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Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020): Erste Testfahrt So fährt der geliftete Stelvio

von Sven Kötter 21.11.2019

Die erste Testfahrt mit dem neuen Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020) steht an. Die Italiener haben ihr Mittelklasse-SUV besonders im Innenraum umfangreich überarbeitet. So gut sind die neuen Assistenzsysteme!

Ja, die Bilder sind korrekt: Wir sind tatsächlich mit dem neuen Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020) für eine erste Testfahrt unterwegs. Lediglich neue Außenfarben und Ausstattungsoptionen geben einen dezenten Hinweis auf die umfangreiche Überarbeitung, die die Italiener ihrem Mittelklasse-SUV nun gönnen. Unser Testwagen setzt auf die dynamische Kombination aus Veloce-Ausstattung (erstmals für den Stelvio erhältlich) und 2,0-Liter-Turbo-Benzinmotor mit 280 PS (bereits bekannt). Während andere Märkte diese Variante auch mit Hinterradantrieb bekommen, schickt Alfa den Stelvio mit 280 PS in Deutschland nur mit Allradantrieb auf die Straße. Und so viel bereits vorweg: Der Vierzylinder-Motor entwickelt stets genügend Druck und erlaubt mit 400 Newtonmeter maximalem Drehmoment eine souveräne Fahrweise. Die Achtstufen-Automatik gefällt dabei mit ihren passenden Kraftschlüssen. Ein manueller Eingriff bleibt weiterhin über die großen, feststehenden Schaltpaddel hinter dem Lenkrad möglich. Schade allerdings, dass sie mit ihrer Größe weiterhin die Bedienung der Lenkstockhebel erschweren. Der Bordcomputer zeigt nach den ersten 70 Testkilometern einen Durchschnittsverbrauch von unter acht Litern an – ein guter Wert. Auch das Fahrwerk ist weiterhin über alle Zweifel erhaben: Es ist zwar grundsätzlich sportlich-straff ausgelegt, bietet aber einen guten Restkomfort, der sich über adaptive Dämpfer weiter steigern lässt. Die überarbeitete Lenkung ist zwar nach wie vor sehr direkt, erlaubt mit einer feinfühligeren Mittellage nun aber auch entspannte Autobahnetappen. Dass das neue Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020) seine Langstreckentalente ausbaut, liegt auch an einer ganzen Armada neuer Assistenzsysteme. Mehr zum Thema: Das ist der Vorfacelift-Stelvio

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Erste Testfahrt mit dem neuen Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020)

Die Assistenzsysteme des neuen Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020) werden über Tasten auf dem neu gestalteten Lenkrad gesteuert. In Kooperation mit dem deutschen Zulieferer Bosch erhält der Stelvio neben aktiven Spurhalte- und Totwinkelassistenten auch eine erweiterte Geschwindigkeitsregelanlage, die auf Tastendruck Geschwindigkeitslimits übernimmt. Der Stau- und Autobahnassistent hält das Tempo sowie den Abstand zum Vordermann und den seitlichen Markierungen. Die Hände des Fahrers gehören beim so genannten "Autonomen Fahren Level 2" allerdings stets ans Lenkrad, das berührungsempfindlich ausgeführt ist. Ein neuer Müdigkeitsassistent soll die Sicherheit zusätzlich erhöhen – das konnten wir auf der ersten Testfahrt aber nicht überprüfen. Die anderen Systeme funktionieren zuverlässig, auch wenn die Schildererkennung in zwei Fällen eine falsche Geschwindigkeitsbeschränkung anzeigte. Diese Eigenart kennt man auch von Fahrzeugen anderer Hersteller. Die Verantwortung bleibt also beim Fahrer – was am Steuer des fahraktiven neuen Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020) leicht fällt.

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Neuer Innenraum im Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020)

Weiterhin an Bord des neuen Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020) ist der griffgünstig positionierte Dreh-Drück-Steller. Er ist nun, wie sämtliche Bedienelemente auf der Mittelkonsole, fühlbar hochwertiger gestaltet. Dass man in Zukunft aber dennoch seltener zu ihm greifen wird, liegt am neuen zentralen Bildschirm. Der behält zwar seine Position und Größe, ist nun aber als Touchscreen ausgeführt. Alfa war so konsequent, auch die Menüführung der neuen Eingabemöglichkeit anzupassen. Zudem lässt sie sich per Drag & Drop den eigenen Wünschen anpassen. Die neue Struktur und das frischere Design hieven das Infotainment auf ein neues Niveau, das sich vor den Mitbewerbern nicht mehr verstecken braucht. So genannte "Connected Services", wie das Senden von Navigationszielen über das Smartphone, erweitern den Funktionsumfang zusätzlich. Das Display hätte aber gerne ein wenig größer ausfallen dürfen – der schwarze Rahmen bietet noch viel potentiell nutzbare Fläche. Also erfreuen wir uns lieber am nach wie vor ordentlichen Platzangebot – vorne wie hinten. Und auch der gut nutz- und erweiterbare Kofferraum des neuen Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020) behält mit 525 Litern sein Fassungsvermögen. Sämtliche Neuerungen kommen übrigens auch der Limousine Giulia zugute, die sich mit dem Stelvio einen Großteil der Technik teilt. Preise nennt Alfa Romeo noch keine.

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von Sven Kötter von Sven Kötter
Unser Fazit

So gelungen und umfangreich das neue Alfa Romeo Stelvio Facelift (2020) auch ausfällt: Auf technischer Seite schließt es lediglich die Lücke zu den Mitbewerbern. Auf der Straße ist der Stelvio aber wie gehabt ein fahraktives und emotionales SUV. Sein größter Pluspunkt!

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