Vergleich

(K)ein Zwillingspaar: Renault Austral & Rafale im Vergleich

Die Renault-Modelle Austral und Rafale teilen sich zwar die Technik, aber es gibt deutliche Unterschiede bei Design und Preis. Unser Vergleich klärt auf, wer das bessere Gesamtpaket liefert!

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Blick von schräg vorne auf die beiden Hybrid-SUV Renault Rafale und Renault Austral.
Kann der Renault Rafale seinen höheren Preis gegenüber dem Renault Austral rechtfertigen? Wir gehen dem im Vergleich auf den Grund! Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Renault Austral.
Renault Austral: Der 12-Zoll-Bildschirm ist ab der Techno-Ausstattung inklusive. Foto: Daniela Loof
Blick in den Fond des Renault Austral.
Vorteile im Fond: Vom höheren Dach profitieren Großgewachsene. Foto: Daniela Loof
Blick in den Kofferraum des Renault Austral.
Der Austral hat den kleineren Kofferraum, aber die etwas größere Klappe. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Renault Rafale.
Renault Rafale mit Liebe zum Detail: Fußmatten und untere Türverkleidungen in Blau. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Renault Rafale.
Leider lässt sich der Sitzwinkel der Sportsitze nicht anpassen. Foto: Daniela Loof
Blick in den Kofferraum des Renault Rafale.
Hier kommen bis zu 1910 l unter – das ist gutes Kombi-Niveau. Foto: Daniela Loof
Blick von schräg hinten auf die beiden fahrenden Hybrid-SUV Renault Rafale und Renault Austral.
Der Rafale duckt sich knapp drei Zentimeter tiefer als der Austral. Seine 20-Zoll-Bereifung lässt ihn etwas stämmiger dastehen. Foto: Daniela Loof

Im Vergleich: Renault Austral gegen Renault Rafale

Das französische SUV-Duo steht auf der CMF-CD-Plattform (Common Modular Family) des Renault-Konzerns. Während der Austral ein klassisches SUV ist, bringt der preislich höher positionierte Rafale einen Schuss Coupé-Dynamik ins Spiel. Beim SUV-Coupé ist der 200 PS (147 kW) starke Vollhybrid-Antrieb der Einstieg, beim Austral ist es die Topmotorisierung.

Dass die beiden Vergleichskandidaten im Grundpreis knapp 4500 Euro trennen, liegt auch daran, dass der Renault Austral in der einfacheren Evolution-Ausstattung startet, die für den Renault Rafale nicht angeboten wird. Die schicke Ausstattungsvariante der Testfahrzeuge trägt die Bezeichnung „Esprit Alpine“. Sie beschert dem Austral große 20-Zoll-Räder und dem Rafale die Allradlenkung „4Control advanced“. Der Test-Austral hat sie auch an Bord – für 1500 Euro extra.

Der Renault Austral (2022) im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Die beiden SUV sind weniger dynamisch denn komfortabel ausgelegt

Vor allem dem Antrieb ist es zu verdanken, dass beide Renault trotz Alpine-Ausstattung und mitlenkender Hinterachse keine Sportwagen sind. Es ist zwar bemerkenswert, wie flott die elektrische Unterstützung den kleinen Dreizylinder macht, doch zum einen ist die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h begrenzt und zum anderen bevorzugt das aufwendige Multi-Mode-Getriebe eine entspannte Gangart. Dann entschädigt das Duo im Vergleich mit einem günstigen Testverbrauch von rund sechs Litern – mit leichten Vorteilen für den flacher bauenden Rafale. Ein Vorteil der wenig konsequenten Dynamik-Ausrichtung ist jeweils ein Fahrwerk, das auch auf langen Strecken nicht mit übertriebener Härte nervt. Störender wirken die Windgeräusche rund um die A-Säulen, die beim Rafale etwas ausgeprägter sind.

Die Allradlenkung bringt – besonders im Sport-Modus – eine übertriebene Nervosität ins Spiel. Dass sie dennoch Vorteile hat, zeigt der um jeweils knapp 1,3 m geschrumpfte Wendekreis (Austral: 10,1 m, Rafale: 10,4 m). Dadurch wirkt das ausgewachsene SUV-Duo ungewöhnlich handlich. Der Renault Rafale streckt sich 20 cm mehr in die Länge, was nicht allein der dynamischen Linienführung zugute kommt, sondern auch das Gepäckabteil auf ein richtig gutes Niveau hievt. Mit 627 bis 1910 l schluckt der Kofferraum spürbar mehr als beim Renault Austral. Die Anhängelast ist zudem um 100 kg höher.

In puncto Kosten gehen Rafale und Austral beim Wertverlust auseinander

Das Platzangebot liegt bei beiden SUV im Vergleich auf ähnlich gutem Niveau. Durch das abfallende Dach geht im Rafale-Fond zwar etwas Kopffreiheit verloren, doch auch in ihm kommen die meisten Personen wie auch beim Renault Austral kommod unter. Beim Cockpit fährt Renault nicht ganz unerwartet die Gleichteile-Strategie und setzt auf die Software-Expertise von Google. Keine Überraschung gibt’s bei den laufenden Kosten: Dank identischer Versicherungseinstufung und in der Höhe vergleichbaren Aufwendungen für den Kraftstoff sind die Unterschiede minimal. Das ändert sich, sobald man den Wertverlust einbezieht: Er verschlechtert die Kostenbilanz des teureren Renault Rafale wesentlich stärker – ohne aber die Ausgaben explodieren zu lassen.

Fazit

Der größere Renault Rafale ist nicht nur teurer, sondern im Alltag auch praktischer. Dieser Mehrwert rechtfertigt den höheren Preis und lässt das ungleiche Duo mit identischem Antrieb im engen Foto-Finish über die Ziellinie fahren. Die preissensible Käuferschaft macht aber auch mit dem Austral, der unterm Strich wertstabiler ist, auf keinen Fall etwas falsch.

Technische Daten & Messwerte des Renault Austral Full Hybrid E-Tech 200 und Renault Rafale Full Hybrid E-Tech 200

AUTO ZEITUNG 14/2026

Renault Austral Full Hybrid E-Tech 200

Renault Rafale Full Hybrid E-Tech 200

Technische Daten

Motoren

1,2-l-Dreizylinder; ein E-Motor

1,2-l-Dreizylinder; ein E-Motor

Hubraum

1199 cm³

1199 cm³

Leistung Verbrenner

100 kW / 136 PS bei 5500 U/min

100 kW / 136 PS bei 5500 U/min

Max. Drehmoment Verbrenner

230 Nm bei 1750 U/min

230 Nm bei 1750 U/min

Leistung E-Motoren

16 kW / 21 PS

16 kW / 21 PS

Systemleistung

147 kW / 200 PS

147 kW / 200 PS

Getriebe / Antrieb

Autom. Multi-Mode-Getriebe; Vorderrad

Autom. Multi-Mode-Getriebe; Vorderrad

Maße & Gewichte

Außenmaße (L / B / H)

4510 / 1825 / 1645 mm

4710 / 1866 / 1613 mm

Radstand

2667 mm

2738 mm

Kofferraumvolumen

527 – 1736 l

627 – 1910 l

Leergewicht

1610 kg

1667 kg

Zul. Gesamtgewicht / Zuladung

2090 / 480 kg

2186 / 519 kg

Anhängelast gebr. / ungebr.

1500 / 750 kg

1600 / 750 kg

Fahrleistungen

Beschleunigung (0–100 km/h)

8,4 s

8,9 s

Höchstgeschwindigkeit

180 km/h

180 km/h

WLTP-Verbrauch auf 100 km

4,8 l S / 100 km

4,8 l S / 100 km

Testverbrauch auf 100 km

6,2 l S / 100 km

6,0 l S / 100 km

CO2 (Test / WLTP)

147 / 109 g/km

142 / 108 g/km

Kaufinformationen

Grundpreis

39.450 €

44.000 €

Werkstattkosten²

513 / 761 €

510 / 760 €

Wertverlust³

4123 / 4730 €

4793 / 5467 €

HP / VK Typklassen

21 / 21

21 / 21

HP / VK Kosten

1447 / 1447 €

1735 / 1735 €

Steuer

52 €

50 €

Kraftstoffkosten⁴

1159 / 2319 €

1122 / 2244 €

Gesamtkosten

3171 € / 4867 €

3129 € / 4789 €

Gesamtkost. inkl. Wertverl.

7294 € / 7859 €

9660 € / 10.256 €

Kosten pro Kilometer¹

0,32 / 0,24 €

0,73 / 0,48 € inkl. Wertv.

0,31 / 0,24 €

0,79 / 0,51 € inkl. Wertv.

¹pro Jahr bei 10.000/20.000 km Laufleistung bei vierjähriger Nutzung

²Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC

³Wertverlust ermittelt durch die DAT (Deutsche Automobil Treuhand)

⁴Preisgrundlage: Strom: 0,50 €/kWh; Benzin: 1,87 €/l, Diesel: 1,82 €/l