(K)ein Zwillingspaar: Renault Austral & Rafale im Vergleich
Die Renault-Modelle Austral und Rafale teilen sich zwar die Technik, aber es gibt deutliche Unterschiede bei Design und Preis. Unser Vergleich klärt auf, wer das bessere Gesamtpaket liefert!
- Im Vergleich: Renault Austral gegen Renault Rafale
- Die beiden SUV sind weniger dynamisch denn komfortabel ausgelegt
- In puncto Kosten gehen Rafale und Austral beim Wertverlust auseinander
- Fazit
- Technische Daten & Messwerte des Renault Austral Full Hybrid E-Tech 200 und Renault Rafale Full Hybrid E-Tech 200
Im Vergleich: Renault Austral gegen Renault Rafale
Das französische SUV-Duo steht auf der CMF-CD-Plattform (Common Modular Family) des Renault-Konzerns. Während der Austral ein klassisches SUV ist, bringt der preislich höher positionierte Rafale einen Schuss Coupé-Dynamik ins Spiel. Beim SUV-Coupé ist der 200 PS (147 kW) starke Vollhybrid-Antrieb der Einstieg, beim Austral ist es die Topmotorisierung.
Dass die beiden Vergleichskandidaten im Grundpreis knapp 4500 Euro trennen, liegt auch daran, dass der Renault Austral in der einfacheren Evolution-Ausstattung startet, die für den Renault Rafale nicht angeboten wird. Die schicke Ausstattungsvariante der Testfahrzeuge trägt die Bezeichnung „Esprit Alpine“. Sie beschert dem Austral große 20-Zoll-Räder und dem Rafale die Allradlenkung „4Control advanced“. Der Test-Austral hat sie auch an Bord – für 1500 Euro extra.
Der Renault Austral (2022) im Fahrbericht (Video)

Die beiden SUV sind weniger dynamisch denn komfortabel ausgelegt
Vor allem dem Antrieb ist es zu verdanken, dass beide Renault trotz Alpine-Ausstattung und mitlenkender Hinterachse keine Sportwagen sind. Es ist zwar bemerkenswert, wie flott die elektrische Unterstützung den kleinen Dreizylinder macht, doch zum einen ist die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h begrenzt und zum anderen bevorzugt das aufwendige Multi-Mode-Getriebe eine entspannte Gangart. Dann entschädigt das Duo im Vergleich mit einem günstigen Testverbrauch von rund sechs Litern – mit leichten Vorteilen für den flacher bauenden Rafale. Ein Vorteil der wenig konsequenten Dynamik-Ausrichtung ist jeweils ein Fahrwerk, das auch auf langen Strecken nicht mit übertriebener Härte nervt. Störender wirken die Windgeräusche rund um die A-Säulen, die beim Rafale etwas ausgeprägter sind.
Die Allradlenkung bringt – besonders im Sport-Modus – eine übertriebene Nervosität ins Spiel. Dass sie dennoch Vorteile hat, zeigt der um jeweils knapp 1,3 m geschrumpfte Wendekreis (Austral: 10,1 m, Rafale: 10,4 m). Dadurch wirkt das ausgewachsene SUV-Duo ungewöhnlich handlich. Der Renault Rafale streckt sich 20 cm mehr in die Länge, was nicht allein der dynamischen Linienführung zugute kommt, sondern auch das Gepäckabteil auf ein richtig gutes Niveau hievt. Mit 627 bis 1910 l schluckt der Kofferraum spürbar mehr als beim Renault Austral. Die Anhängelast ist zudem um 100 kg höher.
In puncto Kosten gehen Rafale und Austral beim Wertverlust auseinander
Das Platzangebot liegt bei beiden SUV im Vergleich auf ähnlich gutem Niveau. Durch das abfallende Dach geht im Rafale-Fond zwar etwas Kopffreiheit verloren, doch auch in ihm kommen die meisten Personen wie auch beim Renault Austral kommod unter. Beim Cockpit fährt Renault nicht ganz unerwartet die Gleichteile-Strategie und setzt auf die Software-Expertise von Google. Keine Überraschung gibt’s bei den laufenden Kosten: Dank identischer Versicherungseinstufung und in der Höhe vergleichbaren Aufwendungen für den Kraftstoff sind die Unterschiede minimal. Das ändert sich, sobald man den Wertverlust einbezieht: Er verschlechtert die Kostenbilanz des teureren Renault Rafale wesentlich stärker – ohne aber die Ausgaben explodieren zu lassen.
Fazit
Der größere Renault Rafale ist nicht nur teurer, sondern im Alltag auch praktischer. Dieser Mehrwert rechtfertigt den höheren Preis und lässt das ungleiche Duo mit identischem Antrieb im engen Foto-Finish über die Ziellinie fahren. Die preissensible Käuferschaft macht aber auch mit dem Austral, der unterm Strich wertstabiler ist, auf keinen Fall etwas falsch.
Technische Daten & Messwerte des Renault Austral Full Hybrid E-Tech 200 und Renault Rafale Full Hybrid E-Tech 200
AUTO ZEITUNG 14/2026 | Renault Austral Full Hybrid E-Tech 200 | Renault Rafale Full Hybrid E-Tech 200 |
|---|---|---|
Technische Daten | ||
Motoren | 1,2-l-Dreizylinder; ein E-Motor | 1,2-l-Dreizylinder; ein E-Motor |
Hubraum | 1199 cm³ | 1199 cm³ |
Leistung Verbrenner | 100 kW / 136 PS bei 5500 U/min | 100 kW / 136 PS bei 5500 U/min |
Max. Drehmoment Verbrenner | 230 Nm bei 1750 U/min | 230 Nm bei 1750 U/min |
Leistung E-Motoren | 16 kW / 21 PS | 16 kW / 21 PS |
Systemleistung | 147 kW / 200 PS | 147 kW / 200 PS |
Getriebe / Antrieb | Autom. Multi-Mode-Getriebe; Vorderrad | Autom. Multi-Mode-Getriebe; Vorderrad |
Maße & Gewichte | ||
Außenmaße (L / B / H) | 4510 / 1825 / 1645 mm | 4710 / 1866 / 1613 mm |
Radstand | 2667 mm | 2738 mm |
Kofferraumvolumen | 527 – 1736 l | 627 – 1910 l |
Leergewicht | 1610 kg | 1667 kg |
Zul. Gesamtgewicht / Zuladung | 2090 / 480 kg | 2186 / 519 kg |
Anhängelast gebr. / ungebr. | 1500 / 750 kg | 1600 / 750 kg |
Fahrleistungen | ||
Beschleunigung (0–100 km/h) | 8,4 s | 8,9 s |
Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h | 180 km/h |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 4,8 l S / 100 km | 4,8 l S / 100 km |
Testverbrauch auf 100 km | 6,2 l S / 100 km | 6,0 l S / 100 km |
CO2 (Test / WLTP) | 147 / 109 g/km | 142 / 108 g/km |
Kaufinformationen | ||
Grundpreis | 39.450 € | 44.000 € |
Werkstattkosten² | 513 / 761 € | 510 / 760 € |
Wertverlust³ | 4123 / 4730 € | 4793 / 5467 € |
HP / VK Typklassen | 21 / 21 | 21 / 21 |
HP / VK Kosten | 1447 / 1447 € | 1735 / 1735 € |
Steuer | 52 € | 50 € |
Kraftstoffkosten⁴ | 1159 / 2319 € | 1122 / 2244 € |
Gesamtkosten | 3171 € / 4867 € | 3129 € / 4789 € |
Gesamtkost. inkl. Wertverl. | 7294 € / 7859 € | 9660 € / 10.256 € |
Kosten pro Kilometer¹ | 0,32 / 0,24 € 0,73 / 0,48 € inkl. Wertv. | 0,31 / 0,24 € 0,79 / 0,51 € inkl. Wertv. |
¹pro Jahr bei 10.000/20.000 km Laufleistung bei vierjähriger Nutzung ²Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC ³Wertverlust ermittelt durch die DAT (Deutsche Automobil Treuhand) ⁴Preisgrundlage: Strom: 0,50 €/kWh; Benzin: 1,87 €/l, Diesel: 1,82 €/l | ||
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