstühle und der Campingtisch kosten extra, und dann gleich 487 Euro. Und wer das Hochbett ordert, legt sich wirklich besser hin. Denn er wird 2800 Euro los, während der Schlafplatz unter dem Aufstelldach beim VW T6.1 California immer dazu gehört. Dafür hat der VW Grand California ein Bad, das es beim Bulli nicht für Geld und gute Worte gibt. Die Kabine ist nicht groß, aber hoch wie im teuren Liner. Selbst Hünen können darin duschen. Mehr zum Thema: Das bei Wohnmobil-Miete beachten

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VW T6.1 California und VW Grand California im Vergleich

Und überhaupt fühlen sich Umsteiger vom VW T6.1 California wie in einer Kathedrale. Wer am Esstisch des Bulli sitzt, dem bleiben knapp 1,20 Meter Innenbreite, beim VW Grand California sind es gleich 60 Zentimeter mehr. Und die luftige Stehhöhe von über 2,10 Meter erreicht im kleineren Camper nur, wer direkt unter dem hochgeklappten Dachbett steht. Aber ausgerechnet das Aufstelldach gehört zu den stärksten Bulli-Argumenten, weil es Platz genug für zwei Erwachsene bietet. Das Bett im GFK-Hochdach des Grand California ist zwar besser isoliert, aber viel enger. Knappe 50 Zentimeter zwischen Matratze und Dachhimmel machen das Einfädeln schon für 1,80-Meter-Männer zur Slapstick-Einlage. Großgewachsene sitzen im VW T6.1 California auch besser. Nicht vorn, wo in beiden komfortable Drehsessel stehen, sondern in der zweiten Reihe. Denn da ist die Sitzbank-Lehne des VW Grand California so steil wie bei fast allen Campervans, außerdem fällt die Bank 35 Zentimeter schmaler als im klassischen Bus, wo sie sich obendrein noch verschieben lässt. Das ist ein Kampf, wenn sie sich mal verkantet, aber es schafft Beinfreiheit wie in einer Stretchlimousine. Mehr zum Thema: So das Wohnmobil warten

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VW Grand California zeigt wahre Größe

Wahre Größe zeigt der VW Grand California eher beim Gepäck. Und damit ist noch nicht einmal das Kleingeraffel gemeint: Das lässt sich auch im VW T6.1 California trickreich verstauen, wo es mehr kleine Fächer und Schubladen gibt, als es der erste Blick vermuten lässt. Der Grand California prunkt mit sieben Dachstauschränken, die alle schnittig gestylt sind, aber nicht allzu groß. Und auch sein Küchenblock ist kein Raumwunder, weil er den in Fahrtrichtung öffnenden Kühlschrank aufnimmt. Dafür braucht man am Crafter keinen Heckträger fürs Fahrrad: Bett hochklappen, zwei Bretter am Boden raus und rein damit. Und Fahrräder sollten unbedingt mit, weil so ein Grand California draußen bleibt, wo der VW T6.1 California gerade noch durchrutscht. Mit 4,90 Meter Länge und 1,99 Meter Höhe passt er so eben noch in Tiefgaragen und parkt in der City. Er ist ein großer Kombi, nur halt etwas höher, und so fährt er sich auch, obwohl ihm der VW Grand California nah auf die Pelle rückt. Der ist ein sanfter Koloss, der leise läuft und geschmeidig federt – aber gefühlt fährt doch der Gewerbeschein mit. Es ist nicht schwer, sich an sein Format zu gewöhnen. Der T6.1 ist jedoch das Auto, das immer passt. Nicht in jedes Budget, aber in so ziemlich jedes Leben. Mehr zum Thema: Nützliches Zubehör für das Wohnmobil

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Technische Daten VW T6.1 California und VW Grand California

AUTO ZEITUNG 10/2020VW T6.1 California OceanVW Grand California 600
Zylinder/Ventile pro Zylin.4-Zylin., 4-Vent.,
Turbodiesel, SCR-Kat
4-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbodiesel,SCR-Kat
Hubraum1968 cm³1968 cm³
Leistung146 kW/199 PS130 kW/177 PS
Max. Gesamtdrehmoment450 Nm410 Nm
Getriebe/Antrieb7-Gang, Doppelkuppl./Allrad8-Stufen-Automatik; Vorderrad
Länge/Breite/Höhe/Radstand4904/1904/1990/3000 mm5986/2040/3094/3640 mm
Sitz-/Schlafplätze4/3-44/4
Bettenmaße2000 x 1200 mm (Dach),
1950 x 1140 mm (Sitzbank)
1930 x 1400 mm;
1620-1910 x 1170 mm (Hubbett, optional)
Leergewicht/Zuladung2607/393 kg2996/504 kg
0-100 km/h9,1 s19 s
Höchstgeschwindigkeit201 km/h164 km/h
Verbrauch (WLTP)8,4 l D/100 kmk.A.
CO2-Ausstoß (WLTP)219 g/km;k.A.
Grundpreis78.724 €54.989 Euro

von Christian Steiger von Christian Steiger
Unser Fazit

Was sagt uns der Vergleich? Wenn das Urlaubsauto auch im Alltag mitschwimmen muss, sollte es der VW T6.1 California sein. Ist der Camper nur zum Vergnügen da, kommt der VW Grand California in Spiel. Mit Bad an Bord reist es sich einfach freier. Und Familien werden nicht nur das viel luftigere Raumgefühl schätzen, sondern auch den attraktiven Preis des Wohn-Crafter.

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