Alle Tests zum Audi e-tron

Neuer Audi e-tron (2018): Erste Testfahrt Audis neuer Elektro-Hammer

von Jürgen Voigt 14.11.2018

Erste Testfahrt im neuen Audi e-tron (2018), mit dem die Ingolstädter ihr erstes Akku-Auto an den Start. Nicht weniger als die Pole Position auf der Electric Avenue soll das rein elektrische SUV erringen!

Zugegeben, was wir hier gerade mit dem neuen Audi e-tron (2018) anstellen, dürfte den künftigen Auto-Alltag des edlen Audi e-tron nicht so ganz realistisch abbilden. Auf dem staubig-schotterigen Handlingkurs mitten in Namibia offenbart das knapp 2,5 Tonnen schwere, allradgetriebene Elektro-SUV eine überraschende Leichtigkeit. Ein ums andere Mal erkunden wir die vielfältigen Einstellungen von Fahrdynamikregelung und quattro-Antrieb, die die Ingenieure ins elektronische Gedächtnis des e-tron implementiert haben. Doch ganz gleich, ob man nun im Auto- oder ESC-Sportmodus fährt oder welche sonstigen Dynamikeinstellungen man wählt, der neue Audi e-tron (2018) vermittelt stets das Gefühl guter Beherrschbarkeit und spielerischer Handlichkeit – selbst wenn man die elektronischen Helfer abschaltet. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man ein fast fünf Meter langes, massiges SUV auf einem Untergrund mit verminderter Griffigkeit bewegt. Der Reibwert der Piste liegt in etwa auf dem Niveau einer noch halbwegs griffigen Schneedecke. Mehr zum Thema: Alles zu Elektroautos

Elektroauto Audi e-tron (2018)
Audi e-tron (2018): Motor & Ausstattung So schneidet der e-tron im Crashtest ab

Neuer Audi e-tron (2018) im Fahrbericht (Video):

 
 

Erste Testfahrt im neuen Audi e-tron (2018)

Im neuen Audi e-tron (2018) findet sich der quattro-Antrib von morgen: elektrisch und effektiv. Doch bereits beim Anfahren aus dem Stand können die beiden angetriebenen Achsen die spontan einsetzenden 664 Newtonmeter Drehmoment gut umsetzen. Je nach vorgewähltem ESC-Modus und der drive select-Einstellung (auto, comfort, dynamic, efficiency, individual, allroad, offroad) entscheiden Fahrdynamik- und Antriebsregelung, welcher der beiden E-Motoren pro Achse wie viel Drehmoment aufbringt. Darüber hinaus lässt sich sogar jedes einzelne Radmoment – und damit auch der Schlupf – per Bremseingriff regeln. Unter normalen Grip-Bedingung setzt der vollvariable Elektro-quattro eher auf Heckantrieb, erst bei höheren Leistungsanforderungen oder schwindendem Halt an der Hinterachse wird der Frontmotor in Sekundenbruchteilen hinzugeregelt. Damit hat man stets optimalen Grip, der etwa auch eine maximale Beschleunigung auf Asphalt in nur 5,7 Sekunden auf Tempo 100 ermöglichen soll. Bei 200 km/h regelt die Elektronik des neuen Audi e-tron (2018) zwar ab, dennoch erlaubt das ausgeklügelte Thermomanagement mit Flüssigkeitskühlung für Motoren, Batterie und Leistungslektronik ein anhaltend hohes Leistungsniveau, wie wir auch bei den Handling-Testfahrten in der Wüste feststellen. 

Elektroauto-Test BMW i3s/Kia Soul EV/Nissan Leaf/Opel Ampera-e/VW e-Golf
Elektroautos im Test: Reichweite, Laden, Alltag! So gut sind Nissan Leaf, e-Golf, BMW i3s, Soul EV & Ampera-e

 

Neuer Audi e-tron (2018) mit 408 PS

Doch selbst jenseits der Strecke garantieren der Offroad-Modus und die per Luftfederung vergrößerte Bodenfreiheit souveränes Vorankommen im neuen Audi e-tron (2018). Das Antriebsmanagement hat sogar kniffige Geländepassagen gut im Griff, selbst wenn mal ein Rad in der Luft hängt. Hier macht sich auch die hohe Struktursteifigkeit bezahlt, die der e-tron unter anderem aus der im Boden in einer crashsicheren Fachwerkkonstruktion integrierten Batterie bezieht. Wie weit die Energie des 95-kWh-Speichers auf der Straße reicht, konnten wir noch nicht ausprobieren, Audi verspricht aber über 400 km nach neuer WLTP-Norm. Die Ladedauer hängt stark von der Infrastruktur ab. Mit 150 kW Gleichstrom ist eine komplette Ladung in nur 30 Minuten möglich, bei gebräuchlicherem 11- oder 22-kW-Wechselstrom dauert es entsprechend länger. Ansonsten ist der neue Audi e-tron (2018) (ab Dezember 2018 im Handel) ein luxuriöses, hochwertiges SUV, wie wir es von Audi kennen: mit viel Platz, großzügigem Frachtvolumen (660 bis 1725 l), hohem Komfort, dem aus A6, A7, A8, Q8 bekannten Touchscreen- Bedienkonzept sowie umfangreichen Assistenz- und Infotainmentfunktionen. Statt optionaler Kameralösung mit Mini-Displays in den Türen würden wir es jedoch bei den bewährten Außenspiegeln belassen. Manchmal ist selbst in einem zukunftsweisenden 79.900-Euro-E-SUV die einfachere die bessere Lösung.

Elektroauto Audi e-tron GT Concept
Audi e-tron GT (2020): Erste Informationen e-tron GT irritiert mit V8-Sound

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Wie sich Audis erstes Serien-Elektroauto auf der Straße schlägt, werden wir sehen. Fahrdynamisch hat das SUV jedenfalls einiges zu bieten – mit entsprechend hohem technischen Aufwand. Zwar hat sich Audi mit der komplett neuen Antriebstechnologie im Grunde neu erfunden. Dennoch steht der neue Audi e-tron (2018) für die bewährten Eigenschaften der Marke: Komfort, Geräumigkeit, Dynamik, starkes Markendesign und feine Qualität.

Tags:
Copyright 2019 autozeitung.de. All rights reserved.