Analyse

Trotz Absatz- und Umsatzrekorden: Toyota sorgt sich ums Überleben

Toyota erzielt Absatz- und Umsatzrekorde. Doch die Konzernspitze sorgt sich um das
Überleben des größten Autobauers. Wie passt das zusammen?

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Toyota-Vorstandsvorsitzende Koji Sato und eine Grafik, die Gewinn und Umsatzrendite von Toyota von 2024 bis 2027 zeigt.
Während VW, Mercedes & Co. in der Krise stecken, scheint Toyota hell zu strahlen. Doch intern schlägt die Konzernspitze Alarm. Foto: AUTO ZEITUNG
Die Grafik zeigt Gewinn und Umsatzrendite von Toyota von 2024 bis 2027.
Operativer Gewinn und Umsatzrendite von Toyota. Foto: AUTO ZEITUNG
Grafik zeigt weltweiten Absatz von Toyota, VW, Hyundai, General Motors und Stellantis von 2010 bis 2025.
Bei den Verkäufen kann sich Toyota absetzen. Foto: AUTO ZEITUNG
Grafik zeigt Anteil des Toyota-Absatzes nach Regionen 2025.
Von den USA und China abhängig, bei E-Autos abgeschlagen. Foto: AUTO ZEITUNG

Auf den ersten Blick fährt Toyota weiter auf der Überholspur: Mit einem Absatzrekord von 11,32 Mio. verkauften Neuwagen bleibt der Konzern der größte
Autobauer der Welt. Während die Verfolger VW und Hyundai stagnierten, legten die Japaner:innen 2025 um 4,6 Prozent zu. Auch beim Umsatz verbuchte Toyota mit umgerechnet 307 Mrd. Euro einen neuen Rekord. Das ist der höchste Wert, den jemals ein japanischer Konzern erzielte.

Während VW, Mercedes & Co. in der Krise stecken, scheint Toyota hell zu strahlen. Doch intern schlägt die Konzernspitze Alarm: „Wenn sich die Dinge nicht ändern, werden wir nicht überleben“, ruft der Vorstandsvorsitzende Koji Sato im März 2026 seinen wichtigsten Zulieferern zu. Wie passt dieser drastische Weckruf mit den genannten Zahlen zusammen?

Der Toyota C-HR+ im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Trotz Allzeitrekorden: Toyotas Gewinn schrumpft

Toyota verbucht beim Umsatz zwar neue
Allzeitrekorde, doch der Gewinn schrumpft immer mehr zusammen: Konnten die Japaner:innen im Geschäftsjahr 2024 noch 32,4 Mrd. Euro erwirtschaften und eine Rendite von 11,9 Prozent erzielen, sind es aktuell nur noch 22,8 Mrd. Euro und 7,4 Prozent. Damit steht Toyota zwar besser da als der VW-Konzern (2,8 Prozent), doch der Vorstand geht von weiter sinkenden Renditen aus: Er rechnet für 2027 nur noch mit einem Gewinn von 18,2 Mrd. Euro und einer Marge von 5,9 Prozent.

Wie die deutschen Autobauer leidet auch
Toyota unter der aktuellen weltpolitischen
Lage und den von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Handelskriegen. So belasten allein die amerikanischen Zölle den Konzern mit 8,4 Mrd. Euro. Und für die Japaner:innen ist Nordamerika immer noch der mit Abstand größte Markt: 27,8 Prozent aller Toyota werden dort verkauft.
Aber mit jedem Neuwagen verbucht der
Konzern in den USA einen Verlust, insgesamt 1,8 Mrd. Euro.

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Toyota RAV4 (2026) steht im Studio, Ansicht von vorne rechst. - Foto: Toyota
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China-Absatz und europäische Rendite schwächeln

Auch in China läuft es nicht rund: Noch 2022 lagen die Japaner:innen auf Platz zwei hinter VW und setzten über zwei Millionen Autos ab. Drei Jahre später reicht es mit 1,78 Mio. Verkäufen nur noch für Rang vier. In Europa gibt es mehr Grund zur Freude: 2025 stieg der Toyota-Absatz um 1,4 Prozent auf 1,18 Mio. Neuwagen. Doch die Bestseller auf unserem Kontinent heißen Yaris Cross und Yaris. Mit den Kleinwagen kann der Konzern nur wenig Gewinn erzielen. So liegt die Umsatzrendite in Europa mit 4,9 Prozent deutlich unter dem globalen Toyota-Schnitt.

Toyotas Schwachpunkte

Dabei müssen die Japaner:innen in den nächsten
Jahren dringend in neue Technologien investieren. Zu lange haben sie sich auf ihrer Vorreiterrolle bei Hybriden ausgeruht und die reine E-Mobilität vernachlässigt. Jetzt fahren ihnen nicht nur die chinesischen Wettbewerber davon: Während der VW-Konzern 2025 fast eine Million elektrische Neuwagen verkaufte, waren es bei Toyota nur 199.137 Stromer.

Das von Koji Sato für dieses Jahr ausgegebene Ziel von 1,5 Mio. E-Autos ist unerreichbar. Auch bei Digitalisierung und Software liegt Toyota weit hinter den chinesischen und deutschen Herstellern. Ob der Weckruf von Koji Sato ausreicht, um Toyota fit für die Zukunft zu machen, bleibt abzuwarten. Umsetzen muss es ein neuer Konzernchef: Im April wurde Sato von Finanzvorstand Kenta Kon abgelöst.

Fazit

Wenn von den Krisen der deutschen Autobauer zu lesen ist, wird Toyota oft als positives Beispiel herangezogen. Dabei haben die Japaner nicht nur die gleichen Probleme, ihre Ausgangslage ist sogar noch schlechter. So ist Toyota viel abhängiger vom US-Markt und in China stärker unter Druck. Bei Software und E-Mobilität fährt man VW & Co. deutlich hinterher. Der Erfolg von Toyota lag in der beständigen Optimierung seiner Modelle und
Prozesse begründet. Das wird in den
kommenden Jahren nicht mehr reichen.