Getuntes Skoda Octavia Cabrio: Fast schon Furios

Im wirklichen Leben würde sich der schüchterne Skoda Octavia niemals seines Dachs oder seiner Hecktüren entledigen. In der Vorstellung eines Designers mutiert der erste Octavia der Moderne allerdings zu einem wilden Cabrio, das zumindest auf dem Bildschirm verdammt schnell aussieht.

(1/4)
Getuntes Skoda Octavia Cabrio, fotografiert von schräg vorne.
Skoda Octavia I: Tuning zum Cabrio Foto: Rostislav Prokop via Instagram

Der Designer Rostislav Prokop hat den ersten Skoda Octavia der Neuzeit virtuell des Dachs und der Hecktüren beraubt und ihn praktisch auf Normalnull tiefer gelegt.

Getuntes Skoda Octavia Cabrio, fotografiert von schräg hinten.
Skoda Octavia I: Tuning zum Cabrio Foto: Rostislav Prokop via Instagram

Die Gummis auf den Tiefbettfelgen brauchen große Kotflügelverbreiterungen, um sich zu bedecken.

Getuntes Skoda Octavia Cabrio, fotografiert von schräg von der Seite.
Skoda Octavia I: Tuning zum Cabrio Foto: Rostislav Prokop via Instagram

Der Heckflügel gipfelt beinahe auf Höhe des Verdecks und bringt zumindest visuell Anpressdruck.

Getuntes Skoda Octavia Cabrio, fotografiert von vorne.
Skoda Octavia I: Tuning zum Cabrio Foto: Rostislav Prokop via Instagram

An der Frontpartie hat Rostislav Prokop die Scheinwerfer auf LED-Technik umgerüstet. Dennoch wirkt das Ensemble aus Leuchten und Kühlergrill im Vergleich zum Rest sehr konservativ.

Skoda Octavia I Cabrio: Schluss mit brav und nützlich!

Der Skoda Octavia hat eine treue Fangemeinde. Geschätzt wird er vor allem für sein Raumangebot und seine alltagstaugliche Attitüde, die ihn zum bevorzugten Partner von Familien und Vertreter:innen machen, gerne auch als Kombi. Als Adrenalinpumpe war er nie gedacht. Hier setzt der in Los Angeles operierende Designer Rostislav Prokop an. Der gebürtige Tscheche, der sich schon mit einem rasenden Zwitterwesen aus Citroën DS und Porsche 911 illustriert hat, schneidet dem ersten Octavia der VW-Konzern-Zeitrechnung das Dach ab und schweißt ihm die hinteren Türen zu. Allerdings nur per Photoshop, nicht mit der Blechschere oder dem Schweißbrenner.

Auch interessant:

Ein knappes Stoffverdeck spannt sich über Innenraum und Überrollschutzbügel. Vom schwarzen Windschutz und den Felgen abgesehen hüllt sich das Skoda Octavia Cabrio komplett in ein kräftiges Bananengelb. Frontspoiler und Rundum-Schürzen schmirgeln am Asphalt, während Kotflügelverbreitungen bemüht sind, die Gummis auf den Tiefbettfelgen zu bedecken. Gekrönt wird der Auftritt von einem Heckflügel, der allein durch sein Eigengewicht für Anpressdruck sorgen dürfte. Bleibt zu hoffen, dass aus dem mittig angeordneten Doppelrohrauspuff kein TDI-Nageln spotzt. Das würde die Illusion platzen lassen wie eine Börsenblase. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Der Skoda Octavia (2024) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Cabrios haben bei Skoda eigentlich Tradition

Das gelbe Gefährt sieht insgesamt stimmig aus, auch wenn die beinahe unverändert übernommenen Scheinwerfer und der Kühlergrill des Octavia 1U, der von 1996 bis 2010 amtierte, mittlerweile ziemlich konservativ wirken. Wenn es einen europäischen Ableger von Fast & Furious gäbe, könnte der gelbe Tscheche zum Casting gehören.

Auch interessant:

Im Konfigurator von Skoda hätte ein Octavia Cabrio hingegen keinen Platz. Der simply clevere Ableger des VW-Konzerns konzentriert sich auf absatzstarke Kernsegmente und überlässt das Träumen seinen Auszubildenden. Die rücken existierenden Modellen regelmäßig mit der Blechschere auf den Leib, in jüngster Vergangenheit mit dem offenen SUV Sunroq und dem Slavia, der zum zweisitzigen Spider aufgebrezelt wurde. Früher war Skoda mutiger. Mit dem elegant gezeichneten 450, der später in Felicia umbenannt wurde, hat die tschechische Marke sogar eine Jahrzehnte alte Cabrio-Tradition vorzuweisen.