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Opel Manta B trifft VW Scirocco I: Coupé-Kampf anno 1979

Mit VW Scirocco I und Opel Manta B treten zwei Coupés mit 85 und 90 PS, aber völlig unterschiedlicher Technik, zum 70er-Jahre-Duell an. Keil oder Quertreiber – welcher bereitet mehr Fahrspaß?

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VW Scirocco und Opel Manta fahrend von vorne
VW Scirocco/Opel Manta Foto: AUTO ZEITUNG

Eines der wohl häufigsten Ampelduelle der 80er-Jahre: VW Scirocco I gegen Opel Manta B.

Das Cockpit des VW Scirocco
VW Scirocco Foto: AUTO ZEITUNG

VW Scirocco SL: Kompakt, sportlich und ganz im Stil des Golf präsentiert sich das Cockpit. Das Lenkrad im SL stammt aus dem GTI.

Die Sitze des VW Scirocco
VW Scirocco Foto: AUTO ZEITUNG

Auch die guten Sitze des Sondermodells erinnern an sportliche VW-Modelle.

Der Motor des VW Scirocco
VW Scirocco Foto: AUTO ZEITUNG

Millionenfach bewährt und hier quer eingebaut: Der 85 PS (63 kW) starke Motor des Scirocco aus dem Konzernregal.

Das Cockpit des Opel Manta B
Opel Manta Foto: AUTO ZEITUNG

Opel Manta Berlinetta: Sehr sachlich und nüchtern geht es hier zu. Aber die Instrumente sind gut abzulesen.

Die Sitze des Opel Manta B
Opel Manta Foto: AUTO ZEITUNG

Die veloursbezogenen Sitze bieten guten Seitenhalt. Hinten hat der Manta mehr Platz.

Der Motor des Opel Manta B
Opel Manta Foto: AUTO ZEITUNG

Vom Rekord bis zum GT: Auch der 90-PS-Motor (66 kW) des Manta ist ein langlebiges und vielfach genutztes Aggregat.

VW Scirocco und Opel Manta fahrend von hinten
VW Scirocco/Opel Manta Foto: AUTO ZEITUNG

Der VW Scirocco wurde nur mit dem praktischen Kombiheck produziert. Den Opel Manta B gab es als klassisches Coupé mit separatem Kofferraum und ab 1978 als Manta CC mit Kombiheck.

Opel Manta B und VW Scirocco im 70er-Jahre-Coupé-Duell

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Sportcoupés waren in den 70er-Jahren groß in Mode. Opel Manta und Ford Capri lösten eine wahre Coupé-Euphorie aus und kämpften erfolgreich um die Kundschaft. 780.000 Capri der ersten Generation und rund 500.000 Manta A liefen von 1969 an vom Band. Da wollte VW nicht nachstehen. 1974 stellten die Wolfsburger:innen parallel zum neuen Golf ein keilförmiges Coupé mit einem stürmischen Namen vor: Der VW Scirocco sorgte für frischen Wind im Coupé-Markt. Und fortan folgte dem Duell Golf gegen Kadett der Zweikampf Scirocco gegen Manta. Das Wolfsburger Sportcoupé musste ab Ende 1975 nicht mehr gegen den optisch attraktiven Manta A, sondern gegen den erwachsen gewordenen Manta B antreten.

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Und der entwickelte sich nicht nur zu einem der erfolgreichsten Sportmodelle, sondern mit seiner Bauzeit von 1975 bis 1988 auch zum Opel-Typ mit der längsten Produktionsspanne. Scirocco und Manta waren direkte Konkurrenten in der Coupé-Klasse, doch unter dem attraktiven Blechkleid der beiden befindet sich höchst unterschiedliche Technik. Während Opel auch beim Manta B auf die bewährte Konzeption Frontmotor, Hinterradantrieb und separatem Kofferraum setzte, kleideten die VW-Techniker:innen die völlig neue und noch nicht ausgereifte Golf-Technik – bestehend aus quer eingebautem Motor und Frontantrieb – mit einer von Star-Designer Giugiaro entworfenen und in Wolfsburg optimierten Coupé-Karosserie mit Kombiheck ein.
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Der VW T-Roc (2025) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Der Opel Manta B antizipierte den Coupé-Wettbewerb der 80er

Mehr Raum, mehr Glas, mehr Komfort lauteten die Vorgaben bei der Gestaltung des Opel Manta B, der 1975 den heute schon legendären Manta A ablöste. "Rückzug aus der Kompaktklasse" war damals in der AUTO ZEITUNG zu lesen. Der Manta B wurde größer, funktioneller, auch "limousiniger". Was zunächst die eingefleischten Manta A-Fans enttäuschte, erwies sich aus Sicht der Modellplaner:innen als richtig. Denn die Coupé-Konkurrenz wuchs Anfang der 80er-Jahre mit. Die Rechteckscheinwerfer und der geschlossene Grill ließen den Manta B etwas zahmer erscheinen und reduzierten die vom Vorgänger ausgestrahlte Dynamik. Auch innen geht es im Sportcoupé aus Rüsselsheim eher sachlich, aber dafür großzügig zu. Die Verwandtschaft zum Ascona ist unübersehbar.

Das Cockpit des Opel Manta B
Foto: AUTO ZEITUNG

Die feinen Velourspolster gehörten zum Lieferumfang der noblen Berlinetta-Ausstattung, die Opel beim Manta A unter dem Namen Berlina im Programm hatte und die 770 Mark Aufpreis kostete. Opel baute in den Manta B insgesamt 13 verschiedene Motoren von 55 bis 110 PS (40 bis 81 kW) und von 1,2 bis 2,0 l Hubraum ein. Das populärste und ausgewogenste Aggregat war der bewährte 1,9 l S mit 90 PS (66 kW). Damit war der Opel Manta B 169 km/h schnell und beschleunigte in 12,3 s auf 100 km/h. Als Testverbrauch ermittelte die AUTO ZEITUNG 13,5 l pro 100 km. Für Fans ist die im Manta verbaute und in vielen Modellen bewährte Großserientechnik heute ein Segen. Denn Reparaturen sind so erschwinglich und Ersatzteile aus dem Opel-Baukasten noch gut erhältlich.

Trotz Golf-Basis ein völlig anderes Fahrgefühl im VW Scirocco

Der VW Scirocco war eine Sensation und deshalb schon als sogenannter Erlkönig der AUTO ZEITUNG im Herbst 1973 ein Titelbild wert. Die große und flache Motorhaube, die leicht ansteigende Keilform mit dem typischen Heckfenster und den breiten C-Säulen sowie das markante Heck mit der spoilerähnlichen Abrisskante verschaffen dem VW Scirocco I bis heute ein unverwechselbares Erscheinungsbild. So ein leicht wirkendes Sportcoupé hatte man den Wolfsburger:innen nach der Käfer-Lethargie nicht zugetraut. Innen ist der Scirocco mit dem Golf in vielen Details identisch, was aber bei Gestaltung und Funktion kein Nachteil ist. Die tiefere Sitzposition und die flachere Karosserie ergeben jedoch ein völlig anderes Fahrgefühl als im Golf. 1980 legte VW eine Sonderserie mit Namen Scirocco SL auf.

Das Cockpit des VW Scirocco
Foto: AUTO ZEITUNG

Innen ist sie an den GTI-ähnlichen Sitzen und dem Sportlenkrad zu erkennen. Außen ist die "SL"-Folie nicht zu übersehen. Die Doppelscheinwerfer waren je nach Modell mit Halogen-Einsätzen bestückt. Der Scirocco wurde wie der Golf von modernen, zum Teil neu entwickelten Vierzylindern angetrieben, die vorne quer eingebaut waren. Die Leistungspalette begann bei 1,1 l und 50 PS. 70 PS, 75 PS und 85 PS (37, 51, 55 und 63 kW) starke Motoren mit 1,5 und 1,6 l Hubraum folgten. Als Topmodell brachte VW den Scirocco GTI mit dem 110-PS-Einspritzmotor (81 kW). Der hier vorgestellte Scirocco SL ist mit einem 85-PS-Aggregat bestückt, was ihn 171 km/h schnell macht und eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in elf Sekunden ermöglichte.

Trotz Quertreiber-Genen im Manta vermittelt der Scirocco mehr Fahrspaß

Der seinerzeit von der AUTO ZEITUNG gemessene Testverbrauch betrug 10,4 l auf 100 km. Bis zur Vorstellung des Manta CC mit Kombiheck Ende 1978 gab es den Sport-Opel nur mit der klassischen Heckpartie mit Kofferraumdeckel. Der Scirocco mit seiner serienmäßigen Heckklappe war hier klar im Vorteil. Und noch etwas machte den Wolfsburger sehr attraktiv: Sein mit 830 kg extrem niedriges Gewicht. Damit war er dem 1000 kg schweren Manta in der Beschleunigung, beim Verbrauch, vor allem aber im Handling überlegen.

Obwohl der Manta B ein souveräner, gutmütiger Quertreiber ist, bereitet der quirligere und leichtfüßigere Scirocco einfach mehr Fahrspaß. Der extreme Leichtbau des VW hat aber einen Nachteil: Die Opel Manta B sind insgesamt stabiler gebaut und weniger rostanfällig wie die Scirocco-Modelle der ersten Jahre. Und somit für Oldtimer-Fans die bessere Empfehlung. Wenn zwei sich streiten: Der VW Scirocco sorgte als Dritter im Bunde der massentauglichen Coupés nach Opel Manta und Ford Capri auch wirtschaftlich für Freude. Denn er wurde von 1974 bis Ende 1980 bei Karmann insgesamt 504.153 Mal produziert.

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Technische Daten von VW Scirocco I und Opel Manta B

Classic Cars 09/2013Opel Manta 1.9 SVW Scirocco SL
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/24/2
Hubraum1897 cm³1588 cm³
Leistung66 kW/90 PS 4800/min63 kW/85 PS 5600/min
Max. Gesamtdrehmoment bei149 Nm 3800/min125 Nm 3800/min
Getriebe/Antrieb4-Gang-Getriebe/Hinterrad4-Gang-Getriebe/Vorderrad
L/B/H4445/1670/1340 mm3885/1625/1295 mm
Leergewicht1000 kg830 kg
Bauzeit1975-19881974-1980
Stückzahl534.634 (Manta B ges.)504.513 (Scirocco I ges.)
Beschleunigung
null auf 100 km/h
12,3 s (AZ 7/1979)11 s (AZ 24/1979)
Höchstgeschwindigkeit169 km/h (AZ 7/1979)171 km/h (AZ 24/1979)
Verbrauch auf 100 km13,5 l S (AZ 7/1979)10,4 l S (AZ 24/1979)
Grundpreis (Jahr)14.540 Mark (1977)ca. 16.500 Mark (1980)