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Neuer Rivian R1T (2021): Erste Testfahrt Rivian beamt den Pick-up in die Zukunft

Thomas Geiger 04.05.2022
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Rivian R1T (2021)
  2. Offroad- und Sportwagen-Performance in einem
  3. Ehrgeizige Expansionspläne von Rivian
  4. Technische Daten des neuen Rivian R1T (2021)

Kaum eine Autogattung ist so archaisch wie der Pick-up – und trotzdem so beliebt. Jeder dritte Neuwagen in den USA hat eine Pritsche. Doch jetzt brechen die vermeintlichen Dinosaurier in die Neuzeit auf – aber nicht Tesla macht den Anfang, sondern der neue Rivian R1T (2021). Erste Testfahrt!

Während Tesla seinen Pick-up noch plant, hat Rivian bereits mit der Produktion begonnen – und schickt seit 2021 den neuen Rivian R1T ins Rennen und nun auch endlich zu einer ersten Testfahrt zu uns. Als erster elektrischer Pick-up soll er das größte und wichtigste Segment des US-Markts in die Zukunft führen und zugleich die Elektrifizierung von der Elite in die Breite der Gesellschaft tragen. Zwar wirkt der R1T nicht ganz so weit aus der Zukunft geholt wie Teslas Cybertruck, doch gemessen an den konventionellen Konkurrenten tritt der Newcomer auf, als hätten sie in Hollywood ein paar Szenen aus Star Treck mit Jurassic Park durcheinandergebracht – so cool und clean schwimmt der Rivian durch den Verkehr. Cool wie das erste iPhone, rank und schlank und als einziges Erkennungsmerkmal unverwechselbare LED-Scheinwerfer im Stile eines Tictacs. Einen Kühlergrill gibt es dagegen erst gar nicht, auch keine Trittleisten und erst recht keine Rammschutzbügel oder wuchtigen Planken an den Flanken. Auch innen leben Rivian-Fahrende in ihrer ganz eigenen Welt und sitzen in einem coolen Studio hinter zwei Bildschirmen statt in einem Maschinenraum voller Uhren, Schaltern und Tastern – dafür müssen aber sogar Sitze und Spiegel am Touchscreen eingestellt werden. Dazu Platz in Hülle und Fülle und fürs Gepäck und neben der Pritsche den obligatorischen Frunk im Bug – nur, dass der hier größer ist als der Kofferraum manch konventionellen Kombis. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Der Rivian R1T (2021) im Video:

 
 

Erste Testfahrt mit dem neuen Rivian R1T (2021)

Der neuer Rivian R1T (2021) will Arbeitstier und vor allem Abenteurer sein, der sich für nichts und niemand zu schade ist. Nicht umsonst bewirbt die Marke den Pick-up als erstes elektrisches Expeditionsmobil. Nicht ohne Grund gibt es fast ausschließlich Fotos von Geländespielen mit Zelt auf der Pritsche oder einer Outdoor-Küche, ausgefahren aus dem sogenannten Gear Tunnel, einem praktischen Schubfach zwischen Kabine und Pritschenboden. Damit der R1T in der Wildnis mindestens so weit kommt wie die Konkurrenten aus der alten Welt, fährt er auf Wunsch natürlich auf allen Vieren, hat gleich vier unterschiedliche Offroad-Programme und eine Luftfederung, die ihn über große Hindernisse lupft. Und statt ihn an Engstellen mühsam zu rangieren, kann man den Rivian mit seinen vier angetriebenen Rädern auf losem Grund gar auf der Stelle wenden. Die Technik ist auf die Pampa zugeschnitten, doch die Performance erinnert eher an einen Supersportwagen: 3,3 Sekunden reichen im besten Fall, um den neuen Rivian R1T (2021) mit einem Kick-Down auf Tempo 100 zu katapultieren und auch noch den letzten Tropfen Kaffee aus dem Becher über dem veganen Leder des Innenraums zu verteilen. Und das Ganze gelingt bei der ersten Testfahrt so mühelos und angesichts der Stille zugleich so unerwartet und unspektakulär, dass man sich jedes Mal wieder selbst erschreckt. Klar, haben auch Autos wie der F-150 einen gewaltigen Punch, erst recht als Raptor. Doch wo die ihre Kraft mit dem Feingefühl einer Dampfwalze einsetzen, wirkt der R1T fast filigran und steht einem Sportwagen tatsächlich ins Nichts nach.

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Offroad- und Sportwagen-Performance in einem

Doch, wer sich zurücknimmt oder wie wir bei der ersten Testfahrt entsprechend die Fahrprogramme wählt, der schwimmt so entspannt durch die Rushhour wie in einer großen Limousine – nur eben eine habe Etage höher und mit einem Gefühl von Geborgenheit, wie es nur ein Hochsitz von 5,50 Metern Länge und mehr als zwei Metern Breite bieten kann. All das erkauft sich neue Rivian R1T (2021) freilich mit einem technischen Gigantismus, der gut zu Dinosauriern passt, mit denen Pick-ups gerne verglichen werden – kritisch, freilich. Wo andere E-Auto-Hersteller einen Motor pro Achse einsetzen, montiert Rivian derer zwei und bietet so bis zu 618 kW (840 PS). Und das Drehmoment gipfelt im besten Fall erst weit jenseits von 1100 Newtonmetern. Zum Stromsparen kann man immerhin die Vorderachse abkoppeln – und später gibt es noch ein Basismodell mit nur zwei Motoren, aber trotzdem mit Allradantrieb und noch immer mehr als 441 kW (600 PS). Auch bei den Akkus wird geklotzt und nicht gekleckert: Schon die wohl erst 2024 lieferbare Basisversion fährt mit einer Batterie, die mit 105 kWh fast so groß ist wie der des EQS, der seinerseits immerhin die aktuell größte Batterie in Europa hat. Der Large Pack, mit dem nun der Verkauf startet, hat sogar 135 kWh und kommt damit im offiziellen EPA-Rating 505 Kilometer weit. Und wer weit in die Wildnis will oder auf dem ganz platten Land wohnt, dem liefert Rivian bald auch einen Max Pack mit irrwitzigen 180 kWh für mehr als 600 Kilometer. Kein Wunder, dass der neue Rivian R1T (2021) in keiner Version nennenswert unter drei Tonnen wiegt. Geladen wird übrigens mit bis zu 200 kW: Rivian verspricht in 20 Minuten bis zu 220 Kilometer neue Reichweite.

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Ehrgeizige Expansionspläne von Rivian

Gemessen an dem Aufwand, sind die Preise des neuen Rivian R1T (2021) fast schon moderat. Das Basismodell kostet 67.500 Dollar (63.900 Euro), der Large Pack mit vier Motoren startet bei 85.000 (80.450 Euro) und das Topmodell steht mit 95.000 Dollar (90.000 Euro) auf der Website (Stand: April 2022). Dass es damit schwer werden dürfte, auf einen grünen Zweig zu kommen, hat auch Firmenchef RJ Scaringe gemerkt und kurzerhand die Preise um 20 Prozent angehoben. Weil er das aber rückwirkend getan hat und auch die Vorbesteller:innen zur Kasse bitten wollte, ist der Schuss nach hinten losgegangen: Erst gab der weit über Daimler & Co. hinaus geschossene Börsenwert gewaltig nach und dann der Chef. Genauso schnell wie angekündigt, war die Preiserhöhung auch schon wieder kassiert – und Rivian legt jetzt angeblich bei jedem Auto drauf. Scaringe lässt sich davon aber nicht bremsen, sondern hält eisern an seinen großen Plänen fest. Zwar hat Rivian für den R1T bereits angeblich über 70.000 Bestellungen in den Büchern, mit denen das ehemalige Mitsubishi-Werk in Illinois bei voller Laufleistung schon mal ein halbes Jahr beschäftigt wäre, doch die Marke will mehr. In Georgia planen sie für 2022 den Bau eines zweiten Werks, in dem ab 2024 noch einmal bis zu 400.000 Autos pro Jahr gefertigt werden sollen. Allerdings wollen sie sich dabei nicht allein auf den neuen Rivian R1T (2021) und seinen Halbbruder R1S mit normalem SUV-Aufbau verlassen, sondern bringen auch einen elektrischen Kastenwagen, wegen dem Amazon-Chef Jeff Bezos mit 700 Millionen Dollar bei Rivian eingestiegen ist. Auch laufen angeblich schon die Planungen für ein weiteres, etwas kleineres Modell. Dabei hat Rivian nicht allein den Heimatmarkt im Sinn: Nun, wo Pick-ups das Stigma der Dinosaurier verlieren, werden die Pritschenwagen plötzlich auch in anderen Ländern salonfähig. Offizielle Ankündigungen gibt es zwar noch nicht, doch am Flughafen Lüttich wurde bereits der erste R1T aus einem Cargoflieger geladen.

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Technische Daten des neuen Rivian R1T (2021)

AUTO ZEITUNGRivian R1T
Technik
E-MotorPro Rad ein E-Motor
Systemleistung441 bis 618 kW
Systemdrehmomentbis zu 1100 Nm
Batteriek.A.
Kapazität105/135/180 kWh
Max. Ladeleistung200 kW
Messwerte
Leergewicht (Werk)ca .3 t
Beschleunigung 0-100 km/h (Werk)3,3 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)201 km/h
Reichweite (Werk)bis zu 600 km
Preise
Grundpreis67.500 USD (63.900 €)

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