Tuning

Die verrücktesten VW-Tunings: Golf, Bulli & Co. völlig eskaliert

Volkswagen sind in der Regel vor allem eines: Wagen fürs Volk. Umso spannender wird es deshalb, wenn man in den gängigen VW-Modellen die absoluten Extreme auslotet. Wir zeigen sieben Varianten völliger Eskalation, vom Airbus-Bulli bis zum 300-km/h-Passat!

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Collage mit VW Tunings
Unerreichbare Erreichbare: Wenn Geld, Straßenzulassung oder gesunder Menschenverstand keine Rolle spielen, entsteht Raum für krawallig Kreatives auf VW-Basis. Foto: Peter Vann/Facebook/Chuck Jurgen Teschke/Inaga/Collage AUTO ZEITUNG
Der VW Käfer Hammerhead stehend von vorne
Aus einem verwitterten Volkswagen Beetle, der jahrelang auf einem Feld in Georgia (USA) vor sich hin rostete, entstand dank eines kreativen Vater-Sohn-Gespanns ein ziemlich wilder Custom-Hot-Rod namens „Hammerhead“. Statt Restaurierung gabs radikalen Neuaufbau: längeres und breiteres Chassis, monströse Kotflügel und eine Front, die so sehr an einen Hammerhai erinnert, dass der Spitzname praktisch Pflicht war. Den fehlenden Boxer ersetzte ein turboaufgeladener Fünfzylinder aus einem Volvo, der mutmaßlich knapp 500 PS (368 kW) auf ein komplett neu konstruiertes Fahrwerk loslässt. Innen mischen sich Volvo-Armaturen, Überrollkäfig, Schalensitze und ein Subwoofer im Beifahrerfußraum zu einer Mixtur aus Rennwagen und rollender Partybox. Das Ergebnis war so spektakulär, dass der Käfer sogar das Halbfinale der Hot Wheels Legends Tour erreichte – und nebenbei den Schulweg des Sohnemanns vermutlich zum lautesten der Gegend machte. Foto: Reddit/wigovsky
Der VW Corrado von Inaga fahrend von vorne
Man reibt sich erst die Augen und dann noch mal – denn dieser VW Corrado sieht plötzlich so aus, als hätte ihn jemand als Gegenentwurf zum letzten VW Scirocco positioniert. Verantwortlich dafür ist das spanische Ingenieurbüro Inaga, welches das kantige Coupé mit runden 2000er-Jahre-Formen, neuer Schulterlinie und jeder Menge clever versteckter Karosseriearbeit neu erfunden hat. Front vom GTI, Heckdetails aus dem Volkswagen Passat, dazu R32-Endrohre und große Tenzo-R-Räder – fertig ist ein Corrado, der plötzlich moderner wirkt als mancher Serien-VW jener Zeit. Unter dem Blech gabs ebenfalls Nachhilfe mit stärkeren Bremsen aus dem Audi S3 sowie mehr Luft und Durchsatz für den G60-Motor. Innen bleibt vieles erstaunlich original, doch Carbonlenkrad, Käfig und überraschend moderne Extras wie Navi und Bluetooth verraten: Der Inaga-Corrado ist eine ziemlich überzeugende Reise in eine alternative Realität. Foto: Inaga
Die VW T3 Caravelle von Lindvall & Koolart stehend von schräg vorne
Der VW T3 Caravelle gilt eigentlich als gemütlicher Ausflugsdampfer für Familien und Campingstühle – doch die norwegischen Tuner Lindvall & Koolart fanden offenbar, dass ein Bulli auch mal zum Speedboat mutieren darf. Also bekam der brave Bus verbreiterte Radläufe, fette Bremsen, ein neues Fahrwerk und vor allem einen 5,0-l-Small-Block-V8 von Chevrolet mit zwei Turboladern implantiert. Das Resultat: völlig absurde 1105 PS (813 kW) und 1311 Nm, während der Achtzylinder ungefähr dort sitzt, wo früher die Rücksitzbank über ihr Dasein nachdachte. Innen bleibt der Bulli von Lindvall & Koolart erstaunlich original – abgesehen von Zusatzinstrumenten und einem Porsche-Lenkrad, das dezent andeutet, dass hier etwas gründlich eskaliert ist. Fahrleistungsdaten gibt es zwar nicht, aber bei vierstelliger PS-Zahl darf man davon ausgehen, dass der einst gemütliche Bus jetzt eher als Hochgeschwindigkeitsfähre unterwegs ist. Foto: Lindvall & Koolart
Der VW Bus T1 Frankencopter stehend von vorne
Der VW T1 hat schon viele Leben gelebt – als Urlaubsbus, Lieferwagen, Rostopfer und gelegentlich sogar als unfreiwilliges Tauchgerät. Doch der kanadische Bastler Chuck Jurgen Teschke fand offenbar, dass dem Bulli noch eine Karriere als Hubschrauber fehlte und verschweißte ihn kurzerhand mit Teilen eines Airbus-Helikopters zum sogenannten „Frankencopter“. Das Ergebnis: V-Nase und Bulli-Front treffen auf Rotorträger, Landekufen und jede Menge handgenietete Blecharbeit – eine Mixtur irgendwo zwischen Hippie-Hubschrauber und Kunstprojekt. Fliegen kann das Gerät zwar nicht, sieht aber so überzeugend danach aus, dass man unwillkürlich nach dem Sicherheitsgurt sucht. Einst stand das flugunfähige Kuriosum sogar für umgerechnet 48.000 Euro zum Verkauf. Foto: Facebook/ Chuck Jurgen Teschke
Der VW Passat von HGP stehend von vorne
Der Volkswagen Passat gilt normalerweise als rollendes Synonym für Vernunft – doch die Turbo-Spezis von HGP fanden offenbar, dass ein Familienkombi auch mal zum Geschoss mutieren darf. Also bekam der Zweiliter-Turbo einen größeren Lader, neue Ansaug- und Abgastechnik und ein neu programmiertes Steuergerät verpasst. Ergebnis: 480 PS (353 kW) und 615 Nm. Genug, um den biederen Pampersbomber in 3,2 s auf 100 km/h zu katapultieren und theoretisch bis 300 km/h durchzuladen. Damit der Familienexpress bei solchen Geschwindigkeiten nicht zum Einwegprojektil wird, spendierte HGP zusätzlich eine kräftige Keramik-Stahl-Bremsanlage. Optisch bleibt der Passat erstaunlich brav – ein paar OZ Racing-Felgen müssen reichen, schließlich soll der HGP-Passat um jeden Preis seinen Vertreter-Charme behalten. Foto: HGP
Der Sbarro Golf Turbo fahrend seitlich
Beim Sbarro Golf Turbo weiß man wirklich nicht, worüber man zuerst staunen soll: den mitten ins Auto verpflanzten 911-Turbo-Boxer, oder den hydraulischen Klappmechanismus, der den ganzen Antriebsstrang quasi auf Knopfdruck aus der Karosserie hebt. Mastermind hinter dieser technischen Grenzerfahrung war der schweizerische Turbo-Tausendsassa Franco Sbarro, der einen braven VW Golf mit Rohrrahmen, Mittelmotorlayout und dem 3,3-l-Sechszylinder aus dem Porsche 911 Turbo ausstattete. 330 PS (243 kW) bei rund 1100 kg klingen heute noch respektabel – erst recht, wenn der Golf theoretisch auch mit halb aufgeklapptem Heck durch die Gegend rollen kann. Geschaltet wird über eine ZF-Fünfgangbox, die sonst in Exoten wie dem Ford GT40 oder dem BMW M1 Dienst tat. Kurz gesagt: ein Golf, der aussieht wie ein Kompakter, fährt wie ein Supersportwagen – und bei Bedarfsfall auch noch eine Nebenrolle in „Transformers“ wahrnehmen könnte. Foto: Peter Vann
Der VW Lupo Bimotor stehend von vorne
Der Volkswagen Lupo war einst ein harmloser Kleinstwagen – bis DOP Motorsport beschloss, ihn zum Dragstrip-Albtraum umzubauen. Statt der serienmäßigen Knauser-Motörchen arbeiten hier gleich zwei VR6-Aggregate, die zusammen theoretisch über 3600 PS (2645 kW) liefern – wobei im Rennen „vernünftige“ 2400 bis 3000 PS (1765 bis 2206 kW) reichen müssen. Von der ursprünglichen Karosserie blieb kaum mehr als Dach und Türen übrig, der Rest ist ein Gitterrohrrahmen mit frei stehenden Reifen und offen zur Schau gestellten Innereien. Das Ergebnis: über die Viertelmeile in 7,71 s und mit 313 km/h ins Ziel. Der VW Lupo Bimotor sieht aus wie ein NASA-Experiment – und beschleunigt wie ein Meteorit. Foto: Facebook/DOP Motorsport

Eskalation statt Vernunft: Die verrücktesten VW-Tunings

VW steht im Markenkern seit jeher für Vernunftsautos. In diesem Artikel aber wird das Wort Vernunft gestrichen – und in mancherlei Hinsicht sogar das Wort Auto. Was dabei herauskommt, wenn man einem Volkswagen seiner blass-grauen Essenz beraubt, zeigen die sieben Beispiele in der Bildergalerie.

Öffnen wir also die Wolfsburger Büchse der Pandora und staunen: Da rast doch tatsächlich ein Einser-Golf mit pfeifendem Turboboxer-Sound an uns vorbei, der seinen gesamten Antriebsstrang aufgeklappt präsentiert wie eine Auster ihre Perle. Und der dann mit 330 PS (243 kW) zuschnappt, wenn sich Lehrlinge der VW-Vertragswerkstatt zu nah an das technische Wunderwerk herantrauen.

Soll es etwas weniger animalisch sein? Dann empfehlen wir den blauen Corrado-Golf-Mischmasch. Aber Vorsicht: Wer Ihm zu lange ins Golf-V-GTI-Gesicht schaut, läuft Gefahr, das Gefühl für Raum und Zeit zu verlieren. Aber selbst ein Rettungshelikopter steht hier für den Fall der Fälle bereit.

Ein ironisch veranlagter Tüftler hat das mit dem Airbus nämlich offensichtlich sehr wörtlich genommen und einen T1-Bulli mit einem Hubschrauber vermählt. Nur fehlte ihm am Ende der Mut, den „Frankencopter“ flugfähig zu konstruieren. Und wie sieht es mit Ihrer Courage aus? Trauen Sie sich, unsere Bildergalerie der eskalierten VW-Tunings zu durchforsten, oder nehmen Sie schnell in Ihrem VW Polo in Buchhalter-Ausstattung Reißaus? Seien Sie gewarnt: Hier handelt es sich in keinem Fall um KI-Inhalte, sondern um Produkte des wahren Lebens.

Der VW T-Roc im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG