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Geht auch ganz einfach:

Motorradhelm kaufen: Nützliche Tipps Darauf beim Motorradhelm-Kauf achten

Lisa Knobloch 06.07.2022
Inhalt
  1. Darum ist ein Motorradhelm Pflicht
  2. Sicherheitsnormen bei Motorradhelmen
  3. Diese Motorradhelme gibt es
  4. So den Motorradhelm pflegen
  5. So lange ist ein Motorradhelm haltbar/Dann wechseln
  6. Kauf-Tipps: Welcher Motorradhelm passt?
  7. Zubehör für den Motorradhelm

Unser Ratgeber zu Motorradhelmen bietet eine Übersicht zu Themen wie Helmpflicht, Sicherheitsnormen sowie Pflege, Zubehör und Bluetooth-Geräten. Zudem geben wir Tipps zum Kauf von Motorradhelmen für Damen und Herren und erklären, ab wann man einen neuen Helm braucht.

 

Darum ist ein Motorradhelm Pflicht

Seit 1976 gilt in Deutschland auf dem Motorrad die Helmpflicht. Sie ist im § 21a Absatz 2 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) verankert und sieht vor, dass sowohl Führende von Krafträdern mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h als auch der/die Beifahrer:In (Sozius) einen Helm tragen müssen. Da Motorräder weder über eine Knautschzone noch (i.d.R.) über Airbags verfügen, soll der Helm bei Verkehrsunfällen Verletzungen und schwere Schädelhirntraumata verhindern. Die Helmpflicht gilt nicht nur für das Motorrad, sondern umfasst grundsätzlich alle motorisierten, nicht überdachten Zwei-, Drei und Mehrräder. Wer trotz Helmpflicht ohne Kopfschutz von der Polizei kontrolliert wird, droht ein Verwarngeld von mindestens 15 Euro. Auch das Nichtschließen des Kinnriemens am Helm kann in Deutschland als "Nichttragen" des Kopfschutzes mit 15 Euro Bußgeld geahndet werden. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Sicherheitsnormen bei Motorradhelmen

Motorradhelme müssen aktuellen Sicherheitsnormen entsprechen und durchlaufen dafür ein mehrstufiges Prüfverfahren. In diesem testet die Prüfbehörde, ob der Helm den Mindestanforderungen entspricht. Werden diese nicht erfüllt, erhält der Helm keine Zulassung für den Straßenverkehr. Noch bis Juni 2022 gilt für Motorradhelme die fast 20 Jahre alte Sicherheitsnorm ECE-R 22.05. Die neue Sicherheitsnorm ECE-R 22.06 löst diese jedoch schrittweise ab. Ab Juni 2023 müssen Hersteller die Produktion von Motorradhelmen der Norm ECE-R 22.05 einstellen und ab Anfang 2024 dürfen Händler die Helme der alten Norm nicht mehr verkaufen. Schutzhelme, die der alten Norm entsprechen, dürfen aber auch künftig noch getragen werden. Grund für die neue Norm für Motorradhelme sind verschärfte Testanforderungen, die ein erweitertes Prüfprogramm mit neuen Testverfahren und mehr Prüfungen enthält, um die Sicherheit für Motoradfahrende weiter zu erhöhen. Die Prüfungen umfassen unter anderem Tests bei Temperaturen von minus zehn bis plus 50 Grad Celsius, Aufpralltests bei verschiedenen Szenarien mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und einen Rotationstest, um die Drehung des Kopfes bei einem potenziellen Aufprall nachzuvollziehen. Zudem muss das Visier dem Beschuss mit einer 216 km/h schnellen Stahlkugel standhalten. Auch Tests zu Kinnriemen und Verschluss des Motorradhelms, sowie verschiedene Abstreiftests gehören zum Prüfprogramm. Hersteller sind künftig dazu verpflichtet, die entsprechende ECE-Prüfnorm im Helm anzugeben. Der entsprechende ECE-Einnäher trägt mehrere Kennzeichen. "E1" gibt beispielsweise die deutsche Zulassung an, "E3" etwa bedeutet eine Genehmigung in Italien. Die Sicherheitsnorm ECE-R 22.05 ist an der Angabe "05" im Etikett zu erkennen, die neue Sicherheitsnorm ECE-R 22.06 mit "06" angegeben.

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Diese Motorradhelme gibt es

Motorradhelme bestehen aus Kunststoff und sind entweder aus Thermoplast oder Duroplast gefertigt. Helme aus Thermoplast sind meistens kostengünstiger, weil sie einfacher in großen Stückzahlen herzustellen sind. Nachteilig ist jedoch, dass diese im unlackierten Zustand schneller altern und dementsprechend schneller ersetzt werden müssen. Duroplast-Helme werden auch im Rennsport gebraucht, sind meistens mit Glas, Karbon-, Aramid- oder Polyethylenfasern verstärkt und daher bruchfester. Da die Herstellung jedoch aufwendiger ist, sind diese Helme teurer. Es gibt verschiedene Bauarten von Motorradhelmen, die für verschiedene Bedürfnisse ausgerichtet sind.

  • Der Integralhelm
    Ein Integralhelm bietet den besten Schutz, da er den gesamten Kopf umschließt, eine feste Kinnpartie, sowie ein verschließbares Visier aufweist. Darüber hinaus ist er mit einem Gewicht von meist unter 1,5 Kilogramm leicht und verfügt häufig über einen besonders sicheren Doppel-D Verschluss, der bei einem potenziellen Unfall nicht aufgehen kann.

  • Der Klapphelm
    Der Klapphelm ist ein Integralhelm mit hochklappbarer Kinnpartie. Dadurch ist die Schutzfunktion im Vergleich zum Integralhelm etwas geringer, aber der Komfort höher. Brillenträger profitieren von dieser Helmvariante. Bei einem Unfall können Rettungskräfte diesen Helm auch leichter öffnen. Motorradfahrende dürfen Klapphelme während der Fahrt nur geschlossen verwenden. Das Fahren mit hochgeklapptem Kinnteil ist nur bei Helmen zulässig, die zusätzlich eine Zertifizierung als Jethelm haben.

  • Der Halbschalenhelm/Jethelm/Pilotenhelm
    Dieser Helm umschließt Ober- und Hinterkopf, sowie die Seiten des Gesichts. Das Kinn bleibt frei. Diese Helmvariante schützt also einzig die Partien am Kopf, die laut Gesetzgebung mindestens durch einen Helm geschützt werden müssen. Der Jethelm ist sowohl mit als auch ohne Visier und mit oder ohne Schirm erhältlich.

  • Der Motocrosshelm
    Der Motocrosshelm ist eine Form des Integralhelms. Dieser hat jedoch einen größeren Abstand zum Kinn, einen angebrachten Schirm und kein Visier. Deshalb empfiehlt es sich, zum Schutz der Augen zusätzlich eine Crossbrille zu tragen.

  • Der Endurohelm
    Der Endurohelm ähnelt vom Aufbau dem Motocrosshelm und hat meistens einen kleineren Schirm sowie teilweise die Möglichkeit, ein Visier anzubringen.

  • Der Multihelm
    Den Multihelm können Motorradfahrende zumeist als Integralhelm nutzen. Durch den Abbau des Kinnteils kann man ihn zum Jethelm umfunktionieren.

  • Motorradhelme für Kinder
    Motorradhelme für Kinder gibt es ebenfalls und in verschiedenen Varianten. Es ist jedoch dringlich ein Integralhelm empfohlen, um den Kopf des Kindes optimal zu schützen. Kinderhelme bestehen meist aus Polycarbonat und sind leichter als Motorradhelme für Erwachsene.

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Diese Helmverschlüsse gibt es:

  • Doppel-D-Verschluss
    Der Doppel-D-Verschluss bietet die höchste Sicherheit bei Motorradhelmen und ist im Rennsport Pflicht. Er liegt unterhalb des Kinns an und besteht aus zwei D-förmigen Metallringen auf der einen Seite und einem Riemen auf der anderen. Zum Verschließen führt man den Riemen durch beide Ringe hindurch und über den zweiten zurück durch den ersten Ring. Dadurch entsteht eine feste Verbindung. Oft kann das Ende des Riemens noch mit einem angebrachten Druckknopf gesichert werden.

  • Ratschenverschluss/Zahnriemensteckschloss
    Der Ratschenverschluss wird auch als Zahnriemensteckschloss bezeichnet und besteht aus einem stabilen Zahnriemen auf der einen Seite und einem Schnallengehäuse auf der anderen. Um den Kinnriemen zu schließen, schiebt man den Zahnriemen in das Gehäuse und kann den Kinnriemen so in der Länge feinjustieren. Um den Verschluss zu öffnen, zieht man am Fähnchen der Schnalle.

  • Klickverschluss
    Beim Klickverschluss rastet üblicherweise eine Verschlusszunge mit zwei Riegeln auf der einen Seite des Kinnriemens in einer Halterung auf der anderen Seite ein. Das Öffnen erfordert in den meisten Fällen das Drücken zweier gegenüberliegender Punkte am Verschluss, damit die Verschlusszunge aus der Halterung springt.

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So den Motorradhelm pflegen

  • Reinigungsmittel für Motorradhelme
    Generell gilt, bei der Pflege des Motorradhelms spezielle Reinigungsmittel oder sanfte Haushalts-Reinigungsmittel wie Seife zu verwenden, um das Material und die Helm- und Visierbeschichtung nicht zu beschädigen.

  • Reinigung der Helmschale
    Die Helmschale wird mit einem Tuch und sanftem Reinigungsmittel abgewaschen und so von Insekten, Ölresten sowie Straßenschmutz befreit. Ist der Helm danach noch nicht komplett frei von Verschmutzungen, kann es helfen, die Helmschale in ein feuchtes Tuch oder Küchenpapier zu hüllen und so eine halbe Stunde einwirken zu lassen.

  • Helm-Innenpolster waschen
    Das Helm-Innenpolster kann man im Regelfall aus dem Helm herausnehmen und bei 30 Grad in der Waschmaschine oder per Hand waschen. Festes Innenfutter kann man absaugen und mit speziellem Schaumspray einsprühen. Nach der Reinigung sollte man den Helm vor dem nächsten Einsatz vollständig trocknen lassen.

  • Reinigung des Visiers
    Zunächst baut man das Visier und – falls vorhanden – das Pinlock-Innenvisier aus. Die Außenseite kann man unter fließendem Wasser oder mit einer milden Seifenlauge und einem Lappen reinigen und so von Schmutz und Insekten befreien. Die Innenseite sollte ausschließlich mit einem feuchten Tuch behandelt werden. Innen- und Außenseite des Pinlock-Visiers sind ausschließlich mit lauwarmem Wasser zu reinigen.

  • Sicherheitskontrolle des Motorradhelms
    Zur Pflege des Motorradhelms gehört auch die regelmäßige Sicherheitskontrolle. Zuerst erfolgt die Begutachtung der Helmschale auf eventuelle Schäden. Danach kontrolliert man, ob die Löcher des Belüftungssystems durch Schmutz oder Insekten blockiert sind. Nötigenfalls muss man diese reinigen, um die Frischluftzufuhr zu gewährleisten. Dann folgt die Inspektion des Visiers. Ist die Sicht durch das Visier eingeschränkt oder hat es zu viele oder zu tiefe Kratzer, muss man es austauschen. Auch die Kontrolle des Verschlusssystems ist wichtig.

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So lange ist ein Motorradhelm haltbar/Dann wechseln

Ein Motorradhelm sollte man regelmäßig und schonend reinigen sowie bei kühler Raumtemperatur und ohne Sonneneinstrahlung lagern. Unabhängig von Pflege, Gebrauchsintensität und Witterung beträgt die Haltbarkeit und Nutzungsdauer eines Motorradhelms in der Regel fünf Jahre. Spätestens nach diesem Zeitraum sollte der Helm durch einen neuen ersetzt werden, weil er durch Materialermüdung nicht mehr den nötigen Sicherheitsschutz bietet. Häufiger Gebrauch, Witterung bei der Fahrt und schlechte/falsche Pflege sowie Lagerung können die Nutzungsdauer verkürzen. Auch das Innenfutter kann an Stabilität, Passgenauigkeit und Passform einbüßen und dadurch nicht mehr den straffen und sicheren Sitz des Helmes gewährleisten. Ist der Motorradhelm einmal zu Boden gefallen, sollte man ihn ersetzen, auch wenn der Helm keine äußerlichen Schäden aufweist. Das energieabsorbierende Material im Inneren des Helms könnte trotzdem beschädigt und der Schutz bei einem Unfall dementsprechend gemindert sein. Deshalb gilt auch nach einem Unfall: War der Helm einer Erschütterung ausgesetzt, sollte er nicht mehr verwendet werden.

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Kauf-Tipps: Welcher Motorradhelm passt?

Helmgrößen orientieren sich nicht an Größen für Damen und Herren, sondern am Kopfumfang. Diesen sollte man im Bereich der Stirn über den Ohren um den Hinterkopf herum messen. Der Kopfumfang in Zentimetern entspricht üblicherweise der numerischen Helmgröße oder ist nach Umfang in die Kategorien XXS bis XXXL eingeteilt. Trotzdem unterscheiden sich die Helme der Hersteller in ihren Größen, weshalb eine Anprobe im Fachgeschäft ratsam ist. Im Fachgeschäft ist zudem gewährleistet, dass der Helm den nötigen Sicherheitsnormen entspricht. Bei der Auswahl des Designs ist es empfehlenswert, eine helle Lackierung zu wählen, um im Straßenverkehr besser gesehen zu werden. Bei der Passform ist es wichtig, dass der Helm am ganzen Kopf ordentlich sitzt. Die Helmpolsterung muss auf dem Oberkopf vollständig aufliegen. Dabei sollte der Helm nicht drücken. Der Kinnriemenverschluss sollte nicht am Unterkiefer drücken oder am Kehlkopf aufliegen. Hat man einen passenden Helm gefunden, empfiehlt es sich, ihn vor dem Kauf mindestens zehn Minuten zu tragen, um mögliche Druckstellen auszumachen oder Hautunverträglichkeit des Futters zu erkennen. Beim Probetragen sollte man zudem die Qualität des Visiers prüfen und ob es zum Beschlag neigt. Brillenträgern ist beim Kauf empfohlen, zuerst den Helm aufzusetzen und sich dann die Brille durch das geöffnete Visier anzuziehen. Sonnenbrillen sollten unter dem Helm nicht getragen werden. Dafür gibt es in vielen Helmen eingebaute Sonnenblenden (siehe: "Zubehör für Motorradhelme"). Kinder benötigen Helme, die besonders leicht sind und die Halsmuskulatur nicht überlasten. Auch Kinderhelme müssen einen festen, aber bequemen Sitz (ohne Druckstellen) haben. Wichtig bei Kinderhelmen ist auch eine einfache Bedienung von Visier und Kinnriemenverschluss. 

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Zubehör für den Motorradhelm

Als Zubehör für Motorradhelme gibt es eine Vielzahl an Visieren. Darunter getönte Visiere sowie unterschiedliche Pinlock-Innenvisiere, die sich einklippen lassen und eine Antibeschlag-Beschichtung aufweisen. In vielen Motorradhelmen gibt es unter dem Visier zudem eine integrierte Sonnenblende. Ebenfalls ein beliebtes Zubehör ist die Sturmhaube. Sie wird unter dem Helm getragen und dient als Kälteschutz bis über den Hals. Auch bei den Pflegeprodukten ist die Auswahl groß: Der Handel bietet spezielle Reinigungsmittel für Helmschale, Innenfutter und Visier. Für eine Verständigung beim Motorradfahren werden Bluetooth Kommunikationsgeräte immer beliebter. Sie bringt man an der Außenseite des Helms an und montiert im Inneren die zugehörigen Lautsprecher. Mit einem Kommunikationsgerät für Motorradhelme kann man beispielsweise Telefonate annehmen, Musik hören oder sich mit anderen Motorradfahrenden bei einer Tour unterhalten – natürlich nur, sofern sie ebenfalls ein Kommunikationsgerät besitzen. Damit Motorradfahrende aber dennoch Straßengeräusche wahrnehmen können, ist die Lautstärke der Lautsprecher abgeregelt. Auch kleine Kameras zur Montage auf dem Helm gibt es im Zubehör.

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